Unwetter - Berliner Feuerwehr bei Starkregen zeitweise im Ausnahmezustand

In der Marzahner Chaussee in Berlin-Friedrichsfelde versank am 25.07.2021 ein Audi in einer Unterführung im Wasser. (Quelle: Morris Pudwell)
Morris Pudwell
Video: rbb|24 | 26.07.2021 | Material: TeleNewsNetwork, Patrick Buchmüller | Bild: Morris Pudwell

Im Norden Berlins und Teilen Brandenburgs gingen am Sonntag heftige Regenfälle nieder. Bäume stürzten um, Keller liefen voll. Die Feuerwehr war aufgrund vieler Anrufe zeitweise im Ausnahmezustand.

In Teilen Berlins sind am Sonntag heftige Unwetter niedergegangen. Eine Sprecherin beim Deutschen Wetterdienst (DWD) berichtete am Abend von bis zu 50 Litern Niederschlag pro Stunde auf einem Quadratmeter gegen 19 Uhr in Berlin-Buch, von 40 Litern in Berlin-Marzahn. Am Flughafen Berlin (BER) im brandenburgischen Schönefeld kam es am Abend zu zahlreichen Verspätungen, die Abflüge stauten sich.

Insgesamt sei es zu 250 Einsätzen gekommen, bei denen neun Freiwillige Feuerwehren unterstützten, teilte ein Sprecher der Feuerwehr am Montagmorgen mit. Nicht die Schwere, sondern die Masse der Einsätze zwischen 18 und 23 Uhr habe Schwierigkeiten bereitet. In dieser Zeit rief die Feuerwehr den Ausnahmezustand aus.

Vor allem im Nordosten der Hauptstadt habe es stark geregnet, sagte ein Berliner Polizeisprecher, er sprach von umgestürzten Bäumen und vollgelaufenen Tunneln. Am S-Bahnhof Buch stand in der Vorhalle zweitweise kniehoch das Wasser.

In Pankow unterspülte der Regen die Auffahrt Bucher Straße zur Autobahn A114. Durch die Wassermassen wurden die Fahrbahn auf mehreren Hundert Metern unterspült und ist teilweise abgesackt. Daraufhin musste der Autobahnzubringer nach Prenzlau gesperrt werden.

In den meisten Fällen mussten voll gelaufene Keller und überschwemmte Straßen von den Wassermengen befreit werden. Vereinzelt sei die Feuerwehr auch zur Räumung umgestürzter Bäume gerufen worden. Trotz der Vielzahl der Vorfälle sei in Berlin niemand verletzt worden.

Bei einem größeren Einsatz im Berliner Ortsteil Frohnau lief eine Baugrube mit Abwasser und Regenwasser voll. Die nahe gelegene Kanalisation sei mit den Wassermassen überfordert gewesen, wodurch die Überschwemmung eines anliegenden Grundstückes sowie das Kippen eines abgesackten Baggers drohten. 14 Helfer der Feuerwehr konnten den Wasserspiegel in der Grube mit Hilfe von Pumpen senken, so dass Schlimmeres verhindert wurde.

Auf einem Parkplatz in der Sewanstraße in Berlin-Lichtenberg fiel am 25.07.2021 aufgrund eines Unwetters ein Baum auf mehrere Fahrzeuge. (Quelle: Morris Pudwell)

Baum stürzt auf Boote am Schwielochsee

In Glienicke/Nordbahn (Oberhavel) liefen Keller voll, in einer Tiefgarage staute sich das Wasser.

Am Schwielochsee bei Goyatz (Dahme-Spreewald) ist ein Baum auf drei Boote gestürzt, dabei wurde ein Mensch verletzt. Es sei zunächst unklar gewesen, wie viele Personen sich auf den beschädigten Booten befanden, die nahe am Ufer lagen, teilte die Feuerwehr am Montagmorgen mit. Eine verletzte Person wurde von Einsatzkräften in ein Krankenhaus gebracht. Zwei weitere Menschen seien zunächst vermisst, jedoch außerhalb der Boote unverletzt gefunden worden. Durch den starken Regen sowie den Wind sei die Lage vor Ort zunächst unübersichtlich gewesen.

