Hygieneverstöße - Tausende Menschen feiern teils dicht gedrängt in Berliner Parks

Einsatzkräfte der Polizei räumen den Berliner Monbijoupark nach einer Party
Bild: dedinag

Lärmbelästigung und Verstöße gegen die Hygiene-Auflagen - so lautet die Begründung der Berliner Polizei für die Räumung gleich mehrerer Parks in der Stadt. Im Mauerpark wurden zwei Beamte beim Einsatz verletzt.

Die Berliner Polizei hat in der Nacht zum Samstag mehrere Parks in Berlin räumen lassen. Die dort feiernden Personen hätten sich nicht an die Hygieneschutzbestimmungen gehalten, zudem hätten Anwohner sich über Lärm beschwert, teilte die Polizei mit.

2.000 Besucher in Anlagen rund um die Museumsinsel - Polizei räumt

Im James-Simon-Park neben der Museumsinsel und im benachbarten Monbijoupark sowie am Spreeufer dort hatten sich der Polizei zufolge gegen 23:30 Uhr insgesamt rund 2.000 Personen versammelt. An mehreren Stellen habe die hohe Zahl an Besuchern zu einem dichten Gedränge geführt. Weil es zu Zwischenfällen gekommen sei, etwa dem Einsatz von Pfefferspray durch einen unerkannt gebliebenen Besucher, räumte die Polizei dann in der Nacht die Grünanlagen, wie sie erklärte.

Notruf im Mauerpark - Angriff auf zwei Polizisten

Im Mauerpark im Prenzlauer Berg wurde die Polizei gegen 23:40 Uhr wegen mehrerer Lärmbelästigungen alarmiert, wie sie mitteilte. Etwa 1.500 Personen hätten sich zu diesem Zeitpunkt in dem gesamten Park verteilt aufgehalten.

Einsatzkräfte hätten dann eine Gruppe wegen der fehlenden Mindestabstände angesprochen und seien von Unbekannen mit Flaschen beworfen worden. Eine Polizistin sei am Kopf und ein Polizist am Bein getroffen worden. Allerdings hätten sie ihren Dienst fortsetzen können.

Mit Unterstützung weiterer Einsatzkräfte seien die Besuchergruppen dann angesprochen und zum Verlassen der Grünanlagen aufgefordert worden, sodass sich der Park leerte. Strafermittlungsverfahren unter anderem wegen schweren Landfriedensbruchs, gefährlicher Körperverletzung sowie tätlichen Angriffs seien eingeleitet worden, hieß es.

Einsatz im Bürgerpark nach Gewalttätigkeiten

Zu einer weiteren Ansammlung von 200 Feierwilligen kam es den Angaben zufolge im Pankower Bürgerpark. Dort sei es gegen 23 Uhr aus der Gruppe heraus zu Gewalttätigkeiten gekommen, hieß es weiter. Die Einsatzkräfte der Polizei hätten daraufhin den Park geräumt und mehrere Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Räumung in der Hasenheide

In der Hasenheide in Neukölln habe die Polizei in der Nacht ebenfalls den Park geräumt, teilte sie mit. Größere Personengruppen hätten sich dort aufgehalten und dabei die erforderlichen Hygieneregeln missachtet. Einsatzkräfte leiteten Ermittlungsverfahren ein.

Sendung: rbb88,8, 12.06.2021, 15 Uhr

60 Kommentare

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  1. 60.

    Es ist einfach nur asozial! Letzten Sonntag musste ich meinen Hund um 6 Uhr am frühen Morgen durch den Park am Gleisdreieck tragen. Zu viel Müll, zu viel Scherben. Denkt eigentlich mal jemand an die Natur und an die Tiere? Ich kann es echt nicht nachvollziehen!

  2. 59.

    Für einen Großteil der Bevölkerung ist es aber gefühlt so, dass die Polizei unangemessene Regelungen blind durchsetzt. Wie gefährlich so was ist zeigt die Geschichte, weltweit...

  3. 58.

    Das stimmt.
    Verwahrlosung an allen Ecken und Enden.
    Müll, Dreck, Randale, Urinlachen.
    Und wenn man was sagt, ist man Spießer.

  4. 57.

    Inzidenzwert liegt unter 16. Die Bundesjustizministerin fordert die Länder auf, die bestehenden lokaler Regelungen auf Verhältnismäßigkeit zu prüfen. Diese Landesfürsten können ohne Tritt vom Bund aber auch nichts alleine. Die Bundesnotbremse ab 100 war wichtig. Aber offenbar bedarf es sogar darunter Bundesvorgaben, wann etwas und wie zu lockern ist. Was will Berlin machen? Unter 16. Brandenburg sogar unter 7.

  5. 56.

    Wenn Du so feierst, stelle ich mir solch ein Leben ziemlich öde vor.

  6. 55.

