Flug von Dublin nach Krakau - Ryanair-Flieger landet nach Bombendrohung am BER

Die Bundespolizei überprüft nach einer außerplanmäßigen Landung einer Ryanair-Maschine am Berliner Hauptstadtflughafen BER das Flugzeug. (Quelle: dpa/Christophe Gateau)
dpa/Christophe Gateau
Video: rbb|24 | 31.05.2021 | Material: TeleNewsNetwork | Bild: dpa/Christophe Gateau

Am Flughafen BER ist am Sonntagabend eine Maschine der Ryanair außerplanmäßig gelandet. Die Polizei rückte mit einem Großaufgebot aus. Am Zielflughafen in Krakau war eine Bombendrohung eingegangen. Gefunden wurde jedoch nichts.

Am Flughafen BER ist am Sonntagabend eine Boeing 737-800 der Fluggesellschaft Ryanair außerplanmäßig gelandet und von der Polizei durchsucht worden. Wie die Bundespolizei am Montag mitteilte, war zuvor war ein telefonischer Hinweis bei der irischen Airline eingegangen, "die den Piloten zu einer Landung am Flughafen BER veranlasst hat".

Bei der Fluggesellschaft sei ein Hinweis eingegangen, wonach sich an Bord der Maschine Sprengstoff befinde, teilte eine Sprecherin der Brandenburger Polizeidirektion Süd in Cottbus am Montag mit. Der Pilot habe daraufhin eine Ausweichlandung in Berlin vorgenommen.

Nach Informationen des ARD-Hauptstadtstudios war bei Ryanair am Zielflughafen in Krakau eine Bombendrohung eingegangen. Demnach warnte eine computeranimierte Stimme vor einer Bombe an Bord. Die Nachricht sei in polnischer Sprache gewesen, heißt es in Sicherheitskreisen. "Es gab einen telefonischen Hinweis, eine Ankündigung", sagte ein Sprecher der Bundespolizei am Montag. "Wir mussten ausschließen, dass eine Gefahr vorliegen könnte."

Von Maschine ging keine Gefahr aus

Die Maschine landete am BER und wurde "sicher abgestellt", hieß es von der Bundespolizei. Alle 165 Passagiere mussten das Flugzeug verlassen und wurden nach einem Sicherheitscheck ins Terminal gebracht. Gegen 3:45 Uhr konnten sie ihre Reise mit einem Ersatzflugzeug fortsetzen.

Die Boeing wurde von Bundespolizisten durchsucht, das Gepäck ausgeladen. An der abgelegenen Parkposition des Flugzeugs standen zahlreiche Polizeiautos mit Blaulicht. Auch Spürhunde wurden eingesetzt, um das auf dem Vorfeld ausgelegte Gepäck der Passagiere zu überprüfen. Das Gepäck wurde schließlich in das Flughafen-Gebäude gebracht. Die Durchsuchung sei ohne Feststellung gegen 3 Uhr beendet worden, hieß es am Montag. Von der Maschine gehe keine Gefahr aus. Sie stehe weiterhin am Flughafen BER. Laut Bundespolizei waren an dem Einsatz etwa 50 Beamte, darunter Hundeführer und weitere Spezialisten der Bundespolizei, beteiligt.

Ähnlicher Fall ereignete sich im Sommer 2020

Auch laut polnischer Polizei handelte es sich um eine falsche Bombendrohung. Die deutsche Polizei habe nach einem Hinweis nachgesehen, jedoch nichts gefunden. "Wir wissen also, dass dies ein Fehlalarm war", sagte ein Sprecher der polnischen Polizei der Nachrichtenagentur AFP. Die Polizei in Brandenburg nahm nach dem Vorfall Ermittlungen auf. Ermittelt werde wegen "Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten", teilte eine Polizeisprecherin mit.

Schon im vergangenen Sommer hatte eine Ryanair-Maschine auf dem Weg von Dublin nach Krakau wegen einer anonymen Bombendrohung eine Sicherheitslandung hinlegen müssen. Bei der Durchsuchung in Stansted in Großbritannien sei nichts gefunden worden, berichteten damals irische Medien.

Sendung: Inforadio, 31.05.2021, 07:00 Uhr

Die Kommentarfunktion wurde am 31.05.2021 um 20.20 Uhr geschlossen

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28 Kommentare

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  1. 28.

