Vorläufige Aufteilung - Radfahrer sollen Unter den Linden eigene Spur bekommen

Do 03.06.21 | 11:18 Uhr
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Fahrradfahrer auf der Straße Unter den Linden in Berlin (Quelle: Imago-images/Seeliger)
Bild: www.imago-images.de/Seeliger

Die Berliner Verkehrsverwaltung plant mit der Sanierung der Straße Unter den Linden eine Neuaufteilung der Fahrstreifen: Erstmals sollen Radfahrer eine eigene Fahrspur erhalten, wie der rbb erfuhr. Allerdings ist die neue Aufteilung nur eine vorläufige.

Auf der Straße Unter den Linden in Berlin-Mitte sollen Radfahrer schon bald eine eigene Fahrspur bekommen. Nach Informationen des rbb beginnen die Bau- und Markierungsarbeiten für die Radspur voraussichtlich im Spätsommer.

Nur eine Spur für Kfz-Verkehr

Die Verkehrsverwaltung plant mit der Sanierung der Straße eine Neuaufteilung der Fahrstreifen. Busse sollen wie bisher eine Spur behalten. Radfahrende bekommen erstmals eine eigene Fahrspur. Die dritte Spur ist für den Kfz-Verkehr vorgesehen. Die Arbeiten sollen bis zum Frühjahr 2022 abgeschlossen sein.

Diese neue Aufteilung ist allerdings eine vorläufige. Wie das Erscheinungsbild der Straße Unter den Linden perspektivisch ganz neu gestaltet werden kann, soll in einem Beteiligungsverfahren erörtert werden. Die Verkehrsverwaltung hatte schon vor einiger Zeit eine "Stadtdebatte" über die Zukunft des Berliner Boulevards angekündigt. An entsprechenden Veranstaltungen und Formaten, auch digital, werde gearbeitet, teilte die Verwaltung mit.

Mehr Qualität für Fußgänger

Ein Ziel der umfassenden Umgestaltung soll sein, die Aufenthaltsqualität besonders für Fuß- und Spaziergänger zu erhöhen. Daneben geht es um Neupflanzungen und Pflege der namensgebenden Linden sowie neue Blumen-Beete. Bis in die 1930er Jahre säumten Schmuckbeete den Mittelstreifen der Straße, die in der Zeit des Nationalsozialismus aber abgeräumt wurden. Im Bereich vor dem Hotel Adlon wurden jetzt Musterbeete angelegt, an denen sich die künftige Gestaltung und Pflanzenauswahl auf der gesamten Straßen orientieren könnte.

Teil des Radschnellwegs Ost-West

Bei der Neuplanung für die Straße soll umweltfreundliche und klimaschonende Mobilität bevorzugt werden, betonte der Sprecher der Verkehrsverwaltung Jan Thomsen. Wie genau der vorläufige Radstreifen aussehen wird, steht noch nicht fest. Thomsen zufolge wird der Streifen in beiden Richtungen jeweils mindestens drei Meter breit sein.

Das entspricht den Vorgaben des Mobilitätsgesetzes für Radschnellwege. Die Straße Unter den Linden ist als Teil des stadtweiten Netzes von Radschnellwegen vorgesehen. Die Ost-West-Route soll ab 2026 von Spandau bis nach Marzahn-Hellersdorf führen. Der aktuelle Planungsstand sieht vor, dass der Schnellweg über den Boulevard, aber um das Brandenburger Tor herum geführt wird.

Sendung: Abendschau, 03.06.2021, 19:30 Uhr

40 Kommentare

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  1. 40.

    Exakt. Ich hab für dieses schwarz-weiße Lagerdenken auch überhaupt kein Verständnis. Es geht um zielführende Konzepte und nicht um Fundamentalopposition.

  2. 39.

    "Ich nähere mich langsam Hupe mal ganz kurz um Aufmerksamkeit zu bewirken und werden dafür angepöbelt. Ich frage Mama, ob Sie wüsste was sie ihrem Mädel angewöhnt, dass dies gefährlich und auch behindernd sei, also nicht dem geltenden Recht entspricht [...] Wer den Fehler findet, darf ihn behalten."

    Der Fehler ist, dass Sie der Meinung sind, sich im Recht zu befinden, das Mädel wäre im Unrecht und scheinbar sind Sie auch noch so von sich selbst überzeugt, dass Sie erst lächelnd überheblich reagieren und das hier danach zur Schau stellen müssen.

