Laute Musik, kein Abstand - Polizei löst wieder Feiern in Berliner Parks auf

Flaschen und Muell liegen auf der Seite des Tempelhofer Feldes (Quelle: imago images/Emmanuele Contini)
Bild: imago images/Emmanuele Contini

Tausende Menschen haben in der Nacht auf Sonntag erneut in verschiedenen Berliner Parks gefeiert – zum Teil mit viel Gedränge und lauter Musik. Die Polizei schritt in mehreren Fällen ein. Es ging allerdings friedlicher zu als in der Nacht davor.

Die Berliner Polizei hat in der Nacht zum Sonntag wieder Parks wegen lauter Musik und Verstößen gegen Hygieneauflagen in der Pandemie geräumt. Allerdings ging es nach Angaben eines Sprechers entspannter zu als in der Nacht davor. Es seien keine Kollegen angegriffen worden.

Möglicherweise trugen dazu auch die Außentemperaturen bei: Mit zwölf Grad war es deutlich kühler als in der Nacht zu Samstag.

Polizei schob Feiernde aus dem Park

Im Mauerpark trafen sich nach Polizeiangaben rund 2.000 Menschen. Bei einer illegalen Musik- und Lasershow hätten sie zu dicht zusammengestanden. Gegen Mitternacht beendete die Polizei die Feier – dabei hätten Kollegen zum Teil auch Feiernde aus dem Park schieben müssen, sagte der Sprecher.

Im Volkspark Friedrichshain und in der Hasenheide bat die Polizei in den Abendstunden darum, die Musik auszudrehen und den Park zu verlassen. Das sei dann auch friedlich geschehen, berichtete der Sprecher. Vergleichbare Einsätze habe es im James Simon Park an der Museumsinsel und im Park am Gleisdreieck gegeben. Dort hatten sich 400 bis 500 Menschen zum Feiern getroffen. Offiziell gilt immer noch, dass sich im Freien Erwachsene aus nicht mehr als fünf Haushalten und mit Abstand treffen können.

Es wird wieder wärmer

"Wir haben Verständnis für laue Sommerabende in einladenden Parks, aber nicht für laut und eng die Nacht durchfeiernde Gruppen, die Einsatzkräfte angreifen mit Flaschen bewerfen, wenn die den Anwohnenden ihre berechtigte Ruhe verschaffen wollen", twitterte die Polizei am Samstagabend. In der Nacht zuvor hatte es im Mauerpark Angriffe auf Beamte gegeben, zwei Menschen wurden dabei leicht verletzt.

Für die kommende Woche rechnet die Polizei mit weiteren Einsätzen in Parks: In Berlin sind tagsüber mehr als 30 Grad vorhergesagt, auch nachts soll es dann bis 20 Grad warm bleiben.

Sendung: Inforadio, 13.06.2021, 12:20 Uhr

55 Kommentare

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  1. 55.

    Man geht wieder sehr liederlich mit den Regeln um. Man will scheinbar die vierte Welle.

  2. 54.

    Soll jetzt jeden Tag immer die selbe Meldung gedruckt werden? Na klar gehen die Leute feiern und das ist auch richtig so. Die Coronaregeln sind aufgestellt worden um eine Überlastung des Gesundheitssystems zu vermeiden und nicht jeden Bürger vor einer Infektion zu schützen. Schon vergessen?

  3. 53.

    Veuve! Das wird sich mit 100 % Tiger Sicherheit hier in Berlin nicht ändern manchmal denke ich, die sind noch stolz darauf nach dem Motto: „ ist halt so in Berlin „ habe ich auch schon von „freundlichen :)) Busfahrern gehört. Ich sehe da keine Lernerfahrung!

  4. 52.

    "Warte ab, bis Deine Angehörigkeit zur Partygeselllschaft endet..."
    Das Party-"Problem" kurz zusammengefasst - sehr schön.
    "Früher" die "Sau rauslassen" (denke mal, "Sonntagsschüler" gibts hier nicht) und jetzt im Doppelripp oder eingedrehtem Lockenköpfchen, mit 'nem Kissen unter den Unterarmen, aufgestützt aus dem Fenster spähen und kopfschüttelnd der heutigen Jugend zurufen "Jackeline, mach' die Affenmusik leiser".
    Ja klar, man wird älter, "reifer", manchmal aber in Bezug auf die eigene Person doch leicht vergesslich und man braucht Ruhe, viel Ruhe. So wie es schon die Altvorderen machten, als sie das erste Mal Beatles hörten.

  5. 51.

    Ha,ha! Wer weiß, ob nicht irgendwo eine Flasche Vevey Cliequot abseits steht. Ha,ha. Da stimme ich Ihnen zu. Bekomme vom Anblick schon Sodbrennen!

  6. 50.

