Nach Tierquälerei-Vorwürfen - Schlachthof in Neuruppin stellt Betrieb ein

Schlachthof-Skandal in Neuruppin (Quelle: rbb/Björn Haase Wendt)
Bild: rbb/Björn Haase Wendt

Ein Schlachtbetrieb in Neuruppin, der auch Bio-Fleisch verarbeitete, war nach harten Vorwürfen von Tierschützern in Schwierigkeiten geraten - dort sollen Schweine brutal misshandelt worden sein. Jetzt hat der Schlachthof aufgegeben.

Ein Neuruppiner Schlachthof hat nach Vorwürfen wegen Tierquälerei seinen Betrieb eingestellt. Die Firma habe den gesamten Betrieb an dem Standort beim Amt für Verbraucherschutz und Landwirtschaft abgemeldet, teilte der Landkreis Ostprignitz-Ruppin am Mittwoch auf Nachfrage mit. Anfang des Jahres war der Betrieb bereits vorläufug geschlossen worden.

Das Deutsche Tierschutzbüro hatte im Oktober dem Veterinäramt und der Staatsanwaltschaft heimlich erstellte Videoaufnahmen vorgelegt und das Unternehmen kurz darauf angezeigt. Das Bildmaterial zeigt, wie Schweine vor der Schlachtung gequält werden: Sie werden von Mitarbeitern getreten, geworfen und geschlagen. Nach Angaben des Tierschutzbüros wurden sie wiederholt nur unzureichend betäubt.

Der Betrieb belieferte auch Bio-Supermärkte.

Staatsanwaltschaft ermittelt

Die Staatsanwaltschaft Neuruppin ermittelt gegen den Betrieb wegen Tierquälerei. Das Unternehmen selbst habe inzwischen Anzeige wegen Verstößen gegen das Tierschutzgesetz gegen zwei seiner Mitarbeiter gestellt, sagte Staatsanwältin Martina Baum. Die Ermittlungen müssten nun zeigen, ob die Handlungen von oben geduldet oder sogar angeordnet worden seien oder es sich um Exzesse von einzelnen Mitarbeitern handelte, so Baum.

"Wir begrüßen diesen Schritt und freuen uns sehr, dass in dem Skandal-Schlachthof keine Tiere mehr gequält werden", sagte Jan Peifer, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Tierschutzbüros.

Sendung: Brandenburg aktuell, 16.06.2021, 19:30 Uhr

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15 Kommentare

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  1. 15.
    Antwort auf [April ] vom 17.06.2021 um 08:35

    Sie haben ja eine tolle Meinung. Vielleicht sollten Sie sich in der Wahl ihrer Worte mäßigen oder mal zum Arzt gehen.

  2. 14.

    Wenn man die Werbung dieser Firma im Internet liest, könnte man erblassen. Einfach toll. Aber man darf eben nicht hinter die Kulissen schauen. Mir will doch niemand erklären, das diese Zustände in der Zentrale in Emmendingen nicht bekannt gewesen sind. Aber so ist nun wieder ein Schlachtbetrieb im Osten weniger. Die restlichen Schweine freuen sich auf eine längere Reise.

  3. 13.

    Ehe jetzt alle Veganer und Tierschützer wegen eines wieder geschlossenen Schlachthofes in die Hände klatschen: Dieser Schlachthof von Färber in Neuruppin wäre eh über kurz oder lang geschlossen worden. Der Standort ist zu klein, keine Erweiterungsmöglichkeit, alte Anlagen und Gebäude. Dort hätte richtig was investeriert werden müssen. Lohnt aber nicht für diesen kleinen Standort mitten in der Stadt mit Wohnbebauung nebenan. Also zu damit. Das mit dem Tierschutz kam für Färber sicher zur rechten Zeit, auch wenn das bestimmt nicht zur Firmenphilosophie gehört.

  4. 12.

