Tarifstreit mit Deutscher Bahn - GDL bricht Verhandlungsrunde ab - Bahnstreik nicht ausgeschlossen

Archivbild: Eine S-Bahn und eine Regionalbahn stehen auf dem Hauptbahnhof in Berlin. (Quelle: dpa/P. Zinken)
Bild: dpa/P. Zinken

Zur Sommerreisezeit könnte Stillstand auf allen Bahnstrecken drohen. Nach dem Abbruch der vierten Tarifrunde durch die Gewerkschaft der Lokführer soll noch am Montagabend beraten werden, ob die Zeichen auf Streik stehen. Die Bahn will dies unbedingt verhindern.

Auf Fahrgäste der Deutschen Bahn kommen möglicherweise Warnstreiks zu. Hintergrund ist ein Tarifkonflikt zwischen der Bahn und der Gewerkschaft deutscher Lokomotivführer (GDL). Die GDL hat die vierte Verhandlungsrunde am Montag ohne greifbare Ergebnisse beendet. Ob gestreikt werden soll, ist allerdings noch nicht klar.

GDL berät über weiteres Vorgehen

Ein GDL-Sprecher sagte der Presseagentur AFP auf Anfrage, dass die Gewerkschaftsführung am frühen Montagabend zusammenkommen würde, um über die weiteren Schritte zu beraten. Ob die Öffentlichkeit über die Ergebnisse bereits am Montag informiert würde, sei noch unklar.

Die Deutsche Bahn (DB) warf der Gewerkschaft nach der Verhandlungsrunde vor, auf "Konfrontation um jeden Preis" zu setzen. Dabei hatte die DB nach eigenen Angaben einen Abschluss auf Niveau des Öffentlichen Dienstes angeboten, der die "besondere Situation der Bahn durch die Pandemie" berücksichtige.

Bahn: "GDL nimmt bewusst Schaden für Kunden und DB in Kauf"

Die Führung der GDL habe sich jedoch nicht bereit gezeigt, über "vorhandene Spielräume und Lösungen zu sprechen", kritisierte der Konzern und unterstrich gleichzeitig, weiterhin verhandlungsbereit zu sein. "Der heutige Tag hat gezeigt, dass es der Gewerkschaftsspitze in erster Linie um Konfrontation und die Ausweitung ihres Zuständigkeitsbereichs geht", sagte DB-Personalvorstand Martin Seiler. "Diese GDL-Führung nimmt bewusst Schaden für die Kunden und die DB in Kauf - und das mitten in der aufkommenden Reiselust nach dem Corona-Lockdown", hieß es in dem Statement weiter.

DB weiter gesprächsbereit

Die Lokführer-Gewerkschaft beharrte nach Angaben der DB auf ihren Forderungen, die sich auf ein Dreifaches des Öffentlichen-Dienst-Abschlusses belaufen würden. Die DB hatte bei den Verhandlungen am Montag demnach einen Abschluss in Aussicht gestellt, der sich am Tarifabschluss des Öffentlichen Dienstes für den Bereich Flughäfen orientierte.

Die Bahn forderte die GDL auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. "Wir wollen weiterhin über ein ausgewogenes und solidarisches Tarifpaket verhandeln", erklärte Seiler. "Nach über einem Jahr in der Pandemie ist statt Streiks Vernunft gefragt".

GDL müsste solidarischen Beitrag leisten

Ein Warnstreik träfe nicht nur die Kunden, sondern auch den finanziell schwer angeschlagenen Konzern in einem ungünstigen Moment. Nach der Lockerung der Corona-Regeln nimmt das Geschäft des bundeseigenen Unternehmens gerade wieder Fahrt auf. Im Regionalverkehr fahre man das volle Angebot, im Fernverkehr nahezu 100 Prozent, sagte Seiler. "Die Buchungen ziehen wieder an, das ist schön." Umso wichtiger sei es, dass die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) ihren solidarischen Beitrag leiste.

Sendung: Inforadio, 07.06.2021, 17 Uhr

Die Kommentarfunktion wurde am 08.06.2021 um 13:13 Uhr geschlossen

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75 Kommentare

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  1. 75.

    Guter Mann, nur weil ich den Leuten, die Züge steuern (diese nennt man übrigens korrekterweise "Lokführer", es ist nicht deren Aufgabe, die Fahrgäste in die Bahn zu locken, sondern die Aufgabe der DB und der Politik) eine Gehaltserhöhung gönne, schließt das nicht aus, dass ich dies auch dem Pflegepersonal / Krankenpflegern und ähnlichen Berufsständen zugestehe.
    Mir ist weiterhin durchaus klar, dass höhere Gehälter auch höhere Kosten bedeuten.
    Aber für andere Dinge ist eben seltsamerweise Steuergeld im Überfluss da, da wird auch nicht hinterfragt (was kostet die ganze "Werbung" für die Spritze; sind üppig steuerfinanzierte Schnelltests wirklich für Kleidergeschäfte nötig, in denen NACHWEISLICH so gut wie keine Ansteckungsgefahr besteht ... 1.000 zeichen sind verdammt wenig um alles aufzuzählen ...)

