Fragen und Antworten - Was auf dem Fahrrad erlaubt ist und was verboten

Fahrradweg in Berlin (Quelle: dpa/Karl-Heinz Sprembe)
dpa/Karl-Heinz Sprembe
Video: Super.Markt | 18.05.2021 | E. Luzius / E. Franke | Bild: dpa/Karl-Heinz Sprembe

Die Corona-Pandemie hat für einen Fahrradboom gesorgt. Doch manch einer fragt sich vielleicht, was beim Radfahren erlaubt und was verboten ist. Darf ich Musik hören? Und darf ich auf der Straße freihändig fahren? Der ADFC liefert Antworten.

Darf ich mit dem Rad so schnell fahren, wie ich will?

Theoretisch darf man so schnell Rad fahren, wie man möchte. Wer dabei aber Fußgänger gefährdet, muss mit einem Bußgeld von 30 bis 35 Euro rechnen. Und: 30er-Zonen gelten auch für Fahrradfahrer. Denn an die Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 km/h müssen sich alle Verkehrsteilnehmer halten.

Darf ich während der Fahrt auf dem Fahrrad telefonieren?

Nein. Das Smartphone darf während der Fahrt nicht in der Hand gehalten werden. Telefonieren ist also nicht erlaubt. Wer erwischt wird, muss 55 Euro Bußgeld zahlen. Laut dem ADFC kann aber eine Freisprechanlage, die fürs Fahrradfahren geeignet ist und nicht ablenkt, genutzt werden. Aber: Das Smartphone darf auch mit Freisprechanlage während der Fahrt nicht in die Hand genommen werden.

Darf ich Musik beim Rad fahren hören?

Ja, aber nur solange Sie den Verkehr ohne Ablenkung im Blick behalten. Verboten ist es nicht.

Muss ich während der Fahrt immer beide Hände am Lenker haben?

Einhändig fahren ist erlaubt. Das kommt ohnehin öfter vor, da viele Radfahrer mit einer Hand das Abbiegen anzeigen. Anders sieht es beim freihändig Fahren aus: Das ist verboten und wird mit einem Bußgeld in Höhe von 5 Euro bestraft.

Darf ich auf der Straße fahren, obwohl es einen Radweg gibt?

Jein. Generell dürfen Sie mit dem Fahrrad auf der Straße fahren. Wenn es aber einen Radweg gibt, der durch das blaue Kreisschild mit weißem Fahrrad gekennzeichnet ist, dann müssen Sie diesen nutzen. Das blaue Schild ist nämlich ein Gebotsschild, an das man sich halten muss. Wenn Sie trotzdem die Straße nutzen, wird ein Verwarngeld von 20 Euro fällig.

Darf ich als Radfahrer über den Zebrastreifen fahren, um eine Straße zu überqueren?

Zebrastreifen sind ein besonders geschützter Bereich für Fußgänger. Hier dürfen Sie niemanden gefährden oder behindern. Heißt: Grundsätzlich sollten Sie absteigen. Wenn Sie Ihr Rad über den Zebrastreifen schieben, ist das in Ordnung. Wollen Sie allerdings den Zebrastreifen fahrend überqueren, so ist besondere Vorsicht geboten, denn hier ist die Rechtsprechung nicht eindeutig. Sollte ein Unfall passieren, kann Ihnen eine Mitschuld angelastet werden.

Dürfen zwei Personen nebeneinander auf der Straße Fahrradfahren?

Solange Sie dabei niemanden behindern oder gefährden, ja. Auf einer Fahrradstraße ist es generell erlaubt.

Darf ich jemanden auf meinem Gepäckträger mitnehmen?

Wenn derjenige nicht älter als sieben Jahre ist und Sie eine entsprechende Sitzvorrichtung haben, ja. Alle anderen dürfen nicht auf dem Gepäckträger Platz nehmen. Der Gepäckträger darf ohnehin nur bis maximal 25 Kilogramm belastet werden, denn das höhere Gewicht hat Auswirkungen auf die Fahreigenschaften des Rads.

