Schwerpunktkontrollen im April - Berliner Polizei registriert zahlreiche Verstöße beim Abbiegen

Polizeikontrolle im März 2021 in der Budapester Straße in Berlin (Bild: imago images/Stefan Zeitz)
Bild: imago images/Stefan Zeitz

Angesichts zahlreicher Abbiegeunfälle, die in Berlin schon zu zahlreichen Todesopfern geführt haben, hat die Polizei im April Schwerpunktkontrollen an Kreuzungen durchgeführt. Am Mittwoch gab sie die Ergebnisse ihrer "Verkehrssicherheitsaktionen" bekannt.

Insgesamt wurden demnach im vergangenen Monat 2.505 Fahrzeugführende aufgrund fehlerhaften Abbiegens kontrolliert und verwarnt. 615 Radfahrende und 511 Kraftfahrzeugführende ignorierten das Rotlicht von Ampeln, heißt es in der Polizeimitteilung.

Mehr als 300 Radfahrer auf Gehwegen

Auch die fehlerhafte Benutzung von Geh- und Radwegen an Kreuzungen könne zu gefährlichen Abbiegevorgängen führen, so die Polizei. Deshalb habe man im April auch diese Bereiche unter die Lupe genommen – mit dem Ergebnis: 344 Radfahrende benutzten Gehwege, 142 Radfahrende waren regelwidrig, also in falscher Fahrtrichtung auf Radwegen unterwegs. Außerdem wurden 571 Kraftfahrzeugführende und 132 Radfahrende festgestellt, die während der Fahrt das Handy nutzten.

Ein weiterer Schwerpunkt der Kontrollen waren Falschparker in Kreuzungs- und Einmündungsbereichen. Hierbei wurden 1.772 Verstöße geahndet und 220 Fahrzeuge abgeschleppt.

Fahrer mit 3,15 Promille erwischt

Unter den im April rund 10.000 kontrollierten Fahrzeugführenden waren 114 ohne Führerschein unterwegs, 52 standen unter dem Einfluss von Drogen und 67 Personen waren alkoholisiert unterwegs. Spitzenreiter war dabei ein Transporterfahrer, bei dem 3,15 Promille nachgewiesen werden konnten.

Die Berliner Polizei kündigte auch für Mai im gesamten Stadtgebiet gezielte Verkehrssicherheitsaktionen an.

Sendung: rbb88.8, 05.05.2021, 16 Uhr

39 Kommentare

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  1. 39.

    Anarchie ist ja nur deshalb nicht machbar, weil viele eben keine tragfähige Moral haben. - Aber zum Straßenverkehr: Ich sehe ein Problem darin, dass heute in der Stadt bereits die gefühlte Mehrzahl aller Entscheidungen von Ampeln abgenommen wird. Das eigene Entscheidungsvermögen auf Basis von §1 StVO wird zu selten trainiert. Und das ist ein Teufelkreis, weil dann noch mehr Ampeln nötig werden.

  2. 38.

    gesetzliche Regeln gelten und greifen, egal ob's gefällt.

  3. 36.

    ...als eine Überschreitung von 6 km/h (abzüglich Toleranz) hinterstecken... Die 6 km/h kosten genau 15 EUR, den Rest machen die sog. Kosten des Verfahrens, Porto, Aufwachen im Amt und Amtsschimmel füttern/reiten aus. Noch Fragen ? Und an all die Autohasser hier: Dieses Land wird niemals autofrei werden, das gilt auch für Berlin.

  4. 34.

    Die ganzen massen Diskussion in den Kommentaren führen zu nichts.
    Was Fakt ist, es geht nunmal verkehrsregeln für alle Verkehrsteilnehmer ob nun Autofahrer, Radfahrer oder Fußgänger und wer sich an die Verkehrsregeln nicht hält der sollte auch dementsprechend Bestraft werden Punkt aus fertig.
    Es soll einer mal Den ersten stein schmeißen wer noch keine Verkehrsdelikte begangen hat, das hat jeder Mal von uns LEIDER ob nun Radfahrer, Fußgänger oder Autofahrer keine ist besser.
    Sich immer nur auf eine Verkehrs Gruppe konzentrieren aber nicht an die eigene Nase fassen das man noch keine Verkehrsregel gebrochen hat, das ist schon mehr als scheinheilig.