  2. 74.

    Warum glauben sie hat die GDL einen Organisationsgrad von 75-80% aller Lokführer bei der DB. Die EVG organisiert wenn überhaupt 10% derselbigen. Der Rest ist nicht organisiert. Kaum eine andere Gewerkschaft hat dies aufzuweisen. Leider gehen in den meisten Gewerkschaften die Mitgliederzahlen Prozentual in den Keller. Dies unter anderem weil ihnen aus der Bevölkerung viel negative Kritik entgegenschlägt, wenn sie versuchen ihre berechtigten Interessen durchzusetzen. Für einen Abschluß über eine Nullrunde in diesem und 1,5% im nächsten Jahr und einen Kündigungsschutz bei langjährigem Personalmangel braucht man keine Gewerkschaft. Für Bahnkunden ist ein Streik immer belastend. Hier stellt sich dann die Frage ob man den handelnden Personen das Streikrecht verweigern soll. Dies wird wohl hoffentlich nicht der Fall sein.

  3. 73.

    Ich bin bis zu 16 Stunden unterwegs ,4 Stunden mit der Bahn, wenn sie fährt ,bin jeden Tag stundenlang auf der Autobahn, ich hab auch bis zu 60 Überstunden im Monat ,und verdiene weniger als ihr ,andern geht's auch so wie euch ,wir haben uns alle den Job ausgesucht ,wems nicht gefällt ,was anderes suchen

  4. 72.

    Es gibt Berufsgruppen die man schon mit Klatschen glücklich machen soll, oder nicht?

  5. 71.

    Achse, das sich so mancher in der Politik die Taschen mit Steuergelder und krummen Geschäften vollgestopft haben werden die bei der Wahl im September merken , Hoffentlich ,das war schon manchmal Unterirdisch

  6. 70.

    Von welchem Geld werden Lockführer bezahlt ?? Von dem Geld der Kunden, egal ob Pesonenverkehr oder güterverkehr ,Der erste Satz von Ihnen ist eine bodenlose Frechheit ,gegen die Leute ,die viele Menschen an corona sterben gesehen haben ,und sich jeden Tag selbst in Gefahr begeben müssen ,

  7. 69.

    Ich fahre nicht in Berlin Zug, aber in Frankfurt / Main
    Ähnlich wie in Berlin

  8. 68.

    Das was ich hier schreibe ist reine Tatsache, und ich habe nichts davon gesagt ,das ihr für nichts tun bezahlt werdet ,aber ihr habt aber beiweitem nicht das selbe corona Risiko als Krankenschwestern usw ,und das macht die völlig überzogene coronaprämie ungerechtfertigt ,wenn nur ums Gehalt ginge ,könnte Manns verstehen ,aber für alles andere null Verständnis ,Machtkampf auf dem Rücken der Kunden austragen ,absolutes nogow ,sie merken auch nicht das sie einer der ganz wenigen sind ,die Die Machtkampfspielchen des Weselsky mitmachen

  9. 67.

    So kann auch nur jemand schreiben der keine Ahnung hat.
    Ich bin Lokführer im Güterverkehr, jeden Tag 10-14 Stunden Schichten,übernachten irgendwo im niergendwo , 60 Überstunden jeden Monat und alle 5 Tage mal 2 Tage zu Hause. So sieht das aus und dazu sind wir immernoch die mit am schlechtesten bezahlten Lokführer in Europa. So sieht die Realität aus…. Kein Wunder das den Jov keiner mehr machen will.
    MfG

  10. 66.

    Ich habe nicht schlecht über meinen Partner gesprochen, sondern an das Ungleichgewicht der Löhne erinnert.
    Das ist ein großer Unterschied!

  11. 65.

    Unfuckingfassbar!
    Was eigentlich noch? Die Menschen hatten jetzt echt genug zu Schultern. Ich glaube nicht,"
    Ich glauibe auch nicht, daß einer der Forenhelden hier, die so vehement gegen die GdL anmeckern, auch nur eine Silbe zu den wahren Krisengewinnern verliert.
    Dieser Entrüstungssturm wäre eigentlich regelmäßig bei jeder Konzern-Hauptversammlung angebracht. Oder wenn mal wieder eine Steuer-Schmutzelei auffliegt.
    Dann aber heißt es regelmäßig: Neid. Alles schon mal versteuert.