Die Fragen haben Verkehrspolizist Marco Stein und Philipp Otto vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad Club (ADFC) beantwortet.

Sendung: Super.Markt, 17.05.2021, 20:15 Uhr

Die Kommentarfunktion wurde am 23.05.2021 um 18:36 Uhr geschlossen

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Beitrag von Elisa Luzius und Elias Franke

72 Kommentare

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  1. 72.

    Nun kommen se mal wieder runter. Ich fahre selber sowohl Rad als auch Auto wenn auch nicht gleichzeitig. Und es sind sehr wohl viele Radfahrer die sich falsch verhalten. Und ja dasselbe gilt für Autofahrer. Aber selbst als Fußgänger ist man manches Mal seines Lebens nicht mehr sicher wenn Radfahrer meinen immer und überall im Recht zu sein. Am besten es kommen alle mal ein bisschen in der Diskussion runter. Egal in welcher Form ich am Straßenverkehr teilnehmen habe ich Rücksicht auf die anderen zu nehmen. Egal ob mit Auto, Rad, zu Fuß oder wie auch immer

  2. 71.

    Sie sind offenbar stark in beleidigen aber nicht in Sachlichkeit. Ihre Ausführung hat schlicht gar keine Aussagekraft in Bezug auf das Einhalten von Verkehrsregeln einer Vielzahl von Radfahrern.

  3. 70.

    Aha, Sie glauben doch nicht ernsthaft, dass diese aussagekräftig ist, vor allem im Bezug auf Rotlichtverstößen von Radfahrern. Lol, ich lache mich schlapp.

  4. 69.

    Dann gehören Radfahrer aber auf die Straße und nicht auf den Gehweg.

  5. 68.

    'Aufhebung der Radwegebenutzungspflicht '. Da bin ich voll mit Ihnen. Dann können nämlich die Radwege wieder zurückgebaut werden. Dadurch werden die Fahrbahnen breiter, so dass am rechten Rand wieder Problemlos geparkt werden kann. Auf den dann breiteren Fahrbahnen können sich alle Verkehrsteilnehmer dann gleichberechtigt fortbewegen.
    Wo kann ich unterschreiben?

  6. 67.

    Viele Kommentare sind doch nur das reinste Radfahrerbashing. Sehr viele Autofahrer fahren bei Rot über die Ampeln, parken Fuß- und Radwege zu und halten das noch für ein Grundrecht für Autofahrer.

  7. 66.

    Jetzt reicht es aber mit den Beliedigungen bei Ihnen! Bevor Sie anderen einen mangelnden Geisteszustand bescheinigen, die nicht ihrer Ansicht sind, sollten Sie erstmal innehalten und Ihre Wortwal überdenken. Im übrigen gibt es keinen hass auf Radfahrer, sondern höchstens eine Riesenwut, weil man Tag für Tag erleben kann, wie wenig sich sehr iele davon - niht alle - um sämtliche Verkehrsregeln scheren. Da wird gefahren, wo und wie man will, alle anderen haben Platz zu machen und wenn mal was passiert, ist immer der andere (Autofahrer, Fußgänger usw. ) schuld. Würden sich sämtlichr Radfahrer an geltende Verkehrsregeln halten und auch mal Rücksicht auf andere nehmen, gäbe es wohl kaum Anlass zur Beschwerde. so aber haben sch die Rad-Rambos ihren Ruf slbst zuzuschreiben. Sich daneben benehmen und dann jammern, dass andere wütend werden, passt nicht zusammen.

  8. 65.

    Radfahrer sind bei roten Ampeln übersehen einsame Spitze.

    3 Minuten rote Ampel sind rund 5 Radfahrer die Rot nicht sehen. Das ist leider so und passiert jeden Tag.

    Wenn Sie das nicht sehen zweifel ich stark an ihrer Verkehrstauglichkeit und fordere eine Prüfung dieser Tauglichkeit.

