Dringender Spendenaufruf - DRK hat bei Blutreserven nur noch einen Tag Vorlauf

Mo 12.07.21 | 19:00 Uhr
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Eine Nadel steckt im Arm einer Blutspenderin. (Quelle: dpa/Hauke-Christian Dittrich)
Bild: dpa/Hauke-Christian Dittrich

Die Krankenhäuser operieren wieder mehr – und benötigen entsprechend Blutkonserven. Gleichzeitig wird in den Sommerferien weniger gespendet. Die Reserven des DRK-Blutspendedienstes Nord-Ost halten mittlerweile nur noch einen Tag - statt fünf.

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) Nord-Ost ruft dringend zum Blutspenden auf. Die Lage im Versorgungsgebiet – Berlin, Brandenburg, Hamburg, Sachsen, Schleswig-Holstein – sei äußerst angespannt, teilte der DRK-Blutspendedienst am Montag mit.

Statt der angestrebten Reserven für fünf Tage reichten die Blutkonserven mittlerweile nur noch für jeweils einen Tag, sagte Pressesprecherin Kerstin Schweiger auf Anfrage von rbb|24. "Blutspenden gehen innerhalb von Stunden aus den Depots", schildert sie die aktuelle Situation. Grund für die Knappheit ist demnach eine erhöhte Nachfrage in den Kliniken sowie ein geringeres Spendenaufkommen im Sommer.

Mehr Operationen, weniger Spenden

Nachdem die Corona-Maßnahmen gelockert wurden, seien die Kliniken mit den Operationen in den Regelbetrieb zurückgekehrt, so Schweiger. Dazu kommen die Nachhol-Operationen, die aufgeschoben worden waren, als viele Betten mit Corona-Patienten belegt waren. Der Bedarf an Blutkonserven liegt Schweiger zufolge 25 Prozent über dem Normalbedarf von etwa 600 Blutspenden pro Werktag.

Gleichzeitig wird in den Sommerferien weniger gespendet. Viele Menschen sind verreist oder "die Prioritäten in der Freizeitgestaltung" würden angesichts des warmen Sommerwetters nicht bei der Blutspende liegen, heißt es vom DRK.

Blutspendedienst kann nur von Tag zu Tag planen

"Die Lage ist komplett uneinschätzbar", so Schweiger. Der Blutspendedienst könne nur von Tag zu Tag planen. Sie verglich die derzeitige Situation mit dem Sommer 2020, als die Kliniken, nachdem die Corona-Zahlen gesunken waren, ebenfalls wieder mehr operierten. Damals habe der Blutspendedienst noch bis zum Jahreswechsel mit einer Knappheit bei den Blutkonserven zu tun gehabt.

Schweiger appellierte, die Blutspenden auch im Sommer nicht aus den Augen zu verlieren. Das DRK wirbt etwa für eine Blutspendeaktion von Mittwoch bis Freitag im Einkaufszentrum Boulevard Berlin in Steglitz. Dafür ist – wie für alle Blutspenden – eine Online-Terminreservierung notwendig. Derzeit fahre der DRK-Blutspendedienst "auf voller Kraft", was Personal und Terminkapazitäten betreffe. Wenn die Angebote genützt würden, "kommen wir gut über den Sommer", hofft Schweiger.

FAQ: Zum ersten Mal Blut spenden

  • Wer darf spenden?

  • Was muss ich im Vorfeld beachten?

  • Wie läuft eine Blutspende ab?

  • Was passiert nach der Blutspende

Sendung: Abendschau, 14.07.2021, 19:30 Uhr

13 Kommentare

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  1. 13.

    Habe früher immer Blut gespendet, darf aber nicht mehr, zu alt.

  2. 12.

    Ich schließe mich an: Ich (Mann) bin mit meinem Mann verheiratet und habe keine Lust, ein Jahr auf Sex mit ihm verzichten zu müssen, damit mich das DRK nicht mehr als Pestschleuder behandelt. Wenn mein (seltenes) Blut dem DRK nicht gut genug ist, können die mich mal gerne haben! Ich spende schon seit 30 Jahren nicht mehr.

  3. 11.

    Es klingt tatsächlich erstmal nach 80 er Jahre und verstörend als Kriterium. Ich vermute, es hängt mit der Dauer der Testzeit für HIV zusammen u der Tatsache das aktuell noch auf anderes getestet werden muss, oder es geht um ganz andere Krankheiten. Jedenfalls würde ich tatsächlich den Rbb bitten, beim DRk konkret nachzuhaken, zumal der grosse Bedarf ja beklagt wird.

