Berlin-Charlottenburg - Im Preußenpark darf ab Sonntag offiziell Thailändisch gekocht werden

Archivbild: Der Thai Food Markt am 03.06.2018 im Preußenpark in Berlin-Wilmersdorf. (Quelle: dpa/Global Travel Images)
Audio: rbb 88.8 | 30.07.2021 | Thomas Weber | Bild: dpa/Global Travel Images

Ab Sonntag dürfen thailändische und andere asiatische frisch zubereitete Köstlichkeiten im Berliner Preußenpark offiziell auf einem Markt angeboten werden. Das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf erlaubt dem Thailändischen Verein Berlin e.V. interimsmäßig einen Streetfood-Markt in dem Park auf die Beine zu stellen.

Geöffnet werden darf der Markt zunächst bis zum 31. Oktober immer von Freitag bis Sonntag, jeweils von 10:00 bis 20:00 Uhr. Auch Verkaufsstände, Workshops und andere Veranstaltungen seien Teil des Konzepts, heißt es in einer Pressemitteilung.

Marktgebäude soll noch eröffnet werden

Der Park hat als sogenannte "Thaiwiese" internationale Bekanntheit errungen und wurde zu einer Touristenattraktion. Allerdings gab es in der Vergangenenheit immer wieder Streit um Müll oder fehlende Gewerbescheine. Im Streit zwischen genervten Anwohnern, Händlern, Straßenköchen und Behörden wurde deshalb nach einer Lösung gesucht. Bei einer Parkumgestaltung wurde deshalb ein Marktkonzept entwickelt.

Durch Neugestaltung des Preußenparks habe nun der Beschluss der Bezirksverordnetenversammlung umgesetzt werden können, so das Bezirksamt, um "den 'Thai-Streetdfoodmark' endlich vorschriftsmäßig und zeitgemäß fortzuführen". Bis ein Marktgebäude fertiggestellt sei, werde der Markt interimsmäßig in dem Park stattfinden, hieß es. Pandemiebedingt dürfte vorerst nur die Hälfte der 60 geplanten Stände betrieben werden.

17 Kommentare

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  1. 17.

    Während alle von der Bedeutung von Grünflächen für die Anpassung von Städten an den Klimawandel reden, beweist die BVV Charlottenburg- Wilmersdorf leider sehr wenig Verständnis für die Bedeutung der Stadtteilparks im Bezirk. Schon am Olivaer Platz wurde deutlich mehr Fläche versiegelt, als praktisch notwendig und aktuell rücken immer wieder Teermaschinen an, die weitere Flächen versiegeln. Besonders pikant: Viele der alten Bäume verdanken ihr Überleben der zweiten Bürgerinitiative vonGeschäftsleuten, die sich gegründet hatte, um die Parkplätze auf dem Olivaer Platz zu erhalten, dann aber zum Sprachrohr derjenigen wurde, die eine behutsame Sanierung der alten Substanz wollten. Diese Bäume sind heute nicht nur an heißen Tagen ein wichtiges Element der Neugestaltung.

    Auch für den Preußenpark hat sich eine Initiative gegründet, die sich für eine behutsame Sanierung unter ökologischen Gesichtspunkten und einen Erhalt der eines Stadtteilparks für alle einsetzt.

  2. 16.

    Dass die BVV aus verschiedenen Gründen den Thai-Markt erhalten will, finde ich ja noch verständlich. Mit rationalen Überlegungen aber nicht mehr zu erklären ist, warum dafür für mehrere Millionen Euro eine Fläche in einem ohnehin kleinen Park versiegelt und überbaut werden soll, während nebenan bereits versiegelte und für Märkte geeignete Flächen zur Verfügung stehen. Während Stadtökologen und die Spitzen der Parteien einen sorgfältiger Umgang mit den Grünflächen in Städten im Hinblick auf den Klimawandel fordern, sendet die BVV unter Federführung ihres grünen Baustadtrats genau das gegenteilige Signal: alles nicht so ernst zu nehmen. Ein im Internet zu einer Touristenattraktion hochgepuschter Markt ist wichtiger als der Sc Erhalt eines kleinen Stadtteilparks als Teil eines ökologischen Schutzes gegen Starkregen, Hitze un Dürreperioden. Von der Erholungsfunktion für die Anwohner und der sozialen Integrations Funktion ist schon gar nicht mehr die Rede. Klimawandel? Gibt's den?

