U5 in Berlin - U-Bahnhof Museumsinsel feierlich eröffnet

U-Bahnhof unter der Berliner Museumsinsel (Quelle: BVG/Oliver Lang)
Video: Abendschau | 09.07.2021 | Arndt Breitfeld und Georg Berger | Bild: BVG/Oliver Lang

Der U-Bahnhof unter der Berliner Museumsinsel war lange ein Geisterbahnhof. Nun ist er offiziell eröffnet worden - Hingucker an der Decke inklusive. Damit ist ein Großprojekt der BVG weitgehend abgeschlossen.

Seit Freitagvormittag hält die U-Bahn-Linie 5 auch am neuen Bahnhof "Museumsinsel". Vertreter und Vertreterinnen des Senats sowie der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) haben die letzte der drei neuen U5-Stationen entlang der Straße Unter den Linden eröffnet. Gegen 11 Uhr hielt nach neun Jahren Bauzeit der erste Zug mit Fahrgästen.

Rund 15.000 Menschen sollen im neuen U-Bahnhof fortan täglich ein- und aussteigen. "Sie haben gezeigt, dass es doch geht, in time und auch in budget zu bauen", sagte Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) bei der Eröffnung.

Mit dem Bahnhof unter der Museumsinsel, dem 175. Bahnhof der Stadt, öffnete die letzte bislang noch geschlossene Station auf der neuen Teilstrecke zwischen Alexanderplatz und dem Hauptbahnhof.

Großprojekt U5 damit weitgehend abgeschlossen

Nach zehn Jahren Bauzeit war im Dezember die 2,2 Kilometer lange Verlängerung der U-Bahn-Linie 5 in Betrieb gegangen. Seitdem fuhren die Züge der U5 an dem "Geisterbahnhof" unter der Museumsinsel ohne Halt vorbei.

Das Unternehmen bezifferte die Kosten der Neubaustrecke auf bis zu 540 Millionen Euro. Neue Bahnhöfe entstanden auch an der Kreuzung Unter den Linden/Friedrichstraße sowie vor dem Roten Rathaus.

Damit verbindet die U5 nun ohne Unterbrechung den östlichen Stadtrand in Marzahn-Hellersdorf mit dem Hauptbahnhof. Das Großprojekt U5 ist damit laut BVG bis auf einige Restarbeiten an der Oberfläche abgeschlossen.

Baukosten belaufen sich auf 150 Millionen Euro

Die Baukosten für den Bahnhof Museumsinsel belaufen sich laut BVG auf rund 150 Millionen Euro. Es war der demnach teuerste und aufwendigste der drei Bahnhöfe. Aufgrund der Nähe zur Spree musste der Boden für den Bau mit einem aufwendigen technischen Verfahren eingefroren werden.

Auffällig sind die mehr als 6600 Lichtpunkte, die auf dem blauen Hintergrund der gewölbten Decken über den Gleisen angebracht wurden und Sterne symbolisieren sollen. Der Sternenhimmel ist nach Motiven eines historischen Bühnenbildes für Mozarts "Zauberflöte" gestaltet.

Das Weltkulturerbe Museumsinsel bekomme mit dem Bahnhof "ein würdiges neues Entree und unsere Stadt eine weitere Touristenattraktion", erklärte BVG-Chefin Kreienkamp anlässlich der Eröffnung.

Vertreter und Vertreterinnen des Senats sowie der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) haben die letzte der drei neuen U5-Stationen entlang der Straße Unter den Linden eröffnet. (Quelle: BVG/Oliver Lang)
Bild: BVG/Oliver Lang

Bahnhof deutlich früher eröffnet

Durch "gute Planung und großes Engagement aller Beteiligten" sei es möglich geworden, den Bahnhof deutlich früher als zuletzt erwartet ans Netz zu bringen, erklärte die BVG. Ürsprünglich war die Eröffnung des U-Bahnhofs Museumsinsel zwar im Sommer geplant gewesen.

Zuletzt hieß es jedoch, dass der Termin auf den Herbst fallen werde, da es bei den beteiligten Bauunternehmen Corona-Fälle gegeben habe. Die neue U-Bahnlinie verbindet zahlreiche Wahrzeichen Berlins. Er ist nur wenige Gehminuten von diversen kulturellen Stätten entfernt. Deshalb gilt der U-Bahnhof als "Kulturbahnhof".

 

Sendung: Abendschau, 09.07.2021, 19:30 Uhr

21 Kommentare

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  1. 21.

