Olympiastadion in Regenbogenfarben - "Ganz, ganz stark": So reagiert das Netz auf Berlins Zeichen für Vielfalt

Der Innenraum des Berliner Olympiastadions bei Nacht
Bild: imago images/Picture Point LE

München darf nicht, also springt der Rest des Landes ein: Nach dem UEFA-Verbot für eine Stadion-Beleuchtung in Regenbogenfarben greift unter anderem Berlin die Aktion für Vielfalt auf. Die Ankündigung bestimmt in Deutschland den Tag im Netz.

Diese Meldung machte am Dienstag schnell die Runde in den Sozialen Medien: Das Berliner Olympiastadion wird während des EM-Spiels der deutschen Nationalmannschaft gegen Ungarn in Regenbogenfarben erstrahlen. Damit beteiligt sich das Stadion an einer landesweiten Aktion weiterer Spielstätten, die sich für mehr gesellschaftliche Vielfalt und gegen Diskriminierung stark macht.

Zuvor hatte die UEFA die Beleuchtungsaktion für die Allianz Arena in München untersagt. Dort findet am Mittwoch ab 21 Uhr das Europameisterschaftsspiel statt. Die Begründung des Verbands: Die Regenbogenbeleuchtung sei eine politische Aktion und verstoße damit gegen die Richtlinien.

Tausende befürworten die Aktion bei Facebook & Co.

Unter den rbb|24-Beiträgen in den Sozialen Netzwerken sammeln sich schon kurz nach der Veröffentlichung mehrheitlich Befürworterinnen und Befürworter der Aktion - allein bei Instagram versehen fast 11.000 Menschen (Stand: Dienstagabend, 20:30 Uhr) die Ankündigung mit einem Herz.

"Stark! Und jetzt bitte alle anderen Stadien nachziehen!!🏳️‍🌈 Indem die UEFA die Regenbogenfarben in München verbietet, sendet sie ein ganz aktiv fatales Signal in die Welt", schreibt beispielsweise ein Instagram-Nutzer unter das Bild. "Ganz ganz stark 🏳️‍🌈🏳️‍🌈🏳️‍🌈" findet auch eine Nutzerin.

#Regenbogenfarben trendet bei Twitter

Auch beim Kurznachrichtendienst Twitter bestimmt das Thema den Nachrichtentag. So trenden beispielsweise Hashtags wie #Olympiastadionberlin, #Pride, #Regenbogenfarben oder #UEFA.

Vereinzelte kritische Stimmen

Wie so oft sind sich Menschen bei einem Thema in den Sozialen Medien alles anderes als vollends einig - so auch beim Olympiastadion. So schreibt beispielsweise eine Frau bei Facebook: "Ich bin sehr tolerant, frage mich aber, ob dieser Hype nicht eher zum Gegenteil dessen führt, was eigentlich erreicht werden soll?! Die Menschen sind doch eher davon genervt, als dass sie sich über dieses Thema positive Gedanken machen möchten." Andere halten das Projekt schlicht für "Stromverschwendung".

Allerdings: Rein numerisch findet die Aktion des Olympiastadions sehr deutliche Zustimmung.

Die Kommentarfunktion wurde am 23.06.2021 um 16:53 Uhr geschlossen

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78 Kommentare

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  1. 77.

    Ich komm mir so dermaßen im falschen Film vor.. Ich frage mich ernsthaft,ob dieses Land verrückt geworden ist.. Das war tatsächlich die Hauptnachricht der gestrigen Tagesschau!

    Ich mein,haben wir denn im eigenen Land keine Probleme mehr,auf die man aufmerksam machen sollte?

    Ich glaube aber,dass das schon die Antwort ist. Man will gar nichts ändern,sondern einfach nur ein nutzloses Zeichen senden.

  2. 76.

    Die ungarische Nationalelf ist zu Gast in Deutschland. Wir sollten sie willkommen heißen. Politisch motivierte Mätzchen aus Gegnerschaft zur ungarischen Parlamentsmehrheit und der dortigen Regierung sind hier fehl am Platze und zeugen nur von schlechten Manieren.

  3. 75.

    Ökologisch eine Katastrophe. Mehrere beleuchtete Stadien werden den Strom einer kleinen Stadt des gesamten Jahres verbrauchen. Die bunten Fähnchen dazu bestehen aus Plastik und landen nach der Aktion im Müll. Denkt euch bitte okölogisch korrekte Aktionen aus.

  4. 74.

    Farben oder Fähnchen sind Zeichen der Ausgrenzung: Aus Vielfalt wird Einfalt - das ist manipulative Bevormundung: eine vorgegebene Meinung soll das Wir bestimmen. Das Sportereignis wird zum Zwecke einer politischen Manifestation mißbraucht. Das funktioniert prima in allen Ideologien, rote Fähnchen, Hakenkreuzfähnchen, rote Nelken, bunte Fähnchen schwenken und dann gegen die Anderen... Demokraten wollen das nicht. UEFA will den Sport für alle im Mittelpunkt sehen.

  5. 73.

    Sie haben Recht, in Diktaturen wird der Sport als Politikum verstanden, und ensprechend missbraucht.
    Wir in der EU bewegen uns aber auf einem demokratischen und rechtsstatlichen "Parkett".

  6. 72.

    "Wer ist "das Netz", welches angeblich "ganz stark reagiert" hat? "Gegen die Flüchtlingspolitik hätten die Stadien auch leuchten können" schreibt die WELT. "

    Achja, die "Welt"... Springers Kampfblatt gegen alles was man dort für links hält. Die CDA der cDU hält man dort schon für eine kommunistische Unterwanderung der cDU.

