Hans Joachim Schellnhuber - Potsdamer Klimaforscher mit Bundesverdienstkreuz geehrt

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (l) überreicht Hans Joachim Schellnhuber, Forscher des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), den Verdienstorden Natur-Umwelt-Klimaschutz. (Quelle: dpa/Carsten Koall)
Bild: dpa/Carsten Koall

Der Potsdamer Klimaforscher Hans Joachim Schellnhuber und fünf weitere Umwelt- und Klimaschützer sind am Montag von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet worden.

Die drei Frauen und drei Männer würden sich "in herausragender Weise für den Natur-, Umwelt- und Klimaschutz einsetzen", sagte Steinmeier in Berlin: "Sie alle stehen stellvertretend für die vielen Menschen in unserem Land, die sich beruflich oder ehrenamtlich für eine gute Zukunft auf unserem Planeten engagieren."

Der Physiker Schellnhuber gründete 1992 das Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung und war bis 2018 dessen Direktor. Es ist eine der weltweit bekanntesten Forschungseinrichtungen zum Klimawandel. Der 71-Jährige wirbt als Berater in zahlreichen nationalen, europäischen und internationalen Gremien für den Klimaschutz. Er wies bereits vor über 25 Jahren auf die Gefahren der menschengemachten Erderwärmung hin und hat die weltweite Debatte um den Klimawandel maßgeblich mit angestoßen. Als Mitglied der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften und Mitautor der Umweltenzyklika von Papst Franziskus berät Schellnhuber auch die katholische Kirche.

Steinmeier wählt mahnende Worte

Der Bundespräsident verwies bei der Preisverleihung auf die Folgen des Klimawandels, der Lebensräume und Artenvielfalt bedrohe. "Deshalb müssen wir den Ausstoß von Treibhausgasen nicht irgendwann später senken, sondern jetzt", mahnte Steinmeier.

Die Menschen in Deutschland, Europa und weltweit müssten schon heute Verantwortung übernehmen, "um den jungen und den kommenden Generationen morgen ein gutes und selbstbestimmtes Leben auf unserem Planeten zu ermöglichen", fügte Steinmeier an. Es gehe um nicht weniger als einen "grundlegenden Wandel" in allen Lebensbereichen. Passiere dies nicht, würden den kommenden Generationen damit "umso höhere Lasten und Kosten" aufgebürdet.

Sendung: rbb24, 07.06.2021, 17 Uhr



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10 Kommentare

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  1. 10.

    Das liegt offenbar am Unvermögen oder auch an der Weigerung, den Klimawandel als solches und den zusätzlichen Eintrag des Menschen dabei auseinanderzuhalten. Wer behauptete, dass es zuvor keine Überschwemmungen gegeben hätte, machte sich ebenso unglaubwürdig wie diejenigen, die behaupten, dass die Aktivitäten der Menschen für die Natur quasi folgenlos blieben. Sozusagen ein Nulleintrag allein per Definition. Schon in jedem Privathaushalt kann anderes beobachtet werden.

    Dass wir als Menschen Verantwortung übernehmen für das, was wir als Folgen eingetragen haben, darf von reflektionsbefähigten Wesen schon erwartet werden. Unermüdlich tun und nur wegen der möglichen Abwehr von Fressfeinden nach links und rechts zu schauen, das schaffen Hamster in ihrem Rad auch.



  2. 9.

    Eine sehr wohl treffende Bemerkung, dass Schellnhuber (und infolgedessen auch andere am Institut) bereits seit einem Vierteljahrhundert vor den Folgen des Klimawandels gewarnt haben und nicht müde wurden, den zusätzlichen Eintrag der Menschen dabei zu benennen.

    Sowohl von Seiten der Wirtschaft als auch seitens der Politik stießen sie dabei auf taube Ohren. Das passte "irgendwie" nicht in das Konzept. Das war den zwischen Tür und Angel Agierenden offenbar auch zu kompliziert. Bis es dann nicht mehr zu leugnen war.

    Als diese Erkenntnisse dann schlussendlich auf fruchtbaren Boden fielen und erste Maßnahmen getroffen wurden, traten dann unversehens andere Wissenschaftler auf, die genau dies infragestellten, wo sie vorher schwiegen. Redlich ist das nicht, aber sehr offensichtlich interessebezogen.

    Ehre, wem Ehre gebührt. Mein Glückwunsch!

  3. 8.

    Alles Gute Herr Schellnhuber, Auszeichnung verdient!
    Übrigens, das derzeitige Grünen Bashing wegen Sprittpreise ist ziemlich heuchlerisch. Von Union und SPD beschlossen ,sagen nur die Grünen wie Geringverdiener entlastet werden sollen.

  4. 7.

    Schade dass die Politik seit bald vierzig Jahren die Wissenschaftler ignoriert. Hätten wir in den späten 80ern angefangen zu handeln, wären wir jetzt praktisch fertig mit der Umstellung.

  5. 6.

    Nicht jedes Unwetter liegt am Klimawandel, aber die Änderungen in der Frequenz von Unwettern sind dem Klimawandel geschuldet. "Früher gab es auch schon Naturkatastrophen", "das Klima hat sich schon immer gewandelt", etc. sind entweder billige Fehlleitungen, oder ein Zeichen, dass man Statistiken nicht versteht.

  6. 5.

    Gab es vor der Industrialisierung keine saisonalen Hochwasser?
    Welchen Anteil spielen Bevölkerungszentralisierung, Flussbegradigungen, Wassermanagement, Ackerdrainagen, Versiegelungsflächen, etc...
    Nicht jedes Unwetter bzw Hochwasser liegt am Klimawandel.

  7. 4.

    Fragen Sie das meine Verwandten die nach dem zweiten Hochwasser keine Versicherung mehr finden. Es könnte einfach sein Schellnhuber hat gesagt was nötig ist, dem Menschen muss die Natur erst kräftig in den A....treten bevor er handelt.

  8. 3.

    Schade, dass mein ehemaliger Erdkundelehrer nicht dekoriert wurde. Der hat schon vor 53 Jahren darüber unterrichtet. In der 5. Klasse der Hauptschule. Standardunterricht.

  9. 2.

    Sie schieben auch jede Unwetterfront auf den Klimawandel...dies ist genauso Blödsinn wie den selbigen zu leugnen.

  10. 1.

    Glückwunsch Herr Schellnhuber!
    Leider haben 30 Jahre Forschung und Warnung bei Politikern nicht viel bewegt.
    Die Vorhersage von zunehmend katastrophalen Wetterlagen ist eingetroffen, siehe gerade Süddeutschland.

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