Instragram, Facebook, Snapchat - Preußische Schlösserstiftung lässt private Foto- und Filmaufnahmen zu

Besucherinnen vor dem Schloss Sanssouci. (Quelle: dpa/Christoph Soeder)
Bild: dpa/Christoph Soeder

Denkmäler und Kunstschätze der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten (SPSG) dürfen künftig weitgehend ohne Genehmigung fotografiert und gefilmt werden.

Der Stiftungsrat habe eine Änderung der bisherigen Regelungen beschlossen [spsg.de], teilte die Stiftung am Montag in Potsdam mit. Der bisherigen Richtlinie von 1998 zufolge waren das Fotografieren und Filmen in den Schlössern und Parkanlagen sowie die spätere Veröffentlichung und Nutzung der Aufnahmen nur mit einer vorherigen schriftlichen Zustimmung der Stiftung gestattet.

Die bisherigen Regelungen seien nicht mehr zeitgemäß, betonte die Stiftung. Die bisherige Genehmigungspflicht widerspreche unter anderem den Möglichkeiten des Internets und der Sozialen Medien, das Teilen rein privater Inhalte zu ermöglichen.

Die Veröffentlichung von Aufnahmen für private, wissenschaftliche, redaktionelle und gewerbliche Zwecke sei nun grundsätzlich genehmigungsfrei erlaubt, hieß es. Der neuen Richtlinie zufolge bleiben das Fotografieren in den Schlössern während der Schließzeiten sowie Fotoshootings mit Models und Filmaufnahmen mit zusätzlichem Personal und Technik jedoch weiter genehmigungs- und kostenpflichtig.

Alte Regelungen waren nicht mehr zeitgemäß

Zu den Denkmälern der Stiftung gehören unter anderem die Schlösser Sanssouci, Neues Palais, Cecilienhof und Babelsberg in Potsdam sowie das Berliner Schloss Charlottenburg.

In einem Rechtsstreit über die kommerzielle Nutzung von Aufnahmen von Eigentum der Schlösserstiftung, die ohne Genehmigung auf deren Gelände angefertigt wurden, hatte der Bundesgerichtshof 2010 und 2013 weitgehend zugunsten der Stiftung entschieden. (BGH-Urteile AZ: V ZR 44/10 sowie AZ: V ZR 14/12)


Sendung: Inforadio, 05.07.2021, 13 Uhr

2 Kommentare

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  1. 2.

    @Dr. Kawasaki
    Die Stiftung hat kluge Köpfe, die die kostenlose Werbung in Relation zu den Lizenz-Einnahmen setzte....

  2. 1.

    Ich bin beeindruckt. Die Stiftung hat also mitbekommen, dass es sowas wie das "Internet" gibt.
    Am liebesten hätten sie wohl, dass niemand die Kulturgüter betrachtet oder die Parks betritt. Die Regeln sind z.T. echt übertrieben und lächerlich.

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