    1) Ihr Hupen war mindestens ordnungswidrig und damit verboten. Und es kann, so es das Ziel hatte, zu bewirken, dass das Mädchen zur Seite fährt, Nötigung nach Strafgesetzbuch darstellen. Wäre nicht das erste Mal, auch wenn vielen Leuten das überhaupt nicht bewusst ist.
    2) Auch Radfahrende müssen 1,5m Seitenabstand zu geparken Fahrzeugen einhalten.
    3) Was ist daran gefährlich? Die Gefahr geht von der Überholung aus.

  3. 37.

    "Der fließende Verkehr kommt nicht aus ohne Zweispurigkeit. Dies wegzupinseln ist ein verkehrspolitischer Dilettantismus und kein Umweltschutz!"

    Ist schön, dass Sie das glauben. Wäre noch schöner, wenn Sie weniger glauben und mehr wissen würden.
    Unter den Linden wird pro Tag von 25.000 Kfz genutzt, da sind die Busse auf ihrer eigenen Spur schon eingerechnet. Bis 36.000 Kfz ist eine Einspurigkeit das Mittel der Wahl. Alles andere ist vollkommen unnötige Platzverschwendung von der absolut niemand - nicht mal die Autofahrer - was haben.

    Hier geht es nicht um Autohass, auch wenn Sie das vielleicht nicht verstehen wollen. Es geht schlicht um eine sinnvolle Neuverteilung von unnötiger Raumverschwendung. Wäre also schön, wenn Sie weniger gefühlte Wahrheiten - um nicht zu sagen Bullshit - verbreiten würden, sondern sich sachlich mit dem Thema auseinandersetzen.

  4. 36.

    Was ist dein Problem? Die UdL wird doch eh kaum von Autos genutzt, wieso sollten die also vier Fahrstreifen kriegen? Das hat nichts mit "Auf die Autofahrer einprügeln" zu tun sondern damit, sinnlose Platzverschwendung effizienter zu nutzen.

  5. 35.

    Ich wein gleich in mein Bier - alle haben Angst, dass ihnen was weggenommen wird. Rücksichtslos sind im Straßenverkehr immer die anderen. Ich frage hier jetzt mal, ob es was bringt, sich hier immer nur im eigenen Lager (grün, Radfahren) oder (blau/schwarz Autofan) zu verschanzen. Wir alle lieben diese Stadt und müssen auch nach der Wahl miteinander klarkommen. Schöne Übung: Nachdenken, was ich TUN kann, damit Berlin lebenswert bleibt und wir im Straßenverkehr miteinander klarkommen, anstatt sich hier polarisierende Kommentare an den Kopf zu werfen.

  6. 33.

    Ist nicht heute erst eine über 50 jährige Radfahrerin von einem Bus überfahren worden, weil sie einfach bei ROT gefahren ist? Die Radfahrer haben sich daran gewöhnt und das wird auch von der RRG Politik unterstützt, dass die anderen Verkehrsteilnehmer für sie mitdenken und ihre Verfehlungen ausbügeln. Nur deswegen gibt es so wenig Unfälle.
    Radfahrer haben als so schwaches Glied auf der Straße nichts zu suchen, da sie neben dem ÖPNV alles blockieren, behindern und eine Gefahr für sich und alle anderen sind.
    Niemand würde eine Draisine von den ICE aufs Gleis setzen weil das genauso Unsinn ist wie Fahrräder auf die Straßen zu zwingen. Mit angepasster Geschwindigkeit und maximal Schrittgeschwindigkeit, gehören sie auf den Bürgersteig. Die Fahrbahn ist zum fahren da und dafür gebaut und nicht zum slalomfahren und andere ausbremsen. Das erzeugt nur gefährliche Situationen wie man täglich sieht.
    Das Motto von Radfahrern ist wohl eher "lass mich ich kann das... ohhhh kaputt"

  7. 32.

    Blaubraune Grütze ist auch schei..e. Die kommt mir nicht auf den Teller.

  8. 31.

    Im Herbst können alle die Verbotspartei und die linken Populisten abwählen. Man muss sich nur trauen seine Kreuze woanders zu setzen. Klima geht auch ohne Grüne und Wohlstand geht nur ohne Linke.

  9. 30.

    Ich wäre sowieso sehr dafür, dass die Radfahrer alle einen Führerschein machen müssten.
    Die wenigsten wissen etwas mit der Farbe Rot bei Ampeln anzufangen, oder brauchen diesen Kick.
    Es ist einfach nur zum Erbrechen.

  10. 28.

    Gähn. Es gibt auch genug entsprechende Gegenbeispiele für Autofahrer, Fussgänger und Tretrollerfahrer.

  11. 27.

    Gibt's da nicht schon eine Busspur? Nur weiter so, Herr Bürgermeister. Wir rechnen im September ab.

  12. 26.

