Schwerpunkteinsatz im Verkehr - Berliner Polizei kontrolliert seit Montag verstärkt Radfahrende

Ein Beamter der Fahrrad-Staffel der Berliner Polizei kontrolliert am 26.07.2021 einen Radfahrer. (Quelle: dpa/Paul Zinken)
Video: rbb|24 | 26.07.2021 | Material: Abendschau | Bild: dpa/Paul Zinken

Die Berliner Polizei hat in dieser Woche Fahrräder, E-Bikes und Tretroller mit Elektroantrieb auf dem Kieker. Bei dem Einsatz werden sieben Tage lang besonders Regelverstöße von - aber auch gegen Radfahrende verfolgt.

Die Berliner Polizei kontrolliert seit Montag verstärkt Verstöße von Radfahrenden und gegenüber Radfahrenden - und zwar eine Woche lang. Die Beamten sind dabei unter anderem selbst mit dem Fahrrad unterwegs.

In ausgewählten Straßen, für die Polizei Brennpunkte, werden "Maßnahmen zur Unfallprävention" durchgeführt, sagte Polizeisprecherin Monique Pilgrimm auf Anfrage von rbb|24. Außerdem würden jegliche Verkehrsverstöße geahndet und verfolgt - egal, ob sie dem Fokus des Schwerpunkteinsatzes entsprechen oder nicht. "Wer fährt bei Rot? Wer macht den Schulterblick? Um solche Fragen geht es", erklärte sie weiter.

Schwächere Verkehrsteilnehmer sensibilisieren

Ein Brennpunkt, an dem der Verkehr kontrolliert wurde, war am Montag die Kreuzung zwischen Torstraße, Friedrichstraße und Chausseestraße am Oranienburger Tor. Dort waren neun Beamte im Einsatz. Auch die Ecke Oranienburger Straße Linienstraße nehme die Polizei als Unfall-Hotspot in den Fokus. Weitere Orte, die besonders kontrolliert werden, wollte die Sprecherin nicht nennen - "sonst riskieren wir den Erfolg unserer repressiven Maßnahmen".

Ziel des Einsatzes sei es, die Zahl der Verkehrsunfälle zu reduzieren. "Wir wollen keine Verkehrstoten mehr in Berlin haben", sagte Monique Pilgrimm. "Um für die Gefahren zu sensibilisieren, gehen unsere Kolleginnen und Kollegen gezielt auf die schwächeren Verkehrsteilnehmer zu - Leute, die zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs sind." Im Gespräch würden die Polizisten auf tote Winkel und gefährliche Abbiegesituationen hinweisen. "Wir verteilen auch Flyer. Bei früheren Schwerpunkteinsätzen gab es Info-Stände der Polizei an Unfall-Hotspots."

Auf der Suche nach getunten E-Rollern

Im Fokus des Schwerpunkteinsatzes stehen neben Fahrrädern auch E-Bikes und sogenannte Elektrokleinstfahrzeuge - dazu zählen etwa E-Roller und Segways. Diese werden auf technische Manipulationen kontrolliert, hieß es von der Polizei.

Von Januar bis Mai 2021 gab es in Berlin 3.747 Unfälle mit Personenschäden - rund 15 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Insgesamt verunglückten dabei 4.448 Personen - 579 von ihnen wurden schwer verletzt. 16 Menschen starben von Januar bis Mai 2021 bei Verkehrsunfällen in Berlin - neun Personen weniger als in den ersten fünf Monaten des Vorjahres.

73 Kommentare

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  1. 73.

    Wuerden Fahradfahrer so gross und motorisiert wie Autofahrer sein, hätten wir 1000ende Unfaelle und Tote mehr im Strassenverkehr. Bis auf wenige Ausnahmen werden alle Verkehrsregeln, Fahrverbote auf Buergersteigen, in Parks, Fussgaengerzonen, etc, entgegen der Fahrtrichtung ignoriert, Selbst reine Kraftfahrzeugstrassen, Autobahnauffahrten sind nicht vor ihnen sicher, haupsache es kürzt den Weg ab. Rot Ampeln werden zumeist umgangen oder überfahren

  2. 72.

    Was in Parks und auf Buergersteigen schief läuft kann ich ihnen sagen, es ist verboten dort Rad zu fahren und kostet aich Geld. Nir Fahrradfahrer haben ja einen Freibrief und unsere Ordnungshüter sind nicht ueberall.

  3. 70.

    @Christian.
    Regrkverstöße aus Notwehr? Sonst haben Sie keine Probleme. Oder? Dass aber durch Regelverstöße andere gefährdet werden, ist Ihnen wohl noch nicht aufgegangen? Und wenn was passiert, glaube ich, dass Sie dann Notwehr als Argument anführen können. Und bei all den Regelverstößen von Notwehr zu sprechen, ist doch wohl mehr als dreist.

  4. 69.

    @Jan K.

