Hitze und Trockenheit in Brandenburg - In fast allen Landkreisen herrscht die höchste Waldbrandstufe

Ein Kiefernwald. Das trockene und sehr warme Wetter sorgt in weiten Regionen Brandenburgs für die höchste Waldbrandgefahrenstufe. (Quelle: dpa/Patrick Pleul)
Audio: Antenne Brandenburg | 17.06.2021 | Raimund Engel im Interview | Bild: dpa/Patrick Pleul

In den nächsten Tagen herrscht in Berlin und Brandenburg extrem heißes Wetter. Damit steigt auch die Waldbrandgefahr. In fast allen Landkreisen gilt inzwischen die höchste Waldbrandgefahrenstufe. Experte Raimund Engel sieht die Feuerwehren gut gerüstet.

Angesichts des heißen und trockenen Sommerwetters gilt in fast ganz Brandenburg seit Donnerstag die höchste Waldbrandgefahrenstufe 5. Nur im Landkreis Ostprignitz-Ruppin gelte noch Stufe 4, teilte der Waldbrandschutz-Beauftragte Raimund Engel am Donnerstagmorgen im rbb mit.

Er rechne aber damit, dass am Freitag auch hier die höchste Gefahrenstufe ausgerufen werde, so Engel. "Man darf trotzdem in die Wälder gehen, sie sind nicht gesperrt. Die Bürger müssen sich einfach vernünftig verhalten und können auch zusätzliche Brandmelder sein", betonte Engel.

Engel rechnet schon bald mit Waldbränden

Er gehe davon aus, dass sich die Lage in den nächsten Tagen noch verschärfen werde. "Selbst wenn es lokal einzelne Gewitter und Regenschauer geben sollte, wird das nicht flächendeckend dafür reichen, dass wir eine entspanne Lage bekommen", meint der Experte.

Das Land Brandenburg sei aber gut vorbereitet, man habe aus den Trockenjahren 2018 und 2019 viel gelernt. Das habe sich erst am Mittwochnachmittag im Landkreis Barnim gezeigt. Bei Großschönebeck habe es einen Waldbrand gegeben, der von der Feuerwehr recht schnell unter Kontrolle gebracht werden konnte. "Der Brand ist zum Glück nur wenige hundert Quadratmeter groß geworden, die Feuerwehr hat das sehr schnell in den Griff bekommen. Ich rechne aber dann doch mit dem ein oder anderen neuen Waldbrand auch in den nächsten Tagen", so Engel.

Hohe Waldbrandgefahr auch in Berlin

Wegen der steigenden Temperaturen ist das Waldbrandrisiko auch in Berlin erheblich gestiegen. Trotz vereinzelter Niederschläge in den letzten Wochen ist der Waldboden bereits stark ausgetrocknet.

Trockenes Laub, Nadeln sowie Äste und Zweige fingen leicht Feuer. "Wir bitten die Berlinerinnen und Berliner daher dringend darum, das Rauch- und Grillverbot im Wald und in dessen Nähe zu beachten und damit unsere Wälder zu schützen und zu erhalten", erklärte der Leiter der Berliner Forsten, Gunnar Heyne.

Das Rauchen im Wald oder in dessen Nähe – etwa an den Stränden von Havel und Badeseen – ist ebenso verboten wie Grill- oder Lagerfeuer in Waldnähe. Auch aus dem Autofenster geworfene Zigarettenkippen könnten ein Feuer entfachen und rasch große Waldflächen in Flammen setzen, hieß es.

Wer in diesen Tagen dennoch im Wald raucht, muss mit einem Bußgeld von mindestens 100 Euro rechnen. Das Landeswaldgesetz sieht für Verstöße gegen das Rauch- und Feuerverbot sogar Bußgelder bis zu einer Höhe von 50.000 Euro vor.

Auch heiße Katalysatoren oder Auspuffteile können die trockene Vegetation entzünden, deshalb dürfen Fahrzeuge nicht über trockenem Bodenbewuchs geparkt werden, sondern nur auf den ausgewiesenen Parkplätzen.

Bis Dienstag heißes Hochsommerwetter

Das Wetter bleibt am Donnerstag und auch in den darauffolgenden Tagen hochsommerlich heiß und trocken: In Berlin und Brandenburg werden bis Dienstag Temperaturen bis zu 37 Grad und Sonne satt erwartet. Am Samstag kann im Tagesverlauf zu örtlichen Gewittern mit Starkregen und Hagel kommen. Nahe der Gewitter müsse auch mit Sturmböen gerechnet werden.

Sendung: Antenne Brandenburg, 17. Juni 2021, 8 Uhr

13 Kommentare

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  1. 13.

    Ging mir bei dem Foto auch durch den Kopf. Das ist kein Wald, das ist ein leicht entzündlicher Holzacker.

  2. 11.

    Das Geäst wie sie es nennen sollte man unbedingt liegen lassen, am besten ein Teil der toten Bäume (auch Totholz)auch. Totholz bildet die Lebensgrundlage für Insekten, die sich von sogenannten Schadinsekten ernähren. Früher gab es Schutzstreifen und Wundstreifen entlang der Straßen. Innerhalb der Schutzstreifen gab es kein trockenes Baummaterial und der Wundstreifen, war ein Streifen der getellert wurde. Das heißt ohne sämtliche Vegetation. Die meisten Brände in Brandenburg entstehen durch Brandstiftung und Fahrlässigkeit. Es hat in jedem heißen Sommer gebrannt und wird es auch wieder.

  3. 9.

    Was soll denn Grillen in berliner Laubenkolonien und Grünanlagen mit der Waldbrandgefahr in Brandenburg zu tun haben?

  4. 8.

    Warum bewässern wir Berlin/Brandenburg nicht aus der Ostsee?
    Würden doch Hunderttausende Arbeitsplätze entstehen.
    Aber anscheinend ist das zu anstrengend und man verbietet stattdessen den Bürgern alles.
    Manchmal habe ich den Eindruck, man bevorzugt lieber die Panik, so dass man immer die Klima-Apokalypse an die Wand malen kann.
    Auch Wüstenstaaten bewässern sich vom Meer.
    Wieso kann Deutschland das nicht???

  5. 7.

    P.S.: Wenn der Wald überall in Brandenburg so aussehen sollte, dann Gute Nacht! Hoffentlich war es nur ein Beispielfoto.

  6. 6.

    Seit einigen Jahren bleibt nach Holzfällungen in Berliner und Brandenburger Wäldern das gesamte Geäst liegen sodass das trockene Reißig längst riesige Flächen bedeckt - die nur auf den berühmten Funken warten. Das systematische Vorgehen der Forstwirtschaft lässt nur den Schluss zu, dass ausgedehnte Waldbrände so bewusst gefördert werden um die Erneuerung des Waldes bzw. den Waldumbau zu beflügeln.

  7. 5.

    Ist das nicht die WaldbrandWARNstufe?

  8. 4.

    In Berlin wird überall gegrillt, auch in den Gartenkolonien und Grünanlagen. Fällt das nicht unter diese Gefahr?

  9. 3.

    In10 Jahren ist das Arktiseis abgeschmolzen. Wir denken über überdachte Autobahnen, Luxus Klasse e-autos und den Kampf um jeden cm verbrennerfreie Straßen nach.
    Mischwälder jetzt massiv anlegen und mit Grauwasser bewässern!!! Es wird nicht wieder so normal wie früher!!!

  10. 1.

    Wo findet man die Waldbrandwarnstufen für Berlin?

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