Berlin-Gropiusstadt - Mutmaßlicher Täter bei gescheitertem Banküberfall angeschossen

Mi 26.05.21 | 21:34 Uhr
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Polizei neben einem Geldtransporter nach einem Banküberfall in der Johannisthaler Chaussee in Berlin (Quelle: Morris Pudwell)
Video: Abendschau | 26.05.2021 | Kerstin Breinig | Bild: Morris Pudwell

Am Mittwochvormittag wollten zwei Männer eine Bank in Berlin-Gropiusstadt überfallen. Der Plan scheiterte - ein Geldbote schoss einen der Täter an, der andere konnte zunächst fliehen. Am Abend gab es eine Festnahme.

Nach dem Raubüberfall auf eine Filiale der Deutschen Bank in Berlin-Gropiusstadt hat es am Abend eine Festnahme gegeben. Die "Bild"-Zeitung [bild.de] berichtet, dass der zweite mutmaßliche Bankräuber von Spezialkräften aufgespürt und gefasst worden sei.

Die Polizei bestätigte dem rbb, dass es im Zusammenhang mit der Tat eine Festnahme gegeben hat. Ob es sich bei der festgenommenen Person um den gesuchten Verdächtigen handelt, sei aber noch nicht klar. Einzelheiten wollen Polizei und Staatsanwaltschaft am Donnerstag mitteilen.

Geldbote verletzt einen der Täter durch Schüsse schwer

Gegen 10:20 Uhr hatten die beiden Täter einen Geldboten im Vorraum der Bank in den Gropius-Passagen überfallen. Der Geldbote wollte demnach die dortigen Geldautomaten befüllen, als er von den Männern mit Reizgas attackiert wurde. Einer der beiden Angreifer soll zudem mindestens zwei Schüsse auf den Geldboten abgegeben haben. Der Geldbote erwiderte laut Polizei das Feuer und verletzte dabei einen der beiden mutmaßlichen Räuber schwer.

Alarmierte Einsatzkräfte nahmen kurze Zeit später den 18-Jährigen schwer verletzt vor der Bank fest. Dem zweiten Täter gelang zunächst die Flucht, allerdings ohne Beute. Unklar ist bisher, ob er mit einem Auto entkam. Die Polizei schließt nicht aus, dass es weitere Komplizen gab.

Zweiter Täter flüchtig

Der Polizei zufolge sind Mitarbeiter von Sicherheitsdiensten, die für Geldtransportunternehmen tätig sind, geschult und besitzen einen Waffenschein. In Notfällen dürften sie auch schießen.

Der durch den Schuss verletzte 18-jährige Tatverdächtige wurde festgenommen und in ein Krankenhaus gebracht. Der Wachmann wurde wegen des Reizgases ebenfalls im Krankenhaus behandelt, hat dieses aber kurze Zeit später wieder verlassen. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bank sowie Kunden sollen nicht verletzt worden sein.

Polizei sucht Zeugen und Aufnahmen vom Vorfall

Die Kriminalpolizei sperrte den Bereich weiträumig ab und befragte Zeugen. Die Spurensicherung der Kriminaltechnik suchte nach Hinweisen. Die Polizei schaltete ein Hinweisportal auf ihrer Internetseite frei. Dort können Zeugen Fotos oder Videos von der Tat hochladen.

Am Nachmittag bewachten Polizisten mit Maschinenpistolen an den Absperrbändern das Geschehen. Auch der Geldtransporter stand noch vor der Bank. Wegen der Sperrungen kam es in der Umgebung der Gropius-Passagen zu langen Staus.

In den Gropiuspassagen in Berlin-Neukölln gibt es am 25.05.2021 einen Großeinsatz der Polizei wegen eines Raubüberfalls auf einen Geldtransporter der Deutschen Bank. (Quelle: Morris Pudwell)

Sendung: Abendschau, 26.05.2021, 19.30 Uhr

Die Kommentarfunktion wurde am 26.05.2021 um 21:00 Uhr geschlossen

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35 Kommentare

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  1. 35.
    Antwort auf [Friedhelm Kreide] vom 26.05.2021 um 19:02

    Das sind keine plumpen Ressentiments sondern ist leider die deutsche Justizrealität. Wenn Mitglieder des Al Zains Clans in Berlin wegen des Diebstahls der Goldmünze vor Gericht stehen und während der verhandlungsfreien Tage in Dresden das Grüne Gewölbe ausräumen stimmt etwas nicht. Wenn ein Clan Oberhaupt 31 mal angeklagt wird und jedes mal freigesprochen wird stimmt etwas nicht. Und wenn sich Oberstaatsanwalt Knispel seinen Frust von der Seele schreiben muss, dann stimmt mit der Justiz irgend etwas nicht. Dann sind das keine Ressentiments sondern ist bittere Realität. Aber bei einem Justizsenator der sich als Sprachpolizist betätigt und Sprachvorschriften für die Berliner Verwaltung herausgibt und den die Kriminalität nicht interessiert braucht sich Niemand zu wundern.

  2. 34.