    Entweder haben Radfahrer eine Rot-Grün Schwäche oder sind blind. Dabei ist es einfach ... oben ist Rot ... unten ist Grün ... das wissen sogar Bürger mit so einer Schwäche.


    Ich zweifel die Tauglichkeit so mancher Radfahrer gewaltig an. Selbst einfache Regeln werden nicht befolgt. Sie sollten entweder mal zum Sehtest gehen oder die Augen aufmachen.

    Jeden Tag zig Verstöße gegen Regeln durch Radfahrer. Handy in der Hand ... Rotlichverstoß ... Fahren auf dem Gehweg ... zu laute Musik ... Vorfahrtsregeln nicht beachten usw.

    Sie scheinen ja auch die einfachsten regeln nicht zu kennen wenn Sie Radfahrer die gegen Regeln verstoßen in Schutz nehmen.

  9. 64.

    Sie haben vollkommen recht damit. Diese Billigfahrräder sind es auch oft, die angeschlossen bis in alle Ewigkeit auf ihre Besitzer warten und vor sich hinrosten. Im Ernst. Wenn ich ein gutes Fahrrad möchte, dann nur beim richtigen Fahrradhändler des Vertrauens und beileibe nicht unter 500,- Euro. Gleich mit eine Gewährleistung des jeweiligen Händlers.

  10. 62.

    "Den Anarchisten/innen auf Rädern sind nämlich diese Zonen und Verkehrsregeln schietegal."

    Okay, sie haben klaus noch getoppt. Es lebe der Hass auf alle anderen, nur die anderen sind immer schuld. Es herrscht Krieg auf deutschen Starßenund nur die dummen Radfahrer sind schuld.

    Was sagt der Blick in die Statistik? 2020 18 getötete Radfahrer, allesamt von LKWs oder Autos.

    Getötete Fußgänger von Radfahrern 0.

    Getötete Autofahrer von Radfahrern 0.

    Getötete LKW Fahrer von Radfahrern 0.

    Manche Leute sollten sich echt auf ihren Geisteszustand untersuchen lassen und ja, das meine ich bitterernst.

  11. 61.

    Und was ist mit dem Befahren von verkehrsberuhigten Zonen, beispielsweise vor Schulen? Da sind viele Radelnde nicht gerade langsam unterwegs und überholen Autos oder Motorräder, die dort. entsprechend mit Schrittgeschwindgkeit bewegt werden. Den Anarchisten/innen auf Rädern sind nämlich diese Zonen und Verkehrsregeln schietegal.

  12. 60.

    Die Wette habe ich schon gewonnen, einfach mit dem Blick in die polizeiliche Statistik.

  13. 59.

    Haben Sie einen Führerschein gemacht? Da lernt man wie man Geschwindigkeit ohne Messgeräte annähernd genau bestimmen kann und eine Regel war Abstand zwischen Begrenzungspfosten auf der Landstraße sind 25 bzw. 50m.
    Zählen ab 21 aufwärts geht recht genau im Sekundentakt. Das hab ich früher mit meiner Schwalbe und auch mit der MZ exakt wie auf dem Tacho hinbekommen.
    Wer das ein paar mal mit Fahrrad gemacht hat weiß was 30km/h sind auch in der Ortschaft.
    Meine Herren, bei den Kommentaren muss man sich echt nicht wundern, dass in Deutschland alles in Gesetzen bis ins kleinste reguliert werden muss. Land der Erbsenzähler.
    Wer es mit Fahrrad schafft ein 30er Tempo in der Ortschaft zu halten, weiß was 30km/h sind. Sobald man Autos überholt, sollte man vielleicht mal bremsen.

  14. 58.

    Nein ich erkenne nur für Hass auf Radfahrer, wo hingegen mein Forderungen Radfahren und somit den Straßenverkehr sicherer machen.

    Was nutzen höhere Bußgelder, wenn weiterhin farbikneuer Sperrmüll verkauft werden kann? Fahrräder sind das nicht, es gibt keine Fahrräder, die den Namen verdienen unter 500 - 600 €. Kinderräder mal ausgenommen.