    Leidet ist ein Abstand von 1,50 m zim Radfahrer schon baulich bedingt nicht möglich. Schon mal daran gedacht?

  5. 68.

    Wie wären linksseitige 1,5 Meter Stangen aus Leichtmetall, damit die Räder keinem Linksdrall (Linksfall) unterliegen?

  6. 67.

    Von den ganzen Alternativen, die möglich wären, sehen sie nur die eine, die verboten ist? Das bedient natürlich das Klischee, dass Fahrradfahrer typischerweise auf Kriegsfuß mit der StVO stehen. Daher sei Ihnen gesagt: §2, Absatz 1 besagt: "Fahrzeuge müssen die Fahrbahnen benutzen, von zwei Fahrbahnen die rechte. Seitenstreifen sind nicht Bestandteil der Fahrbahn." Und da steht "Fahrzeuge", nicht "Kraftfahrzeuge". Das gilt also auch für Radfahrer. Andererseits, warum sollten Sie gerade an dieser Stelle mal dir StVO beachten?

  7. 66.

    Ich wäre übrigens auch für eine konsequente Einführung der 1,5m Abstands-Pflicht für Radfahrer - und zwar gegenüber Fußgängern. Es macht echt keinen Spaß, auf Fußwegen oder im Park als Slalomstange für Fahrradfahrer herhalten zu müssen.
    Wenn sich das Wechseln der Seite eines Fußweges wie das Überqueren einer Straße anfühlt, weil man ständig damit rechnen muss, dass ein Radfahrer angeschossen kommt, dann läuft was schief.

  8. 65.

    Autofahrer müssen einen Abstand von 1,5 m beim Überholen eines Radfahrers einhalten. Klingt halbwegs gut (wenn es in der Straße genug Platz dafür gibt).
    ABER: Warum müssen Radfahrer nicht 1,5 m Abstand zum Auto halten, wenn sie sich einfach zwischen den Autos durchdrängeln? An der Ampel, zwischen parkenden und fahrenden Autos?
    Gleiches recht ( in dem Fall eher Pflicht) für alle oder?
    Manche sind gleich - andere sind gleicher

  9. 64.

    Ich finde es vollkommen richtig, dass auch einmal Radfahrer kontrolliert werden. DIe meisten fahren flott und sportlich, und sind darauf bedacht, nicht "anzuecken". Aber wie immer gibt es auch Zeitgenossen (Achtung, das ist eine Pluralform!), die einfach nur rücksichtlos sind. Ich bin als Fußgänger von der Kantstr. in die Fasanenstr. einbiegend auf dem Gehweg (!) von einem flotten Radfahrer angefahren worden, in der Folge dessen es zu einer zum Glück nicht blutenden Wunde am Oberarm nahe des Ellbogens kam. Also liebe Rad"sportler", denkt adran, dass euer Radfahren im verkehrlichen Rahmen bleiben muss; StVO § 1! Dass man so dreist auf belebtem Gehweg sein konnte, ist schon eine "Lebenshaltung". - Auch die ehem. sozial. Prachtavenue im Osten ist zu einem Fahrradschnellweg verkommen. Müssen da geschätzte 50 Stunden-km und noch mehr absoviert werden? Würde mich mal sehr interessieren. Sind auch Geschwindigkeitskontrollen geahndet worden? Bei Radfahrern?

  10. 63.

    Danke für das Gegenderte der Journalistenden in das Überschriftende. Schade, dass laut Umfragenden die meisten Bürgernden das Gendersprache ablehnen.

  11. 62.

    Soviele Optionen:
    - Fahren Sie über die Kissingenstr
    - Fahren Sie auf der Granitzstr., über die 800m können sie auch mal "den Verkehr aufhalten"
    - Nehmen Sie den ÖPNV
    - Schieben Sie einfach
    - ...

    Über den Gehweg fahren ist keine davon.

    Und hören sie auf von Notwehr zu sprechen, dass ist lächerlich. Wenn ihnen keine regelkonforme, sozialverträgliche Alternative mit dem Rad zu fahren in den Sinn kommt, dann gibt es wohl keine Möglichkeit mit dem Rad zu fahren.

  12. 61.

    Gestern Nachmittag,Warschauer Str. Richtung Mühlenstr. ,es hat nicht sonderlich viele Radfahrer auf der Warschauer Str. interessiert ,das auch für sie die Ampel Rot zeigte.

  13. 60.