Bei Wittstock (Ostprignitz-Ruppin) und Krümmel haben Sturmböen etwa 20 Bäume umgeworfen. Dabei durchschlug ein Baum das Dach eines Wohnhauses und beschädigte auch das Obergeschoss. Verletzt wurde niemand, teilte die Polizei mit. Ein weiterer Baum beschädigte den Flüssiggasbehälter auf einem Grundstück. Dem Besitzer sei es gelungen, den Not-Aus-Schalter zu betätigen, was Schlimmeres verhinderte. Auch Carports und Schuppen wurden von Bäumen getroffen.

S-Bahn mit Schwierigkeiten

Im Berliner Ortsteil Hermsdorf wurden nach bisherigen Berichten auch Keller überflutet. In Berlin-Friedrichsfelde fiel ein Baum um und begrub mehrere Fahrzeuge unter sich. Im Bereich Karlshorst stürzte ein Baum auf das Gleis der S-Bahnlinie 3, der Zugverkehr ist zwischen Karlshorst und Ostbahnhof unterbrochen. Gesperrt waren zeitweise der Gleimtunnel und der Müggelseedamm.

Auch für die Landkreise Prignitz und Ostprignitz-Ruppin bestand zeitweise eine Unwetterwarnung. Zuvor hatte der DWD zeitweise für andere Teile Brandenburgs und für Berlin vor schweren, teilweise sogar vor extremen Gewittern gewarnt. Auch am Montag sind gebietsweise Schauer oder Gewitter möglich, die zum Teil auch kräftig ausfallen können, wie die Meteorologen mitteilten.

Auch im oberbayerischen Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen seien am Abend etwa 43 Liter auf den Quadratmeter gefallen, hieß es vom DWD. [Mehr dazu bei br24.de]

Junge Leute fahren am 25.07.2021 mit einem Lastenfahrrad, während starker Regen auf die Friedrichstraße prasselt. (Quelle: dpa/Jörg Carstensen)Zwei Frauen fahren auf der Friedrichstraße mit einem Lastenrad durch den starken Regen.

Sendung: Inforadio, 25.07.2021, 17:40 Uhr

76 Kommentare

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  1. 76.

    Lassen Sie doch die Leute machen was sie wollen. Der eine hat ebend viele Apps und der andere, so wie ich ein altes Radio weswegen ich von der ganzen Familie mitleidig belächelt werde.

  2. 75.

    Köpenick bei Berlin, wo ist das denn? Ich dachte immer, ich wohne in Berlin...

  3. 74.

    Heute schauen alle nur noch aufs Handy und keiner mehr gen Himmel......wieviel Apps brauchen so manche eigentlich noch um sich ihr" perfektes Leben " zu gestalten. Was dann doch nicht so perfekt ist.

  4. 73.

    "„Wer nicht mit der Zeit geht, muß mit der Zeit gehen“ ;-) " Ooooch - gehen muss jeder mal - aber ohne App verläuft man sich weniger - und wenn doch - Umwege erhöhen die Ortskenntnis ;-).

  5. 72.

    Mhhh .... Magdeburger Börde - schonmal gehört? Jerichower Land ist gleich nebenan - es ist natürlich ein Gerücht, das man dort Trompeten besonders weit hört. Die Altmark ist auch ums Eck - da gibts ein Buch "In the middle of nüscht". Genug "gebasht" ... zum Ausspannen und Entdecken eine schöne Ecke. Vor allem siehste die dunklen Wolken echt rechtzeitig. Wer dort nass wird, ist selber schuld ;-) - oder hat 'ne Funklochäpp.

  6. 71.

    Aus dem "schicken Prenzlberg" konnte man recht lange dieses Unwetter beobachten bevor es sich über den Bezirk hergemacht hat. Und hergemacht ist wirklich übertrieben, da hier ein eher "gewöhnliches Sommerunwetter" ankam. Es hatte noch eine ganze Menge Wasser, aber es war nicht so wie der letzte Wolkenbruch wo es die Straße vor meinem Fenster in einen kurzzeitigen Fluss verwandelt hatte.
    Wenn die Nachrichten "Unwetter in Deutschland" ankündigen, dann machen sie oft auch in den Regionen wo es ausbleibt. Man hat sich daran gewöhnt, dass die Hitzewelle, Flutkatastrophe oder andere Vorfälle nicht zwingend in der eigenen Gegend sind. In Berlin ist es aber zum Teil absurd. Da kann man mit Menschen die in der gleichen Stadt sitzen übers Wetter reden und kommt auf unterschiedliche Ergebnisse. Ca 5 km Distanz zwischen Wolkenbruch und Sonnenschein. Man vermeidet in der einen Straße alle Pfützen nur um hinter der nächsten Ecke eine komplett trockene Straße zu finden.