    Ich weiss nicht mehr wie das genau zusammen hängt, aber irgendwie habe ich mal was von der U-Bahn in Nürnberg gehört und die haben das irgendwie mit der BVG zusammen gemacht, oder die BVG benutzt das als Erfahrungsprojekt von Anfang an. Irgendwie so. Ich frage mich einfach wann wir zu Bahnhöfen kommen die zum Gleis hin mit automatischen Türen abgesichert sind. Und Züge punktgenau stehen.

  2. 20.

    warum vergleichen sie das miteinander? Eine U-Bahn ist viel schneller, und transportiert wesentlich mehr Menschen, noch dazu ist sie vom Oberirdischen völlig unabhängig, Regen Schnee Gewitter, Besuch von Königinnen und Präsidenten, Strassensperrungen usw. Wenn Sie weniger Autos haben wollen, sind U-Bahn die Nr.1 , was natürlich nicht heisst das Radwege , bzw. richtige Radschnellwege völlig vom Verkehr entkoppelt nicht kommen sollten. Aber mit Rad zur Ubahn, queer durch die Stadt und dann wieder mit dem Rad, das muss das Ziel sein. Und klar ist es teuer unterirdisch, aber ist es billiger das Land für die Radwege und Strassenbahnen ? Das kostet ja auch Geld. Glaube nicht das es auf die Dauer billiger ist als die Erstellungskosten von UBAhnhöfen. Übrigens Spandau hat 1984 240 Mio DM gekostet den Senat. Nur der UBahnhof, fast noch ein Schnäppchen die 150 Mio wenn man das mal mit Inflation und alles gegen rechnet.

  3. 19.

    Pfeiler: Das will ich doch mal hoffen ;-) Ich kann allerdings die Sorgen mancher hinsichtlich der Unübersichtlichkeit nachvollziehen.
    Leuchten: Wenn die Schadensbehebung einfach ist, soll es mir recht sein. Das werden wir einfach mal abwarten.
    Sternbilder: Bezaubernde Idee! Aber, meines Wissens, leider nicht vorgesehen ;-)
    Und ich war nie ersthaft beunruhigt, dafür ist mir ein U-Bahnhof nicht wichtig genug...

  4. 18.

    Die Pfeiler wird man nicht gesetzt haben um sie zu ärgern. Wenn da mal nach 10 Jahren einige Sternchen" fehlen wird man das ganz unbemerkt beheben. Es ist sogar möglich zusätzlich je nach Jahreszeit die ganz typischen Sternenbilder, die sie eventuell auch kennen abzubilden. Sind sie beruhigt ?

  5. 17.

    "Die Baukosten für den Bahnhof Museumsinsel belaufen sich laut BVG auf rund 150 Millionen Euro."

    Für EINEN Bahnhof! Dafür hätte kilometerweise Radspuren und Straßenbahngleise bauen können.

  6. 16.

    Soweit ich weiß werden die neuen U Bahn Züge von Stadler sowohl für Fahrerlosen als auch für Fahrerbetriebenen Verkehr ausgerüstet . Genaueres ist aber in den nächsten Jahren hier in Berlin nicht geplant .

  7. 15.

    " Warum wird das U-Bahn-Netz nicht weiter ausgebaut? "

    Ihre Frage ist mehr als berechtigt !!

    Vergleicht man die 5 größten Städte in Europa ( Moskau , London , Paris , Madrid und Berlin ) wird nur in Berlin nichts geplant und gebaut was mit U Bahn zu tun hat !! Selbst Hamburg baut zur Zeit mit der Verlängerung der U 4 und dem Bau der U 5 gleich an 2 U Bahn Linien !!

  8. 14.

    Ihr Kommentar hat zwar nur indirekt mit dem U-Bahnhof Museumsinsel zu tun, aber fahren Sie mal mit der U4.

  9. 13.

    In Nürnberg fährt die U-Bahn bereits seit 2007 fahrerlos - bei der Erweiterung der U5 hätte ich das jetzt auch erwartet. Weiss Jemand, wann endlich auch die erste autonome Strecke in Berlin kommt - knapp 15 Jahre Erfahrung aus Nürnberg sollten doch wohl ausreichen...

  10. 12.

    Dann scheint es ja genau DAS zu sein, was der Souverän politisch will. Wer Demokratie ernst nimmt sollte das dann also auch umsetzen.
    Ich glaube wir wissen alle, zumindest erahnen, dass diese Bauten nicht durch Fahrgeldeinnahmen finanziert wurden. Wie das Meiste bei der BVG.

