Berlin-Pankow - Bezirk will mit Zäunen Wildbaden im Weißen See eindämmen

Die Wildbadestelle am Weißensee in Berlin-Weißensee im Juni 2021. (Quelle: rbb)
Video: Abendschau | 01.07.2021 | Bild: rbb

Der Berliner Bezirk Pankow will das Wildbaden im Weißen See mit mehreren Maßnahmen erschweren. Bereiche mit besonders hohem Schutzbedarf sowie die am intensivsten genutzten Badestellen sollen eingezäunt werden, sagte Bezirksbürgermeister Sören Benn (Linke) am Donnerstag der rbb-Abendschau. Wie die Maßnahmen genau aussehen sollen, werde noch abgestimmt. Wann mit der Umzäunung begonnen wird, ist unklar.

Das ins Wasser gehen außerhalb des Strandbads Weißensee ist schon jetzt verboten, werde aber von vielen Menschen ignoriert. Der Pächter des Strandbads, Alexander Schüller, geht davon aus, dass diese Saison wohl die letzte sein wird, in der noch wild gebadet werden kann.

Tausende nutzen an Hochsommertagen den See

An heißen Tagen nutzen laut Schüller inklusive der Wildbadenden bis zu 4.000 Menschen den Weißen See, wie er der Abendschau sagte. Darunter leide der See immer mehr. Seit 2016 sei der Pegel um einen Meter gesunken, so der Strandbadpächter.

Zuletzt war am 17. Juni ein Mann im Weißen See ertrunken. Der 25-Jährige wollte laut Polizei offenbar zu einer Plattform im See schwimmen, dann habe er plötzlich um Hilfe gerufen. Taucher konnten ihn letztlich bergen, Reanimationsversuche verliefen erfolglos.

Sendung: Abendschau, 1. Juli 2021, 19:30 Uhr

22 Kommentare

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  1. 22.

    Da liegt m.E. auch das Problem!
    Wo fängt es an und wo ist das Ende für eine "gesunde" Stadt/Park/See?

    Sie möchten mal kurz nach der Arbeit in Wasser springen - vollkommen ok.
    Der nächste braucht danach noch ein Bierchen zur kompletten Entspannung ...
    dann kommt: Alleine macht das doch keinen Spaß!
    Hunger habe ich auch nach dem Baden ...
    Wo soll ich jetzt nur mit meinem Müll hin - die Stadt hat nicht genügend Mülleimer aufgestellt!
    Abends schön essen, trinken und entspannen mit ein paar Freunden ... warum denn nicht?

    Und so geht die "Spirale" immer weiter und jeder pocht auf sein Recht!
    Die Pflichten zur Müllentsorgung / Parkbewirtschaftung hat doch die Stadt, man bezahlt ja schließlich Steuern usw.

  2. 21.

    Ich rede nicht von lauten Partys am See mit Müll Hinterlassenschaften im Strand. Ich rede davon, dass es in den nordöstlichen Bezirken kaum Möglichkeiten zum Baden oder Erfrischen gibt. Einfach am Wochenende für ein oder zwei Stunden an den See oder nach der Arbeit mal kurz baden oder schwimmen, danach nach Hause. Mehr nicht!

  3. 20.

    Wozu diese Unterstellungen?
    Warum schließt das Eine das Andere aus?

    P.S. Es war zu jeder Zeit fast besser mit dem Rad oder den Öffis zum Weißensee zu fahren, da es dort nur begrenzt Parkplätze gab bzw. gibt!
    So ist das mit den weiteren Ecken!

  4. 19.

    Was sind das denn für Unterstellungen? Ich fahre kein Dieselauto durch die Stadt und auch die meisten meiner Bekannten haben gar kein Auto, sondern fahren mit den Öffentlichen oder Fahrrad. Schauen Sie doch mal in die SUV und andere große PKW rein, wer da drin sitzt. In der Regel sind es Mittdreißiger und selten Leute ab 55+. Für uns war es übrigens nicht selbstverständlich, jedes Jahr eine oder sogar mehrere Flugreisen zu machen. Konnte sich gar keiner leisten. Wir sind stattdessen mit dem Bus nach Wandlitz gefahren und durch den Wald zum Liebnitzsee gelaufen oder mit der S-Bahn nach Köpenick und da zum Müggelsee. Den Anspruch, dass alles jederzeit für den Einzelnen verfügbar sein muss, erlebe ich erst in den letzten Jahren.