    Wie anders, als mit heimlichen Aufnahmen, wollen Sie sowas denn rausfinden? Wenn jemand dabeisteht, würden die Beschäftigten sich wohl kaum so verhalten ... Was wäre Ihr Vorschlag?

  5. 11.

    Der dort praktizierte Umgang mit fühlenden und sozialen Tieren, wie Schweine es sind, ist einfach nur verabscheuungswürdig. Trotz allem ist es doch aber besser, wenn sie zumindest bis zu ihrem Tod ein halbwegs artgerechtes und erträgliches Leben haben dürften, oder nicht?

  6. 10.

    Das ist wirklich eine große Schweinerei, hoffendlich werden die anderen Höfe gründlich überwacht.
    Die Fleischindrustie sorgt immer mehr dafür das man lieber auf Fleisch verzichtet.

  7. 9.

    Ganz einfach: Niemand kann in die Leite reinschauen, schon gar keine staatlichen Organe. Wenn jemand nur Dinge tut, wenn er sich unbeobachtet fühlt, können nur illegal gemachte Videos dies aufdecken, staatliche Organe haben da keine Chance!

  8. 8.

    Gut, nun ist diese Bude dicht. Jetzt auf einmal fällt irgendeinem Schweinehüter auf, dass dort Arbeitsplätze wegfallen. Hätte man ja auch mal vorher überdenken können - zu spät.

    Das ganze "ich hab dich lieb Schweinchen" Getue ist doch nur noch nervend, weil jetzt die Säue in irgendeinem anderen Nachbarland mit riesigen Transportwegen genauso qualifiziert zerlegt werden.
    Die grüne Ökopolitik ist von daher auch nur die Legitimation für Bioläden, ordentlich am Preis zu schrauben. Besser wird die Ware dadurch auch nicht. M.E. hilft da nur - ich gehe beim Metzger meines Vertrauens einkaufen - denn dort kannte ich die Wurst sogar beim Vornamen....

  9. 7.

    Bio ist nicht immer besser, aber konventionell ist immer schlecht für die Tiere. Kugelsichere Westen schützen auch nicht vor allen Kugeln, aber wenn jemand auf Sie schießt hätten Sie doch sicher lieber eine an als nur ein Hemd.

  10. 6.

    Traurig anstatt respektvoll mit den Tieren umzugehen und sich zu bessern einfach zumachen und Arbeitsplätze abschaffen.
    Ich hoffe das andere Betriebe sorgsamer mit Schlachttieren umgehen.
    mfg Christian

  11. 5.

    Warum braucht es eigentlich heimlich erstellte Videoaufnahmen damit sowas rauskommt? So viel staatliche Inkompetenz kann es doch gar nicht geben.

  12. 4.

    Die Mitarbeiter und alle die diese Tierquaelerei zugelassen haben und davon wussten... Sollte man lebendig den Schweinen zum Fraß vorwerfen.

  13. 3.

    Das ist der Beweis, das BIO eben nicht wie immer suggeriert besser ist und mehr Geld und verteuertes Fleisch nicht zu mehr Tierwohl führt. Das ist eine weitere grüne populistische Augenwischerei auf die viele Wähler hereinfallen.

  14. 2.

    Färber hat 30 Standorte in Deutschland...
    Nein, ich bin kein Freund von "Sippenhaft", aber dass Neuruppin nun ausgerechnet die Ausnahme sein sollte, erscheint mir dann doch eher fraglich...

    Es ist ein Konzern...wenn in Neuruppin die Kontrollen nicht funktionieren, warum sollten sie an den anderen Standorten pinibler sein???

  15. 1.

    Biosupermärkte bzw. liefernde Fleischereien sollten schon die Betriebe aufsuchen bzw. die Standards kontrollieren lassen. Was nützt die artgerechte Aufzucht, wenn die Tiere dann im Schlachthof misshandelt werden? Bio heisst auch, den Tieren so wenig Leid wie möglich zuzufügen.
    Die beteiligten Bio-Handelsunternehmen

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