    Hätte sich der Geldbote den Kriminellen ergeben sollen. Noch dazu wo er nicht wusste was dieser mit ihm anstellen und wie hoch er selbst gefährdet war. Das war ein klarer Fall von Notwehr. Wer sich auf Verbrechen einlässt und dabei keinerlei Rücksicht auf Leben und Gesundheit anderer Menschen nimmt, muss auch damit rechnen, wenn auf ihn geschossen wird. Mit Gefühlsduselei sollte man solchen Verbrechern nicht gegenübertreten.
    Der Geldbote hat absolut richtig in einer Notwehrsituation gehandelt und mit solchen Verbrechern sollte sich das Mitleid in Grenzen halten. Selbst schuld.

  3. 33.

    Nehmen wir mal an, die Bankräuber hätten 100.000 € /50.000 € für jeden/ erbeutet. Werden (hoffentlich) geschappt. Kommen für 5 Jahre beide hinter schwedische Gadinen. Dann sind das :
    5 Jahre Knast = 1826 Tage. 100.000 € : 1826 = 54,76 € pro Tag, d.h. 27,38 € pro Tag pro Knastbruder.
    Das ist im Monat etwas mehr als Hartz IV.
    Die Jungs müssen echt nicht alle Nadeln an der Tanne haben, wenn sie für dies bisschen Schotter ihr Leben riskieren.

    Schule - Ausbildung - Beruf - Job hätte garantiert mehr gebracht. Viel mehr sogar!

  4. 32.

    Täter 18 Jahre?
    Man fasst es ja nicht.

  5. 31.

    Die Sprechblase "Null Toleranz gegenüber Kriminellen" dient nur dazu, die arbeitende Bevölkerung einzulullen.
    Letzten Endes passiert doch seit Jahren nichts, was die Täter wirklich davon abhalten würde, ihr Ding durchzuziehen.

  6. 30.

    Es gibt sie doch noch, die Helden des Alltags.
    Dem angeschossenen Gangster: Wer sich selbst in Gefahr begibt, könnte darin umkommen...

  7. 29.

    Gesetze gelten für alle von der Form her gleich.

    (Es ist Armen wie Reichen gleichermaßen verboten, unter Brücken zu schlafen.)

  8. 28.

    Fast täglich Banküberfälle und natürlich ist RRG schuld? Politisch motivierter Kommentar oder doch eher medizinische Natur?

  9. 27.

    Die Täter, die da glauben Geldboten überfallen zu müssen und die Kommentatoren, die da Beifall klatschen für eine Schussabgabe auf einen Menschen.
    Diese Gesellschaft driftet immer mehr ab. Das macht Angst!

  10. 26.

    Ohne Waffenschein wäre das Führen einer Schusswaffe im öffentlichen Bereich eine Straftat.
    Geldboten haben die Waffensachkunde - Voraussetzung für den Waffenschein.
    Man sollte sich erst informieren, bevor man so etwas behauptet.

  11. 25.

    In Mitte habe ich 2 Brötchen gekauft! Zahlunge NUR mit Karte, ich persönlich habe kein Problem damit, wenn ich sehe was über Google, Facebook und Co. freiwillig für Daten in die USA geschickt werden, die persönlicher nicht sein könnten, aber wenn die hiesige Regierung etwas evt.in Aussicht stellt, dann ist der Aufschrei groß!. Bargeld wird es sicher noch etwas länger geben, aber die Kriminalität auch. Wer kriminell ist, findet eine andere Lösung, mit oder ohne Bargeld.

  12. 24.

    Gibt es für Sie in Berlin eigentlich IRGENDEIN Problem, für das RRG nicht verantwortlich ist? Gute Besserung!

  13. 23.

    Das ist wahr, die Täter bekommen 20 std. Bastelstunde und lachen sich ins Fäustchen. Und die Geschädigten bleiben auf den Schaden sitzen. Leidet

  14. 22.

    Die Mitarbeiter von Sicherheitsdiensten besitzen einen Waffenschein? Ach ja? Das bezweifele ich ...

  15. 21.

    Ist das jetzt das Ergebnis und der Erfolg der ehemaligen CDU und ihren Wahlversprechungen mit Thema " Zero Toleranz gegenüber Kriminellen " und Schutz den " Bürgern " ? Im Nachgang muss man feststellen : Alles nur Makulatur !!

  16. 20.

    Seit Jahren haben ich dieses Pseudonym "Ein Bürger" und habe auch nicht die Absicht es zu wechseln!

  17. 19.

    Sonst noch was? Lasst uns lieber europaweit die Kriminellen konsequenter verfolgen und bestrafen.

  18. 18.

    Wieder mal Chicago in Berlin. Dem Wachmann alles Gute und vollständige Genesung.

  19. 17.

    Wieder einmal zeigt sich die verfehlte Politik von RRG, das kommt davon wenn man innere Sicherheit und Integration idealistisch und nicht realistisch behandelt. Mittlerweile kommt dies doch fast täglich vor und die Täter sind auch fast immer aus dem selben Umfeld. Aber so lange man sich das schön redet wird nichts passieren.

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