Schulwahl in Berlin - Die Angst vor der Kiezschule

Berliner Kinder in einer Grundschule (Quelle: rbb/Laura Kingston)
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Video: rbb Fernsehen | 12.06.2021 | Laura Kingston, Nico Schmolke | Bild: rbb/Laura Kingston

Eigentlich sollen Berliner Kinder dort zur Grundschule gehen, wo sie wohnen. Aber: Mehr als ein Drittel der Eltern entscheidet sich gegen die Einzugsschule. Alle wollen das Beste für ihr Kind, doch das könnte fatale Folgen für die Gesellschaft haben. Von Laura Kingston

August kann es kaum erwarten: Er will unbedingt eingeschult werden. Wo, ist dem Fünfjährigen herzlich egal. Er denkt ohnehin nur an eins: "Zuckertüte, Zuckertüte, Zuckertüte", schreit er.

Mit seiner Mutter, Anne-Marja, sitzt er auf dem Dielenboden eines Neuköllner Altbaus, nahe Hermannplatz. Anne-Marja ist die künftige Grundschule ihres Sohns alles andere als egal. "Ich will ihm auch nichts dadurch verwehren, dass ich die falsche Schule auswähle." Die Schulwahl für August beschäftigt sie seit Monaten. Ihre Einzugsschule wäre die Rixdorfer Grundschule. Aber diese hat einen schlechten Ruf bei befreundeten Eltern. Teilweise ziehen sie aus Neukölln weg, in die Randbezirke, um den unbeliebten Einzugsschulen auszuweichen.

Berliner Kinder in einer Grundschule (Quelle: rbb/Laura Kingston)
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Einzugsschulen zunehmend unbeliebt

Ein Trend in der Berliner Elternschaft: Zum Schuljahr 2020/2021 hat sich etwa ein Drittel gegen die Einzugsschule entschieden. Das ergab eine kleine Anfrage der bildungspolitischen Sprecherin der FDP, Maren Jasper-Winter, im Berliner Abgeordnetenhaus. Am wählerischsten sind die Eltern demnach in Charlottenburg-Wilmersdorf. Hier gaben im Jahr fast 70 Prozent der Eltern einen Wechselwunsch an. In Neukölln war es jeder zweite Haushalt.

In Gesprächen mit Schulleitern und Eltern werden unterschiedliche Gründe genannt: Manche Eltern wollen ein besonderes Schulprofil, andere wenden sich komplett vom staatlichen System ab. Manchmal ist es aber auch eine Flucht vor der Kiezschule, der ein schlechter Ruf vorauseilt.

Schulleiter Kolbe: "Kinder verlernen hier kein Deutsch"

Augusts Einzugsschule, die Rixdorfer Grundschule, fällt in die letzte Kategorie. Sie ist eine der Schulen in der Statistik, die bedeutend mehr "Wegwünsche" als "Hinwünsche" von Eltern aus dem Kiez haben. "Ob das vielleicht auch eine Sorge ist davor, dass ihr Kind hier Deutsch verlernt oder so, das weiß ich nicht. Das kann man vermuten, aber es ist nicht so. Die verlernen hier kein Deutsch." Worauf Andreas Kolbe, Schulleiter der Rixdorfer Grundschule, anspielt, ist der sogenannte "ndH-Wert" der Schule, also der Anteil der Schülerinnen und Schülern mit "nicht-deutscher Herkunftssprache". Diese Bezeichnung wird von der Berliner Senatsverwaltung für Bildung so verwendet und soll als Indikator dafür dienen, welche Kinder zu Hause nicht Deutsch sprechen. In der Rixdorfer Grundschule liegt der Anteil bei etwa 90 Prozent.

Berliner Kinder in einer Grundschule (Quelle: rbb/Laura Kingston)

Die Senatsverwaltung für Bildung hält an der Erhebung und Veröffentlichung des "ndH-Werts" fest. Auf Anfrage von rbb|24 heißt es: "Das Merkmal ndH zielt weder auf Staatsangehörigkeit, Nationalität, ethnische Herkunft, Einreisezeitpunkt oder Aufenthaltsstatus ab, sondern ausschließlich auf die Sprachkompetenz von Kindern und Jugendlichen." Zudem sei es "die Grundlage für die Zumessung der strukturellen Unterstützung [in Sachen] Sprachförderung" der Schulen.

