Schwer verletzter Randalierer - Schlösserstiftung beziffert Schaden in Sanssouci auf 170.000 Euro

Vom Dach des Nord-Ost-Pavillons des Orangerieschlosses wurden drei Zinkgussvasen gestürzt. (Quelle: SPSG/FSG)
Audio: Antenne Brandenburg | 07.07.2021 | Oliver Meurers | Bild: SPSG/FSG

Glasbruch, beschädigte Türen und irreparabel zerstörte Ornamentvasen: Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten schätzt den durch einen Randalierer in der Nacht zum Mittwoch verursachten Schaden auf 170.000 Euro.

Ein Randalierer hat im Orangerieschloss des Potsdamer Parks Sanssouci sowie in zwei weiteren Gebäuden nach Angaben der Stifung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg hohen Sachschaden angerichtet.

Festgestellt wurden vor allem Glasbruch, beschädigte Türen sowie drei vom Nord-Ost-Pavillon des Orangerieschlosses herabgestürzte Ornamentvasen aus Zinkguss. Diese Vasen - Kopien aus den 1970er Jahren - seien irreparabel zerstört und müssten ersetzt werden, teilte die Stiftung am Donnerstag mit. Die Abteilung Restaurierung habe eine vorläufige Schadenssumme von insgesamt 170.000 Euro ermittelt.

Randalierer bei Sturz schwer verletzt

Ein 23-Jähriger aus dem Kreis Teltow-Fläming hatte den Polizeieinsatz in der Nacht zum Mittwoch ausgelöst. Er war in mehrere Gebäude eingebrochen, auf das Dach des Orangerieschlosses geklettert und hatte von dort mit den Vasen geworfen. Schließlich zog der junge Mann sich nackt aus und sprang in die Tiefe, dabei verletzte er sich schwer. Er befindet sich im Krankenhaus.

Eine Zeugin hatte die Polizei alarmiert, weil sie verdächtige Geräusche an der Orangerie bemerkt hatte. Kurz darauf meldete der Wachschutz eine eingeschlagene Scheibe im Bereich der Neuen Kammern. Die Polizisten bemerkten auch am Orangerieschloss eine eingeschlagene Scheibe und hörten verdächtige Geräusche aus dem Innern.

Von einer Drehleiter aus Kontakt aufgenommen

Der Eindringling sei dann auf das Dach geklettert und habe von dort die massiven Vasen hinunter geworfen.

Beamte seien mit einer Drehleiter der Feuerwehr auf Höhe des Dachs gekommen und hätten Kontakt zu dem Randalierer aufgenommen, berichtete die Polizei. Daraufhin habe sich der junge Mann, der sich inzwischen vollständig entkleidet hatte, unvermittelt vom Dach fallen lassen und sei mehrere Meter tief gestürzt. Dabei habe er sehr schwere Verletzungen erlitten.

Möglicherweise war der 23-Jährige schon etwa zwei Stunden vorher auffällig geworden: Da war die Polizei wegen eines nackten Mannes auf einem Friedhof in der nördlichen Vorstadt gerufen worden, der nach dem Eintreffen der Beamten floh.

Sendung: Brandenburg aktuell, 07.07.2021, 19:30 Uhr

Die Kommentarfunktion wurde am08.07.2021um 19:09 Uhr geschlossen

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21 Kommentare

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  1. 21.

    Sie meinen mit Drogenkartellen aber nicht die Brauereien oder ?

  2. 20.

    Meinen Sie mit Drogenkartellen auch die Brauerei-Indusrie, die Schnapsbrenner und die Winzer? Nicht zu vergessen die Dealer, die das Zeug in ihren Regalen und dann auch noch mal handlich an der Kasse feilbieten. Dort steht ja auch die "Quengelware" für Kinder. Ähnliche Gründe, nehm ich mal an.

  3. 19.

    "Wir werdens ja vielleicht erfahren, wenn der rbb dran bleibt." Wozu? Dazu gibt es die einschlägigen Blätter/Seiten wo sich die ebenfalls einschlägigen schlichten Gemüter "informieren" können.

  4. 18.

    Drogenkonsum und psychische Probleme müssen sich ja nicht gegenseitig ausschließen. Das eine kann das andere sogar noch verstärken. Aber womöglich ist der Mann nur deshalb nackt auf dem Dach herum gelaufen, weil ihm warm war ... die Argumentation kommt bestimmt auch noch.

  5. 17.

    Dass Sie hier einen Zusammenhang zwischen dem Alter (23 Jahre) und Drogen herstellen, ist aber ebenso ein Vorurteil. Es gibt auch viele "Alte", die ebenfalls Drogen nehmen. Das machen nicht nur 23-Jährige. Drogenkonsum ist inzwischen sehr breit in der Bevölkerung verankert. Viele Leute merken das erst nur dann, wenn es zu Straftaten von Drogenkonsumenten kommt: Körperverletzung, Vandalismus, Diebstahl, Einbruch, usw. Die einzigen, die einen ganz großen Vorteil daraus ziehen, sind die Drogenkartelle. Die machen einen Milliarden-Gewinn in Deutschland - jedes Jahr und pfeifen auf die gesellschaftlichen Folgen.

