Nur wenige Anklagen - 84 Anschläge auf Geldautomaten in Berlin seit 2015

Ein Geldautomat in der Berliner Innenstadt. Quelle: imago images
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In Berlin wurde seit 2015 im Schnitt fast einmal im Monat ein Geldautomat zerstört oder versucht zu zerstören. Das geht aus einer Antwort der Innenverwaltung auf eine parlamentarische Anfrage des SPD-Abgeordneten Tom Schreiber hervor.

Demnach wurden in den vergangenen sechseinhalb Jahren 31 Geräte komplett gesprengt, zudem gab es 52 Versuche. Während Ermittler im Vorjahr vier Sprengversuche registrierten, gab es im ersten Halbjahr dieses Jahres neben ebenfalls vier Versuchen bereits vier vollendete Taten (Stand 30. Juni). Die Täter seien dabei unterschiedlich vorgegangen, teils wurden Sprengstoff, Trennschleifer und Hebelwerkzeuge benutzt.

Neuer Fall am Wochenende

Noch nicht berücksichtigt in der Statistik ist der jüngste Fall: Erst in der Nacht zu Sonntag haben Unbekannte einen Geldautomaten vor einem Hauseingang in der Mainzer Straße in Wilmersdorf aus seiner Verankerung gerissen. Zeugen berichteten laut Polizei, dass Unbekannte den Automaten in ein Fahrzeug luden und in Richtung Bundesplatz davonfuhren. Die Täter wurden bislang noch nicht ermittelt.

Die meisten Angriffe auf Geldautomaten gab es den Angaben der Polizei zufolge im Jahr 2018 mit neun kompletten Sprengungen und 14 Versuchen. Wie viel Geld insgesamt erbeutet wurde und wie hoch der Sachschaden war, wurde laut Angaben statistisch nicht erfasst. Örtliche Ballungen seien nicht bekannt, hieß es zudem.

Keine Anklage seit Anfang 2020

Aufgeklärt werden konnten indes nur wenige Fälle. Seit 2015 wurden fünf Taten angeklagt. Im Vorjahr und in diesem Jahr gab es laut Angaben bislang keine einzige Anklage.

Neben Sprengstoff hätten die Täter Hebelwerkzeuge, hydraulische Spreizgeräte, Trennschleifer und hydraulische Schneidwerkzeuge eingesetzt, hieß es. Obwohl die Taten in der Regel durch Banden begangen worden seien, waren diese laut Innenverwaltung keinen in Berlin bekannten Gruppierungen der Organisierten Kriminalität (OK) zuzuordnen.

Der Abgeordnete Schreiber sagte hingegen, es gebe eine Spezialisierung im OK-Bereich mit immer professionellerem Agieren, das kaum Spuren hinterlasse. Sicherheitsbehörden könnten diese Strukturen nur aufdecken und zerschlagen, wenn sie länderübergreifend mit dem Bundeskriminalamt zusammenarbeiteten.

1 Kommentar

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  1. 1.

    Berlin..wie haste Dir verändert!! Diese Stadt mit diesem RRG-Senat und der dadurch bitter leidenden Ursprungsbevölkerung ist schon längst verloren. Durchgreifen und strikt Handeln sind angesagt, aber das bleibt bei RRG eben nur ein Traum..böses Erwachen folgt!!

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