Schwieriger Einsatz in Oberhavel - Hubschrauber unterstützen Löscharbeiten des Waldbrands bei Bötzow

Ein Hubschrauber tankt auf der Lichtung eines Waldstücks Wasser zum Löschen nach. (Quelle: dpa/Soeren Stache)
Audio: Antenne Brandenburg | 21.06.2021 | Brandenburgs Waldbrandbeauftragter Raimund Engel | Bild: dpa/Soeren Stache

Der erste große Waldbrand des Jahres in Brandenburg stellt die Feuerwehrleute vor große Herausforderungen. Nur vom Waldrand und aus der Luft kann gegen die Brände angekämpft werden. Erschwerend kommt hinzu, dass der Boden munitionsbelastet ist.

Auch am Montag sind die Feuerwehrleute bei Bötzow (Oberhavel) nordwestlich von Berlin im Einsatz gegen einen Waldbrand. Zwei Hubschrauber der Bundespolizei waren im Einsatz und löschten. Auf einer Fläche von etwa acht Hektar nordwestlich von Berlin brennt es seit Freitag.

"Wir halten jetzt den Randstreifen so nass, damit sich die Glutnester nicht ausbreiten können", sagte David Ostwald, Einsatzleiter der Feuerwehr, der Deutschen Presse-Agentur. Ungefähr alle fünf Minuten ließen Hubschrauber etwa 4.000 Liter Wasser über dem Brandort ab. Die Piloten flogen in Höhe der Baumkronen. Die Tanks der Hubschrauber würden aus der Havel befüllt oder aus einem riesigen Bottich auf einer Lichtung. Der werde kontinuierlich von Feuerwehrleuten nachgefüllt, sagte Ostwald.

Erschwerend komme hinzu, dass wegen der hohen Munitionsbelastung im Brandgebiet kein Personal hineingeschickt werden könne.

Vogel: Größeres Ausmaß wurde verhindert

Umweltminister Axel Vogel (Grüne) dankte vor Ort den Feuerwehrleuten und Forstmitarbeitern für den mehrtägigen Einsatz. Die besondere Schwierigkeit auf diesem vergleichsweise kleinen Areal sei die Munitionsbelastung, sagte er. Das Waldbrandwarnsystem habe sich hier bewährt. "Durch die schnelle Erkennung der Rauchentwicklung ist ein größeres Ausmaß verhindert worden."

Der schnellen Anforderung von Löschhubschraubern durch die Einsatzleitung sei es zu verdanken, dass bisher nur acht Hektar brennen. Auch konnte der Brand schnell unter Kontrolle gebracht werden, so der Minister. Im Land müsse immer mit munitionsbelastetem Gelände gerechnet werden, auch wenn die Flächen nicht als Kampfmittelverdachtsflächen ausgewiesen seien.

Waldbrand bei Bötzow (Quelle: imago-images)Das Waldgebiet bei Bötzow brennt seit Freitag

"Die Waldbrandlage bleibt weiterhin brenzlig"

Lokale Schauer hätten allerdings nicht zu einer Erleichterung der Situation geführt, sagte der Brandenburger Waldbrandschutzbeauftragte Raimund Engel am Montagmorgen dem rbb: "Die Böden sind ausgetrocknet. Selbst wenn Wolken die Sonne bedecken, bleibt weiterhin eine Waldbrandgefahr bestehen."

Engel geht davon aus, dass die Feuerwehr mindestens noch am Montag, vielleicht aber noch mehrere Tage bei Bötzow im Einsatz sein wird. "Die Waldbrandlage bleibt weiterhin brenzlig."

Waldbrandwarnung leicht herabgestuft

Für sieben Landkreise vor allem in Ost- und in Südbrandenburg wurde am Montag die Waldbrandwarnstufe vier von fünf festgelegt [Aktuelle Waldbrandgefahrenstufen: mluk.brandenburg.de]. In Brandenburg wurden nach Angaben des Umweltministeriums in dieser Saison bereits 109 Waldbrände auf einer Fläche von insgesamt 21,85 Hektar gezählt. Im vergangenen Jahr waren es 287 Brände auf 115,7 Hektar und 2019 insgesamt 417 Brände auf einer Gesamtfläche von 1352,7 Hektar.

