Motto "Ihr seid keine Sicherheit" - Demonstranten werfen Polizei Rassismus vor - Tausende bei Protest in Berlin

Demonstranten am Platz der Luftbrücke in Berlin. Das Bündnis, bestehend aus 63 Bewegungen, Initiativen und verschiedensten zivilgesellschaftlichen Gruppen, fordert die konsequente Aufklaerung unzaehliger rassistischer Vorfaelle in den Reihen der Polizei. (Bild: imago/epd)
Video: rbb|24 | 08.05.2021 | Material: Abendschau | Bild: imago/epd

Mehrere Tausend Menschen sind am Samstag durch Berlin gezogen, um gegen Polizeigewalt zu demonstrieren. Die Veranstalter fordern unter anderem eine "konsequentere Aufklärung rassistischer Vorfälle in den Reihen der Polizei".

Mehrere Tausend Menschen sind am Samstag auf die Straße gegangen, weil sie der Polizei Rassismus vorwerfen. Ein Bündnis aus mehr als 60 verschiedenen Initiativen hatte unter dem Motto "Ihr seid keine Sicherheit" zum Protest aufgerufen. Die Menschen versammelten sich mit Transparenten, Fahnen und Lautsprecherwagen am Platz der Luftbrücke in Tempelhof, wo auch das Polizeipräsidium sitzt.

Laut Polizei versammelten sich etwa 5.000 Teilnehmenden in Tempelhof. Die Veranstalter sprachen von 8.000 Teilnehmenden. Der Protestzug führte unter anderem über die Sonnenallee in Neukölln, wo es vor einer Woche bei der "Revolutionären 1. Mai-Demo" zu Ausschreitungen kam. Die Demonstration endete am Spreewaldplatz in Kreuzberg.

Polizei mit 1.300 Beamten und Fahrradkorso im Einsatz

An der Demonstration beteiligten sich viele junge Menschen. Nach Angaben des rbb-Reporters Olaf Sundermeyer war der Demonstrationszug auf seinem Weg nach Kreuzberg deutlich angewachsen. Auch Gruppen der Antifa sowie PKK-Sympathisanten schlossen sich der antirassistischen Demonstration an, teilte Sundermeyer auf Twitter mit. Am Rande der Strecke wurden Feuerwerksraketen von einem Hausdach in den Himmel geschossen.

Die Polizei ist mit rund 1.300 Polizisten bei der Demonstration und einem Fahrradkorso im Einsatz, wie sie auf Twitter mitteilte. Die Versammlungsleitung habe auch immer wieder auf die geltenden Hygieneregeln hingewiesen.

Die Veranstalter forderten mit der Demonstration eine "konsequente Aufklärung" von "rassistischen Vorfällen" in den Reihen der Polizei sowie die "Entnazifizierung der mit rechtsradikalen Netzwerken und Ideologien durchsetzten Sicherheitsbehörden". Auf Plakate schrieben Teilnehmende "so viele Einzelfälle", "Solidarität statt Polizei" und Forderungen wie "gegen Repression und rechten Terror". Aufrufe zur Unterstützung kursierten auch auf linksradikalen Internetseiten.

Polizei und Veranstalter sprachen zunächst von einem friedlichen Verlauf, sowohl auf dem Protestzug als auch am Ende auf der Abschlusskundgebung am Spreewaldplatz. Zu einem Zwischenfall kam es bei einer Festnahme am Rande der Demonstration. Polizisten brachten einen Mann in ein Gebäude an der Hasenheide an der Strecke des Protestzugs. Daraufhin versammelten sich andere Demonstranten lautstark vor dem Haus und den draußen stehenden Polizisten. Nach einiger Zeit kam der festgenommene Mann wieder heraus und die Demonstration zog weiter.

Die Polizei schrieb auf Twitter, an der Hasenheide sei eine Baustelle beschmiert worden. Einsatzkräfte hätten einen Demonstrationsteilnehmer deswegen kurzzeitig festgenommen. Zudem twitterte die Polizei, mittags seien mehrere Schriftzüge "mit Demobezug" an Hauswände geschmiert und deshalb Strafverfahren wegen Sachbeschädigungen eingeleitet worden.

Sendung: Inforadio, 08.05.2021, 15 Uhr

Die Kommentarfunktion wurde am 08.05.2021 um 21:50 Uhr geschlossen

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39 Kommentare

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  1. 38.