Segregation vor allem in diversen Kiezen

Gerade in sozial und kulturell diversen Berliner Kiezen ist eine Segregation der Schulen seit Jahren bemerkbar. Der Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration hat vor zehn Jahren eine Studie in Auftrag gegeben, um die Spaltung an Berliner Schulen zu untersuchen [svr-migration.de/PDF]. Das Ergebnis: An vielen Schulen liegt der Anteil von Menschen mit Migrationsgeschichte teilweise bei mehr als 75 Prozent über dem des Schulbezirks. Die Organisation macht dafür auch den öffentlich einsehbaren "ndH-Wert" verantwortlich.

Gewissenskonflikt: Kiezschule oder doch lieber privat?

Anne-Marja trifft sich Anfang April mit ihrem Ex-Partner und Augusts Vater Konstantin. Sie haben ein digitales Vorstellungsgespräch bei einer freien Schule in Prenzlauer Berg. Es ist eine von neun privaten Schulen, bei der sie sich bisher beworben haben. Vorteile: ein freies Lernkonzept, kleine Lerngruppen und jeden Tag frisches Bio-Essen. Nachteile: Sie kostet Geld und ist acht Kilometer von Anne-Marjas Wohnung am Hermannplatz entfernt.

Aber auch die Kiezschule hätte Vorteile: der kurze Schulweg, die Schulfreunde in der Nachbarschaft. Und eben viele kulturelle Hintergründe. Das überzeugt Konstantin nicht – er sieht die Schülerschaft eher "als Monokultur". Das Gespräch mit der freien Schule dauert eine halbe Stunde - bis zur Zu- oder Absage wird es Wochen dauern.

Berliner Kinder in einer Grundschule (Quelle: rbb/Laura Kingston)

Als Brennpunktschule abgestempelt

Die Rixdorfer Grundschule liegt auf der Donaustraße. Direkt gegenüber das Büro des Quartiersmanagements "Donaustraße Nord" – eine Institution, die sogenannte benachteiligte Kieze in Berlin bekommen [quartiersmanagement-berlin.de]. In dem Quartier "Donaustraße Nord" bekommt ein Drittel der Haushalte Sozialhilfe. Doppelt so viele wie im Berliner Durchschnitt. Trotzdem betont Schulleiter Andreas Kolbe "Wir sind keine Brennpunktschule. Wir sind eine Schule im sozialen Brennpunkt – und ein Stabilitätsanker für die Kinder."

Kiezschule: Durchmischung als Schlüssel zum Erfolg?

Und der Kiez verändert sich: Inzwischen besuchen mehr Kinder weißer, bildungsnaher Eltern die Rixdorfer Grundschule als noch vor einigen Jahren. Auch, weil sich vor drei Jahren die "Initiative Rixdorfer" gegründet hat, deren Ziel es ist, Eltern ihre Ängste zu nehmen und mehr dazu zu bewegen, ihr Kind an der Kiezschule anzumelden. Eine Durchmischung von Kindern aller sozialer und kultureller Hintergründe sehen Bildungsforscherinnen wie Juliana Karakayali von der Evangelischen Hochschule Berlin als Schlüssel zu mehr Bildungsgerechtigkeit.

Berliner Kinder in einer Grundschule (Quelle: rbb/Laura Kingston)
Bild: rbb/Laura Kingston

Schulanmeldung als Politikum?

Augusts Einschulung als politisches Statement für mehr Bildungsgerechtigkeit zu verstehen, geht Anne-Marja zu weit: "Ich kann am Ende auch nicht die Welt retten", sagt sie. "Ich versuche, nachhaltig zu leben und so sozial wie möglich zu sein. Und irgendwo sind meine Grenzen. Also hier sehe ich jetzt so eine Grenze." Ende April bekommt Anne-Marja eine Zusage von der Freien Schule am Mauerpark.

Sendung: rbb Fernsehen, 12.06.2021, 17:20 Uhr

Die Kommentarfunktion wurde am 12.06.2021 um 13:06 Uhr geschlossen

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Beitrag von Laura Kingston

46 Kommentare

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  1. 46.

    Der Satz hat nichts mit Rassismus zu tun. Es geht um "weiße, bildungnahe Eltern" im gegensatz zu "weißen, bildungsfernen Eltern". Das Sie als Gegensatz direkt an "nicht weiße, bildungsferne Eltern" denken etlarvt ihre rassistische Denkstruktur, nicht die der Autorin.

  2. 45.

