Unwetter in Westdeutschland - Brandenburg schickt Spezialhubschrauber in Hochwassergebiete

Die von der Polizei zur Verfügung gestellte Luftaufnahme zeigt den vom Ahr-Hochwasser überfluteten Ortsteil Altenburg. (Quelle: dpa)
Video: rbb|24 | 15.07.2021 | Material: ARD, Brandenburg aktuell, Archiv | Bild: dpa

Nach den schweren Unwettern in Teilen Westdeutschlands mit schweren Schäden und zahlreichen Todesopfern kommt auch Hilfe aus Brandenburg: Das Land hat einen Spezialhubschrauber geschickt. Auch Berlin bietet Unterstützung an.

Mit einem Spezialhubschrauber unterstützt das Land Brandenburg die Einsatzkräfte in den von schweren Unwettern betroffenen Katastrophengebieten im Westen Deutschlands. Damit reagiert das Land nach Angaben des Innenministeriums in Potsdam auf eine Anfrage aus Rheinland-Pfalz.

"Natürlich helfen wir sofort, wo es nur geht", sagte Brandenburgs Innenminister Michael Stübgen (CDU) am Donnerstag. Die nächsten Stunden seien entscheidend. "Ich hoffe, dass wir zum Schutz der Menschen in der Region beitragen können." Der Polizeihubschrauber mit drei Personen Besatzung ist mit einer speziellen Seilwinde zur Bergung und Rettung ausgerüstet.

Auch der Brandenburger Ministerpräsident Woidke (SPD) sicherte den betroffenen Bundesländern Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen Unterstützung zu. "Die Lage ist für die betroffenen Menschen dramatisch. Meine Gedanken und mein Mitgefühl sind bei den Familien der Opfer und Vermissten", so Woidke. "Die Brandenburgerinnen und Brandenburger wissen aus eigener Erfahrung wie es sich anfühlt, Haus und Hof zu verlieren", sagte Woidke in Anspielung auf das Oderhochwasser 1997.

Berlin bietet Unterstützung an

Auch Berlin habe den betroffenen Regionen seine Hilfeangeboten, sagte Innensenator Geisel (SPD) am Donnerstag. Von Seiten der Berliner Polizei, der Berliner Feuerwehr und des Technischen Hilfswerks (THW) bestehe ein Hilfsangebot. Derzeit werde noch vor Ort geprüft, an welchen Stellen Hilfe nötig sei.

Der Berliner Regierende Bürgermeister Michale Müller (SPD) äußerte sich als Vorsitzender der Ministerpräsidentenkonferenz am Donnerstag mit Bestürzung. "Unser tiefes Mitgefühl gehört den Angehörigen, Familien, Freunden und Bekannten der Menschen, die in den Fluten ihr Leben verloren haben", sagte Müller. "Dank schulden wir in diesen Katastrophenlagen einmal mehr den vielen Helferinnen und Helfern, die über ihre Leistungsgrenzen hinaus für Leben, Gesundheit und Eigentum ihrer Mitmenschen kämpfen. Wir alle hoffen auf eine baldige Beruhigung der Lage und vor allem darauf, dass nicht noch mehr Menschen zu Schaden oder ums Leben kommen."

Zahlreiche Todesopfer und noch viele Vermisste

Viele Menschen in den betroffenen Regionen konnten nur noch tot geborgen werden [tagesschau.de]. Weitere Personen werden vermisst, in einigen Fällen könnte das allerdings an Störungen im Mobilfunk liegen.

Nach Angaben des Bundesinnenministeriums waren am Donnerstag insgesamt mehr als 15.000 Kräfte von Feuerwehr, Polizei, Hilfsorganisationen, THW und Bundeswehr im Einsatz, um Menschen zu retten sowie Wohnungen, Betriebe und Infrastruktur vor den Wassermassen zu schützen.

Polizeihubschrauber retteten Menschen von Dächern, in Kordel im Landkreis Trier wurden hunderte Menschen mit Booten in Sicherheit gebracht. In der Stadt Hagen waren Arbeiter über 18 Stunden in einem Industriegebiet durch die Wassermassen abgeschnitten. Vielerorts drohen Dämme und Talsperren zu brechen.

Sendung: Inforadio, 15.07.2021, 14 Uhr

18 Kommentare

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  1. 18.

    Mensch Alfred langsam reicht es mit Ihrem enormen Wissen über einfach Alles. Man kann auch anders helfen....
    Mit "Berlin" ist die Bundesregierung gemeint und nicht der Bürgermeister, ergo hat Berlin das volle Programm zur Auswahl!