  4. 10.

    Tja geht mir auch so. Ich bin sogar mit meinem Mann verheiratet. Ich bin kerngesund und sportlich und habe eine seltene Blutgruppe. Aber hey. Anscheinend gibt es ja noch nicht genug Leidensdruck.

  5. 9.

    "Unter Corona verschobene Operationen waren nicht überlebensnotwendig. Jetzt nachgeholte Operationen sind nicht überlebensnotwendig."
    Sagen sie das mal jemanden bspw. mit kaputten Rücken, Hüften, Knien ins Gesicht. Bei meiner alten Dame wurde bei der ersten Welle die Hüft-OP verschoben. Klasse, fit im Kopf, sonst mit Ü80 auch nicht gerade ein Couchpotatoe und musste Monate mit Gehhilfen rumschlappen. Längere Wege nur mit Rolli. Mental ziemlich down. Gestern kam sie rum - ohne Krücken - "ein Jahr Ersatzteil" feiern. Ja, sie ist schon speziell. Auch so eine OP kann überlebensnotwendig sein.
    Aus einer Froschperspektive ist der Horizont aber auch sehr überschaubar, Herr Müller.

  6. 8.

    Ich würde sofort spenden, darf aber nicht, weil man mir alleine auf Grund der Tatsache, dass ich mit einem Mann zusammenlebe und mit ihm Sex habe, unterstellt, dass mein Blut voller HI-Viren ist und ich eine wesentlich größere Infektionsquelle darstelle. Das ist schon sehr absurd.

  7. 7.

    ...ins Krankenhaus gehen... ??? Das wäre ja schön. In Berlin kann man nur bei der Charité in mitte/ Virchow und im Westend Krankenhaus spenden.
    Ich finde diese wechselden Standorte zur Spende vom DRK grundlegend gut, aber oftmals passt es dann an diesen Tag nicht und ich muss lange im voraus einen Termin buchen. Insbesondere wenn man Kinder hat und immer viel um die Ohren, dann muss sich so ein Termin einfach nadlos ins tägliche Leben einfügen.

    Wäre mal praktisch, wenn man vielleicht in allen Krankenhäusern jederzeit spenden könnte.

  8. 6.

    Wenn so dringend Blut gebraucht wird sollte 1. die Beschränkungen wer spenden darf endlich aufgehoben werden. Denn dass "Alle Menschen, die sich am Tag der Blutspende gesund fühlen und zwischen 18 und 65 Jahre alt sind." stimmt einfach nicht. Und 2. sollte endlich auch beim DRK eine Aufwandsentschädigung gezahlt werden.

  9. 5.

    Schöne Werbung für das DRK. Und was ist von den vielen anderen Organisationen zu hören?
    Wo die Leute doch aus hygienischen Gründen eher gleich zum Spenden ins Krankenhaus gehen.
    Frage: Hat das DRK ein Problem oder ist die medizinische Versorgung gefährdet?

  10. 4.

    Unter Corona verschobene Operationen waren nicht überlebensnotwendig. Jetzt nachgeholte Operationen sind nicht überlebensnotwendig. Wenn die Kliniken nicht überlebennotwendige Operationen durchführen möchten, ist im Vorfeld für ausreichendes OP-Material zu sorgen. Blutspender sind für die wirtschaftliche Wünsche von Klinikbetreibern nicht zuständig. Wenn Blutspenden zum Wirtschaftsgut werden, sind Blut-Abgabe-Entgelte zwischen Gebern und Nehmern verbindlich auszuhandeln und gerichtsfest niederzuschreiben. - Warum sollen gutgläubige Spender bei diesen Wirtschaftstransaktionen übers Ohr gehauen werden ?

  11. 3.

    Und wie wäre es mal damit, endlich das schwachsinnige Spendeverbot aufzuheben?!

  12. 2.

    Tja, willkommen im Kapitalismus.

    Inwiefern dienen den Blutspenden bzw. die daraus gewonnenen Stoffe der Finanzierung von DRK & Co.? Wenn Blut so dringend gebraucht wird, warum wird für Blutspenden nicht etwas (mehr) Geld an die Spendenden gezahlt?

  13. 1.

    Schade, bei uns hier draußen kommen sie nicht mehr.
    Und auf deren Webseite heißt es immer nur: Keine Termine im Umkreis verfühbar

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