Mindestens fünf Millionen Euro Schaden - Schwimmhallendach in Schwedt eingestürzt

Das Dach der Schwimmhalle in Schwedt ist am Sonntag nach Angaben der Polizei «komplett eingestürzt» - wenige Tage vor der geplanten Wiedereröffnung der sanierten Halle. Quelle: Fred Müller/dpa/TNN
Video: rbb|24 | 11.07.2021 | Material: TeleNewsNetwork | Bild: TNN/dpa/Fred Müller

Nur Tage vor der Wiedereröffnung einer Schwimmhalle in Schwedt ist das Dach des Gebäudes eingestürzt. Das "Aquarium" war wegen Sanierungsarbeiten geschlossen, verletzt wurde niemand. Der Bürgermeister spricht von einem "Schockzustand".

Wenige Tage vor der geplanten Wiedereröffnung ist am Sonntagnachmittag in Schwedt (Uckermark) das Dach einer Schwimmhalle eingestürzt. "Eine Stadt ist in Schockzustand", sagte Schwedts Bürgermeister Jürgen Polzehl am Montag dem rbb. Verletzt wurde niemand, wie die Polizei am Sonntagabend mitteilte.

Wegen Sanierungsarbeiten ist das "Aquarium" in der uckermärkischen Stadt derzeit geschlossen. Allerdings war für kommenden Donnerstag die Wiederöffnung geplant. "Wir haben Glück im Unglück gehabt, am Sonntag waren keine Bauarbeiter da, das Bad war noch geschlossen. Es ist ein hoher materieller aber eben kein Personenschaden", so Polzehl.

Ein Polizeisprecher hatte zuvor gesagt, "wäre das Donnerstag passiert, hätte es Tote gegeben." Demnach ist eine Fläche von circa 50 mal 70 Meter betroffen, der Schaden werde auf mindestens fünf bis acht Millionen Euro geschätzt.

Ursache noch unklar - Krisenstab eingerichtet

Bürgermeister Polzehl sagte weiter, dass für Schwedt das Freizeit- und Badeverhältnis schon immer eine wichtige Rolle gespielt habe. "Demzufolge sind wir nun tief betroffen."

Die Ursache für den Einsturz ist noch unklar. Polzehl zufolge wird derzeit auf die polizeiliche Freigabe der Schwimmhalle gewartet. "Im Augenblick koordiniert der Krisenstab sämtliche Aktivitäten, die gemacht werden müssen, um sich der Ursachenforschung zu nähern", sagte er dem rbb.

Renovierungsarbeiten am Schwimmbecken

Zwei Menschen, die in der Gastronomie des Schwimmbads arbeiten und einen Außer-Haus-Verkauf anbieten, waren nach Angaben der Polizei vor Ort, sie wurden jedoch nicht verletzt.

Ein Anwohner berichtete von einem lauten Knacken, das er zur Mittagszeit gehört habe. Drei oder vier Stunden später habe es erneut geknackt, diesmal allerdings folgte "ein riesengroßer Knall". Das Aquarium sei in eine Staubwolke gehüllt gewesen.

Die Renovierung betraf nach Angaben eines Polizeisprechers das Schwimmbecken, nicht das Dach. Nach dem Einsturz sei keine Schwimmfläche mehr zu sehen, die Sanierungsarbeiten seien wohl komplett hinfällig.

Es wird vermutet, dass der Einsturz mit den Arbeiten in Verbindung stehen könnte. Seit Wochen sei im Badinneren mit schwerer Bautechnik hantiert worden.

Sendung: Brandenburg aktuell, 11.07.2021, 19.30 Uhr

28 Kommentare

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  1. 28.

    Rein rechnerisch mag der Fachwerkbinder vielleicht o.k. gewesen sein, bei symmetrischer Belastung. Aber schaut man genau auf das Bild http://termalfurdok.com/de/erlebnisbad-aquarium-schwedt/ , dann fehlt im mittleren Feld des Fachwerkbinders mindestens eine Diagonale. Das fällt in einem modernen FEM-Programm nicht auf, wenn der Träger nicht als klassischer Gelenkträger eingegeben und zudem rechnerisch eine symmetrische Last bekommt - aber die Natur ist nicht symmetrisch!
    Ein Statiker aus z.B. dem Jahre 1960 hätte diese Diagonale niemals weggelassen, weil er seinerzeit solch einen Träger nur als klassischen Gelenkträger hätte rechnen können - deswegen hätte er auch sofort bemerkt, dass ein solcher Träger, wie auf dem Bild, konstruktiv gesehen, nicht ausgeführt werden sollte (dürfte).