    Wegen mir kann man das Nachtflugverbot ganz aufheben ... völliger Blödsinn bei den modernen extrem leisen Maschinen

  2. 25.

    Nur mit dem Unterschied, dass niemand dabei verhaftet wurde. Also ist Ihr Scherz ziemlich platt!

  3. 24.

    Mein erster Verdacht ging in eine ähnliche Richtung. Bei der Frage, wem diese Bombendrohung nutzen könnte, fiel mir sofort Lu...ko ein, der Diktator aus Belarus, der nach den wenig glaubwürdigen Hintergründen der erzwungenen Landung einer Ryanair-Maschine in Minsk jetzt der internationalen Ländergemeinschaft sagen könnte: Schaut her, auch anderswo musste ein Ryanair-Flug wegen einer Bombendrohungen zwischenlanden und von der Polizei durchsucht werden. Und das ausgerechnet in Berlin, wo Kanzlerin Merkel ja sehr deutlich gesagt hatte, dass die angeblichen Hintergründe der erzwungenen Landung unglaubwürdig seien.

  4. 23.

    Warum das Nachtflugverbot aufheben, der Flieger hätte die Zeit ruhig zur erlaubten Zeit zum Abheben abwarten können.

  5. 22.

    Klingt doch ganz nach einem Ablenkungsmanöver Lukaschenkos. Tenor:“Auch im Westen . . .“

  6. 21.

    Klingt doch ganz nach einem Ablenkungsmanöver Lukaschenkos. Tenor:“Auch im Westen . . .“

  7. 20.

    Deutschland kapert Ryanair-Maschine. Internationale Sanktionen gegen die Merkel-Regierung dürften sogleich folgen. /ironieoff

  8. 19.

    Sieh mal an. Das war mein erster Gedanke als ich heute die Nachrichten hörte. Ob wieder einer drinsitzt den irgendeine Regierung gerne hätte. :))

  9. 18.

    Das schlimmste für einen Gesuchten Straftäter wäre die Umarmungen der Ordnungshüter gewesen. Da er ja Eigentlich nicht da ist deshalb kann er nicht verhaftet werden. Belarus lässt Grüßen!

  10. 17.

    Nur für den Fall, dass es noch niemand erwähnt haben sollte: Das Nachtflugverbot musste nicht für die Landung, sondern für den Weiterflug der Fluggäste um 4 Uhr früh aufgehoben werden ; )

  11. 16.

    Eine andere Frage ist, ob diese Bombendrohung mit der Umleitung einer Ryanair Maschine nach Minsk in Zusammenhang steht. Polen war einer der ersten Staaten, die den Flugverkehr unterbunden haben. Nach dem Motto "Brennst du meinen Bauern, würg ich deinen Bauern. Sollte es so sein, durfte das nicht die letzte ausserplanmässige Landung sein.

  12. 15.

    Finde ich auch. Das klingt zu salopp und eine Sicherheitslandung ist eine Landung, die abweichend von der Flugroute aus Gründen der Sicherheit oder wenn es zu einem technischen Defekt im Flug kommt, der jedoch keine Gefahr für Leib oder Leben der Passagiere, der Crew bedeutet oder wenn es an Bord zu einer Situation kommt, die eine außerplanmäßige Landung erforderlich macht.
    Solche Landungen verlaufen in der Regel normal ohne Zwischenfälle, diese werden zwar prioritär durch die Luftsicherung abgewickelt und meist als Direktanflüge, bzw. verkürzte Anflugrouten und werden nicht "hingelegt"

  13. 14.

    Lieber Lars,
    vielen Dank für Ihre Frage. Das Nachtflugverbot musste für den Abflug der Ersatzmaschine aufgehoben werden, da sie gegen 4 Uhr morgens abflog.
    Mit den besten Grüßen
    die Redaktion

  14. 13.

    Aufgehoben wurde es wegen dem Abflug, welches kurz vor 4 Uhr war.

  15. 11.

    Landung um 20 Uhr, Abflug mit Ersatzmaschine um kurz vor 4 Uhr (nachts).

  16. 9.

    Damit war wohl eher der Start um kurz vor 4 Uhr gemeint.

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