Berlin-Treptow - Dreijährige Tochter getötet: Vater gesteht Tat vor Gericht

Symbolbild: Prozess am Landgericht Berlin (Quelle: dpa/Wolfgang Kumm)
dpa/Wolfgang Kumm
Audio: rbb 88,8 | 08.06.2021 | Ulf Morling | Bild: dpa/Wolfgang Kumm

Nach dem gewaltsamen Tod eines dreijährigen Mädchens in einer Wohnung in Berlin-Treptow hat der Vater des Kindes im Mordprozess vor dem Berliner Landgericht die Tat gestanden.
"Ich habe das Unvorstellbare getan und meine Tochter getötet", erklärte der 31-Jährige am Dienstag zu Prozessbeginn über seine Verteidigerin. Kurz zuvor habe ihm seine Ehefrau mitgeteilt, dass sie sich trennen wolle.

Die Anklage gegen den Kindsvater lautet auf Mord. Heimtückisch, aus niedrigen Beweggründen und grausam habe der 31-Jährige seine Tochter umgebracht. Er habe das Kind über einen längeren Zeitraum gequält und das Mädchen "zu einem Objekt, zu einem
Spielball gemacht, um seine Frau abzustrafen und letztlich aus Eifersucht gehandelt", sagte der Staatsanwalt. Sie habe sich wegen mehrerer Gewaltvorfälle von ihm trennen wollen.

31-Jähriger filmte alles für Youtube

Der 31-Jährige war am Nachmittag des 4. November 2020 in der Wohnung seiner Mutter in Berlin-Plänterwald allein mit seiner Tochter, als ihn per Handy die Nachricht von der beabsichtigten Trennung seiner Frau erreichte. Kurz danach habe er das im Schlafzimmer spielende Kind von hinten mit einem Messer attackiert, heißt es in der Anklage. Mit seinem Mobiltelefon habe er seine Tochter gefilmt und ihr gesagt, es sei "wegen der Mama". Das Kind sei verblutet.

Großmutter fand Kind leblos in der Wohnung

Nach Angaben der Polizei hatte die Großmutter der Dreijährigen das Kind leblos in der Wohnung der Familie gefunden. Sie habe umgehend Polizei und Feuerwehr gerufen. Die Helfer hätten nur noch den Tod des Mädchens feststellen können.

Im Falle einer Verurteilung wegen Mordes droht dem Vater eine lebenslange Freiheitsstrafe. Wenn das Gericht zusätzlich die besondere Schwere der Schuld feststellt, kann der Täter nur in Ausnahmefällen schon nach 15 Jahren freikommen, wenn er beispielsweise sehr alt oder sehr krank ist. Der Prozess wird am 10. Juni fortgesetzt.

Sendung: Inforadio, 08.06.2021, 09:00 Uhr

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