Blutspender gesucht - Charité holt verschobene Operationen nach

Das Bettenhochhaus der Charité in Berlin. Quelle: dpa/Winfried Rothermel
Audio: Inforadio | 24.06.2021 | Juliane Kowollik | Bild: dpa/Winfried Rothermel

Die Berliner Charité will verschobene Operationen ab sofort nachholen. Das hat Vorstandsmitglied Martin Kreis am Donnerstag angekündigt. Zwar sei die Corona-Pandemie für die Charité noch lange nicht vorbei, es sei aber möglich, den regulären Klinikbetrieb wieder aufzunehmen. Grund dafür seien auch die Fortschritte beim Impfen.

Allerdings sei der Vorrat an Blutkonserven knapp, so Kreis. Das betreffe auch andere Krankenhäuser. Er rief deshalb dazu auf, Blut spenden zu gehen.

Planbare Behandlungen nun wieder möglich

Trotz niedriger Infektionszahlen versorge die Charité auf den Intensivstationen nach wie vor viele Schwererkrankte - aktuell 50, 20 davon an der künstlichen Lunge, sagte Martin Kreis, Vorstand Krankenversorgung der Charité, am Donnerstag. "In der Charité wird Covid-19 noch sehr lange ein Thema bleiben", so Kreis.

Dennoch sei es jetzt möglich, den bisher in der Pandemie eingeschränkten Klinikbetrieb wieder regulär aufzunehmen. Dass planbare Behandlungen nun möglich seien, liege unter anderem auch am Fortschritt beim Impfen. Die Charité-Belegschaft sei bereits weitgehend zweifach geimpft, sagte Kreis. Zudem gebe es ausgefeilte Hygienekonzepte. Deshalb könne die Charité jetzt wieder nahezu alle Behandlungen wie vor der Pandemie anbieten. "Das ist insofern wichtig, als viele Patientinnen und Patienten teilweise lange auf ihre Behandlungen warten mussten", ergänzte Kreis. Weiter gebe es auch viele Notfälle jenseits des Pandemiegeschehens.

Engpässe bei Blutkonserven

"Sorgen macht uns derzeit, dass mit dem Start der Sommerferien bereits jetzt die Versorgungslage mit lebenswichtigen Blutspenden deutlich kritisch ist", sagte Kreis. "Das betrifft uns, aber andere Häuser auch." Für planbare Eingriffe und Notfälle seien immer auch Blutkonserven nötig. "Ich kann nur alle Menschen auffordern, dringend Blut spenden zu gehen und auf diese Weise einen solidarischen Beitrag zur Versorgung von Patientinnen und Patienten zu leisten."

Die Charité hat zwei Blutspende-Institute, eins auf dem Campus Charité Mitte und eins auf dem Campus Virchow-Klinikum in Wedding. Es gibt auch zahlreiche andere Möglichkeiten zu spenden, zum Beispiel über das Deutsche Rote Kreuz. Dessen Blutspende-Barometer für Deutschlands Nordosten zeigt im Moment bereits Engpässe an - insbesondere für seltene Blutgruppen wie 0- und A-. Doch auch bei A+,B+ und B- ist die Vorratslage nicht gut. Darüber hinaus ist gespendetes Blut nur begrenzt haltbar. Die Hitze der vergangenen Woche und der Beginn der Sommerferien hätten ohnehin bereits zu einem Rückgang der Spenden geführt.

Sendung: Inforadio, 24.06.2021, 13 Uhr

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