    Selbstverständlich unterschlagen sie, dass es sich hier um die ganz private Meinung des Jacques Schuster handelt.

  7. 71.

    Sport soll verbinden, nicht trennen. Hier wurde gezielt eine Aktion gegen ein einzelnes Land gefordert. Der OB der Stadt München hat von der UEFA gefordert, diese solle gegen Ungarn demonstrieren. So geht das aber nicht. Die UEFA muss neutral gegenüber den Beteiligten sein.

  8. 70.

    Genau, genau, genau. Wie sagte doch B. Brecht: Erst kommt das Fressen, dann die Moral.

  9. 69.

    Wenn Fußball nur jenes Nebenbei wäre, als was es oftmals behauptet wird, wäre das Ganze wohl kaum ein Problem. Das eigentliche Problem fängt hingegen erst mit der Selbstüberhöhung und Überhöhung seitens anderer an, dies in Richtung Vorbild, aber auch in Richtung Füllen von Langeweile.

    In diesem Zusammenhang wäre es wichtig, die ausgeprägte Homophobie im Profi-Fußball der Männer zu thematisieren. Hier liegt ein ganz wesentlicher Knackpunkt, überall. Ein Mann an der Seite des männlichen Fußballstars passt da offenbar nicht so ganz hinein wie jenes - ich schreibe dies jetzt ganz provokativ - "weibliches Beiwerk", als was es seitens vieler Fußballspieler offenbar immer noch angesehen wird und viele betreffende Frauen sich offenbar immer noch verstehen.

    Ein regenbogenmäßiges Einfärben des Münchner Stadions bei allen drei Spielen wäre deshalb ein sichtbares Zeichen 1. gegenüber sich selbst gewesen und 2. dem folgend auch gegenüber den anderen.

  10. 68.

    Die Funktionäre, Politiker und vor allem die Spieler des FC Bayer München sind für mich die größten Heuchler.
    In Ungarn wird keiner hingerichtet oder kommt in das Gefängnis weil er schwul/lesbisch ist. Aber wie sieht es mit den Menschenrechten In Katar aus? Der FC B.M. hat einen Sponsorenvertrag mit Katar und fliegt jedes Jahr zum Trainingslager dort hin. Beim Bau der Stadien für die WM sind bisher ca. 6500 Arbeitsmigranten ums Leben gekommen.
    Wo bleibt denn da der Protest. Mann könnte ja die WM boykottieren. Alle kassieren lieber das Geld von Katar und halten still.
    Das Geld kommt vor der Moral.
    Da aber von Ungarn kein Geld kommt und es gerade modern ist, auf Ungarn einzudreschen, machen alle gerne mit.

  11. 67.

    Sport soll verbinden, nicht trennen. Hier wurde gezielt eine Aktion gegen ein einzelnes Land gefordert. Der OB der Stadt München hat von der UEFA gefordert, diese solle gegen Ungarn demonstrieren. So geht das aber nicht. Die UEFA muss neutral gegenüber den Beteiligten sein.

  12. 66.

    Und was in Ungarn ist, muss für uns dann auch gelten? Wenigstens Demokraten könnten sich aus dem Sport heraushalten. Nur autoritäre Staaten greifen da ein. Und die UEFA fährt gut darin, nicht zwischen die Fronten zu geraten.

  13. 65.

    Wenn Blinde sich über Farbe unterhalten …. Liebe Politiker, haltet euch aus dem Sport heraus. Hier Stadien in Regenbogenfarben, in Ungarn nun Stadien in deren Nationalfarben. Ganz toll…. Und dazwischen wird nebenbei Fußball von Menschen gespielt.

  14. 64.

    Diese "Kommentare" beweisen wie verbreitet Homophobie in unserer Gesellschaft (noch) ist. Gerne von den gleichen Leuten betrieben, die dann auf andere Kulturen und/oder Religionen verweisen.

    Heuchelei pur.

  15. 63.

    Es braucht sich ja auch keiner auf's Feld zu stellen und seine sexuelle Orientierung verkünden. Das machen Heteros ja auch nicht. Wenn aber Homosexuelle ihre Partnerschaft immer noch verschweigen müssen und stets darauf achten müssen, mit wem sie in ihrer Freizeit gesehen werden oder mit wem sie zu offiziellen Veranstaltungen kommen, dann gibt es immer noch ein großes Problem mit Homophobie im Sport und gerade der Männerfußball ist dafür ein negatives Beispiel. Homosexuelle sollen einfach genau so unbeschwert und ohne vorherige Überlegungen ihren Alltag leben dürfen. Bis dahin ist es auch in Deutschland noch ein weiter Weg. Leider!

  16. 62.

    Ja der Prenzlauer, hat immer so großartige Kommentare parat. Er sollte sich mal Gedanken machen, warum es oft gegen Ungarn und Russland geht

  17. 61.

    Ja, genau! Diese Aktion hat etwas sozialistisches a la DDR.

  18. 59.

    Ich finde es nicht gut, dass man vom Fußball verlangt, sich politisch instrumentalisieren zu lassen. Ich finde es gut, dass die UEFA an ihren Regeln festhält. Irgendwann verlangt die AfD vom Fußball zu Recht auch ihre Inhalte zu verbreiten. Ich finde das ungarische Gesetz, sollte es dem entsprechen, was Medien und Politik verbreiten, nicht gut. Aber der Sport hat damit nichts zu tun. Freie Initiativen und Proteste von Politikern, Bürgern und Interessengruppen auf neutralem Terrain - okay. Aber nicht so, nicht fordernd von anderen!

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