Zwei Unfälle mit Einsatzwagen der Polizei - Carsharing-Fahrer flüchtet auf Kudamm vor Verkehrskontrolle

Verfolgungsjagd Kurfürstendamm
Pudwell
Video: rbb|24 | 06.06.2021 | Material: TeleNewsNetwork | Bild: Pudwell

Der Fahrer eines Carsharing-Autos hat auf dem Kurfürstendamm in Berlin Haltezeichen der Polizei ignoriert und ist dann geflüchtet. Dabei kam es zu einem schweren Unfall mit einem Polizeiauto. Auch in einen weiteren Unfall war ein Einsatzwagen der Polizei involviert.

Zu einem Verkehrsunfall kam es in der Nacht zum Sonntag in Berlin-Charlottenburg nachdem ein 23-Jähriger in einem Carsharing-Auto eine Polizeikontrolle ignorierte. Das teilte die Berliner Polizei am Sonntag in einer Pressemitteilung mit.

Demnach sei es parallel zu einem weiteren Unfall gekommen, bei dem ein Einsatzwagen der Polizei, der auf dem Weg zum Kurfürstendamm war, mit einem Pkw zusammenstieß.

Bei dem ersten Unfall sei den Ermittlungen zufolge das Fahrzeug den eingesetzten Polizisten gegen 23:10 Uhr mit überhöhter Geschwindigkeit auf dem Kurfürstendamm in Fahrtrichtung Breitscheidplatz aufgefallen. An der Kreuzung zur Uhlandstraße habe der Fahrzeugführer dann entsprechende Anhaltesignale der Beamten ignoriert, heißt es in der Pressemitteilung der Polizei.

Daraufhin sei der 23-Jährige auf die Uhlandstraße abgebogen. Er soll dann nach Angaben der Polizei auf Höhe der Grolmannstraße die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren haben, wobei es zu einem Zusammenstoß mit dem hinterherfahrenden Funkwagen kam.

Fahrzeugführer wollte zu Fuß fliehen

Anschließend soll der Fahrzeugführer versucht haben, zu Fuß zu entkommen. Die Einsatzkräfte nahmen ihn jedoch in untermittelbarer Nähe fest und führten ihn zum Unfallort. Dort soll er ohnmächtig geworden sein. Rettungskräfte mussten ihn ins Krankenhaus bringen. Der 23-Jährige wurde stationär aufgenommen, ihm wurde Blut abgenommen, so die Polizei.

Die weiteren Insassen des Autos, ein 22-jähriger Beifahrer und zwei Frauen, die auf dem Rücksitz saßen, lehnten laut Polizeimeldung eine ärztliche Behandlung ab. Die Polizistin, die den Funkstreifenwagen fuhr, erlitt bei dem Unfall Prellungen an einem Arm und einer Schulter. Sie wurde zusammen mit ihrem Beifahrer in einer Klinik ambulant behandelt.

Am Unfallort hatte die Feuerwehr berichtet, dass eine Person lebensbedrohlich verletzt worden sei.

Der im Krankenhaus liegende Fahrzeugführer muss sich nun wegen des verbotenen Kraftfahrzeugrennens, Gefährdung des Straßenverkehrs, Verkehrsunfall mit verletzen Personen und mutmaßlicher Beeinflussung durch Rauschmittel oder Medikamente sowie unerlaubtem Entfernen vom Unfallort verantworten, meldete die Polizei.

Weiterer Streifenwagen in Unfall verwickelt

Ein weiterer über Funk informierter Streifenwagen soll nach Angaben der Polizei auf dem Weg zum Kurfürstendamm mit einem Pkw zusammengestoßen sein. Er befuhr mit Blaulicht und Martinshorn die Uhlandstraße von der Lietzenburger Straße kommend, hieß es. An der Kreuzung zur Uhlandstraße kam es dann nach ersten Erkenntnissen zu einem Zusammenstoß mit einem Pkw, der von einem 23-Jährigen auf dem Kurfürstendamm in Richtung Hallensee gesteuert wurde.

Der Polizeiwagen drehte sich nach dem Zusammenstoß um 180 Grad und prallte gegen einen Ampelmast. Während der 23-Jährige über Nackenschmerzen klagte und von Rettungskräften der Feuerwehr am Ort ambulant behandelt wurde, blieb sein gleichaltriger Beifahrer unverletzt. Die im Einsatzfahrzeug auf der Beifahrerseite sitzende Polizistin wurde am Arm verletzt, der fahrzeugführende Beamte klagte ebenso über Nackenschmerzen. Beide wurden in einer Klinik ambulant behandelt, so die Polizei.

Nach einem Bericht der Zeitung "B.Z." soll der Mietwagen mehrfach den Kurfürstendamm entlang gerast sein. Zunächst war nur von einem Unfall berichtet worden.

Schärfere Regeln für Mietwagenfirmen gefordert

Der Polizeiliche Lagedienst meldete, dass der Raser in einem Mietwagen unterwegs gewesen war. Nach der Verfolgungsjagd forderte die Gewerkschaft der Polizei (GdP) schärfere Regeln für Mietwagenfirmen. Berlin dürfe nicht länger "Spielwiese für Möchtegernrennfahrer sein, die auf unseren Straßen Fast Furious spielen", teilte der Sprecher Benjamin Jendro mit. Car-Sharing-Firmen müssten mehr Verantwortung übernehmen oder per Gesetz dazu gezwungen werden. Erforderlich sei eine PS-Obergrenze für junge Fahrer sowie eine Polizei-Spezialtruppe, die sich intensiv um das Problem kümmert.

In der Berliner Innenstadt kommt es immer wieder zu schweren Unfällen mit Rasern. Im Jahr 2016 kam ein Autofahrer ums Leben, als zwei Männer sich ein rücksichtsloses Rennen lieferten. An einer Kreuzung rammte einer das unbeteiligte Auto. Dessen Fahrer starb noch an der Unfallstelle.

Sendung: Inforadio, 06.06.2021, 08:00 Uhr

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