Protest am Abend nach Brandschutzprüfung - Vermummte Unterstützer von "Rigaer 94" ziehen randalierend durch Friedrichshain

Demonstration von Unterstützern der Bewohner des hauses "Rigaer 94" (Quelle: dpa/Riedl)
Audio: rbb 88.8 | 18.06.2021 | Juliane Kowollik | Bild: dpa/Riedl

Nach der Brandschutzkontrolle in dem teilbesetzten Haus "Rigaer 94" sind am Abend rund 2.000 Menschen durch Berlin-Friedrichshain gezogen. Erneut gab es Würfe mit Steinen und Flaschen auf Polizisten.

Nach der von gewaltsamen Auseinandersetzungen begleiteten Brandschutzkontrolle in dem teilbesetzten Haus "Rigaer 94" gab es am Donnerstagabend in Berlin-Friedrichshain eine weitere Demonstration von Unterstützern der Bewohner. Nach Polizeiangaben nahmen rund 2.000 Menschen teil.

Nach einem Bericht der Deutschen Presseagentur bewarfen Teilnehmer des Demonstrationszugs dabei die Polizei mit Flaschen und Steinen. Auch Rauchtöpfe und Böller seien gezündet worden. Die Beamten setzten demnach Reizgas ein und es kam zu Rangeleien.

Eine Polizeisprecherin sagte der dpa nach Ende der Demonstration, der Protest sei nicht friedlich gewesen, jedoch auch nicht eskaliert. Sieben Personen seien vorläufig festgenommen worden. Verletzt wurde niemand.

"Bullenschweine raus aus der Rigaer!"

Zu Beginn der Demo liefen ganz vorne schwarz vermummte Teilnehmer. Der Demozug skandierte unter anderem: "Bullenschweine raus aus der Rigaer!" Ein Rauchtopf wurde gezündet. Die Polizei mahnte per Durchsage, die wegen der Corona-Pandemie vorgeschriebenen Abstände einzuhalten und einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Der Versammlungsleiter wurde angewiesen, deeskalierend einzuwirken. "Wir begleiten die Demo nun eng seitlich", twitterte die Polizei.

Am Vormittag hatte sich die Polizei gewaltsam Zutritt zu dem verbarrikadierten Haus verschafft. Polizisten brachen mit schwerem Gerät Türen auf. Bewohner aus der linksradikalen Szene, die seit langem zum Widerstand aufgerufen hatten, besprühten sie mit Pulver aus einem Feuerlöscher und bewarfen sie mit Farbe. Am Nachmittag wurde die Prüfung beendet.

Brandschutzprüfung im Gebäude lief störungsfrei

Ein Sprecher der Polizei sagte, im Gebäude sei die Arbeit des Brandschutzprüfers ruhig und störungsfrei abgelaufen. Der Brandschutzexperte habe die vorgesehenen Räume begutachten und die Prüfung beenden können.

Die linksradikalen Bewohner des besetzten und verbarrikadierten Hauses hatten im Vorfeld der Begehung Widerstand angekündigt. Am Mittwoch hatte es in der Rigaer Straße Ausschreitungen und Attacken unter anderem mit Steinen auf Polizisten gegeben.

Streit um besetztes Haus hält seit 1990 an

Seit Jahren gibt es Streit um das seit 1990 besetzte Haus, das als Treffpunkt der linksextremen Szene gilt. Schon mehrmals kam es etwa bei Durchsuchungen zu Ausschreitungen. In dem Gebäudekomplex aus drei Häusern mit 30 Wohnungen wurden schon vor Jahren zahlreiche Mängel beim Brandschutz dokumentiert, etwa fehlende Fluchtwege, Wanddurchbrüche, fehlerhafte Elektroleitungen und Sperren in Treppenhäusern. Manche Fenster sollen vergittert sein.

Sendung: Abendschau, 17.06.2021, 19:30 Uhr



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8 Kommentare

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  1. 8.

    Hallo Alerta, sind Ihnen die Begriffe EIGENTUM, Randalierer, Körperverletzung, Dummheit bekannt? Diese Worte stehen für mich in einem engen Zusammenhang mit den Randalen, und ich sehe keinen Zusammenhang mit der Polizei. Was Sie schreiben ist Unsinn, sorry, hoffe das Heutzutage noch schreiben zu dürfen.

  2. 7.

    Das Ergebnis der Brandschutzkontrolle ist nicht unbedingt überraschend. Florians Vertreter waren in den letzten Wochen öfter im Haus und daraufhin fanden dort umfangreiche Bauarbeiten statt. Möchte nicht wissen, wie es zur ersten Begehung ausgesehen hat.

    Halt, das würde ich gern wissen! @rbb, kommt ihr an die Dokumentation dieser Begehung ran, wenn es denn eine solche gibt?

  3. 6.

    Werden die brennenden Barrikaden und gezündeten Böller eigentlich aus der CO2 - Bilanz Berlins rausgerechnet....war doch linker Protest....

  4. 5.

    Als Bewohner der Rigaer Straße sage ich: Polizei rein in die Rigaer, Autonome und Linksterroristen raus aus der Rigaer.

  5. 4.

    So viele Menschen, bei denen die Schrauben im Oberstübchen locker sitzen...
    Als Urberliner schüttel ich meinen Kopf, puh Glück gehabt, bei mir sitzen die Schrauben fest, dann kann ich ja beruhigt weiter mein Kopf schütteln, wenn ich solche Berichte lese.

  6. 3.

    Wie lange muss man sich das noch gefallen lassen. Anwohner werden drangsaliert, Häuser und Autos beschädigt und niemand tut etwas dagegen. Hier hat man einen rechtsfreien Raum geschaffen in dem sich die Radikalen austoben können. Wer mit Pflastersteinen von Dächern auf Menschen wirft nimmt deren Tod in Kauf. Das kann man doch nicht ungesunder lassen.

  7. 2.

    Was ich noch nicht verstehe: Wie geht es denn jetzt weiter?

    Wird das Haus geräumt, also müssen die Besetzer raus?

    Oder können sie doch vorerst bleiben?

  8. 1.

    Das mit dem Brandschutz hat als Vorwand für polizeiliche Gewalttätigkeiten nun also ausgedient. Was sich wohl als nächstes ausgedacht wird um die Gentrifizierung in der Straße endlich voranzutreiben? Denn das ist ja neben dem Vertreiben von politisch Unliebsamen scheinbar das Hauptziel der ständigen Angriffe gegen die Bewohner des Hauses.
    Peinlicher hätte der Tag für den vermeintlichen Eigentümer, die Polizei und die Schreihälse von CDU & Co nicht enden können. Mein Respekt gilt dem Brandschutzprüfer, der sich trotz größtem Druck nicht instrumentalisieren ließ, sondern objektiv seine Arbeit machte. Es bleibt zu hoffen, dass die unsäglichen Attacken der Polizei gegen die dort lebenden Menschen endlich aufhören.

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