Hochwasser im Westen Deutschlands - Weitere Helfer aus Brandenburg und Berlin fahren in Katastrophengebiete

Helfer von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk (THW) pumpen Wasser aus einem Regenrückhaltebecken bei Erftstadt ab (Quelle: DPA/Marius Becker)
Bild: DPA/Marius Becker

Feuerwehren, die Polizei, THW und das Deutsche Rote Kreuz haben bereits Kräfte aus Brandenburg und Berlin in die Hochwasserregionen entsendet. Weitere werden folgen oder haben ihre Hilfe angeboten.

Rettungskräfte aus mehreren Brandenburger Gemeinden sowie aus Berlin werden bei den Aufräumarbeiten in den überschwemmten Katastrophengebieten in Westdeutschland helfen oder sind bereits vor Ort.

Insgesamt 125 Feuerwehrleute aus Potsdam-Mittelmark werden sich an dem Hilfseinsatz in Rheinland-Pfalz beteiligen, sagte Kreisbrandmeister Jens Heinze. Der Konvoi mit 28 Fahrzeugen starte am Mittwochabend vom Feuerwehrtechnischen Zentrum in Beelitz-Heilstätten. Ziel sei der Nürburgring, wo die Hilfseinsätze in den betroffenen Ahrweiler-Regionen koordiniert werden.

Es gehe unter anderem darum, die Lage an gefährdeten Dämmen oder Gebäuden zu erkunden, Aufräumarbeiten zu unterstützen und wichtige Infrastrukturen wieder herzurichten. Dabei haben die Brandenburger Helfer nach den Angaben nicht nur Technik wie ein Notstromaggregat und zwei Tauchpumpen, sondern auch Powerriegel.

Cottbus entsendet Sanitätseinheit

Auch eine Cottbuser Sanitätseinheit wird in die Hochwasserregion in Westdeutschland fahren, um zu helfen. Das hat Stadtsprecher Jan Gloßmann am Dienstag angekündigt. Der genaue Umfang der Hilfe stehe noch nicht fest, sagte er dem rbb.

"Wir haben auf unser Angebot, dort zu helfen, wo es notwendig ist, diese Anforderung bekommen. Die Sanitätseinheit vom Katastrophenschutz wird sich am Wochenende auf den Weg machen", sagt Gloßmann. "Wir werden unsere Solidarität zeigen, so wie es oft genug auch hier im Osten und selbst hier in Cottbus bei den Hochwasserereignissen gezeigt worden ist."

Der Katastrophenschutz der Stadt Cottbus wird von der Feuerwehr, dem Deutschen Roten Kreuz und der Johanniter Unfallhilfe getragen. Die Einheit ist die erste Hilfe aus Südbrandenburg, die in Anspruch genommen wird. Angebote hatte es zuvor auch aus den Kreisen Elbe-Elster, Dahme-Spreewald und Spree-Neiße gegeben.

Auch Kräfte von Polizei, THW und DRK aus Berlin vor Ort

Auch Berlin schickt weitere Helfer in die Hochwassergebiete. Am Dienstag ist eine Einsatzhundertschaft der Polizei nach Rheinland-Pfalz gefahren, teilte Carsten Müller, Referent in der Innenverwaltung, mit. Die Polizisten sollen die Bergungs- und Suchmaßnahmen unterstützen.

Der THW-Landesverband Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt werde voraussichtlich mit etwa 150 Kräften in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen im Einsatz sein, so Referentin Stefanie Berger. Während am Montag bereits Experten für die Sicherheit von Gebäuden und Versorgungshelfer angereist sind, wurden am Dienstag weitere Kollegen alarmiert, darunter Bergungshelfer und Fachleute für die Elektroversorgung. Letztere sollen etwa zwei Wochen lang beim Betrieb einer Kläranlage in Eschweiler (Nordrhein-Westfalen) helfen.

Das Berliner DRK habe in der Nacht zu Montag einen Hilfsgütertransport mit zwölf Einsatzkräften nach Rheinland-Pfalz geschickt, sagte Referent Hendrik von Quillfeldt. Zwei weitere DRK-Helfer unterstützten die bundesweite Koordinierung der Einsätze.

Feuerwehr aus Zepernick bei Partnerwehr aus überschwemmten Erftstadt

Bereits seit Sonntag sind neun Feuerwehrleute der Freiwilligen Feuerwehr aus Zepernick (Landkreis Barnim) im Überschwemmungsgebiet in Erftstadt in Nordrhein-Westfalen im Einsatz. Seit 30 Jahren gebe es eine Partnerschaft zwischen der Feuerwehr in Zepernick und der in Liblar, einem Stadtteil von Erftstadt, sagte Gemeindebrandmeister Thomas Bielicke am Dienstag im rbb-inforadio.

Die Kollegen seien bei Aufräumarbeiten im Einsatz, mit einem Löschfahrzeug und einem Anhänger mit Pumpenaggregat. Wichtig sei, dass die Stromversorgung schnell wieder hergestellt werde. Viele Keller müssten vorab abgepumpt werden. Das sei ihre Hauptaufgabe. Die Lage beruhige sich langsam, sagte er.

Weitere Hilfe bereits angeboten

Bereits am Samstag hatte sich eine erste Einsatzhundertschaft der Berliner Polizei auf den Weg in die Region gemacht. Die weiteren Polizisten sollen nun die Kollegen ablösen, die bereits im Einsatz waren.

Darüber hinaus werde derzeit noch geprüft, ob weitere Helfer von Feuerwehr und Hilfsorganisationen nach Rheinland-Pfalz reisen, sagte der Referent der Innenverwaltung. Das Land habe Hilfe angefordert. "Nach unseren Informationen ist die Lage weiterhin angespannt und daher ist mit weiteren Unterstützungs- und Hilfeleistungsersuchen zu rechnen", so Carsten Müller.

Auch Organisationen wie der Berliner Landesverband der Malteser könnten jederzeit in die Krisengebiete fahren, um zu helfen. "Wir sind vorbereitet", sagte Sprecherin Charlotte Rybak.

Sendung: Brandenburg aktuell, 20.07.2021, 19.30 Uhr

2 Kommentare

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  1. 2.

    Eine Veröffentlichung hatte auch gereicht. Ich bekomme auf meinen Computer von einer Bekannten chinesischen Firma bei der Übermittlung von Kommentaren immer wieder Meldungen über angebliche Fehler. In der Regel hilft ignorieren. Diesmal war es vielleicht wirklich ein technischer Fehler oder ein Wink mit dem Zaunphal von den Genossen der chinesischen Staatssicherheit? Die Sicherheitssoftware des RBB scheint ausgezeichnet zu sein.

  2. 1.

    Was sind das fuer "Powerriegel"? Ist das ein Medikament? Wenn ja, sollten Einzelhelfer, die andere Medikamente einnehmen müssen vorsichtshalber ablehnen, falls ihnen so etwas angeboten wird?

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