"Sadistisch-kannibalistische" Tatmotivation - Staatsanwaltschaft Berlin erhebt Mordanklage in mutmaßlichem Kannibalen-Fall

Archivbild: Kriminaltechniker der Polizei stehen am frühen Morgen an ihrem Einsatzfahrzeug an einem Wohnhaus in Berlin. (Quelle: dpa/P. Zinken)
Bild: dpa/P. Zinken

Ein Mann wurde im vergangenen September in Pankow getötet, seine Leichenteile an verschiedenen Orten abgelegt. Gegen den in U-Haft sitzenden 41-jährigen Tatverdächtigen wurde nun Anklage wegen Mordes erhoben. Er soll aus sexuellen Motiven getötet haben.

In dem Fall um einen mutmaßlichen Sexualmord in Berlin-Pankow ist gegen den 41-jährigen Tatverdächtigen Anklage wegen Mordes erhoben worden. Das teilte die Staatsanwaltschaft Berlin am Dienstag mit.

Demnach wird der Mann beschuldigt, am 6. September 2020 einen 43-jährigen Mann, den er am selben Tag über ein Dating-Portal kennengelernt hatte, in seiner Wohnung in Berlin-Pankow zur Befriedigung des Geschlechtstriebs auf bislang nicht bekannte Weise getötet zu haben.

Tatverdächtiger seit November 2020 in U-Haft

Der Beschuldigte soll die Leiche des Opfers anschließend noch in seiner Wohnung zerteilt und die Leichenteile an verschiedenen Orten in Berlin abgelegt haben. Ermittler konnten einige Teile in den vergangenen Monaten ausfindig machen.

Die Anklageschrift gehe von einer "sadistisch-kannibalistisch geprägten sexuellen Tatmotivation" aus. Zudem hätten sich keine Hinweise dafür ergeben, dass das Opfer in seine Tötung "eingewilligt" habe, erklärte die Staatsanwaltschaft.

Erst nach umfangreichen Ermittlungen war es gelungen, den Tatverdächtigen zu ermitteln. Der Staatsanwaltschaft zufolge wurden die Chatverläufe in dem Dating-Portal zwischen dem Beschuldigten und dem Opfer ausgewertet. Außerdem sei der Taxifahrer, der das Opfer zur Wohnung des mutmaßlichen Täters gefahren hatte, ausfindig gemacht worden. Auch Spürhunden seien eingesetzt worden.

Der Angeklagte befindet sich seit dem 18. November 2020 in Untersuchungshaft. Im November war gegen ihn Haftbefehl wegen Sexualmordes aus niederen Beweggründen erlassen worden.

Sendung: Abendschau, 18.05.2021, 19:30 Uhr

5 Kommentare

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  1. 5.

    @ Mo H. Mett: war für ein überflüssiger Kommentar!

  2. 4.

    Ein guter Rat. Hilft aber dem Mordopfer jetzt auch nicht mehr.

  3. 3.

    Wer Dating-Portale nutzt und sich zu Wildfremden in deren Wohnung begibt, sollte zumindest irgendwem mitteilen, wohin er geht. Und vielleicht schadet es auch nicht, wenn die Person, mit der man sich trifft, auch davon in Kenntnis gesetzt wird.

  4. 2.

    Einer der Gründe, weshalb ich rein gar nichts von Dating-Portalen halte. Da läuft es mir eiskalt den Rücken runter.

  5. 1.

    So, hier sitzt nun endlich mal ein Tatverdächtiger in U-Haft, der wahrscheinlich in Verbindung mit einem tatsächlichen Mord (§ 211) steht. Wo bleiben denn jetzt die 1/2-Wissen-Experten, die hier immer nach Höchststrafen schreien? Es scheinen ja wirklich Mordmerkmale vorzuliegen.

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