Erpressung mit Paketbomben - Person mit Informationen zum DHL-Erpresser meldet sich

Symbolbild (Quelle: dpa/Hardt)
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Ist das der Durchbruch bei den Ermittlungen zum DHL-Erpresser? Am Mittwoch hat sich überraschend eine Person mit Hinweisen zu dem Fall bei der Staatsanwaltschaft Potsdam gemeldet. Ob es sich um einen Verdächtigen handelt, wollte die Polizei zunächst nicht sagen.

Bei der Staatsanwaltschaft in Potsdam hat sich am Mittwoch eine Person mit Informationen zum sogenannten DHL-Erpresser gemeldet. Ob es sich dabei um einen Verdächtigen handelt, wie einige Zeitungen zuerst berichtet hatten, könne man derzeit nicht bestätigen, sagte ein Sprecher der Polizei auf Nachfrage von rbb|24.

Nach Angaben des Sprechers war die Person am Nachmittag persönlich zur Staatsanwaltschaft gekommen. Die Aussagen dieser Person würden nun überprüft. Man werde sich gegebenenfalls am Donnerstag öffentlich äußern, so der Sprecher weiter.

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur handelt es sich um einen Mann, der sich selbst der Taten bezichtigt habe. Die Ermittler wollten nun prüfen, ob der Mann tatsächlich Täterwissen hat oder ob es sich möglicherweise um einen sogenannten Trittbrettfahrer handelt.

Fahndung mit Foto bringt etliche Hinweise

Zuvor war der Fahndungsdruck erhöht worden: Nachdem die Polizei im April ein Foto veröffentlicht hatte, waren Dutzende Hinweise eingegangen. Mehr als 1.000 Plakate waren zuvor in Berlin, Frankfurt (Oder) und Potsdam aufgehängt worden. Die Fahnder haben für wertvolle Hinweise eine Belohnung von bis zu 5.000 Euro ausgeschrieben.

Das Bild einer Überwachungskamera war nach Angaben der Behörden am Abend des 22. Oktober 2020 gegen 18.45 Uhr von einem Bitcoin-Geldautomaten in einem Spätkauf in dem Berliner Stadtteil Friedrichshain aufgenommen worden. Der Mann sei etwa 1,80 Meter bis 1,85 Meter groß und trage eine rote Mund-Nasen-Schutzmaske.

Explosive Pakete verschickt

Dem Verdächtigen wird vorgeworfen, den Paketzusteller DHL zu erpressen. Am 1. Dezember 2017 war in einer Apotheke am Rande des Potsdamer Weihnachtsmarkts eine Paketbombe entdeckt worden, in der sich eine Sprengvorrichtung und Nägel befanden. Darin wurde auch ein als QR-Code verschlüsseltes Schreiben entdeckt, mit dem DHL um eine Millionensumme in Bitcoins erpresst wurde. Dass keine Menschen verletzt wurden, war auch der Umsicht des Apothekers, der das
Päckchen erhielt, zu verdanken. Er habe beim Öffnen ein Zischen gehört und bemerkt, "dass da so komische Drähte rausguckten", berichtete der Apotheker später. Daraufhin alarmierte er die Polizei.

Später stellte sich heraus, dass schon Anfang November 2017 eine erste explosive Sendung des DHL-Erpressers im Postzentrum Frankfurt (Oder) eingegangen war. Diese geriet beim Öffnen in Brand, wodurch auch das Erpresserschreiben zerstört wurde. Weitere explosive Sendungen gingen im Januar bei einer Berliner Bankfiliale und im April bei der Handwerkskammer in Berlin ein.

Das LKA Brandenburg ermittelt wegen des Verdachts des Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion sowie der schweren räuberischen Erpressung. Die Sonderkommission "Quer" wertete laut Polizei bislang mehr als 1.000 Spuren und Hinweise aus.

Sendung: Brandenburg aktuell, 26.05.2021, 19:30 Uhr

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