    "rechtsextremen Informationsblase! :

    meinst du damit den rbb, der Kommentare nicht veröffentlicht?

  2. 37.

    Natürlich gibt es den Rassismus unter den Beamten der Polizei. Wer das leugnet, hat wohl das rechte Auge zugeklebt und erkennt nicht mehr die täglichen Beiträge über rassistische Übergriffe. Oury Jalloh hat sich wohl selbst gefesselt und dann verbrannt, wenn Ihre These stimmen würde. Wurde in seinem Fall eindeutig Stellung bezogen, der Rassismus und die Gewalt beim Namen genannt, nein. Wir haben ein riesiges Problem mit dem Strukturellen Rassismus.

  3. 36.

    eine Bitte an alle:
    einen gibt einen Unterschied zwischen
    SEID (ich bin, du bist, ihr seid.....)
    und
    SEIT (seit wann, seit.....).
    IST GAR NICHT SO SCHWER...... ABER WUNDERBAR ZU LESEN, DANKE

  4. 35.

    Da geb ich ihnen recht. In unserer Demokratie kann sich jeder austoben wie er will, dass macht eine Demokratie aus.
    Wenn man aber gegen Gesetze verstößt, rumpöbelt, Clankriminalität , Drogen, alles was nicht zu einer guten Demokratie gehört, müssen Polizisten uns schützen. Selbige müssen sich, beschimpfen, anspucken, respektlos behandeln lassen, trotzdem die Nerven behalten und freundlich zu sein. Selbige sind immer die Deppen, ihre Familien haben Angst und hoffen ihre Söhne, Töchter, Ehefrauen/Männer jeden Abend gesund wieder zu sehen. Jetzt sind sie auch noch rassistisch. Da wir eine Demokratie haben, kann jeder in ein anderes Land auswandern und gern dort mal Erfahrungen sammeln.








  5. 34.

    Ihre Aussage ist Quatsch. Natürlich werden auch mitteleuropäische weiße anhaltslos kontrolliert. Dann zeigt man seine Papiere und gut. Vielleicht wechselt man noch zwei drei nette Worte oder auch nicht und geht weiter. Es liegt wohl eher am Verhalten der Personen, als am Aussehen, wenn es doof wird. In bestimmten Stadtteilen oder an bestimmten Orten wird man nunmal mehr kontrolliert.

  6. 33.

    "Und weil ein Einzelner eine unbewiesene Behauptung aufstellt ist die komplette Polizei rassistisch und gewalttätig. "

    Einzelner? Vorurteile? Falschmeldungen? Kommen sie mal aus ihrer rechtsextremen Informationsblase! Und es wurde auch nicht die komplette Polizei als rassistisch und gewalttätig bezeichnet. Soviel zu ihren Vorurteilen und Falschmeldungen.

  7. 32.

    Und weil ein Einzelner eine unbewiesene Behauptung aufstellt ist die komplette Polizei rassistisch und gewalttätig.
    Hoch leben die Vorurteile oder die ganz bewusst verbreiteten Falschmeldungen. Irgendwie muss man seine Vorurteile ja rauslassen.

  8. 31.

    "Ihr seit für mich Sicherheit aber es gibt viel zu wenige von Euch." Es soll ja einige Leute geben, die der DDR Diktatur nachtrauern. An jeder Ecke ein Vopo, jeder Block ein Blockwart, pardon ABV und jede Menge "Freiwillige Helfer der Volkspolizei".

    Man war ja soooo sicher in der DDR... zumindest wenn man auf der Seite der Diktatur stand.

  9. 30.

    Liebe Polizistinnen und Polizisten, Ihr seit für mich Sicherheit aber es gibt viel zu wenige von Euch. Ihr müsst für so viele Spinner und Randalierer den Kopf hinhalten und werdet jedes Mal angezählt. Aber so ist Demokratie, auch die, die es nicht verdienen und zu würdigen wissen, dürfen der Öffentlichkeit leider ihre Gesinnung und Verhalten demonstrieren.

  10. 29.

    Würden sie Rassimus bei der Polizei nicht leugnen würde mich das bei ihrer eindeutigen Gesinnung doch echt wundern. Geht es doch teilweise um die eigenen Kamerrraden. Nordkreuz lässt grüßen.

    https://heimatkunde.boell.de/de/2021/02/09/rassismus-der-polizei-die-dunkelziffer-ist-viel-hoeher

  11. 28.