    Seit Jahrzehnten... fast alle... Haben Sie es nicht noch pauschaler? Wahnsinn, welche negative Energie Sie haben.

  7. 54.

    Anständige Feier ist bei Dir bestimmt, wenn alles brav stundenlang am Tisch sitzt und erst Kaffee und Kuchen später dann das Abendbrot mit Bier auf den Tisch kommen. Und Anekdoten von Früher erzählt werden,

  8. 52.

    Sie haben es sehr gut erklärt, aber ich fürchte, diese hedonististen, vergnügungssüchtigen Egoisten werden es nie begreifen. Der Horizont reicht bei denen nicht weiter als über den eigenen Tellerrand hinaus.

  9. 51.

    Es ist doch ganz einfach! Alle die polizeilich erfasst werden treten am darauf folgenden Tag unter Aufsicht und säubern den Park oder die Anlage. Es sollte auch der alters durchschnitt die Leute erfasst werden, bei der nächsten Pandemie ( und die wird bei so ein Benehmen kommen ) sollten die erfasst und auch die in dieser Altersgruppe Ausgang Sperre bekommen.
    —Mensch Leute habt ihr nichts aus 18 Monate gelernt?

  10. 50.

    Ist doch schön, wenn de Polizei mit solchen Aufgaben ihre Dienstzeit vertrödeln können. Bestimmt angenehmer als Illegale Bordelle und Spielhöhlen auszunehmen.

  11. 49.

    Hier in den Rehbergen ist am Wochenende auch immer Party, auch morgens um sieben noch, wenn ich mit dem Hund unterwegs bin. Den Bass hört man bis zum Plötzensee. Ich arbeite die ganze Woche und vermisse meine ruhigen Runden. Ich kann nur hoffen, dass bald die Clubs wieder aufmachen und ich dann wenigstens ab und zu mal wieder ein paar Naturgeräusche zu hören bekomme...

  12. 48.

    Berlin ist schon seit Jahrzehnten schmuddelig und scheint immer schmuddeliger zu werden. Mittlerweile sind fast alle Stadtteile betroffen.

  13. 47.

    Dann haben wir Sie nicht nicht verstanden, dass diese Pandemie längst nicht ausgestanden ist. Nur weil die Inzidenzen rückläufig sind, heisst es nicht, unvorsichtig und rücksichtslos werden zu dürfen. Ich würde auch nur zu gerne mit Kumpel treffen und wieder eine anständige Feier machen. Machen wir aber nicht weil wir lieber noch abwarten. Und übrigens bedeutet für uns feiern nicht, sich sinnloszu besaufen und andere zu stören. Feiern geht auch in normaler Lautstärke und ab 22h entweder drinnen, oder wenn draußen, kann man auch leise Spaß haben. Sollte die sich so wichtig nehmende Spaßfraktion auch mal beherzigen.

  14. 46.

    Kommt mir ja nicht an und jammert rum, wenn die Pandemie wieder zuschlägt! Dumm und dümmer. Anstatt froh zu sein, wieder ein Restaurant besuchen zu dürfen, wird gleich wieder Massenparty gemacht. Und bei der vierten Welle ist das Geschrei dann groß. Viel Spaß in bin in meinem sicheren Auto und glaubt ja nicht,dass ich mich für eure Zukunft interessiere. Die paar Jahre die ich noch lebe, lebe ich so wie ich will! Ich pfeife auf eure Grünenverbote!

  15. 45.

    Da liegt des Pudels Kern.... Beim Senat, nicht bei der Polizei.

    https://www.tagesschau.de/inland/maskenpflicht-debatte-103.html

  16. 44.

    Also soll die Polizei die Gesetze und Verordnungen ignorieren? Wir haben keinen Polizeistaat. Die Regeln kommen von Parlament und Regierung, bitte immer den Adressaten Ihrer Kritik beachten. Ich möchte keine Polizei, die das selbst entscheidet, wann und wie sie eingreift.

  17. 42.

    Falsche Frage. Wollen wir eine Polizei, die die Gesetze und Verordnungen eigenmächtig auslegt? Solange Parlament und Regierung die Rechtslage nicht ändern, muss die Polizei sich eben an diese halten. Anderes wäre Willkür durch die Polizei. Also, Ihre Proteste müssen sich gegen Parlament und Regierung richten.

  18. 41.

    Wer die Laissez-Faire-Agenda wählt, bekommt sie auch geliefert.
    Für Kriminelle + Randalierer ist normalerweise das Verständnis ziemlich groß. Meist muss sich die Polizei noch beschimpfen lassen, wenn sie durchgreift.
    Nur wenn der Radau dann vor der eigenen Haustür stattfindet: Dann fordern alle hartes Durchgreifen.
    Man könnte mit Null-Toleranz-Politik gleich vor Ort durchgreifen und Bußgelder abkassieren für Vermüllung - aber dann quäken auch wieder alle, wie unmenschlich dies wäre.

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