  7. 70.

    Lieber Fritz, Sie sind echt zu bemitleiden. Ich würde mich im Zweifelsfall mal auf meinen gesunden Menschenverstand verlassen. Wenn Wolken am Himmel zu sehen sind, könnte da Regen draus runterfallen.
    Heimatkunde, 2 Klasse..... damals.

  8. 69.

    Warum werden Sie gleich persönlich? Vielleicht haben Sie keine andere Beschäftigung als in der Bude zu sitzen und zickige Kommentare in Onlineforen zu verfassen. Dann sind Sie natürlich nicht auf den Wetterbericht angewiesen. Viele andere aber schon.

  9. 68.

    Nee nee, dann können manche Zeitgenossen ja keinen mehr für ihre Ignoranz und Unfähigkeit verantwortlich machen. AUGENROLL..... Mach einer braucht hier echt immer einen anderen Schuldigen.

  10. 66.

    Sie sind lustig „man kann überhaupt nichts mehr planen“ Das nennt man Wetterentwicklung. Die hält sich leider nicht immer 100%ig an die Vorhersagen. Wie haben Sie bloß bis jetzt überlebt, früher mußten Sie sich auf den Himmel verlassen, dass wars.
    Verwöhnter und unselbständiger Meckerfritze!

  11. 65.

    Wirklich anstrengend ist, dass die Gewitterankündigungen mal auftauchen und dann wieder verschwinden. So wie heute. In den letzten Tagen waren noch heftige Gewitter vorhergesagt, bis vorhin gab es zumindest noch die Wahrscheinlichkeit von Gewittern, jetzt ist sie komplett weg. Draußen blauer Himmel, statt "wolkig", wie es bei diversen Seiten/ Apps noch heißt. So war es übrigens auch gestern. Zwischendurch war gar kein Gewitter mehr angezeigt, aber dann zog es sich ja doch am Nachmittag zu. Man kann überhaupt nichts mehr planen.

  12. 64.

    Ich war gestern spazieren. Im warmen Regen. Das war schön.
    Viel Wasser, ja, aber extrem und wirklich gefährlich.
    Soll der Regen doch bitte zu uns kommen und die schon überfluteten Gebiete in Deutschland einmal aus vorlassen.
    Hier hatte es geregnet wie aus Eimern, schön für die Böden und die Luft wird auch gesäubert.

  13. 63.

    In Schönefeld gab es 2x kräftigen Regen und das wars. Ich brauchte nicht gießen und die Natur hat sich gefreut. Das hätte ich im Sommer gerne jeden- oder jeden 2. Abend. Aber leider sind wir nicht bei "Wünsch dir was!" ;-)

  14. 62.

    In Köpenick bei Berlin :-)) gab es auch nur Landregen.

  15. 61.

    Aha, und was soll das nun? Im Süden war auch nix. Hier gehts um den Norden

  16. 59.

    „ Wie hat der Flachlandtiroler bis heute nur ohne Äpp überleben können?“ :-))
    Weiß ich auch nicht, ich wäre ohne mein Smartphone „tot“ :-))
    Sind ja auch sehr nützliche dabei, „Wer nicht mit der Zeit geht, muß mit der Zeit gehen“ ;-)

  17. 58.

    Ich habe heute sandsäcke geordert, die stell ich in den Keller, diese app habe ich auch installiert. Gestern war binnen 5 Minuten das Wasser im Keller. Nicht hoch, vielleicht 2 cm. Aber gut fürs mauerwerk ist das nicht.

    Man lernt daraus und muss sich darauf einstellen. Jetzt muss ich die Tomaten entsorgen, die haben es nicht geschafft, aber das sind alles keine Schäden, im Vergleich zu dem, was Wasser anderswo angerichtet hat.

  18. 57.

    Am Sophiechalotteplatz sind die Gullis das erstemal nicht uebergelaufen, keine riesen Pfuetzen bis auf die Buergersteige, lief deshalb auch nichts in den frischgemachten Ubahnhof. Sonst immer, stinken aber immer noch wie die Pest. Aber das stoert ja nicht in der Ubahn nur in der Gastro oben und nach Regen geht es auch.

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