Steinwürfe auf Einsatzfahrzeuge - Polizei vermutet "Hinterhalt" bei Angriffen auf Einsatzkräfte nahe Rigaer Straße

Polizeiwagen im nächtlichen Einsatz in Berlin (Bild: imago images/Sabine Gudath)
Bild: imago images/Sabine Gudath

Hinter einer Attacke auf Einsatzkräfte nahe der Rigaer Straße sieht die Polizeipräsidentin ein Täuschungsmanöver. Aktuell prüft die Polizei zudem einen Zusammenhang von Autobränden und der geplanten Begehung des teilbesetzten Hauses.

Nach massiven Angriffen gegen Polizisten und Feuerwehrleute nahe der "Rigaer 94" in Berlin-Friedrichshain in der Vorwoche gehen Ermittler davon aus, dass die Einsatzkräfte einen fingierten Notruf bekamen.

Die Einsatzkräfte seien am 10. Juni "spontan in einen Hinterhalt gegangen", sagte Polizeipräsidentin Barbara Slowik am Montag im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses. Sie waren demnach in der Nacht zum Donnerstag gegen 2.30 Uhr wegen eines brennenden Müllcontainers im Stadtteil Friedrichshain in die Rigaer Straße Höhe Zellestraße gerufen worden.

Mehr als 50 Pflastersteine auf Straße gefunden

Vermutlich sei ein E-Scooter absichtlich angezündet und dann in einen Müllcontainer geworfen worden, so Slowik weiter. Als Polizei und Feuerwehr ankamen, seien sie mit Steinwürfen von einem Hausdach attackiert worden. Einsatzfahrzeuge wurden beschädigt. Polizisten mussten sich mit Schutzschilden sichern. Ein Feuerwehrwagen fuhr rückwärts aus der Gefahrenzone. Der Einsatz wurde unterbrochen, das Feuer dann aber gelöscht. Nach früheren Polizeiangaben wurden mehr als 50 Pflastersteine auf der Straße gefunden.

Täter wurden laut Polizeipräsidentin bislang nicht gefasst. Es gebe nur "geringfügige Ermittlungsanhalte". Der für politische Taten zuständige Staatsschutz der Polizei ermittele wegen Brandstiftung und gefährlicher Körperverletzung. Angesichts immer neuer Angriffe in dem Areal Rigaer Straße werde die Polizei, die dort ihre Präsenz bereits verstärkt habe, ihr taktisches Verhalten ändern, kündigte Slowik an.

Sieben Autos brennen - Zusammenhang mit Rigaer Straße?

Unterdessen prüft die Polizei mehrere Autobrände in Berlin-Marzahn wegen des Verdachts der Brandstiftung. In dem Bezirk haben am Montagnachmittag sieben Autos gebrannt.

Nach Angaben eines Sprechers wird geprüft, ob ein Zusammenhang mit der geplanten Brandschutz-Kontrolle in dem verbarrikadierten Haus Rigaer Straße 94 in Berlin-Friedrichshain besteht. Mehrere dieser Wagen gehörten laut Polizei zu einer Firma, die sich mit Brandschutz beschäftigt. Die betreffende Firma sollte nach rbb-Informationen ursprünglich als Brandschutz-Gutachter für die am Donnerstag geplante Begehung in der Rigaer Straße herangezogen werden. Die Firma steht aktuell jedoch nicht auf der Liste der zugelassenen Brandschutzgutachter des Bezirks.

Polizei verhängt lokales Versammlungsverbot

An diesem Donnerstag voraussichtlich soll das teilbesetzte und verbarrikadierte Haus in der Rigaer Straße 94 von einem Brandschutz-Sachverständigen des Eigentümers begutachtet werden. Bewohner aus der linksradikalen Szene kündigten mehrfach Widerstand an. Die Kontrolle soll noch in einer letzter Minute mit einem Eilantrag gestoppt werden. Eine Gerichtsentscheidung gibt es noch nicht.

