Im Milower Land (BRB) wurden in einem Abfallcontainer lebende Ferkel zwischen Toten gefunden. (Quelle: TNN)
TNN
Video: rbb|24 | 03.05.2021 | Material: TeleNewsNetwork | Bild: TNN

Havelland - Lebende Ferkel in Abfalltonne von Schweinemastanlage entdeckt

Rund 20.000 Tiere werden in einer Schweinemastanlage im havelländischen Bützer gehalten. Jetzt sind dort drei lebende Ferkel in einer Mülltonne entdeckt werden. Doch nicht alle drei konnten gerettet werden. Es wurde ein Strafverfahren eingeleitet.

Drei lebende Ferkel hat die Polizei am Sonntagnachmittag im havelländischen Bützer in Abfalltonnen einer Schweinemastanlage entdeckt. Das teilte die Brandenburger Polizei am Montag mit.

Eine Zeugin habe die Beamten alarmiert, weil sie in Abfallcontainern einer Schweinemastanlage noch lebende Tiere vermutete, hieß es. Die eingesetzten Polizisten konnten vor Ort feststellen, dass mehrere Ferkel tatsächlich noch am Leben waren, sie befanden sich demnach in den Tonnen zwischen toten Tieren. Die Container waren in der Gemeinde Milower Land an einer Straße abgestellt worden.

Die Polizisten riefen daraufhin Feuerwehr und Veterinäramt hinzu. Die Feuerwehr leerte die Container und barg zwei noch lebende Ferkel. Ein weiteres, schwer verletztes Tier musste durch einen Jäger getötet werden.

Jäger musste schwer verletztes Ferkel töten

Die Polizei nahm die Personalien eines Verantwortlichen des Betriebs und mehrerer anwesender Mitarbeiter der Schweinemastanlage auf und leitete daraufhin ein Strafverfahren wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz ein. Die Kriminalpolizei habe die Ermittlungen übernommen, hieß es. Diese dauerten an.

Auch das Veterinäramt des Landkreises Havelland wurde laut Polizei verständigt. Es werde nun gegebenenfalls Verstöße gegen Haltungs- und Tierkörperbeseitigungsvorschriften prüfen, hieß es. Eine Mitarbeiterin des Veterinäramtes sei vor Ort und kümmere sich um den Verbleib der überlebenden Tiere.

Er sei bestürzt über diesen Vorfall, sagte Dorsten Höhne, Vorsitzender des Fachausschusses Tierhaltung/Tiergesundheit beim Landesbauernverband Brandenburg. Es müsse sichergestellt sein, dass tatsächlich nur tote Tiere in den Kadaverbehälter gelangen.

In der Schweinemastanlage am Ortrand von Bützer werden etwa 20.000 Schweine gehalten. Das betroffene Unternehmen ist nach den Angaben kein Mitglied im Bauernverband.

Sendung: Antenne Brandenburg, 03.05.2021, 18 Uhr

Die Kommentarfunktion wurde am 04.05.2021 um 12:00 Uhr geschlossen

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47 Kommentare

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  1. 47.

    Tut mir leid, aber der Mensch ist nun mal von Natur aus ein "Allesfresser" und kein Vegetarier. Selbst Schimpansen gehen aktiv auf die Jagd und erlegen und fressen Tiere. Ist nun mal unsere Natur. Dass die Fleischproduktion inakzeptable und unappetitliche Auswüchse angenommen hat, ist unstrittig. Dagegen vorzugehen ist aber Aufgabe von Behörden und Justiz. Als Verbraucher muss ich mich darauf verlassen können, dass alles mit rechten Dingen zugeht. Wer ein besseres Gewissen will, kann zudem noch bio und regional kaufen - ist dann halt nur teurer.
    Dass Lebensmittel massenweise nach Afrika exportiert werden, liegt vor allem an einer völlig verfehlten Subventionspolitik, sowohl national, vor allem aber auf EU-Ebene. Dieselben Politiker beklagen sich dann über die Verelendung in Afrika, die sie selbst mit zu verantworten haben. Das nennt sich Doppelmoral.