  12. 64.

    achso, was ich vergaß zu erwähnen: Als Pendler werde auch ich von einem Streik unmittelbar negativ betroffen sein. Trotzdem haben die Lokführer mein vollstes Verständnis. Ich glaube deren gesellschaftlicher Beitrag liegt doch um einiges höher als der eines Politikwissenschafts-Studenten oder eines Gender-Beauftragten an einer Universität (aber das ist natürlich nur meine Meinung)

  13. 63.

    [Ironie] Also bitte, der Applaus letztes Jahr und die warmen Worte aus der Politik müssen doch wohl gereicht haben, jetzt wollen diese gierigen Lokführer auch noch (mehr) Geld? [/Ironie]

    Faszinierend, so mancher Kommentar hier.
    Und wenn sich dann diverse Politiker aller Parteien mit Masken-; Schnelltest- und sonstigen netten kleinen Deals die (selbstverständlich privaten)Taschen auf Kosten der Steuerzahler vollmachen, wird es achselzuckend hingenommen. Jeder macht ja schließlich mal Fehler ...

    Dieses Land hat das Schicksal, dass ihm in einigen Jahren zuteil wird, redlich verdient ...

  14. 62.

    Stimmt Lokführer steigen niemals aus und fahren nur im Kreis. Michael deine Kommentare sind Blödsinn und zeigen nur das du nicht oft in Berlin mit der Bahn fährst.

  15. 61.

    Bin 35 Lokführer letzte Gehaltsstufe 27 Euro ist eine Lüge. Und wenn sie den Beruf wirklich kennen würden Sie nicht Fahrerhaus sagen ich sage mal sie erzählen hier komische Geschichten. Wer redet denn so schlecht über seinen angeblichen Partner. Wenn sie es wüssten dann würden sie wirklich wissen wie beschissen der Job ist keine 3 Schichten im Krankenhaus Sinn sondern heute 3.17 Uhr morgen 4.48 Uhr woanders und das fünfmal hintereinander. Warum gibt's es wohl Nachwuchsprobleme wo wir uns doch für "27" Euro den Hintern breit sitzen. Also alle die hier tönen das sie nur 12 Euro als Pflegekraft verdienen schnell bei der Bahn bewerben für anfangs 13,50 die Stunde.

  16. 60.

    Für alle Jammernden Lockführer hier ,die hier jammern weil sie Schicht arbeiten ,Wochenendarbeit haben und feiertags arbeiten ,das müssen Zb.Pflegekräfte ,Krankenschwestern, usw.usw auch ,und die verdienen deutlich weniger wie ihr ,und haben körperlich eine schwere Arbeit und seelisch eine grosse Belastung, gerade in der Pandemie ,aber auch zu normalen Zeiten
    Solche Belastungen habt ihr nicht !!

  17. 59.

    Wenn lockführer überhaupt Coronaprämie bekommen sollten ,dan müsste es gestaffelt sein ,
    Das Heisst Lockführer haben kaum Risiken ,die bekommen weniger ,Zugbegleiter ,Die Kundenkontakt jeden Tag haben und ein hohes Risiko haben müssten mehr bekommen
    Aber ich bleibe dabei ,Für lockführer überhaupt eine corona Prämie zu fordern ,ist in meinen Augen ungerechtfertigt
    ANDERE haben eher verdient ,Leuten die garkeine Prämie bekommen ,wäre das ein Tritt in den Hintern, und da gibt's genug ,trotz das die auch Risiken haben

  18. 58.

    Solche Abschlüsse wie die GDL das will ,müsste es für euch geben das wäre gerechtfertigt ,lockführer verdienen gut ,und einen Arbeitsplatz ,wo alles gut ist ,gibt es nirgends
    Ich finde es schade das die Arbeit von Pflegekräfte ,Krankenschwestern, usw ,die die Hälfte eines lockführers verdienen ,nicht mehr so gewürdigt wird ,wie noch in der ersten Welle, da hört man kein Danke von der Politik und der Öffentlichkeit mehr

  19. 57.

    Hier sollte die kommenden Jahre stärker in autonom fahrende Systeme investiert werden. Städte wie Nürnberg oder auf Länder in Asien zeigen, was möglich ist. Dann ist hier unser öffentlicher Verkehr unabhängiger und weniger erpressbar.

  20. 56.

    Da wurde ich glaube falsch verstanden ,ich hatte es so gemeint das für Krankenpfleger und Pflegeheimmitarbeitern 1500 Euro gerechtfertigt wären ,und da wäre die Leistung dieser Arbeitnehmer immernoch zu wenig gewürdigt ,den Leuten in Pflegeheimen kann man nur danken ,die Leistung seit über einem Jahr müsste noch mehr gewürdigt werden
    Lokführer haben kaum coronarisiko ,die brauchen keine 750 ,sondern höchstens vielleicht 300 euro

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