Steuern, Kinder, Umwelt, Fingerabdruck - Das ist neu ab August 2021

Symbolbild: Glyphosat, Fingerabdruck, Steuererklärung (Quelle: dpa)
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Der Fingerabdruck wird bei neuen Personalausweisen Pflicht, die Steuererklärung darf später abgegeben werden und für Familien mit geringem Einkommen gibt es einen Kinderfreizeitbonus. Doch das sind nicht die einzigen neuen Regelungen zum 1. August.

Steuererklärung darf später abgegeben werden

Gute Neuigkeiten für alle, die schon Panik wegen ihrer Steuererklärung bekommen haben, weil der letztmögliche Abgabetag, der 2. August 2021, immer näher rückt - die Frist wurde bis Ende Oktober 2021 verlängert [bundesfinanzminsterium.de]. Wer einen Steuerberater hat oder den Lohnsteuerhilfeverein in Anspruch nimmt, muss sogar erst bis Ende Mai 2022 abgeben. Aufgrund der Vielzahl an Anträgen beim Finanzamt durch die anhaltende Corona-Krise gibt es nun mehr Zeit.

Fingerabdruck wird bei neuen Personalausweisen Pflicht

Um die Ausweisdokumente sicherer zu machen, wird ab 2. August der Fingerabdruck bei Beantragung eines neuen Personalausweises Pflicht [personalausweisportal.de]. Genauer gesagt müssen sogar zwei Fingerabdrücke abgegeben werden. Kontrolliert werden diese allerdings nicht jedes Mal, nur falls es auch nach der Überprüfung der anderen Merkmale Zweifel gibt. Gespeichert werden sie im Chip des Ausweises, Fälschungen werden damit schwieriger.

Insektenschutz: Aus für Glyphosat in Garten und Park

Privatnutzer dürfen das umstrittene Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat bald nicht mehr im eigenen Garten verwenden. Wie ein Sprecher des Bundesagrarministeriums auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa mitteilt, soll das Glyphosat-Verbot für den Haus- und Gartengebrauch voraussichtlich Ende Juli, spätestens aber im August in Kraft treten. Ausgenommen von dem Verbot sind nach Angaben des Ministeriums Mittel mit bestandskräftiger Zulassung.

Die sogenannte Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung sieht eine Einschränkung von Glyphosat in mehreren Bereichen vor. So soll neben dem privaten Kontext der Einsatz auch auf Spiel- und Sportplätzen sowie in Parks untersagt werden. Verboten werden soll Glyphosat auch in Wasserschutzgebieten und vor der Ernte. Auf Acker- und Grünland wird die Anwendung des Mittels nur noch in Ausnahmefällen zulässig sein.

Die Verordnung hatte nach wochenlangem Koalitionsstreit und Konflikten mit Landwirten Ende Juni den Bundesrat passiert [bmu.de]. Das Bundeskabinett hat sie vergangene Woche abschließend abgesegnet.

Urheberrecht: neue Regeln auf Online-Plattformen

Auf Online-Plattformen wie Youtube gelten ab dem 1. August neue Regeln beim Umgang mit urheberrechtlich geschützten Werken - das Urheberrechts-Diensteanbieter-Gesetz (UrhDaG) tritt in Kraft [bmjv.de]. Deutschland setzt damit eine EU-Richtlinie von 2019 um, über die heftig gestritten wurde. Ein zentraler Punkt ist, dass Plattformbetreiber in die Haftung genommen werden können, wenn Nutzer urheberrechtlich geschützte Werke wie Bilder, Texte oder Videos unerlaubt hochladen.

Plattformen können über Lizenzverträge vorsorgen und müssen zugleich in einigen Fällen Inhalte blockieren. Das Hochladen kleiner Ausschnitte bleibt weiter erlaubt. 

Kinderfreizeitbonus kommt

Familien mit geringem Einkommen erhalten ab August einen Kinderfreizeitbonus im Rahmen des Aktionsprogramms "Aufholen nach Corona für Kinder und Jugendliche" der Bundesregierung [bmfsfj.de]. Je Kind oder Jugendlichem unter 18 Jahren gibt es einmalig 100 Euro, welche nicht auf andere Leistungen angerechnet werden. In vielen Fällen erfolgt der Zuschlag automatisch und ohne Antrag. Die Arbeitsagentur listet auf, wer Anspruch auf den Bonus hat und in welchen Fällen doch ein Antrag gestellt werden muss [arbeitsagentur.de].

Sendung: rbb 88.8, 30.07.2021, 16:00 Uhr

10 Kommentare

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  1. 10.

    Alternative zu Glyphosat? Die eigenen Hände, ein Korb und ein wenig Lust auf Gartenarbeit.

  2. 9.

    Da ist Berlin doch bereits voll dabei: aus Grünanlagen und Grünstreifen sind bereits jetzt schon Heugewinnungsanlagen geworden. Sowas von peinlich diese fehlende Pflege...

  3. 8.

    Wie währe es das Grün einfach wachsen zu lassen. Leblose Steinflächen haben wir schon genug.

  4. 7.

    Zum Insektenschutz: Ihre Journalisten sollten erst einmal recherchieren bevor sie auf die Tasten hauen. Der einsatz von Herbizieden ist im Privatbereich berets seit 1994 bei Strafe mit bis zu 50000,-€ verboten

  5. 6.

    Supi, anstatt an die Verletzten zu denken, kommt mal wieder voll der Eigennutz durch. SCHLIMM, so etwas

  6. 5.

    Ab wann kommen die Briefwahlunterlagen? Ich möchte gern von Ende August bis Anfang Oktober verreisen.

  7. 4.

    Na toll, da freut sich ja halb Neuköln und Wedding.

  8. 2.

    Ich fände es besser, wenn Familien mit geringem Einkommen den "Kinderfreizeitbonus" in Form von Gutscheinen o.ä. bekommen würden. Auf jd. Fall sollte dieser Bonus wirklich zweckgebunden für Freizeitangebote sein, damit dieser von den Eltern nicht vereinnahmt werden kann und die Kinder nicht wirklich etwas davon haben. Ich kenne leider zuviele Familien, in denen es anders läuft, weil das Geld vorne und hinten nicht reicht. Da fließen dann Zulagen, die eigentlich für die Kinder bestimmt sind, in die Haushaltskasse.
    Also: Dieser Kinderfreizeitbonus ist gut gemeint, aber nicht zu Ende gedacht!

  9. 1.

    Bitte Alternative zu Glyphosate

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