  3. 15.

    Klimawandel, Pandemie, Artensterben, Jahrhunderthochwasser: Statt vor dem Hintergrund der Pandemie innezuhalten und den vor drei Jahren gefassten Beschluss , den illegalen Streetfoodmarkt im Preußenpark "weiterzuentwickeln" nochmal auf den Prüfstand zu stellen, will man die Zeichen der Zeit einfach nicht sehen.

    In den letzten Jahren sind im Rahmen der Nachverdichtung viele Brachen, Wäldchen, Kleingärten und begrünte Baulücken bebaut und versiegelt worden. Für den Bau von geplanten 200.000 bis 300.000 Wohnungen in den nächsten Jahren werden weitere Grünflächen dran glauben müssen. Umso unverständlicher ist es, dass sich die politisch Verantwortlichen nicht schützend vor ihre Parks stellen und wie im Preußenpark einen Streetfoodmarkt gegen Anwohner und Naturschützer mit allen Mitteln durchgesetzt haben. Der Klimawandel ändert alles? Nicht in Berlin!

  4. 14.

    Hier finden Sie weitere Informationen über die Petition, die sich für den Erhalt des Parks in seiner jetzigen Form einsetzt:
    https://weact.campact.de/petitions/stoppt-kommerzialisierung-und-zerstorung-des-preussenparks-1

  5. 13.

    Ich jogge im Preußenpark. Es ist eine Freude, auch nur in einem kleinen Bereich der Natur zu sein. So viele Kaninchen, gelegentlich einen Fuchs, es hat sicher lange gedauert, ein solches Biotop zu schaffen. Die Topographie macht ihn natürlicher, er gibt uns einen Moment der Ruhe am Tag.
    Er muss gepflegt werden und braucht mehr Engagement. Es gibt Dinge, die verbessert werden müssen, und mit viel weniger Geld ließe sich eine Menge erreichen. Diese paar Millionen Euro müssen dringend in Klimaschutz investiert werden, denn es nützt nichts, Parks zu gestalten, wenn sie wegen der vielen Katastrophen, die wir erleben, niemand mehr nutzen kann. Wir wollen nicht noch mehr Konsumräume haben, die uns letztlich in diese Klimakrise geführt haben, wir müssen uns bewusst machen, was wirklich wichtig ist, um unseren Planeten zu retten. Das Projekt kann noch umgedacht werden, auch im Hinblick auf den thailändischen Markt, sicherlich gibt es eine andere Lösung, die für alle von Vorteil sein könnte.

  6. 12.

    Vollkommen Ihrer Meinung und es gibt genug Chinarestaurants in Wilmersdorf/Charlottenburg da muss man diesen Park nicht zubetonieren. Super Klimaschutzziele.....

  7. 11.

    Es ist beschämend, wie ein Verantwortlicher der Grünen die einzige Grünfläche zwischen Volkspark und Tiergarten dem Markt preisgibt und die Grünfläche zerstört. Das wird Auswirkungen auf die Wahlen im September haben! Neben der Zerstörung des Parks ist kein Verkehrskonzept erkennbar. Die feinstaubbelastung durch parkplatzsuchende Autos ist extrem. Aber lieber dem Kommerz frönen als der Gesundheit der Anwohner.

  8. 10.

    Der Thaimarkt findet nicht interimsmäßig im Park statt, sondern für immer. Die BVV hat 2018 ohne Bürger zu beteiligen beschlossen, die jetzige Grünfläche zum Teil zu versiegeln und mit einem Marktplatz zu überbauen. Diese Versiegelung wird zusätzlich zu dem noch herzustellenden Gebäude durchgeführt. Der Markt ist mit 60 Ständen deutlich größer als die meisten Wochenmärkte angelegt. Auch ein Kompromissvorschlag von Bewohnern des Bezirks, den Park wenigstens Sonntags als Erholungs- und Spiefläche zur Verfügung zu stellen, wird von Seiten des Bezirksbürgermeisters abgelehnt. Für die Umsiedlung des Thai Marktes auf eine schon versiegelte Fläche in Wilmersdorf Charlottenburg fehlt aber leider der politische Wille.

