Umbaupläne vorgestellt - Der Potsdamer Platz soll bis 2025 grüner und autofrei werden

(Quelle: rbb)
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Aus neu mach neuer: 23 Jahre nach seiner Eröffnung soll das ehemalige Daimler-Areal auf dem Potsdamer Platz umgestaltet werden. In vier Jahren dürfte es rund um die Arkaden merklich grüner aussehen. Auch Autos sollen dort dann tabu sein.

Der Potsdamer Platz in Berlin-Mitte soll umgestaltet werden. Dafür hat am Donnerstag der Eigentümer des einstigen "Daimler-City"-Areals, das kanadische Unternehmen Brookfield Properties, die Pläne vorgestellt.

Umfragen unter den Besuchern des Quartiers hatten ergeben, dass sich die Menschen mehr Grün und weniger Autos wünschen. Deshalb soll unter anderem die Alte Potsdamer Straße vom Potsdamer Platz bis zum Marlene-Dietrich-Platz zur Fußgängerzone mit Außengastronomie umgestaltet werden. Statt Asphalt soll weiträumig Naturstein-Pflaster verlegt, ein großes Wasserspiel errichtet und ein natürlicher Regenwassergarten angelegt werden.

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Die Pläne des beauftragten Architekten Oliver Schulze Bild: rbb

Die Einkaufspassage Potsdamer-Platz-Arkaden soll sich stärker zu den angrenzenden Straßen öffnen. Das Shopping-Center wird schon seit einem Jahr umfangreich umgebaut. Nach der Sanierung sollen nach rbb-Informationen 90 Shops und mehrere Themenwelten - von Fashion über Technologie bis Entertainment - entstehen. Markthallen sollen darunter sein, gehobene Gastronomie und Premiumgeschäfte sollen geplant sein.

Im nächsten Jahr sollen die Umbauten in den Arkaden abgeschlossen sein, die Außenanlagen sollen bis 2025 umgestaltet werden. Das Bauprojekt soll insgesamt 200 Millionen Euro kosten.

Areal wurde vor 23 Jahren fertiggestellt

Während der 1990er Jahre war der Potsdamer Platz die größte innerstädtische Baustelle Europas. Auf der Brache entstanden vier verschiedene Quartiere: das nordwestlich gelegene "Sony Center", nordöstlich der Sitz der Holding der Deutschen Bahn mit dem Bahntower, südlich davon die "Daimler-City" mit dem "Atrium Tower" (erkennbar an dem markanten grünen Würfel auf seiner Spitze) sowie südwestlich der Marlene-Dietrich-Platz mit dem Theater am Potsdamer Platz, dem Spielkasino, dem Luxushotel Grand Hyatt Berlin sowie den Potsdamer Platz Arkaden.

Der Berliner Senat verkaufte das Daimler-Benz-Areal Ende der 1990er Jahre an den Autokonzern. Fertiggestellt war das Gelände 2001. Nach mehreren Besitzerwechseln ist seit 2016 der kanadische Konzern Brookfield Properties Eigentümer.

Sendung: Abendschau, 3.6.2021, 19:30 Uhr

29 Kommentare

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  1. 29.

    Hier soll es weniger um den Potsdamer Platz gehen als vielmehr um das Hinterland.

  2. 28.

    Alice, ich bin enttäuscht und bessere Statements von Dir gewohnt. :( Schönes Wochenende. Werde mir vielleicht mal wieder einen RE-Streifen ansehen... ;) Neue Serie kommt ja bald.

  3. 27.

    Die Idee gefällt mir, ist aber leider eher Utopie. Wie im Bericht geschrieben, entsiegelte Straßen, ein paar Bäumchen mehr, Wasserspiel - naja, warum nur Eines, Fassadenbegrünung, Dachgärten, den künstlichen Teich südwestlich des Theaters "aufhübschen" und mehr. Müssen ja keine hängenden Gärten werden, aber da geht ein ganze Menge um von diesem architektionischen Stil einer durchgeknallten, zugigen Baustoffhandlung weg zu kommen. Bei der Gelegenheitheit könnte man auch gleich die dortigen "Schnellfresstempel" entsorgen. Zusammen wäre das gut für das Stadtklima, die Umwelt und die Gesundheit. Freeclimbing am Mt. Grand Hyatt, ergometergestützte Handyladestation - auch die "blöden" Ideen würden mir nicht ausgehen.

  4. 26.

    "Nichtstun und warten bis die Natur diesen von selbst entsiegelt hat, ist ein typischer Weg von was für Leuten?"
    SUV-Lobby - also diese Fans der "Möchtegerngeländewagen". Downhill ... rein ins Schlagloch ... ADAC ... raus aus dem Schlagloch.

  5. 25.

    "Kann man ja auch die U und s Bahn streichen."
    Coole Idee! Schon 'n Farbvorschlag auf Tasche?

  6. 23.

    Was unsinnig ist und was nicht bestimmt wer genau...? Politiker werden das nicht beantworten können, zumindest in diesem Fall nicht: am Pdm. Platz ist ein p r i v a t e s Unternehmen Eigentümer. Die richten sich auch nach den Betroffenen, lt. Befragung. Das lassen bestimmte moralisierende Politiker bei sich selber nicht so zu: Bergmannkiez, Karl-Marx-Allee sind Beispiele. Und was den Ostpreußendamm angeht: Nichtstun und warten bis die Natur diesen von selbst entsiegelt hat, ist ein typischer Weg von was für Leuten?

