Festnahme in Berlin-Treptow - Juwelendiebstahl aus Grünem Gewölbe - Tatverdächtiger gefasst

Ein Polizist im Einsatz während einer Razzia. (Quelle: dpa/Swen Pförtner)
Video: Abendschau | 18.05.2021 | R. Unruh | Bild: dpa-Symbolbild/Swen Pförtner

Ein Mann aus dem Berliner Clan-Milieu ist am Dienstag in Berlin-Treptow festgenommen worden. Er soll am Juwelendiebstahl im Dresdener Grünen Gewölbe beteiligt gewesen sein. Nach dem Zwillingsbruder eines weiteren Tatverdächtigen wurde international gesucht.

Nach dem Einbruch in das Grüne Gewölbe in Dresden ist ein fünfter Tatverdächtiger gefasst worden. Der bislang flüchtige 22-Jährige wurde am Montagabend bei einer Razzia in Berlin-Treptow festgenommen, wie die Dresdner Staatsanwaltschaft am Dienstag mitteilte. Er wurde umgehend nach Dresden gebracht und dort dem Haftrichter vorgeführt, der den bestehenden Haftbefehl vollzog. Der Tatverdächtige wurde in eine Justizvollzugsanstalt gebracht. Er sitzt jetzt in Untersuchungshaft, ebenso wie vier weitere bisher ermittelte mutmaßliche Täter.

Nach rbb-Informationen wurde der Mann am Montag um 20 Uhr in einem Wohnhaus in der Eschenbachstraße im Treptower Ortsteil Baumschulenweg gefasst. An dem Einsatz waren Zielfahnder des Bundeskriminalamtes (BKA) sowie Beamte des Landeskriminalamtes Berlin, der Berliner und Dresdner Polizei, Spezialkräfte der Bundespolizei sowie ein Mobiles Einsatzkommando beteiligt. Dabei wurden laut Staatsanwaltschaft auch ein Mobiltelefon und Kleidung sichergestellt.

Bereits Ende vergangenen Jahres waren der Zwillingsbruder des Manns
sowie drei weitere Verdächtige aus dem kriminellen Clanmilieu im Zusammenhang mit dem Juwelendiebstahl aus dem Grünen Gewölbe festgenommen worden.

Geisel sieht "klares Signal"

Innensenator Andreas Geisel (SPD) sprach nach der Festnahme von einer "klaren Botschaft an die Clankriminellen" in Berlin. "Der Rechtsstaat lässt sich nicht vorführen", sagte er laut Mitteilung. "Wer glaubt, er könne ohne Folgen unsere Gesetze brechen, wird mit dieser Festnahme wieder mal eines Besseren belehrt."

Fahndung nach vier weiteren Männern läuft weiter

Bei dem spektakulären Coup in dem berühmten sächsischen Schatzkammermuseum am 25. November 2019 hatten die Täter Schmuckstücke aus Diamanten und Brillanten des 17. und 18. Jahrhunderts von kaum schätzbarem Wert erbeutet. Bei zwei Razzien am 17. November und am 14. Dezember 2020 waren in Berlin bereits vier Verdächtige festgenommen worden. Sie sind seitdem in Untersuchungshaft. Der Zwillingsbruder eines Beschuldigten aber entwischte damals den Fahndern - im Januar 2021 dann sogar ein zweites Mal. Nach ihm wurde international gesucht.

Die fünf jungen Männer waren nach Überzeugung der Ermittler direkt an dem Coup beteiligt, ihnen werden schwerer Bandendiebstahl und Brandstiftung vorgeworfen. Sie stammen aus dem Berliner Remmo-Clan. Mitglieder dieser Großfamilie wurden auch für andere große Straftaten wie den Goldmünzen-Diebstahl aus dem Berliner Bode-Museum 2017 verurteilt.

Seit März wird auch nach vier weiteren Männern gefahndet, die im Verdacht der Beihilfe zum schweren Bandendiebstahl stehen. Deren Identität ist derzeit noch unklar. Sie könnten Ende November den Tatort ausgespäht haben und damit an der Vorbereitung des Juwelendiebstahls beteiligt gewesen sein. Das damals veröffentlichte Bild einer Videokamera zeigte das Quartett, wie es die Vitrine näher begutachtet, aus welcher dann der Schmuck gestohlen wurde. Während die Fahndung nach den dringend Tatverdächtigen erfolgreich beendet ist, fehlt von dem Schmuck weiter jede Spur. Die Ermittlungen dauern an.

Korrekturhinweis: Ersten Meldungen zufolge soll es in Berlin-Neukölln zur Festnahme des Tatverdächtigen gekommen sein. Nach rbb-Informationen geschah dies allerdings in Treptow. Wir haben diese Ortsangabe im Text korrigiert.

Die Kommentarfunktion wurde am 18.05.2021 um 11:00 Uhr geschlossen

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Bildergalerie: Der Jahrhundert-Diebstahl

Sendung: Inforadio, 18.05.2021, 11 Uhr

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