  9. 9.

    Grünanlagen zu versiegeln um den Profit eines Thailändischen Verein zu legitimieren, bringt alle, die sich für Klimaschutz einsetzen auf die Barrikaden. Unfassbar wie das Bezirksamt einsame Beschlüsse fasst und die Umwelt zerstören will.

  10. 8.

    Was im Artikel nicht erwähnt wird: Im Zuge der Neugestaltung des Parks soll bisher unversiegelte Parkfläche für das neue Marktgebäude zubetoniert werden. Ein guter Teil der Vegetation soll weichen und auch der Rodelhang im nördlichen Bereich des Parks soll abgetragen werden. Bereits vor Beginn der Umgestaltungsmaßnahmen schafft man im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf bereits Fakten, lässt willkürlich Bäume fällen und Büsche ausreißen. Unterdessen erklärt die Berliner Umweltsenatorin, dass sich auch Berlin auf häufigere Starkregenereignisse einstellen muss und wir weniger Fläche versiegeln sollten (am besten entsiegeln). An diesem Beispiel sieht man mal wieder, wie ernst es die Verantwortlichen in den Bezirken in der Praxis mit dem Klimaschutz nehmen. Politische Befindlichkeiten scheinen wichtiger zu sein. Ein Skandal, dass die Marktbetreiber nun auch noch für ihr jahrelanges illegales Handeln belohnt werden sollen. Aber was tut Berlin nicht alles für seine Touri-Hipster.

  11. 7.

    Anfang vom Pillenknick, ich kenn' die Stadt also schon seit ein paar Jahrzehnten :).

  12. 6.

    Genau das ist das Problem. Alles wird zertrampelt. Ich kenne ihn hier halt noch als echte Grünanlage. Bin wohl einiges älter als Sie. Will hier auch nicht die Vergangenheit verklären, aber es war schon sauberer.

  13. 5.

    Kann dem nur zustimmen. Dort wird die Natur im wahrsten Sinne des Wortes mit Füßen getreten. Mir tut es weh, wenn ich die zertrampelten Grünflächen sehe.
    Es gibt ja gefühlt fast nur noch Spätes, Döner und Currybuden. Das sollte doch reichen.

  14. 4.

    Vielleicht hilft Ihnen weiter, wenn ich mal berichtige, dass der Park in Wilmersdorf und zwar direkt U-Bhf. Fehrbelliner Platz liegt und nicht, wie hier über der Überschrift angegeben in Charlottenburg.
    Bin da selber als Eingeborene/r/s drüber gestolpert. (Liegt daran, dass ich den PreußenPARK niemals als solchen wahrgenommen habe, sondern als zur Steppe zertrampelte Freifläche für Flohmarkt.)

  15. 3.

    Hört sich ein wenig so an wie frech kommt weiter?
    Allerdings kenne ich weder den Preußenpark und seine Örtlichkeiten noch die "international bekannte Thaiwiese".
    Allerdings finde ich, Berlin braucht dringend naturnahe Grünflächen zum Erholen. In der Innenstadt gibt es doch mittlerweile alle 10m irgendeinen Imbiß. Braucht man das jetzt noch?

  16. 2.

    Ich habe in diesem Park meine Jugend verbracht, Fussballspielen, Schlittenfahren und vieles mehr und jetzt ist es einer der größten Imbissbude Deutschlands ( Touristenattraktion). Schade für diesen schönen Park. Man hätte dies anders Regeln können... Freifläche am Fehrbelliner Platz....

  17. 1.

    Hoffentlich wird auch vom Ordnungs- bzw. Gesundheitsamt geprüft, ob sich neben den zugelassenen Händler nicht auch wieder „wilde Köche“ etablieren.

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