  5. 33.

    Das von Ihnen geforderte Miteinander verlangt bereits § 1 der STVO. Es ist in einer so großen Gemeinschaft, wie einer Großstand oder gar einem Land nicht möglich, alles nur auf die Vernunft und gegenseitige Rücksichtnahme abzustellen. Diese Eigenschaften werden daher als verbindliche Regeln in der STVO zusammengefasst und sind dann eben auch einzuhalten, selbst wenn man persönlich in diesem Moment den Sinn und Zweck nicht sieht. Man kann sich in Ausnahmefällen und unter höchster Vorsicht und Rücksichtnahme vielleicht auch mal über eine Regel hinwegsetzen, darf sich dann aber auch nicht beschweren, wenn man erwischt und verwarnt wird. Das Gehen des Nachts über eine rote Fußgängerampel bei leerer Straße zähle ich dazu. Das Überfahren einer roten Ampel dagegen nicht. Wenn jeder macht, was er moralisch für richtig hält, haben wir Anarchie.

  6. 32.

    "Die Höhe der Bestrafung ist nachrangig, sie muss lediglich so hoch sein, dass es unangenehm ist. Sie muss nicht so hoch sein, dass es existenzgefährdend ist. " Warum? Wenn die Folgen des Vergehens existenzgefährdend für andere sein können wäre das nur logisch. Wie oft liest man "der Fahrer ist beruflich auf seinen Führerschein angewiesen", kann ihn also behalten weil sonst existenzgefährdet. Die Existenz des kleinen Jungen den er mit 70 innerorts auf der Busspur totgefahren hat spielt keine Rolle...

  7. 31.

    Ich empfinde auf dem Fahrrad oder im LKW tatsächlich sehr viele Fußgänger als Hindernis. Und zwar diejenigen, die an Ampeln immer an der Straßenkante warten. Die halten nicht nur ihre Nasen in den Radweg bzw. ihren Kopf in den Spiegelbereich für LKW. An Kreuzungen mit vielen Fußgängern verdecken die auch dauernd die Fahrradampel... Nervt genauso wie die Deppen, die Haltelinien ignorieren und bei grün dann im Weg stehen oder Geisterfahrer. Kommt aber gefühlt deutlich häufiger vor...

  8. 30.

    Ja das stimmt diese bringen sich überwiegend nur selbst in Gefahr zudem sie die Schwächsten sind, also kann man die nicht zu denen in Relation setzen die mit einem Gefährt rasend daher kommen.

  9. 29.

    Zitat: "Überall redet man von Kontaktbeschränkungen und hier werden ohne Not Kontakte ohne Ende erzeugt . Was für ein Irrsinn !"

    Ähem, neben dem Strafverfolgungsauftrag hat die Polizei auch einen Auftrag zur Prävention, um u. a. Straftaten und Opferzahlen zu reduzieren. Das für "Irrsinn" zu halten ist es natürlich Ihr gutes Recht, aber eben wenig gesetzeskonform, Ule.

  10. 28.

    Die Lösung ist nicht das sture Befolgen von Regeln: Wenn alle zu Automaten erzogen werden, kommen sie mit keiner Abweichung vom Standard-Ablauf klar. Man muss sich nur das Chaos ankucken das entsteht, wenn mal eine Ampel ausfällt. - Nein, die Lösung wäre einfach mehr Mitdenken und Mitfühlen und weniger Egoismus. Auf diese Weise könnte jede* nach Vernunft entscheiden: Und würde zu Fuß nicht nachts um drei an einer gähnend leeren Straße an einer roten Fußgängerampel stehen bleiben. Und würde auf dem Rad auf Fußgängerwegen natürlich nur Schrittgeschwindigkeit fahren. Und würde im KFZ natürlich abbremsen, wenn 100 m weiter jemand noch die Straße überquert, statt hupend darauf zuzubrettern. - Aber Gedankenlosigkeit finden viele halt viel bequemer.

  11. 27.