  2. 17.

    Es Schmerzt mich sehr.
    Bin in Gedanken bei den Hinterbliebenen.
    Ich möchte gerne Unterstützung spenden.

  3. 16.

    Ja klar! Das ist alles von Menschenhand gemacht! Das ist ja das Desaster! Wenn nicht endlich was getan wird helfen die Reden der Politik und das Handeln jedes Einzelnen nicht aus. Aber wie mit Corona werden wir weiter diese Situationen erleben müssen.

  4. 15.

    Da bin ich ganz bei Ihnen, aber so lange Geld das Wichtigste ist, wird sich nicht viel ändern. Brandenburg sollte sich mit den Verantwortlichen vor Ort abstimmen, was gebraucht wird und schnell helfen. So wie uns beim Oderhochwasser die Anderen zur Seite standen.

  5. 14.

    Den Menschen in den betroffenen Regionen wünsche ich viel Kraft.
    So langsam sollten auch dem größten Ignoranten klar sein, dass der Klimawandel nicht zu leugnen ist. Aber da müsste man ja aus seiner Komfortzone raus. Ich muß auch nicht warten bis andere was machen. Jeder kann für sich schauen was er/sie für Natur und Umwelt tun kann.

  6. 13.

    Dies löst in keinster Weise die Probleme.
    Wäre die Wupper-Talsperre auch eingestürzt, wenn wir alle mit Elektroautos fahren???
    Dann war ja die Abschaltung der klimafreundlichen Atomkraftwerke eine Fehlentscheidung.
    Ich bezweifle, dass Grüne Ideen speziell für Deutschland irgendwas am Wetter der nächsten 1.000 Jahre ändern.
    Wichtig ist, Flüssen Raum zu lassen.
    Ebenso brauchen wir mehr Jobs in der Instandhaltung von Flüssen, Brücken und Talsperren anstatt dieser ganzen Jobs, wo uns erklärt wird, wie wir zu leben haben.

  7. 12.

    "Die grüne Klimaspezialistin Echardt-Göring". Nicht übertreiben. Die Qualifikation dürfte so ähnlich sein, wie die der Völkerrechtlerin.

  8. 11.

    Die Landesregierung in Brandenburg sollte sich schaemen. Es ist mehr notwendig als ein Spezialhubschrauber und warme Worte. Spontan fällt mir ein Zelte, Decken, Sandsaecke, Wasseraufbereitungstechnik, Stromagggregate usw.

  9. 10.

    "Das bedeutet, dass wir bei den Maßnahmen zum Klimaschutz mehr Tempo brauchen - europäisch, bundesweit, weltweit" - Armin Laschet

    "Diese extremen Wetterkapriolen sind die Folgen des Klimawandels" - Horst Seehofer

    "Wir können uns zu wenig Klimaschutz schlicht und einfach nicht leisten" - Svenja Schulze

    "Hochwasser und Überschwemmungen sind natürliche Phänomene" - Karsten Hilse, klimapolitischer Sprecher der AfD im Bundestag

  10. 9.

    Die grüne Klimaspezialistin Echard-Göring hatte sogleich die Erklärung. An den Wassermassen ist der Klimawandel schuld




  11. 8.

    Womit? Berlin hat z.B. keine eigenen Hubschrauber, sondern teilt die zwei sich mit der Bundespolizei.

  12. 5.

    Neben der menschlichen Katastrophe...diese Katastrophe ist menschengemacht. Die Natur schlägt zurück. Nie dagewesen sagen die Anwohner und die Wissenschaft sagt das ist erst der Anfang.
    Einziger Lichtblick, die Wassermassen der Inden fluten das Kohleloch.

  13. 3.

    man kann nur hoffen, das dort sehr schnell und vor allem unbürokratisch geholfen wird !!!
    so wie es bei den besuchern aus syrien und anderen ländern gemacht wurde als sie in unser land kamen und finanzielle hilfen bekamen

  14. 2.

    Es muss sofort Hilfe aus allen Regionen kommen. Die armen Menschen! Da gibt es menschliche Katastrophen. Ich hoffe auf Besserung!

  15. 1.

    Hauptsache, Berlin prüft nicht wie sonst immer, viel zu lange. Dann könnte die Hilfe zu spät kommen. Fast alle anderen Helfer aus dem Bundesgebiet sind übrigens schon vor Ort.

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