Längste Reparatur über drei Wochen lang - Berliner Ampeln erleben jährlich tausende Totalausfälle

Eine rote Ampel hängt am Kottbuser Tor in Berlin-Kreuzberg am Ampelmasten herunter. (Quelle: rbb|24/Tim Schwiesau).
Bild: rbb|24/Tim Schwiesau

Insgesamt 2.135 Ampeln gibt es derzeit in Berlin. Doch nicht immer funktionieren sie: Zahlreiche Totalausfälle wurden registriert. Im Jahr 2020 passierte das 3.160 Mal, in diesem Jahr bereits 1.996 Mal. Das teilte die Senatsverwaltung für Verkehr und Umwelt auf eine parlamentarische Anfrage des Abgeordneten Marcel Luthe (fraktionslos) mit.

Über 600 Stunden für eine Ampelreparatur

Demnach dauerte es im Vorjahr durchschnittlich acht Stunden und 19 Minuten, bis ausgefallene Ampeln wieder blinkten. Die längste Reparaturzeit wurde jedoch mit 607 Stunden und 49 Minuten angegeben, umgerechnet mehr als drei Wochen. Doch das ist rückblickend betrachtet noch lange nicht der Spitzenwert in Berlin. Die längste Behebungsdauer betrug laut der Antwort im Jahr 2010 2.552 Stunden und 43 Minuten. Das sind fast 106 Tage. Im Durchschnitt betrugen die Reparaturarbeiten zehn Stunden und 27 Minuten.

Jahr Durchschnittl. Behebungsdauer (in Stunden)
Längste Behebungsdauer (in Stunden)
Ampeln gesamt Totalausfälle
2010 10:27 2.552:43 2.072 4.947
2011
7:08 712:07
2.084 4.176  
2012 6:01 1215:23 2.091 3.620
2013 7:19 902:27 2.086 3.475
2014
6:10
745:31 2.093 3.060
2015 6:12 941:57 2.091 3.234
2016 6:28 837:34 2.101 3.241
2017 6:54 381:18 2.100 3.570
2018 6:34 342:16 2.111 3.844
2019 7:28 822:30 2.120 3.551
2020 8:19 607:49 2.131 3.160
2021 7:17 433:45 2.135 1.996

Quelle: Senatsverwaltung für Verkehr und Umwelt

Defekte Ampel durch Unfälle oder Regen

In diesem Jahr lag der bisherige Reparatur-Durchschnittswert bei sieben Stunden und 17 Minuten. Aber Fußgänger, Rad- sowie Autofahrer mussten auch schon Ampelausfälle von 433 Stunden und 45 Minuten hinnehmen.

Als Gründe für defekte Ampeln nannte die Senatsverwaltung den Ausfall von Bauteilen, Beschädigungen etwa nach Unfällen, eindringendem Regen und Netzschwankungen.

Die Senatsverkehrsverwaltung weist in der Antwort darauf hin, dass Ampeln nach einem Totalausfall "innerhalb von 24 Stunden wieder in Betrieb zu nehmen sind". Wenn Reparaturarbeiten länger andauern, werde ein Provisorium aufgestellt, beispielsweise wenn ein Mast umgefahren wurde. "Die offene Störungsmeldung wird aber erst geschlossen, wenn der neue Mast gestellt wurde", heißt es weiter.

5 Kommentare

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  1. 5.

    Ich melde defekte Ampeln oder deren Leuchtmittel schon lange nicht mehr. Hat sich nie jemand für interessiert, und das rote Licht der Fußgängerampel blieb weiter schwarz. Vielleicht hätte es eine Ampel für Kraftfahrzeuge sein müssen, damit etwas passiert wäre. Aber selbst Polizeifahrzeuge fahren an so etwas wochen- oder monatelang vorbei, ohne einen Finger krumm zu machen.

  2. 4.

    Vielleicht gehen die Ampeln in Berlin auch gerade deswegen so häufig kaputt: Sie sind einfach frustriert, weil sie so oft ignoriert werden ...

  3. 3.

    Es gibt keine "bescheuerten" Schaltungen, nur Menschen, die den Sinn im Ablauf der Ampelsteuerungen nicht erkennen können - oder wollen!
    Machen Sie sich EINMAL die Mühe, die verschiedenen Verkehrsströme für Autos, Radfahrern, Bus, Straßenbahn mit all ihren Richtungs- und Abbiegewünschen an einer größeren Kreuzung zu bedenken und so zu koordinieren, dass jeder SICHER in annehmbarer Zeit an der Seite der Kreuzung ankommt, die er erreichen will.

    Aber wie immer im Leben: Wenn man nur sich selbst betrachtet, kann man schnell den Blick auf das Ganze verlieren.

  4. 2.

    Noch erschreckender finde ich allerdings wenn die Ampeln funktionieren und man sich nicht dran hält...das ist in Berlin das viel grössere Problem!

  5. 1.

    Es sind ja nicht nur die Ausfälle, die erschreckend sind. Es gibt auch so viele bescheuerte Schaltungen, die den gesamten Verkehr und die Fußgänger behindern.

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