  2. 46.

    Es geht natürlich hier nicht um die zwei überlebenden Schweinebabys. ( lieber Rbb bitte recherchieren Sie, was tatsächlich aus den Tieren wurde, Gnadenhof oder retour in die Produktion? )
    Diese Berichte sind es doch, die uns zum Nachdenken bringen. SCHWEINEFLEISCH in der Billigproduktion enthält wirklich nichts mehr, was der menschliche Körper braucht, ganz im Gegenteil und es ist I d R die Routine und einfallslose Küche, die uns zum Kaufen bringt.

  3. 45.

    Daran sieht man wie wir Menschen umgehen mit Tieren und der Natur!!!!

  4. 44.

    Nein, das hat originär nichts mit der Größe der Anlage zu tun. Das hat ausschließlich mit der Einstellung der Beschäftigten zu den Tieren zu tun und wie dies vom Vorgesetzten eingefordert wird.
    Natürlich braucht es in der Zucht/Mast solche Kadavercontainer. Es ist schlicht unmöglich, alle Tiere durchzubringen, es gibt immer Verluste. Es kann auch kein Bauer sich unendlich hohe Verluste leisten. Jedes verendete Tier ist bares Geld. Ich hab selbst als Jugendlicher in einem großen Schweinebetrieb gejobbt, so etwas war dort undenkbar.

    Um es klar zu machen. Was hier passiert ist, ist eine unendliche Sauerei und gehört richtig hart bestraft. Solch einen Umgang mit Lebewesen darf es schlicht und einfach nicht geben. Aber es ausschließlich oder auch nur vorrangig auf die Anlagengröße zu schieben, ist einfach zu kurz gedacht. Das kann beim kleinen Bauern genau so passieren, wenn der die selbe Einstellung hat.

  5. 43.

    Ei n Blick auf das Foto und das Statementn von "Dorsten Höhne, Vorsitzender des Fachausschusses Tierhaltung/Tiergesundheit beim Landesbauernverband Brandenburg [der sagt]: Es müsse sichergestellt sein, dass tatsächlich nur tote Tiere in den Kadaverbehälter gelangen" legt doch nahe, dass es völlig legitim, also normal ist, dass in Mastanlangen Schweine einfach so umkommen. Nur persönlicher Verzicht hilft hier weiter, ein Lamento entlastet nur und lenkt ab von der eigenen Verantwortlichkeit. Am grundsätzlichen System wird sich, ob des nach wie vor viel zu hohem Fleischverzehrs nix ändern.

  6. 42.

