Feinstaubbelastung - EU-Bericht bescheinigt Berlin deutschlandweit die schlechteste Luft

Autos, Lkw und Lieferfahrzeuge fahren auf dem Kaiserdamm in der Hauptstadt stadteinwärts (Quelle: DPA/Michael Kappeler)
Audio: radioeins | 17.06.2021 | Kerstin Topp | Bild: DPA/Michael Kappeler

Berlin hat die höchste Feinstaubbelastung aller deutschen Städte. Das geht aus einem Bericht der Europäischen Umweltagentur (EEA) hervor. Allerdings liegt die Luftverschmutzung in der Hauptstadt vergleichsweise noch im moderaten Bereich.

Berlin ist laut einem EU-Bericht zur Feinstaubbelastung die deutsche Stadt mit der schlechtesten Luft. Die Hauptstadt belegt EU-weit Platz 219 von 323 Plätzen.

Die beste Luft in Deutschland gibt es demnach in Göttingen (Platz 29). Europaweit steht allerdings das schwedische Umea mit den niedrigsten Durchschnittswerten an der Spitze der Rangliste, die die Europäische Umweltagentur (EEA) in Stockholm am Donnerstag veröffentlichte. Am Ende der 323 bewerteten Städte rangiert Nowy Sacz in Polen.

Deutsche Städte in gutem oder moderatem Bereich

Feinstaub ist laut EEA von allen Luftverschmutzungsarten die mit den schwerwiegendsten Folgen für die Gesundheit. Bei dem Ranking wurde die durchschnittliche Belastung mit Feinstaubpartikeln der Größe PM 2,5 in den Jahren 2020 und 2019 zugrunde gelegt. Als gut galten Werte unter zehn Mikrogramm pro Quadratmeter, als mäßig von zehn bis unter 15, als schlecht bis unter 25 Mikrogramm und als sehr schlecht die Werte darüber.

Berlin auf Platz 219 wies demnach im Schnitt 13,1 Mikrogramm auf, Göttingen auf Platz 29 nur 7,3. Alle ausgewiesenen deutschen Städte finden sich im guten oder moderaten Bereich.

Schlechte Luft in Osteuropa und Norditalien

Die Städte mit schlechter Luft ballen sich dem Ranking zufolge in Osteuropa und Norditalien - die Stadt Cremona in der Lombardei liegt ebenso über dem Wert von 25 Mikrogramm wie Zgierz in der Woiwodschaft Lodz. Am anderen Ende des Rankings finden sich viele Städte mit guter Luft in Skandinavien und Estland. Das finnische Tampere belegt den zweiten Platz hinter Umea mit 3,8 Mikrogramm, danach kommt Funchal auf Madeira mit 4,2 Mikrogramm.

Allerdings waren eine ganze Reihe von Städten, darunter Köln und Münster, in der Statistik nicht vertreten, etwa weil für sie nicht genug Werte vorlagen.

Sendung: Inforadio, 17.02.2021, 10:43 Uhr

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71 Kommentare

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  1. 71.

    "Ich spreche nicht so ein grün-intellektuelles Deutsch. Danke." Aber eine Suchmaschine ihrer Wahl können sie schon bedienen?

    Kurzum, es sind zuviele KfZ, meist auch nur von einer Person besetzt, für zu wenig Verkehrsraum. Platz ist nicht unendlich.

  2. 70.

    "Ist doch ganz klar, das sind die Braunen, mit einem roten Anstrich." Die Scheinargumente kennen wir. Meist von denen benutzt, die Rechtsextreme und deren Taten verharmlosen wollen.

    KSK, Polizeibeamte in Hessen, Uniter...

  3. 69.

    Blödsinn? Ich würde auch nicht im Stau stehen wenn nicht diese uns allen Autofahrern in einer Nacht-und Nebelaktion übergestülpten Hilfsradwege entstanden wären oder Baustellen mehrmals(wegen unfähiger Planer)wieder aufgemacht würden. Das übelste Beispiel hierfür dürfte wohl die Oberbaumbrücke sein.Aber bei dem Baustadtradt von Frh.-Kreuzberg wundert mich gar nix mehr. Und noch eine Bitte. Erklären Sie mir als einfachem Handwerker bitte mal MIV! Ich spreche nicht so ein grün-intellektuelles Deutsch. Danke.

  4. 68.

    Hallo Lara,
    ich gebe Ihnen recht.
    Und schauen Sie mal hier:
    https://www.rbb24.de/panorama/thema/corona/beitraege/2021/06/corona-impfung-berlin-brandenburg.html

    ER hat's wieder geschafft...

  5. 67.

    Das kommt zugegebenermaßen sehr auf die Verbindung drauf an. Im RE und in der RB ist es in aller Regel sauberer als in der U- und S-Bahn, in der Straßenbahn tendenziell sauberer als im Bus.

    Der M 29 eignet sich auf jeden Fall nicht zum Umsteigen, wer vom Auto weggelockt werden will.

  6. 66.

    Ist doch ganz klar, das sind die Braunen, mit einem roten Anstrich.

  7. 65.

    Blödsinn! Handwerker und auch allen anderen profitieren davon dass der MIV verringert wird. Dann stehen sie nicht mehr 2h im Dauerstau.

  8. 64.

    Sind hier auch Handwerker dabei?
    Haben sie schon mal eine Heiztherme und drei Sack Zement von Rudow nach Pankow mit einem Lastenfahrad transportiert? Und bitte nichts vergessen und zurück müssen.

  9. 63.