    Status Quo behalten warum nicht? war heute Schönhauser/Ecke Torstrasse (mit öffis) habe das Ganze mal eine Weile beobachtet. Was da für radfahrer den Berg runter gerast kommen, unwahrscheinlich. Unten wird nicht etwa gebremst ne karacho weiter. bei rot oder wenn autos oder Fussgänger sind keine Chance. Da müsste es jeden Tag Tote geben auf allen Seiten. Warum also den Radfahrern was abgeben?

  13. 25.

    Zum Welttag des Fahrrades folgende Anekdote zum Nachdenken: eine Mutter fährt mit ihrer Tochter, ca 10 Jahre alt, auf der Straße. Soweit alles in Ordnung. Die Tochter fährt auf der Fahrbahn fast in der Mitte, Mama neben dem den Autos. Ich nähere mich langsam Hupe mal ganz kurz um Aufmerksamkeit zu bewirken und werden dafür angepöbelt. Ich frage Mama, ob Sie wüsste was sie ihrem Mädel angewöhnt, dass dies gefährlich und auch behindernd sei, also nicht dem geltenden Recht entspricht und nehme mit einem Lächeln ihre Beschimpfungen hin, fahre dann weiter und nehme weiter Rücksicht auf andere, weil ich sonst mit dem Rad innerstädtische fahre.
    Wer den Fehler findet, darf ihn behalten.
    P.S.: ich musste mal das Auto nehmen um meine behinderte Mutter zu einem Termin zu bringen.

  14. 24.

    Unter den Linden ist und bleibt eine wichtige Fernverbindungshauptstraße zwischen Th. Heussplatz und Alex. Der fließende Verkehr kommt nicht aus ohne Zweispurigkeit. Dies wegzupinseln ist ein verkehrspolitischer Dilettantismus und kein Umweltschutz! Es ist eine extreme Umweltbelastung, den Verkehr stehend in einer langen Schlange Abgase ausstoßen zu lassen. Dichter Verkehr muß abfließen können und Abgase sich verflüchtigen. Da der Verkehrsbremser Senat die Bevölkerung umerziehen will, sind die Fahrradfahrer an Kreuzungen durch den hektischen Abbiegeverkehr im Toten Winkel in akuter Lebensgefahr. Wann wird sich der Senat für die toten Radfahrer "entschuldigen"?... Und daß es angenehmer wird für alle, pinselt auch gern eine eigene Fahrspur für Pferdedroschken Unter den Linden!

  15. 23.

    "Es geht darum den Konsens zu finden und nicht auf anderen herumzuhacken"

    und je eine Spur für Fußgänger, ÖPNV, Radfahrer und KFZ ist kein Konsens? Hier hat man ja mal den Luxus, genug Platz für alle Verkehrsarten gemeinsam zur Verfügung zu stellen, und das ist ihnen zu radikal?

    Wie wird es dann erst für sie, wenn das KFZ einmal aufgrund von Platzmangel wirklich zurücktreten muss und insgesamt in der Stadt dem KFZ "nur" den Platz zugedacht wird, wie er anteilig nach Personen genutzt wird? Jetzt ist es so, dass das KFZ zigmal mehr Platz als alle anderen Verkehrsarten alleine für sich nutzen kann- _DAS_ ist radikal (falsch). Diese Privilegien abzubauen ist es nicht (auch wenn es auch Sicht der bisher Privilegierten natürlich so aussieht- niemand gibt gerne etwas ab- auch nicht, wenn man es ungerechterweise hat)

  16. 22.

    "Schrittgeschwindigkeit? Das ist doch die zulässige Höchstgeschwindigkeit für Radfahrer, wenn die auf dem Gehweg unterwegs sind, der mit Zusatzzeichen für Radfahrer freigegeben ist."

    darum ging es war nicht, aber ja, das ist sie. Wie übrigens auch auf Parkplätzen für Autos. Ignoriert wird sie hier wie da.
    Für mich gehören erwachsene Radfahrer überhaupt gar nicht, _niemals_ mit Fußgänger auf einen gemeinsamen Gehweg (auch nicht mit einem nur durch Farbe getrennten). In diesem Sinne müssten die allermeisten "Radwege" entfernt werden. Fahrräder gehören schlichtweg auf die ganz normale Fahrbahn (am Besten natürlich auf Radschutzstreifen)- und dann müssten die Verkehrskontrollen vervielfacht werden - und zwar um Fußgänger bei roten Ampeln genauso zu sanktionieren wie Radfahrer auf Gehwegen und zu knapp überholende Autofahrer auf den Fahrbahnen. Letzteres der Lebensgefahr wegen für andere mit Fahrverbot.

  17. 21.

    Dann lies bitte nochmal, denn genau das habe ich nie behauptet sondern etwas kritisiert.

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