Der Waldbrandschutzbeauftragte Engels warnt allerdings, dass die Warnstufen nicht die tatsächliche Waldbrandgefahr widerspiegeln würden. "Wir bräuchten viel mehr Niederschlag, damit sich wirklich die Gefahr entspannt."

Sendung: Brandenburg aktuell, 21.06.2021, 19:30 Uhr

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29 Kommentare

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  1. 29.

    Ach noch niedlicher der VDI. Wie gut, dass ich in anderen Verbänden bin, ich würde mich sonst schämen. Haben Sie schon geschaut wer die Autoren der Studie sind?

    Natürlich würden Verbrennungsmotoren-Ingenieure fair beurteilen was besser ist^^

    Ganz unabhängig ist wohl nie jemand, nur wer sollte als Verbrennungsmotorenspezialist schon zum Ergebnis kommen, dass seine Zeit abläuft?

    Da kommt mir sofort wieder das hier in den Sinn:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Theorie_der_Aufrechterhaltung_der_Selbstbewertung#:~:text=Die%20Theorie%20der%20Aufrechterhaltung%20der,eines%20dynamischen%20Prozesses%20verstehen%20kann

  2. 28.

    @ Tram88, Herr Werner usw:

    Googeln Sie mal "Die naturlichen Kiefernstandorte Deutschlands und ihre Gefährdung" + "Universität Potsdam"

    Ich zeige Ihnen als Kiefernfans gerne mal natürliche Kiefernstandorte und wie es dort aussieht (gäbe 2 in Brandenburg in der "Nähe" von Berlin, östliches Niedersachsen (Herr Werner war das nicht ihre Ecke) in Bayern gibt es auch noch welche....also wir könnten ja mal Exkursionen machen. Das war mit das spannendste am Biologiestudium....

    Diese wirklich natürlichen Kiefernstandorte haben mit den in Südbrandenburg absterbenden Kiefernforsten nix gemein!

  3. 27.

    https://www.statistik-bw.de/Service/Veroeff/Monatshefte/20041111
    https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/klimaschutz-im-verkehrssektor-batterie-verhagelt-e-autos-die-co2-bilanz/26575906.html?ticket=ST-2256118-HsNxjVNMiZc412zluNKx-ap1

    Kurzum: Es stellt sich immer die Frage wer welche Daten/Fakten zu welchem Zweck veröffntlicht.
    Auch Salzwasser ist lebensnotwendig - denn dies kann in Trinkwasser umgewandelt werden aber auch für andere lebensnotwendige bereiche verwendet werden.

  4. 25.

    lesen Sie mal hier:
    https://publishup.uni-potsdam.de/opus4-ubp/frontdoor/deliver/index/docId/4456/file/pmnf153.pdf

    Ich lade Sie sogar gerne mal ein für Sie eine Führung durch einen wirklich natürlichen KiefernWALD in Brandenburg zu machen. Solche Extremstandorte sind für mich als Biologen einfach extrem schön (im Gegensatz zu den grässlichen Kiefernforsten). Sie sind ja mobil mit dem Auto man kommt dort sonst schlecht hin.

  5. 24.

    Hier wären doch nun Löschflugzeuge eine echte Unterstützung. Aber die Politik überlegt ja noch und die Kohle brauchen wir ja für das Kanzleramt.

  6. 23.

    Ich hatte es in einem Tesla Thread schon angekündigt, am Wochenende die Kiefernforste in EE bestaunt. Die Kiefern sterben massenweise ab, das wird sich noch beschleunigen. Wer ist dann noch grün? die Birke ist schon vorher tot, aber die Buchen, Eichen und Linden sehen eigentlich noch ganz fit aus. Dazwischen überall die kaputten Kiefern. Von der Befahrung einiger Bundesstraßen (B101) dort kann man eigentlich nur abraten, da stehen teilweise schon einige Kiefern abgestorben über der Fahrbahn. Wieso wird da nicht proaktiv diese Wälder beräumt? Muss erst der Baum entweder direkt auf das Auto oder vor das Auto einer Familie fallen?

    Behaupten Sie immer noch die Kiefer gehört nach Brandenburg?

  7. 22.