    Ich finde es schade, dass jetzt über einige tote Ferkel berichtet wird, nur weil diese in der Abfalltonne gefunden wurden, obwohl doch tagtäglich tausende bzw. Millionen Tiere unnötigerweise getötet werden, um sie zu essen. Zusätzlich wird inzwischen noch überproduziert um die Kosten zu decken, der Rest als Billigfleisch nach Afrika, wo es die lokalen Märkte zerstört. Von der ganzen Gülle, die die Böden verseucht und deren Ausbringen inzwischen auch schon begrenzt werden muss, ganz zu schweigen. Würde öfter über die Zustände in Masttieranlagen berichtet und was alles mit diesem Konzept zusammenhängt, würden sich vielleicht mehr Menschen dazu entschließen, weniger oder gar kein Fleisch zu essen und dann hätten wir ein paar ökonomische, ökologische und ethische Probleme weniger. Das kann sich doch ein mitfühlender Mensch kaum ansehen, ohne völlig verstört zu sein. Die Leute, die in der Massentierhaltung arbeiten, sehen die Tiere noch nicht mal mehr als Lebewesen, da wird dann nur noch von “Produkt“ und Gewinn und höchstmöglichem Gewichtszuwachs in kürzester Zeit geredet... und das auch in seriösen Berichten. Ich bin inzwischen seit 6 Jahren vegan, habe so viele neue, spannende Lebensmittel und Zubereitungsweisen entdeckt, ich vermisse geschmacklich absolut nichts und fühle mich emotional viel mehr bei mir selbst, da ich ein sehr mitfühlender Mensch bin, jedes Lebewesen schätze und mit dieser Doppelmoral, diesem Dilemma, das daraus entsteht, etwas zu tun, was man eigentlich nicht für sinnvoll erachtet und sich dann dafür irgendwelche Rechtfertigungen überlegen muss... damit komme ich einfach nicht zurecht. Ich mache das, was ich für richtig halte und damit geht es mir gut. Ich wünsche mir, dass vielleicht noch ein paar mehr Menschen zumindest einsehen, dass Billigfleisch nicht von einem glücklichen Tier kommen kann und sich zumindest überlegen, sich z. B. seltener, aber dafür mal nicht ganz so billig “produziertes“ Fleisch zu holen und das Lebewesen, das dafür sterben musste, zumindest nach dem Tod schätzen, so wie alles, was wir hier aus aller Welt bekommen. Auch kleine Schritte bringen viel, wenn jeder ein bisschen was tut. Dann sind wir insgesamt viele.

  7. 41.

    Das hat etwas mit dem einem "monströsen" landwirtschaftlichen System zu tun, das produziert von ganz allein nicht nur Schweinefleisch für Sie, nebst toten Kadavern für den Container (warum gibt es diese Kadavercontainer überhaupt? Weil in der Mastanlange eben auch Ferkel einfach so sterben?), sondern auch menschliche "Monströsitäten". Da hilft auch kein emotionales Anklagen.

  8. 40.

    Man kann etwas tun: aufhören, Schweinefleisch zu essen, zu kaufen. Nur dann ändert sich etwas Maßgebliches.

  9. 39.

    Das finde ich grossartig. Ich gratuliere Ihnen zu dieser Leistung. Wir versuchen seit Lockdownbeginn nur noch Biofleisch/Geflügel und das in Maßen, ist mit Schulkindern nicht immer einfach, weil Würstchen ja auch Fleisch sind....

  10. 38.

    Also, ich hatte letztes Jahr einfach mal einen Monat ohne Fleisch probiert und siehe da, heute bin ich vegan und mir geht's super. Von heute auf morgen ist das schwer, man muss es als Prozess verstehen und leben. Das geht alles. Wegen mir stirbt kein Tier mehr, es sei denn es läuft mir vor das Auto (ich hoffe das es nie passiert).

  11. 37.

    Menschen die gefühlskalt und verroht sind,oder einfach nur Verdrängen, dass es Lebewesen sind und keine Sachen mit denen sie ihren Lebensunterhalt verdienen .Tiere die Schmerzen empfinden, trauern,Angst haben ,die ihrer Freude Ausdruck geben können, wenn man ihnen die Möglichkeit artgerecht zu leben, oder darüber hinaus Zuwendung gibt .Es sind Lebewesen und haben einen Anspruch auf ein gutes Leben bis sie zur Ernährung des Menschen geschlachtet werden.Das es under der Spezie Mensch einige seelisch-moralisch-sozial verwahrloste Menschen gibt wissen wir, so sind wir Menschen.Wir müssen aber auch Gesetze dafür schaffen , dass speziell bei Tieren nachgebessert wird und konsequent mit drastischen Geld-und Freiheitsstrafen diese Verbrechen geahndet werden.Wer einem ängstlichen ,von Schmerzen geplagten Tier ,in die Augen schaut und bei sich nichts spürt, kein Mitgefühl oder Trauer oder Schmerz der ist krank, gestört oder Pervers.Und wer von der Politik nicht handelt ist nicht besser.

  12. 36.

