Prozessauftakt in Neuruppin - 20-Jähriger legt Teilgeständnis im Prozess wegen Brandstiftung und Mordversuch ab

Neuruppin: Das Amtsgericht in der Karl-Marx-Straße. (Quelle: dpa/Jens Kalaene)
Audio: Antenne Brandenburg | 28.07.2021 | Björn Haase-Wendt | Bild: dpa/Jens Kalaene

Mehrmals sind vergangenes Jahr in und um Neuruppin Fahrzeuge, Garagen und Strohballen in Flammen aufgegangen. In einem Fall mussten sich Menschen aus einem brennenden Wohnmobil retten. Ein Angeklagter räumte die Vorwürfe nun zum Teil ein.

Nach mehreren Fahrzeug-, Garagen- und Strohbränden in Neuruppin (Ostprignitz-Ruppin) und Umgebung hat am Mittwoch der Prozess gegen die drei mutmaßlichen Brandstifter begonnen. Zum Auftakt des Verfahrens legte einer der Anklagten ein Teilgeständnis ab.

Die Anklage wirft den 20-, 22- und 26-jährigen Männern Brandstiftung, Sachbeschädigung und versuchten Mord vor. Sie sollen im Sommer und Herbst vergangenen Jahres in Neuruppin und Umgebung 13 Brände gelegt haben. Unter anderem brannten Motorräder, ein Radlager und Garagen. Der Sachschaden beläuft sich demnach auf 186.000 Euro.

Die Angeklagten sollen die Taten zum Teil allein begangen haben, zum Teil sollen sich aber auch zum Zündeln verabredet haben. Die Motive blieben am ersten Prozesstag unklar.

Menschen schliefen in angezündetem Wohnmobil

Der schwerste Fall ereignete sich am 4. Oktober: Einer der Anklagten - ein 20 Jahre alter Fehrbelliner - soll in Neuruppin mit Feuerzeugbenzin ein Wohnmobil angezündet haben, in dem zwei Personen schliefen. Die Insassen konnten sich retten.

Vor Gericht räumte der Beschuldigte über seinen Verteidiger ein, das Fahrzeug angezündet zu haben. Dass es sich dabei um ein Wohnmobil handelte, will er aufgrund seines vorherigen Alkoholkonsums aber erst bemerkt haben, als sich die Insassen aus den Flammen retteten. Die Staatsanwaltschaft hingegen wertet die Tat als versuchten Mord.

Die beiden anderen Tatverdächtigen äußerten sich am ersten Verhandlungstag nicht. Für einen der Angeklagten steht im Fall eines Geständnisses eine Verständigung über einen Höchststrafrahmen in Aussicht.

Die Polizei hatte die Männer auf der Flucht nach einem Brand einer Strohmiete im November vergangenen Jahres gefasst. Im Auto wurden damals Brandbeschleuniger entdeckt.

Für den Prozess sind fünf Verhandlungstage geplant. Ein Urteil soll es Ende August geben.

Sendung: Antenne Brandenburg, 28.07.2021, 7 Uhr

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