Fangsaison startete im April - In Berlin werden nun auch Marmorkrebse gefischt

Ein Marmorkrebs (Quelle: dpa/Fredrik von Erichsen)
Audio: 88.8 | 04.05.2021 | Anke Michel | Bild: dpa/Fredrik von Erichsen

In Berlin werden in diesem Jahr neben Amerikanischen Roten Sumpfkrebsen erstmals auch Marmorkrebse gefischt. Wildtierexperte Derk Ehlert von der Senatsumweltverwaltung sagte am Dienstag, die Fangsaison habe im April begonnen. Wegen der kühlen Temperaturen gebe es aber noch nicht viele Krebse.

Marmorkrebse leben laut Ehlert im Grunewaldsee und im Groß Glienicker See. In welchen Mengen sei noch unklar. Aufgrund der Kälte seien sie noch inaktiv. Sie sind etwa zwölf Zentimeter lang und können die heimische Tier- und Pflanzenwelt gefährden. Marmorkrebse bedrohen heimische Krebsarten nicht nur aufgrund der Futterkonkurrenz, sondern auch, weil sie Träger der Krebspest sind.

Vom Aquarienbewohner zum gefürchteten Vielfraß

Der Marmorkrebs hat sich vom reinen Aquarienbewohner zum global gefürchteten Vielfraß entwickelt. Er breitete sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten immer mehr in freier Wildbahn aus - auch, weil Angler den Krebs als Lebendköder in Gewässer einschleppten. Er wurde zudem ausgesetzt oder die Toilette hinuntergespült.

In den Berliner Gewässern sind laut Ehlert derzeit insgesamt fünf invasive, gebietsfremde Krebstierarten nachgewiesen. Dazu zählen auch der Kamberkrebs, der Galizische Sumpfkrebs und die Wollhandkrabbe. Sumpf- und Marmorkrebse seien die problematischsten Arten und würden daher auch gezielt gefangen, so Ehlert.

In den vergangenen drei Jahren wurden bereits gezielt Amerikanische Sumpfkrebse gefangen - zwischen 0,9 und 1,3 Tonnen pro Jahr. Der Fischer, der bislang die Sumpfkrebse fing, wird demnach nun auch Reusen für Marmorkrebse aufstellen.

Sendung: 88.8, 04.05.2021, 10 Uhr

Nächster Artikel