    "Es ist eine von neun privaten Schulen, bei der sie sich bisher beworben haben. Vorteile: ein freies Lernkonzept, kleine Lerngruppen und jeden Tag frisches Bio-Essen."
    Tja, und welche staatliche "Ghetto-Penne" kann das schon bieten. Da kann ich doch alle Eltern verstehen, die ihr Kind lieber in eine freie Schule einschulen lassen wollen. Mir tun nur die Kinder leid, welche nicht diese Möglichkeit haben.

    "Inzwischen besuchen mehr Kinder weißer, bildungsnaher Eltern die Rixdorfer Grundschule..."
    Wie jetzt, Kinder von Albino-Akademikern?
    Oder kann es sein, dass selbst der stets politisch-(über)korrekte rbb|24, nicht ganz frei von Rassismus ist?!
    Mir persönlich ja egal, da ich eh nichts von dieser scheinheiligen, verlogenen und heuchlerischen Political-Correctness halte. Aber von euch "Fanboys", erwarte ich da schon sehr viel mehr Unterwerfung und Hingabe.

  3. 44.

    Die Selbstgerechten

  4. 43.

    Das kann auch nach hinten losgehen. Habe mich für mein Kind auch gegen die Einzugsschule entschieden und es lieber auf eine teure, katholische Privatschule geschickt. Das Ergebnis war 4 Jahre Mobbing. Weder Lehrer, Erzieher, Ämter konnten wirklich helfen. Umzug und Kind auf eine staatliche Schule mit hohem Ausländeranteil umgemeldet. Ergebnis: Kind glücklich, Noten super, Lehrer, Schüler, Schule top.

  5. 42.

    " Wir schaffen das " , liegt ja erst 6Jahre zurück. Wenn es so weiter geht, driftet die Gesellschaft noch weiter auseinander.

  6. 41.

    Bisher wurde es nur von deutscher Seite aus betrachtet. Unser Sohn geht in die zweite Klasse in Buckow und ist der einzige Junge deutscher Herkunft. Er spielt gern mit den anderen Kindern. Was wir nur festgestellt haben, ist das die einzelnen Kulturkreise unter sich bleiben. Wenn wir fragen, ob die Kunder mit ihm spielen wollen, ja, dann spielen sie. Aber keiner von den Kinder fragt ihn mal. Alle bleuben in ihren Kreisen. Aber wir sind die Rassisten, weil 99% ndH vielleicht zu viel sind?

  7. 40.

    Es soll auch Menschen geben, die nicht für soviel Migration und Buntheit in der Stadt sind und auch die Bildungschancen der eigenen Kinder hoch halten wollen.
    Aber die nennt man im Regelfall nicht verlogen, sondern stellt sie lieber in die rechte Ecke ...

  8. 39.

    Durchmischung und Integration sind hehre Ziele!

    Aber wer wird wohin integriert bei einem Anteil von > 80% "nDH"-Kindern ?

    Als Vater eines "DH"-Kindes würde ich auch ALLES versuchen, dass MEIN Kind eine reelle Chance hat, in seiner Herkunftssprache und -Kultur zu lernen ...

    Er soll erst mal die "indigene", also deutsche Sprache und Kultur kennenlernen, bevor er sich mit Sprache und Gebräuchen der vielfältigen migrierten Kulturen beschäftigt!

  9. 38.

    Ich möchte zu dem Film noch 3 Dinge anfügen:
    1. es geht nicht darum, dass "bio-deutsche" Kinder keinen Kontakt zu Kindern ndH haben sollen, sondern dass es suboptimal ist, wenn ein Großteil der Schülerschaft einer Schule/Klasse ndH ist. Das ist weder rassistisch noch gegen soziale Durchmischung, sondern ein Problem der Ghettoisierung.
    2. Die "ndH"-Quote ist auch nur ein Indikator für weitere Probleme, die bei großem Anteil von Schülern mit Migrationshintergrund nach sich gezogen werden (siehe auch mein anderer Beitrag, sofern freigeschaltet). Es gibt ja auch Elite-Schulen mit hoher ndH-Quote, wo dann bildungsnahe Schüler aus diversen Kulturen (bspw. Diplomatenkinder, Kinder von Expats usw.) eingeschult sind. Hier wäre eine hohe ndH-Quote sicherlich positiv. Das lässt sich aber so nicht 1:1 auf Schulen in sozialen Brennpunkten übertragen.
    3. Leider wird in dem Beitrag nur marginal auf weitere Probleme wie Kriminalität, Mobbing und sonstige Konflikte eingegangen.

  10. 37.