    Die Freiheit die ich mir nehme, geht immer zu Lasten anderer. Ich mache Party andere können leider nicht schlafen oder müssen am nächsten Tag durch Müllkippen spazieren. Das ist blanker Egoismus. Jeder denkt nur noch an sich selbst.

  7. 49.

    Tja die Geschmäcker sind nun mal verschieden.... zum Glück.
    Viel schlimmer finde ich dass die Müllsch..... ihre Flaschen nicht vernünftig entsorgen.
    Damit würden sie ihren Gegnern viel weniger Angriffsfläche bieten.
    Fazit: feiern ja, aber bitte auch wieder sauber machen! Danke :-)

  8. 48.

    OK, verstehe, aber wie soll die Polizei dies machen?
    "Guten Tag, Sie sind zwar nur 10 aus 3 Haushalten, aber wir befürchten, dass sie später hier saufen und feiern werden.
    Gehen Sie bitte nach Hause!"
    Das finde ich schon übertrieben.
    Hartz4 kürzen, wer Müll rumschmeißt und Flaschen zerkloppt.
    Was meinen Sie, wie sauber die Parks dann sind.
    Wer die Anwohner schützen will, soll irgendein OpenAir im Wald anbieten, wo die sich dann austoben können, aber wenn Bestverdienende sich auf ihren Loftterrassen oder im Pool sonnen und die "Deplorables" gar nichts mehr dürfen außer Straße, finde ich das auch ziemlich elitär.
    KNALLHART durchgreifen + Angebot an die Jugend.
    Das wäre der korrekte Weg.

  9. 47.

    Wann öffnen endlich wieder die Außenbereiche der Clubs? Die Inzidenz ist im freien Fall, immer mehr Menschen geimpft und eine Ansteckung im Freien extrem unwahrscheinlich.

  10. 46.

    Ein Kinderspielplatz ist etwas sehr Schönes, wenn man Kinder dabei beobachten kann, wie friedlich miteinander spielen. Meistens jedenfalls:-) Und wie schon richtig schreibst, irgendwann ist Ruhe.
    Aber bei den Parkpartys geht es leider die ganze Nacht.
    Wie Du und Alice schon geschrieben habt, das Tempelhofer Feld freigeben und die Party kann steigen.

  11. 44.

    Rotkäppchen Halbtrocken und Mild, wer sowas trinkt, muss die Kontrolle über sein Leben verloren haben.

  12. 43.

    Die einen wollen die Freiheit zu feiern, die anderen wollen die Freiheit, sich am Wochenende nach einer anstrengenden Arbeitswoche zu erholen, besonders wenn sie in sozialen oder Dienstleistungsberufen arbeiten, wo sie eh schon die ganze Zeit Rücksicht auf die Befindlichkeiten anderer Menschen nehmen. Nicht jeder hat die Mittel für Auto und Stadtflucht. Rücksicht wäre auch ohne Pandemie mal wieder häufiger angebracht. Die Aggressoren sind auch nicht diejenigen, die sich beschweren, sondern diejenigen, die sich egoistisch jede Freiheit nehmen ohne auf etwaige Bedürfnisse anderer zu achten.

  13. 42.

    Meine Frage war, warum die werten Damen und Herren von der Polizei nicht schon „eher eingeschritten“ sind – nicht, warum sie nicht (härter) „durchgegriffen“ haben. Irgendwie kann ich mir nicht so recht vorstellen, dass sich immer erst ein paar tausend Leute ein paar Stunden lang draußen versammeln müssen, bevor sie Wind davon bekommen.

  14. 41.

    Wir können den Sommer auch abends in den Parks in kleinen Gruppen mit Abstand genießen,- reden, chillen, entspannen, picknicken; - solange die Zahlen nicht wieder steigen;- denn das SarsCov2-Virus und besonders seine Mutanten sind noch da,- und nach den Urlauben ggf. auch wieder mehr.- Also impfen, Abstand, Hygiene, da wo es sicherer ist auch Masken tragen.- Laute Musik, tanzen,...brauchen wir nicht in den Parks;- das gibt's bald wieder in den Clubs bis morgends früh.- Laßt uns das nicht durch Leichtsinn und Ungeduld gefährden.-

  15. 40.

    Übrigens "kein Abstand" mit Getränken in der Hand. Solche (inoffizielle) Fotos gibt es auch vom G7-Gipfel.

  16. 39.

    Wieso sollte man dieses Problem lösen?
    Lieber bis zu den Wahlen auf der Empörungs-Welle schwimmen.

  17. 37.

    Arm aber sexy.... Ging nur durch Corona etwas unter. Aber vorher war das völlig normal. Da gab es keine täglichen Berichte

  18. 36.

    Ich hingegen habe vorm Fenster einen großen Abenteuerspielplatz mitsamt Fußballfeld und freue mich sogar wenn die Kinder herumtollen mit lautem Geschrei. Vorteil ist, zwischen 20 Uhr u. 10 Uhr morgens herrscht wieder die Ruhe.

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