Im Zusammenhang mit der geplanten Begehung hat die Berliner Polizei am Montag ein lokales Versammlungsverbot in Friedrichshain-Kreuzberg verhängt. Es gilt von Mittwoch, 15:00 Uhr bis Freitag, 23:59 Uhr für die Rigaer Straße zwischen Ecke Liebigstraße (einschließlich Kreuzungsbereich) und Ecke Proskauer Straße (ohne Kreuzung) sowie die Liebigstraße zwischen Ecke Rigaer Straße und Ecke Bänschstraße (Kreuzungen eingeschlossen).

Dort seien öffentliche Versammlungen und Aufzüge unter freiem Himmel in diesem Zeitraum nicht gestattet, teilte die Polizei mit. Nur Anwohner und deren Besucher dürften sich dort aufhalten - anlassbezogen könne der Zutritt jedoch eingeschränkt werden, wie es hieß.

Die Kommentarfunktion wurde am 14.06.2021 um 17:20 Uhr geschlossen

Die Kommentare dienen zum Austausch der Nutzerinnen und Nutzer und der Redaktion über die berichteten Themen. Wir schließen die Kommentarfunktion unter anderem, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt.

Sendung: Abendschau, 14.06.2021, 19:30 Uhr

10 Kommentare

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

  1. 10.

    Das würde ich nicht vermuten, sondern als Tatsache sehen.

  2. 9.

    Grüne + Linke müssen zwingend aus dem Senat raus!
    Giffey, bitte übernehmen!!!
    Warum werden randalierende Chaoten nicht aus Berlin ausgewiesen?
    Otto Normalverbraucher musste ja auch zahlreiche Grundrechts-Einschränkungen hinnehmen.

  3. 8.

    Wie unser Senat zu diesen kriminellen Chaoten steht ist offensichtlich. Nach Krawallen in der Rigaerstr gab mal eine Hausdurchsuchung dort und es wurden auf dem Dachboden des Hauses Pflastersteine gefunden. In der nachfolgenden Senatssitzung sagte dann Herr Wolf von der Linkspartei, dass das ja ganz normal wäre. Er hätte auch immer Pflastersteine vorrätig weil es immer mal was zu pflastern gäbe.
    Was will man denn von solchen Leuten erwarten. Frau Bayram von den Grünen findet es ja auch normal wenn Gewalt gegen die Polizei ausgeübt wird.
    Diese in anzulocken ist nichts anderes als versuchter Mord den ein Pflasterstein von einen Mietshaus ist tödlich !

  4. 7.

    "An diesem Donnerstag voraussichtlich soll das teilbesetzte und verbarrikadierte Haus ...." - "voraussichtlich"?
    Knickt die Berliner Valanz aus Rot-Dunkelrot-Grün wieder vor den linksradikalen Terroristen ein?

  5. 6.

    Na dann sollen sie sich mal an die Regierenden in Berlin wenden, die dafür die Verantwortung tragen. Die finden solche Zustände doch toll.

  6. 5.

    Wann werden die politischen Immunitäten der verantwortlichen linken und grünen Politiker, die diese Szene schützen, in diesem Bezirk endlich aufgehoben und sie dann zur Verantwortung gezogen.

  7. 4.

    Wo kommen die Täter nun her? Das ist eine Ergebnis dieser Regierung in Berlin und wer darf es ausbaden ?

  8. 3.

    So lange die Politik es gut heißt was dort passiert wird sich nichts ändern.

  9. 2.

    Jeder etwas durchgeknallte wird hier in Deutschland erschossen aber solche Faschisten die Menschen umbringen wollen werden von der Politik (RRG-Senat!) HOFIERT....

    Ich fordere unsere Beamten auf auch hier mal zur Waffe zu greifen aus Selbstschutz.

  10. 1.

    Wie lange lässt sich der Senat noch von diesen Chaoten drangsalieren? Es muss doch möglich sein diesem Treiben ein Ende zu setzen oder ist unser Staat schon so macht-und wehrlos, dass hier jeder machen kann was er will. Rettungskräfte und Polizisten tun mir wirklich leid. Demokratie und Rechtsstaatlichkeit werden hier missbraucht und die Politik sieht zu.

Nächster Artikel