Ostprignitz-Ruppin hochgestuft - In ganz Brandenburg gilt jetzt die höchste Waldbrandstufe

Archivbild: Feuerwehreinsatz in einem Brandenburger Forst. (Quelle: dpa/P. Pleul)
Bild: dpa/P. Pleul

Tagsüber deutlich über 30 Grad, wenig Regen: Die Gefahr für Waldbrände in Brandenburg ist immens. Die Gefahrenstufe im ganzen Land steht auf höchster Stufe. Dennoch sind die Wälder weiter frei zugänglich.

In ganz Brandenburg gilt seit Freitag die höchste Waldbrandgefahrenstufe fünf. Das hat das Umweltministerium auf seiner Internetseite mitgeteilt. Damit wurde inzwischen auch im Landkreis Ostprignitz-Ruppin die höchste Gefahrenstufe ausgerufen - am Donnerstag galt hier noch Stufe vier.

Mit dieser Entwicklung hatte der Brandenburger Waldbrandexperte Raimund Engel bereits gerechnet. Angesichts der anhaltenden Hitze und Trockenheit gehe er in den kommenden Tagen von einigen Bränden aus, sagte er am Donnerstag im rbb. Auch die für das Wochenende und für Montag angekündigten Gewitter und Regenschauer würden an der grundsätzlich sehr hohen Waldbrandgefahr nichts ändern, weil sie nur lokal niedergingen, so Engel.

Engel: Rettungswege in Wäldern müssen frei bleiben!

"Die Wälder in Brandenburg wurden noch nicht gesperrt. Wir appellieren an die Bürger, sich sorgsam zu verhalten. Jeder Bürger, der sich achtsam im Wald aufhält, ist für uns natürlich auch ein potentieller Brandmelder", betonte Engel erneut auch am Freitag im rbb.

Wer einen Badesee aufsuche, dürfe nicht durch Wälder fahren oder dort parken, warnte Engel in dem Interview. "Wichtig ist auch noch: Wer einen Parkplatz findet, bitte nicht vor Waldeinfahrten parken. Die Rettungswege müssen frei bleiben", so Engel.

Seit Jahresbeginn registrierte das Ministerium bereits mehr als 90 Brände. Das sei etwas weniger als im Vorjahr, was aber vor allem an dem lange anhaltend kühlen und nassen Wetter liege, erklärte der Waldbrandexperte weiter.

Mehrere Waldbrände am Donnerstag und Freitag

Am Donnerstag brannte es mindestens vier Mal in Brandenburgs Wäldern. Bei Grüneberg (Oberhavel) brach ein Feuer auf mindestens drei Hektar aus. Eine Bahnstrecke musste zeitweise gesperrt werden. 77 Einsatzkräfte waren zeitweilig mit Löscharbeiten beschäftigt, wie es von Regionalleitstelle hieß. Daneben brannten rund 2.000 Quadratmeter in Wulkow (Ostprignitz-Ruppin), bei Friedland (Oder-Spree) brach ein Feuer auf 800 Quadratmetern aus, und bei Halbe (Dahme-Spreewald) brannten rund 200 Quadratmeter Wald.

Am Freitag warnte die Leitstelle Nordost vor Brandrauch, der im Landkreis Oberhavel durch einen Waldbrand entstand. Betroffen seien die Gemeinden Marwitz, Eichstädt, Velten und Bötzow nordwestlich von Berlin.

Nach ersten Erkenntnissen brannte in der Nähe des Dorfes Bötzow eine Fläche von 1.500 Quadratmetern. Erschwert werde die Lage dadurch, dass es sich dort um ein munitionsbelastetes Gelände handelt.

Daneben wurden noch weitere Waldbrände gemeldet. So standen etwa bei Rauen in der Nähe von Fürstenwalde (Oder-Spree) etwa 5.000 Quadratmeter Wald in Flammen.

Sendung: Antenne Brandenburg, 18. Juni 2021, 12 Uhr

4 Kommentare

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  1. 4.

    Gerade bei heißem Wetter ist Wald schön: Schatten, meist angenehmer Kiefernduft, das Spiel der Blätter zu sehen, die unterschiedlichen Grüntöne zu genießen, kaum Menschen, Entspannung pur. Wald ist bei jedem Wetter toll. (Umgekehrt frage ich mich immer, was die Menschen an heißen schattenlosen vollen Stränden und Badeseen wollen...aber jeder soll machen was ihn glücklich macht)

  2. 3.

    Wann wird endlich das sinn- und nutzlose Rauchen verboten. Die Grünen verbieten doch so gerne und eine Kippe kann nicht nur den Wald abfackeln sondern auch 40 Liter Grundwasser vergiften. Produzieren massenhaft Feinstaub, belästigen Nachbarn, verseuchen Strände und Parks, schädigen Kinder. Alles andere wäre da schon lange verboten.

  3. 2.

    Wie wäre es denn mal mit keine Zigarettenkippen aus dem Auto werfen oder keine Flaschen und anderen Unrat im Wald zu entsorgen, dann wäre die Waldbrandgefahr bestimmt etwas geringer.

  4. 1.

    Bei dem Wetter brauche ich nun wirklich nicht in den Wald, was soll ich denn dort?

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