Statistik 2020 - Mehr als 500 Berliner durch Hundebisse verletzt

Archivbild: Ein Hund steht am 11.08.2010 in einem Tierheim bellend in seiner Box und fletscht die Zähne. (Quelle: dpa/Soeren Stache)
Bild: dpa/Soeren Stache

Mindestens 67 Menschen sind in Berlin im vergangenen Jahr durch Hundebisse schwer verletzt worden. Das geht aus der Hundebiss-Statistik 2020 hervor, die die Senatsverwaltung für Justiz und Verbraucherschutz auf ihrer Internetseite veröffentlichte.

In 452 gemeldeten Fällen wurden demnach Menschen gebissen und dabei leicht verletzt. Dazu kamen 116 registrierte Vorfälle, in denen Menschen aggressiv von Hunden angesprungen oder angegriffen wurden - die Behörden nennen das "gefahrdrohend angesprungen". Außerdem wurden 430 Fälle aufgelistet, "in denen ausschließlich Hunde verletzt wurden".

Die Zahlen liegen etwa auf dem Niveau der Vorjahre. 2019 landeten 71 Fälle von schweren und 500 Fälle leichter Verletzungen in der Statistik, die auf Meldungen der Ordnungsämter, inklusive Meldungen der Polizei beruht.

Zahl der Hunde in Berlin nimmt zu

Die meisten Bisse und Angriffe (209), gingen laut Statistik auf das Konto von Mischlingshunden. Dann folgten 56 Fälle mit Deutschen Schäferhunden. Die Zahlen sagen nichts über eine grundsätzliche Gefährlichkeit einer Rasse aus, weil manche Hunderassen in Berlin sehr verbreitet sind und andere wiederum sehr selten.

Angemeldet waren in Berlin laut Statistischem Jahrbuch Ende 2019 111.024 Hunde, etwa 3 Hunde auf 100 Einwohner. 2016 waren es noch 104.750 Hunde. Frühere Schätzungen gingen allerdings davon aus, dass es beträchtlich mehr Hunde in der Stadt gibt, dass sie nur nicht gemeldet sind.

Die meisten Hunde waren mit 4 pro 100 Einwohner in den Außenbezirken Reinickendorf, Marzahn-Hellersdorf und Spandau angemeldet. In Mitte und Friedrichshain-Kreuzberg waren es nur knapp 2 Hunde auf 100 Einwohner.

Brandenburg: Mehr Bisse, weniger Verletzte

In Brandenburg haben im vergangenen Jahr Hunde häufiger zugebissen als 2019. Menschen kam dabei aber etwas seltener zu Schaden. Das geht aus Zahlen des Brandenburger Innenminsteriums aus dem April hervor.

Insgesamt seien 272 Menschen durch Hundebisse verletzt worden, vier Fälle weniger als 2019. Tödliche Bissattacken gegen Menschen gab es 2020 wie im Jahr zuvor nicht. Die Gesamtzahl aller Beißangriffe gegen Menschen und andere Hunde nahm aber um 19 auf insgesamt 534 zu.

 

Sendung: Fritz, 15.05.2021, 11:00 Uhr

24 Kommentare

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  1. 24.

    ... Soll heißen, mit den richtigen Argumenten kann der Hund immer schön frei laufen und wenn die Kinder Angst haben, sollen sie sich halt eine andere Stelle zum Spielen suchen. Der Hund ist ja schließlich auch nur ein Mensch. Schöne egoistische Welt da draußen.

  2. 23.

    ... wenn die Hunde nur an der Leine wären! Es scheint ein Trend zu sein, seine Hunde wild durch die Gegend düsen zu lassen. Einziger Vorteil dabei, beim Rennen fällt ihnen zumindest kein Häufchen aus dem Bobser. Das passiert dann erst wieder an der Leine. :)

  3. 22.

    Das Problem ist nicht immer am anderen Ende der Leine zu finden. Leider passiert es auch sehr oft, dass „süße“ Hunde anscheinend dazu animieren von jedem angefasst zu werden - ohne den Halter zu fragen. Und dann auch noch nach vorne übergebeugt. Das empfindet jeder Hund als Bedrohung. Auch passiert: Kleinkind fragt Mutti, ob dieses den Hund streicheln darf. Mutti sagt ja - geht’s noch??

  4. 21.

    Dazu sind Senat und Bezirke aber zu langsam. Das Register zur Anmeldung der Hunde laut Gesetz (Einführung 2016) gibt es immer noch nicht, die Mitarbeiter des Ordnungsamtes haben auch keine Scanner, mit denen die Chips ausgelesen werden können (ok, ergibt auch erst nach der Einführung des Registers Sinn). Und da Maulkorb- und Leinenpflicht natürlich weder überall noch für alle Hunde gelten, ist die Durchsetzung des Gesetzes nicht so einfach. Typisch Berliner Verwaltung halt.

  5. 20.

    Es wäre ein Anfang, die geltende Leinen- und Maulkorbpflicht wirksam durchzusetzen. Solange Gesetze in Berlin nur eine Empfehlung sind, werden weiterhin Menschen, wahrscheinlich vor allem spielende Kinder, von wildgewordenen Hunden angegriffen.

  6. 19.

    Ihre "HÜNDIN hat die Hunde-HALTER-Prüfung absolviert"?? ... "das sollte rassenunabhängig geschehen ..."??

    Heißt das jetzt, das Ihre Hündin Sie an der Leine spazieren führen darf?
    Gehören SIE zu einer Rasse, die von Hunden besonders gut ausgeführt werden kann?

    Fragen, Fragen, Fragen ...

  7. 17.