    Diese Doppelmoral ist mir auch im Bekanntenkreis begegnet. Jahrelang jede Kritik an Migrationspolitik, Multikulti oder Leitkultur als AfD oder rechts bezeichnen und dann die Kinder auf die Privatschule schicken. Dabei wäre die Schule als Ort an denen Kinder in Mathe, Deutsch etc. 24/7 "kultiviert" werden ja genau im Fokus einer Kulturdebatte, stattdessen hat man solche Debatten politisch, wie um die Leitkultur, mit Bier und Würstchen ins lächerliche gezogen. Mittlerweile halte ich solche links-naiven Menschen genauso gesellschaftlich zerstörerisch wie die AfD selbst. Obwohl in meinen Augen sind die nicht mal Links sondern nur um ihr Selbstbild bemüht - Lifestyle Linke.

  11. 36.

    Ich war naiv, ich habe mein Kind 2016 an die Kreuzberger Einzugsgrundschule geschickt. 60% ndH, die Schule machte einen guten Eindruck, ich dachte: Wird schon ok sein. Was passierte? Drei arabischstämmige Jungs, alle schon 9, fast 10 Jahre alt, die aufgrund von "Verweilen" und "JÜL" noch mit den - deutlich lernwilligeren und lernfähigeren - gerade Sechsjährigen in einer Klasse waren, und die Kleinen systematisch mobbten, schlugen, traten, Sachen wegnahmen.... eine überforderte Klassenleitung, desinteressierte Eltern, eine unwillige Schulleitung. Unser Kind hatte Albträume, körperliche und seelische Verletzungen, nässte plötzlich wieder ein, entwickelte Schulangst.

    Zur zweiten Klasse sind wir an eine private Grundschule ausgewichen, wie übrigens noch vier (!) weitere Kinder derselben Klasse. Inzwischen ist mein Großer zur 5. Klasse auf ein gutes Gymnasium gewechselt und unseren kleinen Sohn schicken wir in zwei Jahren direkt an die private Grundschule.

  12. 35.

    Die SPD stellt seit 2002 den Bildungssenator/Bildungssenatorin und hatte stets hohe Ansprüche, aber der Zustand des Bildungssystems ist desolater denn je. Und das liegt nicht an fehlender Farbe und verstopften Kloschüsseln. Es herrscht keine Ordnung und es werden zuviele Experimente veranstaltet. Man denke nur mal an die Ära Zöllner. Alles hängt ausschließlich vom persönlichen Engagement und Anspruch der Schulleitung und der jeweiligen Lehrer ab (der übrigens nicht annähernd adäquat bezahlt wird). Und genau diese Konstellation kann sich während der Schulzeit auch ändern. Aus leidvoller Erfahrung mit 2 Jungs und der jeweiligen "Kiezschule" kann ich sagen, dass ich diesen Fehler nicht noch einmal machen würde. Auch wenn es Geld kostet, würde ich jedem raten, der es sich leisten kann, eine Privatschule oder Ersatzschule zu wählen. Das kostet zwar anfangs mehr Geld, erspart einem später aber Schulabbruch und Ausbildungslosigkeit und entlastet dann auch das Sozialsystem

  13. 34.

    Auch eine Art Rassismus, wenn Eltern ihre Kinder nicht dort einschulen lassen wollen, wo mehrheitlich Menschen mit einem anderen kulturellen Hintergrund eingeschult werden. Das setzt sich übrigens im Leben fort, in der Ausbildung, beim Einstellungsgespräch, bei der Wohnungssuche. Wir sind eine so tolle und tolerante und weltoffene Gesellschaft. Oder etwa doch nicht?

  14. 33.

    Kann ich verstehen. Wer möchte sein Kind im sozialen Brennpunkt in die Schule schicken? Zumal dort oft nur Kinder sind, deren Eltern es nicht kümmert, ob die Kinder was lernen oder nicht. Dementsprechend verhalten sich die Kids dann auch, weil sie später sowieso die Schule abbrechen. Das ist kein ideales Umfeld für Kinder, die wirklich aktiv am Unterricht teilnehmen möchten.

  15. 32.