  5. 18.

    Leider kann ich aus dem Artikel die Gründe für die Maßnahmen nicht erkennen. So wie der Artikel geschrieben ist, liest es sich als würden Zäune um einen öffentlichen See gebaut, damit dem Besitzer des kostenpflichtigen Strandbads keine Einnahmen verloren gehen. Dass der Wasserpegel ausschließlich durch Wildbadende um 1m gesunken ist, erschließt sich mir nicht. Von anderen Folgen, außer der unbegründeten waagen Aussage, dass der See leidet, steht nichts geschrieben. So kann man als Außenstehender leider nichts nachvollziehen und der Artikel ist unbrauchbar um sich eine Meinung zu bilden.

  6. 17.

    Zäune. Zäune. Zäune. Also ick würde da nicht baden aber dieser, "wenn nichts hilft, dann halt Zaun" Mentalität in Berlin ist auch langsam Uferlos. Ist wie mit dem Wild-Grillen anstatt einfach mal anzufangen abzukassieren , das merken sich die Leute nämlich und spricht sich herum.

  7. 16.

    Warum sollte man für das Schwimmen auch Geld bezahlen? Hoppla, wer zahlt denn die Reinigung der durch Menschen verdreckten Uferanlagen und eventuell das Auffüllen des immer mehr schwindenden Sees mit Wasser? Wer zahlt gegebenenfalls Rettungseinsätze, wie sie ja in letzter Zeit leider nötig waren. Schlimm, wenn der Egoismus herrscht und der Gemeinschaftssinn immer mehr schwindet.

  8. 15.

    Ein See verliert nicht nur Wasser durch Badende, das ist richtig. Fakt ist aber und das ist auch sichtbar, dass der Wasserpegel gesunken ist. Ihr Vorschlag, den ganzen See zum Badesee zu machen, ist einfach absurd und würde dem See den Rest geben. Ein natürlicher See ohne Zufluss braucht Schilfgürtel und ungestörte Uferzonen als natürliche Filter- und Reinigungsanlagen. Wenn nun täglich 4000 Leute oder mehr in dem See baden, zerstört das nicht nur die Natur, sondern ist auch echt eklig. Es kann nur funktionieren, wenn eine Reinigungsanlage installiert und regelmäßig Wasser ausgetauscht wird. Wer soll das denn bezahlen? Nochmal, es gibt kein Grundrecht auf Badespaß und der Mensch ist auch nicht allein auf der Welt. Eigentlich ist es schlimm, wenn erst Verbote kommen müssen, weil bei manchen die Vernunft Nachrang vor dem Eigennutz hat.

  9. 14.

    "Blumenfest" ist halt heute nicht mehr so angesagt. Ihr wart vielleicht nett zum Weißensee aber fahrt seit 30 Jahren mit nem Dieselauto durch die Stadt. Wir fahren mit dem Rad an den See und haben kein Auto. Was wiegt schwerer? Bitte auch mal eine Ecke weiter denken.

  10. 13.

    Seit wann sinkt der Pegel eines Sees, weil Menschen darin baden? Hier werden zwei Fakten verknüpft, die nichts miteinander zu tun haben.
    Warum wird nicht der ganze See zum Freibad, mit Rettungsschwimmer*innen und freiwilliger Eintrittsspende zum Erhalt des Sees und des Parks? Das wäre im Sinne der Bürger*innenaktivierung und würde dem offensichtlichen Bedarf viel mehr entsprechen. Verbote treffen immer die Schwächsten.

  11. 12.

    a vielleicht kommt man dann umsonst in die Schwimmbäder, da ja andere Badeorte verbaut werden. Nicht jederder hat das Geld odee ist gewillt für das schwimmen im See Geld zu bezahlen

  12. 10.

    Auch wenn es die Mitglieder der Spaßgesellschaft nicht wahrhaben wollen, es gibt kein Grundrecht auf Badespaß in öffentlichen Gewässern und schon gar nicht, wenn der Schutz der Natur dem entgegensteht. Generationen von Menschen haben ihre Freizeit an, auf und um den Weißen See verbracht. Auch gefeiert wurde, zum Beispiel beim Blumenfest. Keine Generation aber hat es bisher geschafft, solche Verwüstungen in kurzer Zeit anzurichten.