  2. 26.

    An der Stelle wo das Waldbad stand gibt es bis heute keinen einzigen Parkplatz! die Parkplätze sind noch immer dort, wo sie bisher waren! Vor dem Werktor von Leipa Süd! Zur Info: Die zweite Papierfabrik ist seit einiger Zeit Leipa Nord!

  3. 25.

    Tüv ist toll..an alle handwerker , 10 tage haft nur weil ich mitglied der handwerkskammer bin und nicht bei der tüv privat lobby.sowas kommt dann bei raus.

  4. 24.

    Zur letzten Schneelast eine Erklärung: Die hat das Dach ausgehalten. Wird ja auch berechnet welch Zusatzlast dieses Dach tragen kann und darf. Hat man an der Dachhaut außen Veränderungen vorgenommen ? Könnte danach Regenwasser in die Isolierung gelangt sein ? Innen ist ja neben der Deckenverkleidung auch eine Dampfsperre vorhanden. Man kann auch sagen: Da tropft erst mal nichts. Hat die Dachisolierung so viel Regenwasser aufgenommen, dass die zulässige Dachlast weit überschritten wurde. Waren überhaupt nur Fachfirmen am Bau beteiligt ? Leihfirmen würde ich verbieten.

  5. 22.

    In Bad Reichenhall war es die Schneelast, die das Dach zum Einstürzen brachte.

  6. 21.

    Was für ein Alptraum...und das nachdem das schöne Waldbad ja unbedingt Parkplätzen der Leipa weichen musste. Mitten im Sommer haben die Schwedter nun gar kein Bad mehr. Glück im Unglück, dass niemand verletzt wurde. Hier ein paar Tipps, wo wir so vor 55 Jahren gebadet haben...Kanal geht ja mit der neuen Badestelle wieder, ausserdem gibt es viele Stellen in den Poldern, z. B. die Weiberinsel, der Herrensee, die Meglitze u.a. Viel Spass.

  7. 20.

    Keins der von Ihnen genannten Materialien ist neu; ganz bestimmt nicht Mineralwolle (übrigens ein fossiler Werkstoff). Und Berechnungen zur energetischen Amortisation sowohl von (herkömmlichen wie erneuerbaren) Dämmungen als auch Solarzellen zeigen seit Jahrzehnten, dass sie sich lohnen: Energetische Amortisation von PV-Modulen nach etwa fünf Jahren. - So schwer, dass sie korrekt konstruierte Dächer zum Einsturz brächten, sind Solarzellen bestimmt nicht: Flachdächer sind traditionell sogar schwerer als im Normalfall nötig, damit sie bei Sturm nicht abheben. Viel wahrscheinlicher scheint mir als Laie, dass das Tragwerk mangelhaft geplant und/oder ausgeführt und/oder geprüft wurde. Das muss ohne falsche Rücksichten untersucht werden.

  8. 19.

    Zum Glück sind keine Menschen zu Schaden gekommen! Möchte gar nicht daran denken, wenn das Dach dieser Schwimmhalle nach der Wiedereröffnung zusammengebrochen wäre!

  9. 18.

    Sind denn da keine Statiker mit befasst, wenn so umfassend saniert wird???

  10. 17.

    Das nicht zu melden halte ich für verzeihlich. Wenn alle möglichen Leute bei jedem verdächtigen Geräusch auf einer Baustelle sofort den Notruf alarmieren würden, gäbe es Unmengen von Fehlalarmen. Baustellen machen Lärm, als Laie kann man doch nicht beurteilen welches einzelne Geräusch Hinweis auf eine Gefahr sein könnte, wenn das nicht einmal die Bauarbeiter vor Ort bemerken. Den Zusammenhang hat der Anwohner sicher erst hinterher hergestellt.

  11. 16.

    Ich finde auf Luftbildern des Bades weder aus der Zeit vor dem Einsturz noch danach eine Solaranlage auf dem Dach. Das Dach ist nur teilweise beglast. Allerdings ist auf dem ersten Bild zu erkennen, dass sich in der Tat der hölzerne Dachträger aus seiner Verankerung an der Hallenwand gelöst hat.

    https://www.bz-berlin.de/data/uploads/2021/07/foto-dacheinsturz_1626027673.jpg

    https://www.moz.de/imgs/38/8/6/4/6/2/4/0/1/tok_ae26e5ca0663ebbfd462a39775cdc45c/w1200_h675_x750_y562_um-210712-Aquarium076.JPG-c1bce9b36abcaf74.jpeg

    https://www.moz.de/imgs/38/7/0/6/6/1/2/6/4/tok_7fe6feacff060c7f555839e2df42ba3b/w1024_h576_x512_y341_09b0f7f48fb54960.jpeg

  12. 15.