    Bei Laubwäldern hätten Sie recht, nur bei sehr harzreichen Kiefernästen mitsamt den für den Boden eigentlich schon schädlichen Kiefern haben Sie eher unrecht. Das wird nicht wirklich zu einem gesunden Bodenaufbau führen. Dafür braucht es gesunde Mischwälder mit nur noch einem kleinen Rest Kiefernbestand.

    Gehen Sie mal in Brandenburg buddeln und in zb Hessen (bitte nicht im Fichtenforst, schrecklich). Der Boden im Laubwald ist viel gesünder und ermöglicht viel mehr Leben/Biodiversität.

  8. 21.

    Lesen bildet, man muss aber auch verstehen was dort steht. Das Wasser was für die Lithiumproduktion verwendet wird in Südamerika ist kein Trinkwasser sondern Salzwasser.

    https://www.bgr.bund.de/DE/Gemeinsames/Produkte/Downloads/Informationen_Nachhaltigkeit/lithium.pdf?__blob=publicationFile&v=4

    Seite 9 lesen hilft.

    Im übrigen kommt aktuell rund 60% des Lithiums aus Australien und wahrscheinlich wird Australien sogar an der 80% Marke knapsen. Dort wird in einem einfachen Tagebau ohne großen Wasserverbrauch Lithium gefördert.

    Können Sie mir die Produktionskapazität von Bolivien in LCO Tonnen nennen?

    (gefährliches Halbwissen nenne ich sowas)

  9. 20.

    Jau, dass böse Wasser, dass pro PKW der Menge entsprich, die für die Produktion von dreißig Tassen Kaffee benötigt werden. Das Akku, welches mittlerweile durchaus mehrere 100.000 km halten kann, kann man bereits heute vergleichsweise einfach recyclen. Das steht aber erst nach einem Second-Life als stationärer Energie
    https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/tesla-akkus-wenn-elf-avocados-umweltschaedlicher-als-eine-e-auto-batterie-sind/25291904.html

    Dabei ist bereits heute nach überarbeiten Studien der CO2-Rucksack bedeutend kleiner als in so mancher Sinnlosen Studie, die mit längst überholten Zahlen rechnete.

    Wasserstoff ist ein gern genommene Ausrede von vielen, die am Verbrenner festzuhalten. Vergleichen Sie aber nur mal das Angebot an FCEV mit denen von BEV. Bereits in den 80ern träumte viele von einer H2-Wirtschaft, Mercedes war Mitte der 90er Pionier für Brennstoffzellen-PKW, sieht aber mittlerweile auf der Straße nur noch eine Nische im Schwerlast-Fernverkehr.

  10. 19.

    Die Nutzung von E-Autos ist nicht besser; siehe Bericht von tagesschau.de:
    https://www.tagesschau.de/wirtschaft/weltwirtschaft/lithium-in-den-anden-101.html

    Bei ohnehin schon extremer Wasserknappheit wird für die Massenproduktion von E-Autos mit Lithium-Anteil in den Batterien massenhaft Wasser verschwendet für Abbau und Gewinnung des Metalls - erst gar nicht zu reden vom hohen CO2-Fussabdruck für die Produktion und anschliessender Entsorgung der Akkus (bei Lebensende der Akkus - den die haben nur eine begrenzte Lebensdauer).

    Eine der ganz wenigen Alternativen: Wasserstoff.

    Statt in unsinnige Projekte usw. seine Kräfte zu vergeuden sollten diese (und Geld) lieber in die Aufforstung der Wälder weltweit gesteckt werden - das hilft mit am meisten (und trägt zur Reduzierung der CO2-Werte bei).

  11. 18.

    Hi@all!
    Das Äste/zweige und Blätter im Wald zu belassen werden hat schon seinen Grund. Dort sind die meisten notwendigen "Nährstoffe" die Bäume brauchen "verbaut". Das Stammholz, dass für uns Menschen interessant ist, für den Baum aber nur mittel zum Zweck und enthält nur einen Bruchteil davon.
    Ergo:
    Nährstoffe im Wald lassen, dann kann wieder was nachwachsen und auch wieder geerntet werden.

    Grüsse Aauuus Berlin!

  12. 17.

    Der Mensch ist für den Klimawandel verantwortlich weil er aufgehört hat sich weiterzuentwickeln. Immer mehr Kohle, Öl und Gas zu verbrennen ist ja keine Weiterentwicklung. Das ist ewig alte Technik.

  13. 16.