  13. 9.

    Der Weiße See ist als stiller See, also ohne Zufluss, eigentlich sowieso nicht besonders gut zum Baden geeignet. 4000 Menschen am Tag in diesem kleinen See ist schon heftig. Wenn sich dann irgendwelche Krankheiten häufen, ist das Geschrei nach dem Eingreifen des Staates wieder groß. Aber es geht ja nicht mal darum, dass sich Leute nach der Arbeit kurz abkühlen, sondern dass der komplette Uferbereich zerstört wird und die Leute alles zumüllen. Ich finde, das Verhalten am Weißen See zeigt sehr gut, wie die Menschen mit der Erde umgehen: Nach uns die Sintflut. Schade für die nächste Generation.

  14. 8.

    Nach dem der Biesdorfer Baggersee durch diese Steinbrocken unnutzbar gemacht wurde ist nun der Weißesee dran, da wir ja in den Bezirken Marzahn, Hellersdorf und Hohenschönhausen so viele Seen und Freibäder haben um einen Ausgleich für die Bewohner zu erzeugen (Einwohner in Relation zur Kapazität der Seen und Freibäder). Vielleicht ist ja ein Freibad in Bau und die Öffentlichkeit weiß nur nichts davon !?

  15. 7.

    ...die kommen z.B. daher, dass die Leute nach 20Monaten "nur noch arbeiten dürfen" nicht mal ins Freibad gehen können, weil trotz Lockerung und wärmsten Sommerwetter das Bad bis 28.6. geschlossen war (vielleicht auch weil man sonst die Einnahmen mit CoronaHilfen bis Ende Juni hätte verrechnen müssen?)
    Ich finde die Massenmenschhaltung dort auch nicht mehr schön, aber sie hat auch Gründe. Ein Zaun hingegen (der aus Budgetgründen bestimmt nur ein Bauzaun wird, wie beim Schwanennest) wird der Gesamtanmutung umnden See den Rest geben.
    Es gäbe eine einfache Möglichkeit, die einfach nicht genutzt wird, weil man sich dann ja mit Menschen rumstreiten muss (statt z.B. parkenden Autos): Höhe Geldbußen - vor ort einzutreiben.

  16. 6.

    Ich kann schon verstehen, dass jemand, der sich z.B. nach der Arbeit mal kurz abkühlen will, nicht den Eintritt fürs Freibad zahlen will. Geht mir auch so! Warum kann es keine öffentliche kostenfrei Naturbadestelle geben? Oder kostenfrei Stege? Den Rest der Wildbadestellen von mir aus mit einem Schilfgürtel (und bis dieser gewachsen ist mit temporären Zäunen) unattraktiv machen. Das Baden wird auch besser, wenn der See ökologisch gesünder ist.

  17. 5.

    Es macht schon traurig, dass immer mehr Menschen scheinbar Selbstverständliches missachten.
    Bei mir sind es die Felder der Landwirte, die zu jeder Zeit durchtrampelt werden. Da gehen Hundebesitzer Gassi, düsen Radler quer, werden Selfis geschossen, Feldwege abgekürzt etc. Der Landwirt hat schon Hinweischilder aufgestellt,.dass auf den Feldern Lebensmittel wachsen die bei Betreten zerstört werden.
    Jetzt sollen am Weißen See Zäune richten, wo Erziehung und Bildung fehlgeschlagen sind. Das trifft dann alle Menschen, auch die, die sich korrekt verhalten und Natur genießen wollen ohne zu zerstören.
    Ich frage mich nur, wo kommen die vielen Ignoranten und Egoisten her?

  18. 4.

    Kann ich als ehemaliger Weißensee-Bewohner nur bestätigen. Aber es gibt heute so unendlich viele Unarten auf die wir, obwohl wahrlich keine Heiligen, um Leben nicht gekommen wären.

  19. 3.

    Großartig. Vielleicht wäre es mittlerweile einfacher, den Leuten mitzuteilen, was sie außer Steuern zahlen noch dürfen?

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