    Und wieder ist es eine Konstruktion aus Holz. Wie seinerzeit bei dem Einsturz der Eissporthalle in Bad Teichenhall 2006. Dort war die Ursache die dauerhaft hohe Luftfeuchtigkeit. Aufgefallen ist das niemandem, was für mich ein Skandal ist.

    Beunruhigend! Das muss untersucht werden.

  13. 14.

    Vielleicht liegt es auch zum Teil an den modernen Materialien: innen OSB Platten, Mineralwolle und viel Wasser, außen luftdichtes Glas und Metall.. hört sich schon nach Schimmel an. Vielleicht sollte man bei einem Schwimmbad die Dämmung weglassen, dafür massives, wassertaugliches Material verwenden. Bei allen Solarzellen und Dämmungen bitte genaue wissenschaftliche Untersuchungen, ob die Produktion nicht umweltschädlicher als der anschließende Nutzen ist. Einstürzende und abgerissenen Neubauten!

  14. 13.

    Asbest und Glaswolle wurde dort nie verbaut. Das Aquarium wurde von 1998-1999 erbaut und das Verbot für Asbest kam 1993, das für Glaswolle zwar erst 2000, aber 1996 wurde sie nicht mehr in den Verkehr gebracht. Zum anderen waren dort keine Solarpanelle angebracht, nur Großflächige Dachfenster um Tageslicht in das Schwimmbad zu bekommen. Vermuten lässt sich, dass der Starkregen vom 30.06. - bis 01.07. mit teils 200 l/qm für Schäden an der Holzkonstruktion gesorgt haben könnte oder eben die Dämmstoffe sich vollgesaugt haben, wenn es Undichtigkeiten gab.
    Aber alles nur reine Spekulation und Vermutungen! Die Fachleute werden schon die Ursache finden und bekannt geben.

  15. 12.

    Beim Aquarium sind Sport- und Spaßbecken räumlich und mit Türen voneinander getrennt. Der jetzt eingestürzte Teil war über dem Sportbecken, welches ohne Wasser war und planmäßig bis (mitte-?) September saniert werden sollte, also auch geschlossen und ohne Besucher. Den Bildern nach ist der Teil, welcher wieder geöffnet worden wäre intakt.

  16. 11.

    Also Bewohner der Umgebung hätten 3-4 STUNDEN vorher bereits knacken aus der Richtung Aquarium vernommen? (Lt. div. Nachrichten-Meldungen, warum hat keiner was gemeldet? Haben die 2 anwesenden Mitarbeiter IM Aquarium nicht auch was Stunden vorher war genommen?

    Auf jeden Fall ist es sehr gut das keine Personen zu Schaden gekommen sind.

  17. 10.

    Gott sei dank ist niemand verletzt worden. Was das Desaster für die Schwedter Kommunalfinanzen bedeutet, will man sich gar nicht vorstellen.

  18. 9.

    Offenbar war das verwendete Kiefern-Bauholz zu sparsam dimensioniert, um die von der Bundesregierung geförderte, schwergewichtige Solaranlage zu stemmen. Zum Glück wird der Schaden auf den dummen Steuerzahler abgewälzt. Falls in den vielen zerbrochenen Eternitplatten Asbest enthalten war, und die Hohlräume zusätzlich mit Glaswolle gedämmt waren, dann verkürzt sich natürlich auch die Lebenserwartung der Anwohner erheblich. Alles in allem, sind das Bilder und Zustände, an denen wir uns zukünftig gewöhnen müssen. Das Fachwissen der älteren Generation steckt nun in deutschen Altersheimen unter Quarantäne. Der Nachwuchs wurde unzureichend ausgebildet. Die Schulnoten haben zwar heute alle eine 1 vor dem Komma. Aber der Grund liegt nicht in einer höheren Intelligenz zu finden, sondern kontinuierlich abgesenkter Ansprüche in den Prüfungen. Umso höher der Notendurchschnitt einer Schule ist, desto mehr Schüler werden sie besuchen wollen, und umso höher sind widerum die staatlichen Zuwendungen.

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