    Na es kommt auf die Auslastung und die sozialen Kontakte des Hundes sowie die Sozialkompetenz des Hundemenschen an - auch ein Chihuahua kann unter Umständennicht artgerecht gehalten werden - da kommts mal nicht auf die Größe an. Und die meisten Hunde haben Probleme: am oberen Ende der Leine - die Hunde selbst sind okay - werden aber durch Herrchen oder Frauchen leider oftmals völlig falsch gelesen, wenn überhaupt ansatzweise verstanden. Abgesehen davon, dass auch zuviele nur aufs blöde Telefon glotzen während der Hund an der Leine versucht, mit seinem Menschen da oben zu kommunizieren. Der Fail beim Hund ist zumeist immer oben, aber nicht beim Hund selbst.

  8. 16.

    Jepp ... da gibt es sogar ein Foto von (Bitte RBB - nur diesmal :-) )
    https://www.roundhousekick.de/wp-content/uploads/2006/05/roundhousekick_dog.jpg

  9. 15.

    So ein Blödsinn kann nur aus dem Doppeldorf kommen - Unwissenheit macht aber keine Schmerzen - sonst würde viele schreien.

  10. 14.

    keine, es gibt in berlin keine gemeldeten wolfsbisse zum nachteil von menschen. trotzdem kein grund, wölfe in der stadt zu halten. häufig ist die hundehaltung schon grenzwertig wegen der schlechten bedingungen.

  11. 13.

    ""Haustier-Führerschein."
    Nun gut, für Goldhamster vll. etwas überzogen, aber für Hunde, u.U. auch für "Bestandshunde", halte ich einen Sachkundenachweis durchaus für geboten. Selbst als langjährige Hundehalterin geht mir manchmal das Messer in der Tasche auf, wenn ich so manche Spezis erleben darf. Wobei oftmals nicht der Hund das Problem ist, sondern eher der- oder diejenige, die gerade vom Hund ausgeführt werden. Generell müsste auch darüber nachdedacht werden, ob das Halten etwas größerer Hunde insbesondere im Innenstadtbereich oder in kleineren Wohnungen wirklich noch artgerecht ist.

  12. 12.

    Jeder Biss ist einer zu viel, das sollte klar sein. Häufchen aufheben sollte auch selbstverständlich sein.

    Zum "Leinenzwang" sei aber dennoch eine Bemerkung gestattet: Es gibt keinen Leinenzwang überall und für jeden Hund. Das wurde medial zwar suggeriert, ist aber nicht korrekt. Nun kann man bei diesem Gesetz sicher nicht erwarten, dass Nichthundebesitzer es lesen (warum auch), deshalb kurz die Erläuterung. Die "alten" Vorschriften zum Leinenzwang nur an bestimmten Orten gelten bei Aufnahme der Hundehaltung bis Juli 2016 fort. Erst bei Haltungsbeginn danach kam der generelle Leinenzwang. Zu den "alten" Vorschriften kann man aber auch bei jüngeren Hunden zurückkommen, wenn der Sachkundenachweis erlangt wurde. Es ist von außen also nicht beurteilbar, ob eine Hund in ruhigen Straßen, auf Freiflächen außerhalb von Grünanlagen usw. ohne Leine laufen darf oder nicht. Beißen darf er natürlich trotzdem nicht.

  13. 11.

    Einen Angriff auf meine Person würde der Hund nicht überleben, soviel steht fest. Ich weiß wie ich mit solchen Tieren umzugehen habe, der Halter offensichtlich nicht.

  14. 10.

    Wolfsbisse zum Nachteil von Menschen? Das dürfte wohl sehe sehr selten vorkommen, Andreas Hinz.

  15. 9.

    Meine Hündin hat die Hundehalterprüfung absolviert es für alle das beste egal welche Rasse diese zu machen.
    Man lernt nie aus sondern dazu.
    Ch.t

  16. 8.

    Manche haben sogar 4 Hunde. Zwar Kleine, aber sehr giftige. Nur Tumult. Sie springen jeden an und kläffen und rennen weg ohne Leine und hören nicht.Nd die leben in einer kleinen Neubau Wohnung. Warum ist sowas erlaubt? Ist nicht gut für die Tiere. Deshalb werden die so. Und solch Menschen nennen sich Hundefreunde!

  17. 7.

    Mein Hund hat in 12 1/2 Jahren niemand gebissen. Der würde nicht mal beißen wenn sein Leben davon abhinge.

    Natürlich ist klar, dass es schwierig ist gefährliche von ungefährlichen Hunden zu separieren. Und Fremde wissen natürich nicht, welcher Hund beißt und welcher nicht.

    Es gibt habe auch Leute die Hunde gezielt provozieren und sich dann beschweren wenn mal einer zuschnappt. Leider keine Ausnahmen.

    Über Häufchen diskutiere ich nicht. Die müssen weggeräumt werden. Allerdings kommt es in Berlin oft vor, dass man einen Kilometer laufen muss ehe man einen Mülleimer findet. Da trägt man dann die K.... mit sich rum und ist einfach nur sauer weil man sie nirgendwo entsorgen kann.

  18. 6.

    … kein Wunder. Meine persönliche Erfahrungen mit Hunden und Hundebesitzern zeigt, dass Regeln und Gesetze anscheinend nicht für Hundebesitzer gelten. Leinenzwang scheint im Ermessen des Hundebesitzers zu liegen, ebenso wie das Wegmachen der Häufchen. Am Ende will es niemand gewesen sein, aber nichts stinkt so erbärmlich wie die Gassiwiesen am Morgen. Natürlich tut der auch nie was und kleine Kinder sind ja albern, wenn sie Zweifel daran haben.

  19. 5.

    Da interessiert mich doch mal, wie viele Bisse durch Wölfe der Zahl an Hundebissen gegenüber stehen.

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