    Hahahaah! Danke für den erheiternden Kommentar. Auf den Punkt. Schönen Abend!

  14. 15.

    Ein Waldbrand mit Munitionsbelastung nur für Unwissende ein Kinderspiel. Hab selbst Einsätze miterlebt, bei dem dieses Gerülle hoch gegangen ist, das war erstmals Mitte der 1990er Jahre, als unsere Freunde gegangen sind und niemand Erfahrung damit hatte. Deshalb waren wir immer glücklich, wenn die Besatzung des Löschzuges wieder komplett zurückgekehrt ist..... nichts ist schlimmer, du stehst nichts ahnend im Wald und wenige Meter entfernt knallt es oder eine Stichflamme schießt aus dem Boden.. deshalb bin ich der Meinung, kontrolliert ausbrennen und abbrennen lassen, ist immer noch die sicherste Brandbekämpfung in diesen Gebieten.

  15. 14.

    Ihre letzten Zeilen hätten sie aber sparen können. Es ist oft Schlamperei, die zu Bränden führt. Auch schlimm genug, dass jetzt noch Altmunition in den Wäldern hochgefährlich rumliegt. Nun nicht auf die Idee kommen wie in Gh. nach Munitionssuche den Wald für Tesla vernichten.

  16. 13.

    Nunja, da Munition ebensowenig von Bäumen fällt wie Altlasten auf den Äckern wachsen, muss da wohl jemand 'ne Schippe rausgeholt und die Grütze irgendwo verbuddelt haben. Dieser jemand ist bestimmt nicht der Feldhamster. Dann kommt der Homo Robustus und heizt Mutter Erde auch noch richtig ein. Die Folgen sehen wir u.a. jetzt in OHV. Viel Mist in der Erde, wenig Wasser von oben, Holzäcker, äh - monokulturelle Nutzwälder, saumäßige Waldpflege (wobei ich mich bei den Sauen jetzt vorsorglich mal entschuldige). Also so abwegig ist der Bogen also nicht. Eigentlich kurz, knapp und voll ins Schwarze.

    Ihre Idee mit der Steinzeit und dem umweltverträglichen Aussterben ... wer weiss. Wenn wir so weitermachen, bekommen wir das auch noch hin. Ich hoffe allerdings, das sich das Hirn auch evolutionär noch weiterentwickeln kann - und die Hoffnung .... kann Berge versetzen ;-).

  17. 12.

    Die Frage die sich mir bei so etwas stellt ist...
    Warum unterstützt bei einem Waldbrand(wo auch noch Munition liegt) nur ein Hubschrauber der Bundespolizei, und wo ist die Bundeswehr die gerade bei so etwas viel besser unterstützen könnte mit Hubschraubern, Räumpanzer etc.???

  18. 11.

    Faszinierend, wie sie den Bogen von Munitionsrückständen über Klimawandel und Altlasten auf den allgemeinen Umgang der Menschheit mit der Natur schlagen...

    Fehlt eigentlich nur noch abschließend die Erkenntnis, dass der Mensch für den Klimawandel verantwortlich ist, weil er sich seit Jahrtausenden weiterentwickelt hat, statt auf dem Niveau der Steinzeit stehenzubleiben oder umweltverträglich frühauszusterben ...

  19. 10.

    Vielen Dank an Christina und Jörg für die Beantwortung meiner Fragen!
    Der RBB hat inzwischen auch reagiert und den Artikel so umformuliert, dass klar geworden ist, dass es der gleiche Brand ist (Aktualisiert um 20.19h). Jörg war schneller und dafür vielen Dank.
    Das mit dem Holzstapel klingt in der Tat verdächtig. Natürlich kämen auch Selbstentzündungen in Frage. Leider steckt dann jedoch oft, um nicht zu sagen, meist, Brandstiftung dahinter. Ich habe Familie in Spanien, wo fast jedes Jahr immer wieder Menschen Wälder anstecken. :-((
    Danke an die Feuerwehren, die unter Extrembedingungen (Feuer- und Wetterhitze, Kampfmittelbelastung) unermüdlich das Feuer löschen.
    Und @Berliner: Es sollen wohl Weltkriegshinterlassenschaften sein. Darüber zu jammern, hilft nicht und erreicht die Verantwortlichen auch nicht mehr.

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