    Es gibt mehrere Probleme an solchen Schulen:
    - sprachliche Defizite --> Anpassung des Unterrichtsniveaus, da Dinge öfter und anders erklärt werden müssen
    - in den Pausen wird von vielen nicht oder wenig Deutsch gesprochen --> Freunde finden ist schwieriger
    - kulturelle Unterschiede, die schwer zu überbrücken sind
    - teilweise Mobbing von Kindern anderer Religion oder Ethnie, insbesondere von Juden
    - Tragen fremdländischer Konflikte in die Schulen (bspw. Israel-Palästina)
    - ggf. sehr bildungsferner Freundeskreis mit entsprechendem Einfluss auf das eigene Kind
    - verstärkte Probleme mit Gewalt und Drogen an Schulen in sozialen Brennpunkten
    - Vermittlung nicht-integrierter Weltbilder (Sichtweise auf Frauen, Schwule, gegen Demokratie und Säkularität etc.)
    - schlechtere Anerkennung von Abschlüssen an solchen Schulen (schon jetzt zählt das Berliner Abi weniger als das Bayerische bspw.)
    Warum sollte ich also die Zukunft meines Kindes gefährden? Der ndH-Wert muss öffentlich bleiben!

  16. 31.

    So ist es. Spätestens bei der Einschulung der eigenen Kinder, hört die Freude an „Multikulti“ auf. Natürlich leiden die muttersprachlichen Kinder im Berliner Bildungssystem darunter, wo jeder und jede mitgenommen werden soll, egal wie die Sprachkenntnisse sind. Das ist nunmal gelebte Realität und hat nichts mit Rassismus zu tun.

  17. 30.

    Ja Kinder sind sehr grausam. Ich habe das in meiner Kindheit am eigenem Leib verspürt. Und ich habe von einer Freundin aus Neukölln gehört.deren einzigste Tochter in einer Klasse mit arabischer und afrikanischer Herkunft. Sie wurde nur gemoppt!

  18. 29.

    Dann sollen sie doch bitte diese schlimmen Bezirke verlassen, wahrscheinlich werden die Mieten für andere dann wieder bezahlbar.

  19. 28.

    Wir haben bei der Einschulung unseres Sohnes in Kreuzberg Ähnliches erlebt. Keiner konnte uns sagen, was eigentlich das Problem mit der Einzugsschule sei. In der Kita schwimmen die Eltern in einer "internationalen" akademischen mono-Suppe und sehen sich selbst als "links" und integrativ und inklusiv und all das. Bei der Einschulung, als es wirklich darum ging sich in den Kiez zu integrieren, waren sie dann alles nur nicht das. Anzeichen starker kognitiver Dissonanz. Das eigene Handeln hatte nichts mit dem zu tun was sie einem erzählten und noch immer erzählen. Am Ende des Tages bin ich auch froh, dass sie auf ihre "alternativen" Schulen gegangen sind - sie fahren durch die halbe Stadt zur Katze im Sack... ich muss sie nun nicht mehr ertragen. Wir haben dadurch eine klein v.a. vom Bildungshintergrund durchmischte Klasse ohne viel Aufregung.(Und lustig, wie der Vater sagt, die Erzieherin sei doch türkisch...könnte ein Kommentar aus unserer Kita sein.. schrecklich).

  20. 27.

    Dieser bedauerliche Zustand ist eine Folge der Bildungspolitik der letzten Jahrzehnte. Nach den Sparmaßnahmen, welche in den 90ern begannen, gibt es schon seit Jahren einen eklatanten Lehrermangel an Grundschulen, was zur Folge hat, dass 70% der Neueinstellungen mit Quereinsteigern besetzt werden, welche nicht voll ausgebildet sind und fast alle an Brennpunktschulen landen. An diesen wäre gutes und erfahrenes und motiviertes Personal gefragt und keine überbelasteten, alleingelassenen Anfänger. Ignoriert wird auch seit Jahren, dass in einer Stadt, in der Mohamed der häufigste Jungenname ( Geburtenstatistik 2019) ist, endlich einmal ausreichende Maßnahmen mit entsprechenden finanziellen Hintergrund unternommen werden müssen, um sprachliche und soziale Nachteile auszugleichen und Bildungsgerechtigkeit zu schaffen. Soziale Not , Bildungsferne, Sprachbarrieren und mitunter kulturell bedingte Respektlosigkeit gegenüber weiblichen Lehrern führen zu Zuständen, die Eltern ihren Kindern ersparen möchten. Als Lehrerin an einer Berufsschule weiß ich , dass Schüler*innen , die aus Schulen aus „Problemkiezen“ kommen, durchaus schlechtere sprachliche und fachliche Kompetenzen haben als andere und das unabhängig von ihrer ethischen Herkunft und Intelligenz. Und weil das so ist, werde ich mein Kind auch auf einer Privatschule einschulen und nicht auf der schlecht ausgestatteten Einzugsschule ohne Internet dafür aber mit einer hohen Anzahl von gemeldeten Gewaltdelikten.

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