    Zitat: "Das Einzige was hier wirklich funktioniert ist Autofahrer zu knechten. Bei mir wollen sie gerade für 6 km/h (!) fast 50 Euro haben. Kriegen sie aber nicht...."

    Sie haben vergessen ein Ätsche Bätsche dranzuhängen, Kolja. Und wenn Sie schon bei einer Gebühr von 50€ gelandet sind, muss da etwas mehr als eine Überschreitung von 6 km/h (abzüglich Toleranz) hinterstecken. Aber Sie werden schon wissen, wie damit umzugehen ist, gelle . . .

  12. 26.

    Da muss ich Ihnen leider widersprechen! Die Realität hat längst, auch in anderen Bereichen bewiesen, dass die Höhe einer Strafe keinen Einfluss auf das Begehen von Straftaten und Ordnungswidrigkeiten hat. Einziger wirklicher Faktor, der zu einer Verhaltensänderung führt, ist die Wahrscheinlichkeit, für ein Vergehen oder eine Straftat auch wirklich bestraft zu werden. Das heißt, dass nur ein erhöhter Kontrolldruck auch wirklich etwas bewirkt. Es muss viel häufiger und vor allem unangekündigt kontrolliert und sanktioniert werden. Die Höhe der Bestrafung ist nachrangig, sie muss lediglich so hoch sein, dass es unangenehm ist. Sie muss nicht so hoch sein, dass es existenzgefährdend ist.
    Davon ab sind die Verschärfungen im Verkehrsrecht inzwischen wieder auf dem Weg und dürften in Kürze in Kraft treten. Die Einigung zwischen Scheuer und dem Bundesrat gibt es zwischenzeitlich schon.

  13. 25.

    Eine Ahndung von Geschwindigkeitsverstößen prozentual gerechnet von der jeweils erlaubten Geschwindigkeit würde ich sogar sehr begrüßen. Die derzeitigen nominalen Messgrößen bilden das Vergehen nur unzureichend ab. Wer bei 30 mit 50 erwischt wird, wird genau so bestraft wie derjenige, der bei 50 mit 70 geblitzt wird und genau so wie derjenige, der mit 120 bei 100 in die Radarfalle gerät. Im ersten Fall ist die Gefährdung aber um ein Vielfaches größer als beim letzten und trotz nur 20 km/h Unterschied immer noch bedeutend größer, als beim zweiten Beispiel. Selbst wer in der 30er Zone mit 60 km/h fährt, weil er sich in einer 50er Strecke wähnt, handelt grob fahrlässig und gehört entsprechend bestraft. Die derzeitige Einteilung im Bußgeldkatalog bildet das nur unzureichend ab.
    P.S.: Bin selbst auch Autofahrer.

  14. 24.

    Jenau für diese Haltung : du bist ein Beispiel für einer der überhaupt nicht mehr Autofahren sollte!

  15. 23.

    Ich stimme ihnen 100% zu und ich bin alles drei aktiv : Auto, Fahrrad und Fuss. Nun dieses Ergebnis jeden Tag in jeder Straße, denn ich sehe diese Verstösse ständig auf meinen Wegen draussen, vielfach! Die Leute sind selber Schuld wenn wir ein Überwachungsstaat werden, oder wie soll man gefährliche Verkehrwidrigkeiten sonst in den Griff bekommen? Zudem wenn du als Radfahrer oder Autofahrer auf Fussgänger Rücksicht nimmst toben die anderen Fahrer, hupen und schimpfen und überholen mit erhöhten Speed. Nicht mal Vorbilder bewirken etwas!

  16. 21.

    Keine Sorge..das machen die Enkel. Die sind ja nicht dumm und die Eltern und Großeltern auch nicht. Und das Fehlverhalten der Anderen erkennen sie und rufen es auch gerne jedem Rotradler hinterher. Fussgänger , die vielleicht nachts bei rot gehen, bleiben ja meistens doch noch stehen, wenn Kinder in der Nähe sind.

  17. 20.

    Was meinen sie, wie viele Fußgänger täglich zum Beispiel bei Rot über die Kreuzung flanieren.
    Denken sie mal über ihre Meinungsäußerung nach.

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