    Sie beweisen nur, dass sie vom Thema keine Ahnung haben aber jeder blamiert sich so gut wie er eben kann.

  15. 57.

    Ich schmeiß mich gerade weg….Ich stelle mir vor, wie Sie eine Strecke von 6 m mit dem Zollstock abmessen und danach die Strecke unter gleichzeitiger Betätigung einer Stoppuhr abfahren. Und dann anschließend rechnen.
    Und das machen Sie dann alle 6m? Oder können Sie so gleichmäßig treten, egal ob der Wind von vorn oder von hinten kommt?
    Dann sind Sie ein Phänomen.

  16. 56.

    Prima wie Sie anderen Vorschriften machen wollen, was man kauft und wo und vielleicht noch wann. Dazu noch andere Menschen beleidigen ( in Ihrem 1. Absatz).
    "Als erstes brauchen wir" wieder sichere Gehwege, wie wir sie bis vor 3-4 Jahren hatten.
    Manche kaufen Ihr Rad im Baumarkt und andere haben den Inhalt der Fahhradprüfung in der 4. Klasse nicht verstanden. So ist das eben.
    Um in Ihrem fordernden Sprachmodus zu bleiben: Als erstes Erhöhung der Steuer auf Fahrräder, keinerlei Kaufanreize sondern gleich ein prophylaktisches Bußgeld bis Radfahrer sich wieder benehmen können und den für alle gültigen Gesetzen entsprechend fahren.
    Erkennen Sie sich in Ihrer Anmaßung wieder?

  17. 55.

    Sie verwechseln etwas: Das von Ihnen genannte Beispiel mit der Radfahrerin, "die plötzlich von einem Radweg abbiegend auf den Zebrastreifen fuhr und dabei mit einem Auto kollidierte", ist der Fall, wo sie kein Vorrecht hatte, weil das ja nur für Fußgänger gilt, und sie daher, weil ein Auto kam, hätte warten oder absteigen müssen. Soweit stimme ich ihnen zu.

    Daraus lässt sich aber, wie in der FAQ oben fälschlicherweise stehend, kein GENERELLES Verbot, den Zebrastreifen zu befahren, ableiten: Wenn weit und breit kein Auto zu sehen ist, darf man selbstverständlich den Zebrastreifen befahren.

    Es gibt hier bei uns einen Zebrastreifen, der direkt vor der Aus- und Zufahrt eines Parkplatzes liegt, d.h. die Autos überfahren beim Befahren oder Verlassen des Parkplatzes den Zebrastreifen. Wenn es tatsächlich ein generelles Verbot gäbe, den Zebrastreifen zu befahren, müssten also die Autos auch geschoben werden. DAS würde ich gerne mal sehen :)

  18. 54.

    Schade. Einmal (fast) fundiertes Wissen zu Kindersitzen, wenn auch nicht ganz richtig. Schwer in 1.000 Zeilen abzuarbeiten. Und ohne Werbung zu machen. Es gibt Kindersitze für spezielle G.-träger. Sogar ZWEI Kindersitze hintereinander. Da ist der Gepäckträger Teil des Rahmens. Auch das zulässige Gesamtgewicht, welches sie richtig erwähnt haben ist da um einiges höher.

    Und dann zerstören sie den Eindruck mit so einer dummen Bemerkung. Es gibt keine "Geeichten Tacho" für Fahrräder, wer sollte den eichen?

    Zumal die meisten "Tacho" heutzutage Fahrradcomputer sind oder gar GPS gestützt. Beides ist nicht geeicht. Und Stopuhr?

  19. 53.

    >>"Weil bei Rotlichtverstößen Autofahrer einsam an der Spitze sind?"

    Muhahahaha.....
    Ich wette einen Kasten Bier, das wenn wir uns an eine große zentrale Kreuzung stellen, das "Ampelverhalten" der Verkehrsteilnehmer beobachten, in einer Stunde mindestens 10x so viel Fahrradfahrer bei Rot fahren, wie Autofahrer!

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