    Was ist denn "braunrot"? Manchen Leuten bekommt die Hitze nicht. Vor allem wenn man dunkelbraun ist.

  10. 62.

    Man muss fairer weise auch sagen, dass Städtebau auch eine Entwicklung genommen hat. Das Klima in der Stadt zu berücksichtigen, ist eine junge Disziplin, war aber schon in den "teenieschuhen" auch vor 1989 vorh. Nur ist Bauen immer auch politisch dominiert oder zumin-destens abhängig. Zu viele Abgase können nun mal keine gesunde Luft erzeugen. Dass eine Baumpflanzung in Berlin selbst unter sehr beengten Platzverhältnissen realisiert wurde, zeigt der Nordteil der Berliner Str. in Pankow! Und da war der derzeitige Senat n.n. tätig. In der Bismarckstr. und (Neue) Kantstr. genannt. Unter der Bismarckstr. wird die U2 geführt, Bäume auf ihr "Dach" sind nicht mögl. Aber ein blü-hender Trockenrasen wäre vorstellbar. Auch die Kantstr. und v.a. die Friedrichstr.!- sollten gezielt schatt.spend. Straßenbäume erhalten, statt sie zu kürz Der ÖPNV muss über den Ring hinaus zwing verkürzte Taktzeiten kriegen u. besser erschlossen werden. Nicht in 20 Jahren, sondern jetzt!Da bleiben dann auch Autos ste

  11. 61.

    Ich arbeite in Berlin. Ins Büro fahre ich etwa 30 Minuten mit dem Rad, ca. 9km. In Berlin werden rund 70% der Wege zum Arbeitsplatz mit dem Umweltverbund gemacht, 60% aller zurückgelegten Kliometer passieren im Umweltverbund. (Zahlen von 2018: https://www.berlin.de/sen/uvk/verkehr/verkehrsdaten/zahlen-und-fakten/mobilitaet-in-staedten-srv-2018/).

  12. 60.

    Ja ja, selbst mit braunroten Beiträgen die "Berliner Luft" vernebeln, und sich dann zu beschweren.

  13. 59.

    Und trotzdem kann nicht jeder „im weißen Kleidchen“ die beschmierten Sitze u.a. benutzen. Da müsste sich so viel ändern und diese Hoffnung ist nun sehr utopisch.

  14. 58.

    Schreibt das jemand der nicht in Berlin arbeitet? Ansonsten ist das blödsinnig.

  15. 57.

    Schon niedlich Berlin mit Göttingen gleichzusetzen. Haben ja auch viel gemeinsam! Dann kann man nur sagen Radfahrer ab nach Göttingen und die Protestbewegungen gleich mit die werden sich freuen.

  16. 56.

    Ich hoffe, dass Ihr Kumpel Markus1 die Bedeutung des Wortes " auch " kennt. Ansonsten zeigt Ihr Kommentar, dass Sie noch in den 70-iger Jahren leben als es hieß: " Freie Fahrt für Freie Bürger ". Die Stadt ist zu voll mit Abgasen und auch durch die Verbrenner verursachten Lärm. Es wird Zeit wieder etwas mehr Lebensqualität zu schaffen.

  17. 55.

    Wer gern Autofahren möchte kann ja an den Hockenheimring ziehen. Stadtbewohner ziehen die Stadt vor, weil viel mehr einfach fußläufig oder mit dem Rad erreichbar ist und die Dichte hoch genug ist damit ein ÖPNV funktioniert.

  18. 54.

    So ein Unsinn. Ein KAT erreicht selbstverständlich auch bei 30 Betriebstemperatur. Die emprischen Studien des UBA zeigen grundsätzlich zumindest eine kleine Verbesserung bei den Schadstoffen (https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/2546/publikationen/wirkungen_von_tempo_30_an_hauptstrassen.pdf). Ziel von einheitlich Tempo 30 ist aber vorallem Alternativen zum Auto attraktiver zu machen. Elektrokleinfahrzeuge zum Beispiel, die nur 45 fahren können, fühlen sich im Stadtverkehr bei 30 deutlich sicherer an als wenn man 15km/h langsamer ist als die dicken SUVs um einen herum.

  19. 53.

    Sprich: Der Verbrenner ist nicht sauber zu bekommen. In Städten wird nun einmal oft langsamer gefahren. Sei es nun wegen 30er-Zonen in Wohngebieten (absolut sinnvoll, siehe Bremsweg) oder im Stau. Auch Stop & Go lässt sich selbst mit grüner Welle nicht vermeiden (Stau, abbiegen etc.).

    Ergo: Verbrenner in Innenstädten verbieten.

  20. 52.

    In Berlin werden mehr Verkehrsleistungen per ÖPNV erbracht als mit dem Kfz. Das können Sie in allen Statistiken nachlesen. Nur vom Bild, also der Anschauung her sieht das anders aus. Und das deswegen, weil das Kfz. unverhältnismäßig viel Platz wegnimmt, ohne jeweils nennenswert etwas zu bewegen.

    Also: Zählen Sie einfach die Zahl der Menschen, die sich in einem Kfz. befinden, vergleichen Sie den in Anspruch genommenen Raum, addieren das auf und vergleichen es mit der kompakten und nötigen Bewegung mit dem ÖPNV.

    Eine S-Bahn ersetzt 1.000 Autos, eine U-Bahn gut 500, eine einzige Tram gut 250, d. h. jeweils ein einziges Fahrzeug bei insgesamt überschaubaren Kosten. Vor allem bei der Tram. Es geht um die Wertschätzung städtischen Raumes.

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