  6. 16.

    Dass Sie hier einen Zusammenhang zwischen dem Alter (23 Jahre) und Drogen herstellen, ist aber ebenso ein Vorurteil. Es gibt auch viele "Alte", die ebenfalls Drogen nehmen. Das machen nicht nur 23-Jährige. Drogenkonsum ist inzwischen sehr breit in der Bevölkerung verankert. Viele Leute merken das erst nur dann, wenn es zu Straftaten von Drogenkonsumenten kommt: Körperverletzung, Vandalismus, Diebstahl, Einbruch, usw. Die einzigen, die einen ganz großen Vorteil daraus ziehen, sind die Drogenkartelle. Die machen einen Milliarden-Gewinn in Deutschland - jedes Jahr und pfeifen auf die gesellschaftlichen Folgen.

  7. 15.

    Erschreckend zu lesen, dass es dort offenbar keine ausreichenden Sicherungsmaßnahmen gibt und ein Einbruch erst durch zufällige Zeugen gemeldet werden muss. Da kann man in der aktuellen Sicherheitssituation schon auf die nächste Hiobsbotschaft warten.

  8. 14.

    Ich werf mal noch ein Wort in den Ring: "Liebeskummer".

    Gut, auch hier gehts dann wohl straflos aus und ist natürlich super ärgerlich/schade wegen den zerstörten/beschädigten Gegenständen. Aber man muss ja nicht immer gleich von Boshaftigkeit ausgehen. Wir werdens ja vielleicht erfahren, wenn der rbb dran bleibt.

  9. 13.

    Vorverurteilungen abzugeben ohne jeglichen Sachverstand scheinen ja immer mehr in Mode zu kommen. Nur weil der Mann "erst" 23 Jahre alt ist, muss er automatisch unter Drogeneinfluss gehandelt haben? Psychische, aber auch neurologische oder sogar onkologische Erkrankungen können Menschen in allen Altersklassen betreffen und zu unverständlichen Handlungen führen.
    Empathielosigkeit ist übrigens auch ein Symptom bei psychischen Störungen.

  10. 12.

    Na ja, der hatte eben psychische Probleme. Das geht ja inzwischen als Entschuldigung für alles durch (außer natürlich, wenn man eine falsche Meinung äußert).

  11. 11.

    Wenn man wütend ist, läuft man eigentlich nicht nackig auf dem Dach herum und lässt sich in die Tiefe fallen. Das hört sich eher nach Rauschmitteln an.

  12. 10.

    Sie wissen also schon die Beweggründe des Mannes? Prima, so ließe sich viel Geld einsparen. Justiz und Ermittler abschaffen, stattdessen den gemeinen Mob im Internet befragen.

    Sowas ist vor nicht allzu langer Zeit marodierend mit Heugabeln und Fackeln durch die Gegend gezogen.

  13. 8.

    Klingt mir nach Psychose oder etwas ähnlichem. Hoffe, die Person erholt sich gut, auch wenn der entstandene Sachschaden natürlich höchst ärgerlich ist.

  14. 7.

    Die Hunderttausende Euro Schaden sollte man den Drogenkartellen in Rechnung stellen, die den Stoff für diesen Randalierer verkauft haben. Im nüchternen Zustand wird er das alles wohl nicht gemacht haben. Der war anscheinend auf einem ganz miesen Trip.

  15. 6.

    Die Beweggründe des jungen Mannes würden mich sehr interessieren. So etwas macht man nicht aus Spaß.

    Folgenlos war es für ihn und vorallem für seine trauernde Familie definitiv nicht!

  16. 5.

    Wieviele durchgeknallte Idioten hier rumlaufen ist erschreckend. Da geht mein Mitleid gegen Null.
    Schade ist es nur um die zerstörten Gegenatände, die nun mit unser aller Geld wieder hergerichtet werden müssen.

  17. 4.

    "Aber für den Täter wohl folgenlos."
    Wenn er noch was "Gras" geraucht hatte, dann sowieso. Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten wird wohl auf dem Schaden sitzen bleiben. Leider. Versichern gegen Vandalismus bei solchen Objekten gibts nicht. Die Schadenbehebung fehlt dann wieder für die Restaurierung / Instandhaltung der vielen anderen historischen Gebäude und Objekte.

  18. 3.

    Krank.
    Aber für den Täter wohl folgenlos.

  19. 2.

    Schadenfreude kann bei diesem Sachschaden nicht mehr so richtig zur Geltung kommen!

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