Stadtweites Glockengeläut - Gedenkgottesdienst für Opfer der Gewalttat in Potsdam

Vier weisse Rollstühle stehen vor Beginn des Gedenkgottesdienstes für die getöteten Bewohner des Oberlinhauses im Altarbereich der Nikolaikirche. (Quelle: dpa/Soeren Stache)
Video: Brandenburg Aktuell | 06.05.2021 | Ludger Smolka/Tim Jaeger | Bild: dpa/Soeren Stache

Vor acht Tagen wurden vier Menschen in einer Potsdamer Betreuungseinrichtung getötet. Mit einem Gottesdienst wurde am Donnerstag in Anwesenheit von Vertretern aus Politik, der Landeskirche und der Diakonie der Opfer gedacht. Im Anschluss gab es eine Schweigeminute und stadtweites Glockengeläut.

Mit einem Gedenkgottesdienst ist am Donnerstagabend an die vor acht Tagen in einem Potsdamer Behindertenwohnheim Getöteten erinnert worden.

Zu der einstündigen Trauerveranstaltung in der Potsdamer Nikolaikirche hatten das Oberlinhaus und die Stadtverwaltung gemeinsam eingeladen. Unter den Teilnehmern waren
neben Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke auch Oberbürgermeister Mike Schubert (beide SPD), der Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, Jürgen Dusel, und der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Christian Stäblein.

Im Anschluss an den Gottesdienst läuteten zum Gedenken an die Opfer die Glocken vieler Potsdamer Kirchen. Stadt und Oberlinhaus hatten am Donnerstag für Beileidsbekundungen auch ein digitales Kondolenzbuch zur Verfügung gestellt. Auf der Webseite www.wir-kondolieren.de [Externer Link] ist es möglich, die eigene Anteilnahme und Beileidsbekundung zum Ausdruck zu bringen.

Gelegenheit, um gemeinsam zu trauern

"Angesichts der traurigen und unfassbaren Ereignisse vom 28. April und der tiefen Verwurzelung des Oberlinhaus in unserer Stadt" habe man Menschen in Potsdam die Gelegenheit geben wollen, gemeinsam zu trauern, erklärte Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD). "Wir können nur unsere Ohnmacht ausdrücken. Gemeinsames Schweigen kann trösten", erklärte Matthias Fichtmüller, Theologischer Vorstand des Oberlinhauses.

Plätze begrenzt

Der Besuch in der Kirche war auf 140 Plätze begrenzt worden. Allerdings wurde der Gottesdienst auch per Livestream übertragen.

In der Betreuungseinrichtung der "Oberlin-Lebenswelten" waren am Mittwoch vergangener Woche vier Bewohner getötet und eine Bewohnerin schwer verletzt worden. Als Tatverdächtige wurde eine 51-Jährige zunächst festgenommen und dann in eine psychiatrische Klinik eingewiesen. Informationen zu den Hintergründen der Tat oder möglichen Motiven gaben die Ermittler bislang nicht bekannt.

Sendung: Antenne Brandenburg, 05.05.2021, 19 Uhr

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