  11. 11.

    Warum wird das U-Bahn-Netz nicht weiter ausgebaut?
    Hier scheint ja gar nichts mehr in Planung zu sein.
    Traurig für eine Weltstadt.

  12. 10.

    Ich bin sehr angetan von der Umsetzung der Deckengewölbe, die gestalterisch dem wohl bekanntesten Bühnenbilds Schinkels, aber auch der Schinkelkirche Neuhardenberg folgen (auch in der Symmetrie der Lichter).
    "Bezuglosigkeit" - zumindest zur Umgebung - kann ich hier nicht erkennen, es gibt schließlich einige Schinkelsche Bauten bzw. Bezugspunkte in der Gegend.
    Sicher hätte man auch einen Bahnhof entwerfen können, der sich architektonisch stärker an den älteren Museen orientiert (vergleichbar U Zitadelle mit seiner Namensgeberin). Aber die Entscheidung fiel nun mal so aus, und dafür finde ich es überaus gelungen.
    Der Wartungsaufwand ist ein interessanter Punkt, das könnte wirklich zum Problem werden (nimmt man Ausfälle bis zu einer gewissen Zahl hin, da man nicht ständig ein Gerüst aufbauen kann?).
    Und ja, der Bahnhof ist mit diesen vielen Pfeilern ziemlich unübersichtlich.

  13. 9.

    "Jetzt noch schnell die A100 zu Ende bekommen und Berlin hat eine Attraktion mehr und entlastet die Nebenstraßen …"

    Das Gegenteil wäre der Fall. Mit KfZ und Straßenneubau ist es wie mit dem Taubenfüttern. Je mehr man füttert umso mehr kommen.

  14. 8.

    Das sehe ich nicht so. Gehen Sie mal ins Pergamon Museum und schauen sich dort das Stadttor von Babylon an. Ich finde es sehr mutig, aber auch ein bißchen naiv einen solchen Bahnhof in Berlin zu konzipieren. Die LED Lampen halten nicht ewig und der Bahnhof lädt die Freunde der Graffiti Kunst förmlich ein. Es ist ein Bahnhof für die Berlin Besucher und das ist okay.

  15. 7.

    Was hätten Sie denn gerne? Teile der Prozessionsstraße zum Ischtar-Tor in der U-Bahn verbaut? ;)

  16. 6.

    Wie kann man nur den Berlinern solch einen bezuglosen Bahnhof vor die Füße werfen, hier sieht man dass den Entscheidungsträgern alles wurscht ist,
    Museumsinsel? Hä?
    Man quält ein Stadtschloss hin, Sandstein, wo ist der Bahnhof mit Säulen aus Sandstein(-optik)? Das Deutsche Museum, Bode, Pergamon, Lustgarten und man baut einen Bahnhof mit Babyklein-Optik mit Billig-LEDS - Danke für nichts...

  17. 5.


    Dieses Projekt seit Jahren immer wieder unter dem Stichwort "Lückenschluß" zu verkaufen, war und ist wenig zweckdienlich. Es handelt sich bekanntlich um eine sechs Stationen umfassende Verlängerung der U5 vom Alexanderplatz zum Hauptbahnhof. (Leider nur bis dort und nicht wenigsten Linien-verknüpfend bis zur Turmstraße /U9). Daß ein erster, vom Alexanderplatz aus gesehen "hinterer" Teil dieser Verlängerung bereits 2009 fertiggestellt wurde und dadurch erst eine "Lücke" entstand, hat am eigentlichen Verlängerungsprojekt nichts geändert.

  18. 4.

    Die U5-Station „Museumsinsel“ wurde nicht früher fertig, sondern zu dem Termin, der schon seit Beginn letzen Jahres über viele Monate hinweg genannt worden war. Erst in diesem Frühjahr hatte man vorübergehend angenommen, daß es wohl Herbst werden könnte. Zuletzt nun also die Bestätigung des eigentlich vorgesehenen Termins zur Inbetriebnahme.

  19. 3.

    Wieder einmal hat man hier die Chance verpasst, einen authentischen Bahnhof zu bauen. Der Bahnhof sieht zwar ganz schick aus, hat aber mit den umliegenden Museen sehr wenig gemeinsam.

  20. 2.

    "Bahnhof deutlich früher eröffnet"

    nunja.. dafür das er jetzt Monate nach Eröffnung der U5 eröffnet, kann wohl kaum mit "deutlich früher" bezeichnet werden.

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