    Und was ist mit dem grossen Rest der Gehwegraser, die zu faul sind, auf die rechte Straßenseite zu wechseln, die keine Lust haben, sich an der roten Ampel hinter die wartenden Fahrzeuge anzustellen, die... ?
    Welcher dieser Kamofradler ist sich bewusst, dass der ADFC kommuniziert, dass man dann bei Wechsel auf die oder Kreuzen der Fahrbahn an Kreuzungen, Fußgängerüberwegen etc. dem Verkehr auf der Fahrbahn Vorrang einräumen muss? Welcher Radfahrer weiß, dass seit 2013 die Fußgängerampel nur für Fußgänger gilt? Wenn selbst Radlobbyisten nicht wissen, dass man wartenden Fahrzeug nur rechts überholen darf, wenn ausreichend Platz vorhanden ist, wirft das ein ähnliches Licht auf "die Radfahrer" wie deren weit verbreiteter Unwille, wegen Fahrgästen des ÖPNV zu bremsen. Die "Vison Zero" ist kein Thema, bei dem nur andere handeln müssen und man sich selber auf Ausreden beschränken darf. In diesem Jahr ist bisher die Mehrheit der Radfahrer durch eigenes Fehlverhalten tödlich verletzt worden.

  14. 59.

    Und die "guten, braven, regeltreuen" unter den Radfahrern sind für Sie die, die nie Auto gefahren sind und keinen Führerschein haben?
    Mann, wo haben Sie eigentlich Ihre Vorurteile her?

    Ich vermute unter den rasenden Radlern häufiger die Überzeugungstäter, die ihre Berechtigung zum Ignorieren jeglicher Verkehrsregeln damit rechtfertigen, dass sie ja den Verkehr durch ihre Anwesenheit umweltfreundlich und - ihrer Ansicht nach - sozialverträglich bereichern.
    Außerdem halten sich viele für unabhängig, frei und kreativ - und freie, unabhängige, kreative Menschen fühlen sich - natürlich - durch Regeln eingeschränkt ...

  15. 58.

    Muss nicht nur sporadisch sondern ständig stattfinden, damit auch wirklich jeder Ferkehrsteilnehmer, speziell die im moment als okolokisch doch so besonders wertvoll angesehen Velofahrer. Sie verhalten sich im Straßenverkehr wie die Sau im Wald.
    Rote Ampeln gelten wohl kaum als Hindernis, genausowenig wie die Fahrtrichtung, selst auf der Autobahn Abfaht Tempelhof hatte ich jetzt Samstag ei en Radfahrer vor mir.Buergersteige und Fussgaengerzonen reichen wohl nicht mehr, da heute erneute Warnunug im Radio. Fussgaenger sind sowieso für sie kein Gegner, man wird beschimft bzw. angefahren.

  16. 57.

    Der Fall d. durch E-Roller verletzten Mutter zeigt, dass selbst sehende Fußgänger*innen gefährdet sind - noch viel mehr sind es Blinde u. Sehbehinderte, die auch leicht über auf dem Gehweg stehende oder liegende Roller stürzen können - auch hier gab es schon etliche Schwerverletzte! Wer durch einen aus Versehen von einem Blinden umgestoßenen Roller zu Schaden kommt, wird übrigens keine Haftungsansprüche geltend machen können - daher: Liebe Mitmenschen, räumt diese Roller an d. Straßenrand außerhalb von Fußverkehrs-Bereichen - weg von Haltestellen, U- u. S-Bahn-Ausgängen, Ampeln usw. Jegliche Art v. Mauern dienen Blinden m. Langstock zur Orientierung - aber durch d. schmale Bauweise können sie Roller leicht m. d. Stock verfehlen, sich aber m. dem nächsten Schritt unter d. Trittbrett "einfädeln"! Selbstbestimmtes Leben, wie es d. UN-BRK vorsieht, ist so nicht mehr möglich - wer auf Rollator od. Rollstuhl angewiesen ist, kommt auf versperrten Wegen nicht weiter!!

  17. 56.

    Ich wurde im Frühjahr auf einem schmalen Fußweg auf einer Brücke fast von einem Radpolizisten angefahren, der ohne Ankündigung überholt hat auf einem selbst nicht einmal 2m breiten Weg. Assis gibt's eben auch in Uniform. Und nein, es war keine Einsatzfahrt, wie das Kaffekränzchen mit seinen Kollegen an der nächsten Ampel zeigte.
    Wie möchte so ein Radfahrproll die Regeln überwachen, egal ob Autofahrer, Radfahrer oder Fußgänger sich daneben benehmen.

  18. 55.

    Verstehe ich Sie richtig? Wenn z.B. eine Straße für meinen Lotus zu schmal, oder gesperrt ist, berechtigt mich das - aus Notwehr - den Fußweg zu benutzen. Na Klasse, werde ich gleich mal testen!
    Wissen Sie, wenn es Ihnen zu unangenehm ist, den Autoverkehr hinter sich etwas zu verlangsamen, oder vielleicht einfach mal - auch als Radfahrer - einen kleinen Umweg in Kauf zu nehmen, habe ich einen kleinen Tipp für Sie, wie Sie um Ihre Notwehr herumkommen! Steigen Sie einfach für die Strecke vom Rad und schieben Sie dieses dann. So machen Sie auf Garantie nichts falsch!
    P.S. Zur Beruhigung - ich habe gar kein Auto!

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