Berlin-Neukölln - Demonstrierende gehen bei queerer CSD-Gegendemo auf Polizisten los

Während die Christopher-Street-Day-Parade in Berlin friedlich ablief, kam es an anderen Stellen in der Stadt am Wochenende zu Angriffen. Bei einer queeren Demo, die sich unter anderem gegen den CSD richtete, wurden Polizisten und Journalisten attackiert.
Während einer queeren Demonstration in Kreuzberg und Neukölln ist es laut Berliner Polizei am Samstagabend zu gewalttätigen Zusammenstößen zwischen Teilnehmern und Einsatzkräften gekommen.
Auslöser war demnach das Auftreten eines 52-jährigen Ordners im Bereich Reichenberger/Mariannenstraße, wie die Polizei am späten Sonntagnachmittag mitteilte. Durch ihn hätten sich Journalisten und Journalistinnen in ihrer Arbeit eingeschränkt gefühlt. Der Mann soll sie mehrfach mit einem Handlautsprecher angebrüllt haben.
Nachdem Beamte ihn daraufhin vorläufig festgenommen und zu einem Polizeifahrzeug gebracht hatten, umstellten den Angaben zufolge 50 bis 80 Menschen den Wagen und verhinderten so, dass er abfahren konnte. Dazu seien "polizeifeindliche Sprechchöre skandiert" worden.
Beamte geschlagen und getreten
In der Folge seien rund 300 weitere Demonstrationsteilnehmer auf das Fahrzeug zumarschiert, denen sich Polizisten in den Weg gestellt hätten. Anschließend hätten Demonstranten Beamte geschlagen und getreten, während Einsatzkräfte "gezielt körperliche Gewalt in Form von Schlägen gegen die Aggressoren unter den Teilnehmenden" eingesetzt hätten, teilte die Polizei mit. Schließlich habe der Polizeiwagen zur Wiener Straße weiterfahren können, wo der Ordner "nach Abschluss polizeilicher Maßnahmen" entlassen worden sei.
Gegen 20.15 Uhr endete laut Polizei der am Hermannplatz begonnene Demonstrationszug auf dem Oranienplatz. Er stand ihr zufolge unter dem Motto "Wir sind hier und wir sind queer - in jeder Farbe, Größe und Form ...". Nachdem sich ihm anfangs einige Hundert Menschen angeschlossen hätten, habe sich die Teilnehmerzahl später "im mittleren vierstelligen Bereich" bewegt.
Gegendemo zum CSD
Die Demonstration richtete sich unter anderem gegen den CSD. Auf Facebook schreiben die Organisatoren im Vorfeld: "Mit der Internationalistischen Queer Pride Demo wollen wir Pride vom Mainstream-CSD zurückfordern und die radikalen queeren, antikolonialen und antirassistischen Communities Berlins zusammenbringen."
Zu dem Protest hatte auch BDS Berlin gehört, die zum Boykott israelischer Produkte aufrufen. Laut dem "Tagesspiegel" wurden Journalisten aus dem Demonstrationszug heraus als "Zionistenpresse" verunglimpft. Der Bundestag sieht in der BDS-Bewegung antisemitische Bestrebungen.
Sendung: Abendschau, 25.07.2021, 19:30 Uhr
Korrekturhinweis: In einer früheren Version dieses Textes entstand der Eindruck, dass diese Demonstration im Umfeld des Christopher Street Days stattfand. Tatsächlich richtete sie sich auch gegen den CSD. Wir bitten dies zu entschuldigen. Die entsprechenden Passagen wurden überarbeitet.

































