    "Leider eine typische linksgrüne Masche, Leute zu beschimpfen, die dem Linksruck-Zeitgeist die Gefolgschaft verweigern. "

    Genau DAS ist typisch rechtsextrem! Sie müssen sich nicht wundern wenn man sie mit Fug und Recht als rechtsextrem bezeichnen darf, wenn sie die Sprache, den Duktus der Rechtsextremen entweder nachäffen oder das aus Überzeugung tun. Ich tippe auf letzteres.

  12. 27.

    Und gleichzeitig ist es erforderlich, falsche und unberechtigte Vorwürfe auf eine strafrechtliche Verfolgung zu prüfen.

  13. 26.

    Und was soll uns ihr Gestammel sagen? Die Minderheit hat halt Pech, weil sie eine Minderheit ist? Und dass das selbstverständliche Anliegen nicht diskriminiert zu werden "nicht genug bekommen" wäre?

    Das ist also ihre "Realität"? Ein Glück sind solche bemitleidenswerten Menschen wie sie tatsächlich eine Minderheit.

  14. 25.

    Auch hier gilt: Man sollte nicht die Herde bestrafen, weil sich ein paar schwarze Schafe darin befinden. Mittlerweile geht das schon so weit, dass Polizist:innen hierzulande für das Fehlverhalten einzelner Kollegen, die 10000 km entfernt ihren Dienst tun , büßen müssen.

  15. 24.

    Auch wenn 5.000 Menschen Rassismus in der Polizei behaupten ist es nicht wahr. Behauptunge muss man auch beweisen. Hinzu kommt, dass es heute schon reicht, wenn man ein falsches Wort im Geist dieser Demonstranten sagt um als Rassist betitelt zu werden, auch wenn dies nicht so ist.

  16. 23.

    Frechheit, der Berliner Polizei Rassismus zu unterstellen !
    Das scheint ja gerade so Mode zu sein.
    Ich jedenfalls stehe vorbehaltlos zur Berliner Polizei, auch wenn sie mich in der letzten Woche erwischt haben, wie ich auf der falschen Seite mit dem Rad unterwegs war.

  17. 22.

    Die zu ganz großen Teilen hervorragende und schützende Arbeit unserer Polizei vor Diffamierung zu schützen, ist in keinster Weise rechtsextrem.
    Leider eine typische linksgrüne Masche, Leute zu beschimpfen, die dem Linksruck-Zeitgeist die Gefolgschaft verweigern.
    Ebenso werden Vorkommnisse bei der Polizei medial zerfleddert - um sich mit wirklichen menschenfeindlichen Tendenzen in der Bevölkerung nicht befassen zu müssen.
    Die Berliner Polizei ist eine bunte, gute und fleißige Truppe. Selbst viele Ausländer stehen auf der Seite unserer Polizei. Zurecht!

  18. 21.

    Eine angebrachte Demonstrationsabsicht, aber sich in so großer Zahl zu treffen, wennauch draußen, ist nicht besonders sinnvoll in Corona-Zeiten. Dass so eine Demo grds. notwendig ist, zeigen die Daten und Empirie von KOP, Death in Custody und nicht zuletzt die Arbeiten der Ruhr-Universität. Die Pauschalität von "Soildarität statt Polizei" teile ich nicht, da es mögliche Wege gibt für eine zivilgesellschaftlich wie parlamentarisch kontrollierte Polizei. Es braucht nicht nur sensibilisierende Fortbildungen, die immer wieder aktualisiert werden, sondern auch Netzwerke und Beschwerdestellen, die reale Rechtsfolgen nach sich ziehen, wenn Vorfälle evident sind, statt wie gewohnt nahezu alle gegen Polizeibeamt*innen erhobenen Vorwürfe ungeahndet zu lassen. Kritische Polizei gibt es zudem auch, s. Polizei Grün. Es braucht nur noch einen hinreichenden politischen Willen, auch Kritik, Problemen und ggf. Strafverfolgung gegen Polizei Raum zu geben. Das würde Vertrauen verstärken.

  19. 20.

    Finde den Unterschied zwischen "einige" und "Mehrheit" ... Egal, worum es geht im Leben, es finden sich immer einige, denen das nicht gefällt, die nicht genug bekommen, die benachteiligt weden, die das nicht verstehen (wollen), die nur den Teil der Realität wahrnehmen, der ihr Konzept stützt, ...

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