  7. 22.

    Da haben Sie recht !! Ich denke das Aufwand und Kosten für diese kurze aber dennoch sehr sinnvolle Tunnelverbindung sicher überschaubar währen .

  8. 21.

    Meinen Sie, die Autolobby liest hier mit? Oder meinen Sie ganz normale Autofahrer?

  9. 20.

    Das Zusatzschild Strassenschäden wird Standard, da es nicht vom Senat beschlossen werden muss, bei einer normalen 30er Zone muss man einen Antrag stellen und diesen Begründen. So kann man natürlich auch 30er Zonen einführen.

  10. 19.

    Ich gebe Ihnen in vielen Dingen recht und ich glaube das neben diesen Umbauten auch noch deutlich mehr in Sachen ÖPNV geschehen muss auch wenn der Potsdamer Platz auch heute schon recht gut erschlossen ist so fehlt nach wie vor die direkte S Bahn Linie 21 zum Berliner Hauptbahnhof , der Flughafen Express zum BER und die Straßenbahnlinien vom Alexanderplatz zum Kulturforum/ Steglitz und von Neukölln über Potsdamer Platz zum Zoo . Erst wenn diese wichtigen Maßnahmen umgesetzt sind wird es auch langfristig eine deutliche Verbesserung der Situation an diesem wichtigen Ort Berlins geben . Die geplanten Zeiträume die bis auf den Flughafenexpress alle erst nach 2030 stattfinden sollen sind ein Witz !!

  11. 18.

    Der Potsdamer Platz „reine Kulisse „ . Und jetzt möchte man ihn wie ein Eisenbahnmodell aka Celle umwandeln! .?

  12. 17.

    Ein Umstieg von der U2 zur S-Bahn und Regionalbahn wäre gut, wobei man nicht eine Straße ohne Ampel dabei überqueren muss.
    Wurde scheinbar damals vergessen, ein Stück Tunnel zu verlängern.

  13. 16.

    Obwohl ich leidenschaftlicher Autofahrer bin und meine Flexibilität sehr schätze, befürworte ich durchaus die (Privat-)auto-freie Innenstadt. Da ist man eh nicht flexibel sondern nur im Stau. Allerdings muss dann die Infrastruktur drumherum für alle Bürger stimmen. Unsere Stadt scheint ja nur noch aus Radfahrern zu bestehen, die immer Recht haben! Es gibt Alte, Behinderte, Kinder usw., die brauchen Anbindung und gutes Vorankommen! Ein ganz wichtiger Hinweis scheint mir der auf das Pflaster und die entsprechende Benutzbarkeit für Kinderwagen, Rollstühle etc. zu sein...mitdenken, nicht verschlimmbessern...

  14. 15.

    Also wer von der Autolobby hier ist denn tatsächlich jemals durch diese Straße gefahren? Ich bezweifle, dass es viele sind…
    Und jetzt Friday for future die Schuld daran zu geben ist ja an Lächerlichkeit nicht mehr zu überbieten!

  15. 14.

    Die "Investoren"; ist komplett Privatbesitz. Die Privatstraßen sind Überbleibsel von Daimler, denen das Gelände im ehemaligen Grenzgebiet nach dem Mauerfall für nen Appel und ein Ei defakto geschenkt wurde.
    Gut, wenn die da ein paar Bäume pflanzen. Besser wären diesbezügliche Auflagen der Stadt bei Neubauvorhaben. Und hoffentlich wird bald damit aufgehört auf Grünanlagen und noch offenen Plätzen zu bauen. Es gibt vielerorts immer mehr sinnvolle Vorschläge für den Autobahnrückbau zugunsten der Wiederherstellung der einstigen Wohnbebauung - mit modernen Wohngebäuden und der nötigen sozialen Infrastrukur.

  16. 13.

    Soso, aus dem gesichtslosen Würfel-Viertel wird das Gleiche, nur mit Baum und Springbrunnen. Allet für die Touristen. Denn Ballina gehen DA NICHT hin. War dette schön, als da noch nix war, die Schweizer Botschaft, Weinhaus Huth, und WIESE. Wenn's da ja wenigstens Wohnplatten gäbe statt Bürotürme...

  17. 12.

    Toeter als tot geht das ueberhaubt? Vom verkehrsreichsten Platz einst zum Was?

  18. 11.

    "Berlin – Die Sinfonie der Großstadt ist ein deutscher experimenteller Dokumentarfilm von Walther Ruttmann, der im September 1927 in Berlin uraufgeführt wurde."
    Soviel das Filmlexikon. Der Streifen ist weltberühmt geworden und hat zum Mythos Berlins maßgeblich beigetragen.
    Ob 2027 Berlinale durch einen neuen zeitgemäßen Film geöffnet wird, bleibt abzuwarten. Der Arbeitstitel könnte dann "Berlin - Die Kantate eines Dorfes" sein.
    Es ist faszinierend, dass Menschen weltweit nicht Dörfer, sondern Großstädte als ihre Reiseziele wählen und nach dem sie schon ankommen, offensichtlich keine Großstadt sondern am liebstem ein dörfliches Idyll um sich herum hätten. Könnte es sein, dass die Umfrage wenig differenziert (sind Sie für mehr grün, ja oder nein) gestaltet wurde?

  19. 10.

    Also Hr. Neumann, meinen sie nun den Architekten oder den Arschitekten?? Und das ausgerechnet von ihnen.

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