Zwischen Falkenrehde und Paaren - 31-jähriger Bauarbeiter ertrinkt im Havelkanal

Retter suchen nach einem vermissten Nichtschwimmer im Havelkanal (Quelle: Dedinag)
Bild: Dedinag

Ein Mann ist am Samstagabend beim Baden im Havelkanal ums Leben gekommen. Wie die Polizeidirektion West am Sonntag mitteilte, habe der 31 Jahre alte Bauarbeiter sich nach verrichteter Arbeit abkühlen wollen. Obwohl er Nichtschwimmer war, sei er in den Kanal gestiegen und schließlich an der Fahrrinne abgerutscht.

Das Unglück habe sich zwischen Falkenrehde und Paaren (Havelland) ereignet, allerdings habe die exakte Stelle zunächst nicht ermittelt werden können. Neben Feuerwehr, Rettungswagen und Polizeikräften habe auch ein Polizeihubschrauber nach dem Mann gesucht, hieß es. Taucher der Feuerwehr konnten schließlich den leblosen Körper des Mannes bergen.

Die Kriminalpolizei ermittelt, Hinweise auf ein Fremdverschulden lägen allerdings nicht vor.

Kanäle, Schifffahrtsstraßen und Flüsse besonders gefährlich

Die Polizei warnt vor dem Baden in fließenden Gewässern. Es sei wichtig, darauf zu achten, hieß es, "dass Sie gut schwimmen können und dass Sie sich körperlich in der Lage dazu fühlen".

In Kanälen und Wasserstraßen der Schifffahrt bestehen außerdem Gefahren durch Sog und Wellenschlag; insbesondere die Bugwellen von kommerziellen Schiffen können enorme Kräfte ausüben, die von Badenden unterschätzt werden.

In den vergangenen Wochen haben sich in der Region mehrere tragische Badeunfälle ereignet. Ende Juni wurde ein 26-jähriger Schwimmer im Beetzsee (Potsdam-Mittelmark) vermisst, der schließlich tot geborgen wurde. Eine Woche zuvor war ein achtjähriges Kind im Großen Lienewitzsee bei Michendorf (Potsdam-Mittelmark) ertrunken.

Mehrere Todesfälle in Berlin

Auch in Berlin gab es mehrere Todesfälle innerhalb weniger Wochen. Vergangenen Sonntag ertrank ein Mann in der Scharfen Lanke in Berlin-Spandau. Eine Woche zuvor starb ein 22-Jähriger beim Baden im Berliner Flughafensee. Mitte Juni ging ein Mann beim Baden im Weißen See in Berlin-Pankow unter und konnte anschließend nicht mehr wiederbelebt werden.

Verschiedene Rettungsorganisationen - wie die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), das Rote Kreuz oder die Feuerwehren - rufen seit Monaten zu mehr Vorsicht an Badegewässern auf. Das Hitzewetter kann den Kreislauf stark belasten. Zudem bestehen Sorgen, weil viele Kinder durch die Pandemie nur über mangelhafte Schwimmfähigkeiten verfügen.

Sendung: Brandenburg aktuell, 11.07.2021, 19.30 Uhr

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