    Vollkommen richtig! Und deshalb kläre ich beruflich in diesem Bereich auch auf und gebe Menschen Alternativen an die Hand, sodass diese nicht mehr täglich auf dieses Billigfleisch zurückgreifen.

  13. 35.

    Sehr schön das ganze auf den Punkt gebracht.
    1. Mit dem Tierheim 2. Mit dem Spannferkel. Da läuft mir auch gleich das Wasser i. M. zusammen!
    Mal schauen, was es so noch in der Vorratskammer gibt, von der Schlachtung im November d. l. Jahres.

    Zum Thema:
    Wer glaubt Tierhaltung sei, unter dem alleinige Kriterium der Kostenoptimierung zu produzieren, der glaubt auch dass Aluminium im Kochtopf gebratenen werden kann.
    Tierhaltung bedarf einer besonderen Verantwortung! Einem besonderen Gespür für das Tier!
    Und nicht ein Schichtwechsel auf der Werft.

  14. 34.

    Bei uns in Buch rollen seit Wochen die Güllefässer die Straße entlang.

    Zwanzigtausend Schweine zur Mast... Was das für eine Umweltverschmutzung bedeutet...Die Gülle...

    Wir bewerten Tiere falsch. Wer sich einmal intensiver mit dem lieben Vieh beschäftigt hätte, würde wesentlich weniger Tier essen, viele würden kein Fleisch essen. Tiere sind ziemlich kluge und emotional wahrhaftige Wesen.
    Der Massenmord, die Haltung... Das kommt alles auf uns zurück. Krebs lässt auch grüßen.

    Nun denn: Sonntach wird angeblasen zum Massengrillen in deutschen Landen...Heil Fleisch!

  15. 33.

    Und was ist eigentlich aus den Lebendtier Transporten aus Brandenburg geworden? War doch auch nicht rechtens. Wird das nun besser konrolliert? Werden diese Brandenburger Massentieranlagen überhaupt kontrolliert? Also regelmässig und unangekündigt oder ist alles nur Corona und per ZOOM meeting ? Übrigens Danke an die aufmerksame Frau, die die Ferkel entdeckte und Zivilcourage hatte.

  16. 32.

    Ist das Ironie "Mann"? Oder kann das weg?
    Hoffe das Kassler war gut gewürzt mit Antibiotika.

  17. 31.

    Ist eine beliebte Ausrede bei Billigfleischkäufern. Wohl aber eher ein Vorwand als ein Einwand.

    "Wer weiß denn ob die Tiere wirklich unter Bio Bedingungen gehalten werden. Also kaufe ich weiter mein Hack für 99 Cent."

    Nun, so stellt man dann sicher, dass die Tiere wirklich unter den erbärmlichst vorstellbaren Bedingungen gelebt haben. Und man stützt das System Glöckner.

    Nur wenn die Leute konsequent die Finger von Haltungsform 3 und 4 lassen wird sich etwas ändern. Denn die Nachfrage bestimmt immer noch das Angebot.

  18. 29.

    "Es müsse sichergestellt sein, dass tatsächlich nur tote Tiere in den Kadaverbehälter gelangen." LOL. Ich lach mich schief. Es muss sicher gestellt sein, dass die Tiere ermordet wurden, bevor sie weggeworfen werden. Dass Tiere überhaupt ermordet werden, ist hier komplett egal. Und alle die sich hier wegen der armen kleinen Ferkel aufregen: sicherlich ernährt ihr euch alle vegan, richtig? So eine verdammte Heuchlerei. Zum K*****.

  19. 28.

    Das zeigt genau den Geist, mit dem das Land Brandenburg auch seine Naturräume mittels Hunderter Kilometer Schweinepestzäune zerschneidet: Alles beugt sich der Gier nach billigstem Fleisch, nach ein paar Hundert Billig-Arbeitsplätzen und nach opulenten Verdiensten für ein paar Wenige aus Fleischexporten an andere Enden der Welt.

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