Versuchter Mord - Sieben Jahre Haft für Hammerattacke auf Paketboten

Do 01.07.21 | 18:02 Uhr
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Das Justizzentrum Potsdam, in dem sich auch das Landgericht Postdam befindet, am 20.05.2021. (Quelle: dpa/Christoph Soeder).
Audio: Antenne Brandenburg | 01.07.2021 | Karsten Steinmetz | Bild: dpa/Christoph Soeder

Von einem "unfassbaren Verbrechen" ist in der Urteilsbegründung die Rede: Weil er ihm mit seinem Lieferwagen den Weg versperrte, hatte ein 36-Jähriger einen Boten in Brandenburg/Havel mit einem Hammer angegriffen. Jetzt soll er sieben Jahre in Haft.

Für einen brutalen Angriff auf einen Paketboten soll ein 36-jähriger Mann sieben Jahre ins Gefängnis. Das Potsdamer Landgericht verurteilte den Angeklagten am Donnerstag wegen versuchten Mordes. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Streit um versperrten Weg

Der Mann hatte den Boten im Oktober 2020 in Brandenburg/Havel mit einem Hammer mehrfach auf den Kopf geschlagen, als er mit einem Kinderwagen unterwegs war. Er hatte sich laut Gericht über den Zusteller geärgert, weil der ihm mit dem Fahrzeug den Weg versperrte.

Das Opfer kam mit einem doppelten Schädelbruch ins Krankenhaus, der Täter flüchtete zunächst und stellte sich am Abend der Polizei. Viele Kinder auf einem nahe gelegenen Spielplatz hatten den brutalen Angriff mit ansehen müssen.

Tod des Opfers "billigend in Kauf genommen"

Der Vorsitzende Richter sprach in seinem Urteil von einem "unfassbaren Verbrechen" und einem "unbegreiflichen Vorgehen". Der Angreifer habe den Tod des 23-jährigen Mannes billigend in Kauf genommen.

Die Staatsanwaltschaft hatte elf Jahre Haft für den Angeklagten gefordert, die Verteidigung hatte auf zwei Jahre Bewährung plädiert.

Sendung: Brandenburg aktuell, 01.07.2021, 19:30 Uhr

8 Kommentare

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  1. 8.

    Wenn man nicht dabei war sollte man sich mit Mutmaßungen zurückhalten. Er stand im verkehrsberuhigten Bereich auf der Straße leider ist es nur einspurig befahrbar wofür der Paketbote nichts kann. Man sollte nicht vergessen das die Fahrer nicht ständig mit schweren Paketen 100 Meter laufen können da sonst irgendwann keine Pakete mehr ankommen. Vielleicht ist es ärgerlich wenn man nicht vorbei kommt aber die 2 min warten sollte jeder schaffen zumal der Täter ja auch noch die Zeit hatte nach Hause zu gehen um den Hammer zu holen. Nicht zu vergessen das es direkt an einem Spielplatz war und es viele Kinder und deren Eltern ansehen mussten.

  2. 7.

    Wenn man nicht dabei war sollte man sich mit Mutmaßungen zurückhalten. Er stand im verkehrsberuhigten Bereich auf der Straße leider ist es nur einspurig befahrbar wofür der Paketbote nichts kann. Man sollte nicht vergessen das die Fahrer nicht ständig mit schweren Paketen 100 Meter laufen können da sonst irgendwann keine Pakete mehr ankommen. Vielleicht ist es ärgerlich wenn man nicht vorbei kommt aber die 2 min warten sollte jeder schaffen zumal der Täter ja auch noch die Zeit hatte nach Hause zu gehen um den Hammer zu holen. Nicht zu vergessen das es direkt an einem Spielplatz war und es viele Kinder und deren Eltern ansehen mussten.

  3. 6.

    Paketboten die Fußwege als Fahrbahn und Parkplatz benuten gibt es sehr viele. Wenn sie darauf hin gewiesen werden das der Fußweg kein Parkplatz ist wird einem direkt Prügel angeboten. Aber solche Typen mit einem Hammer attakieren ist doch sehr weit übersZiel geschossen und die Strafe ist gerechtfertigt. Andersherum wird man von so einer Type auf dem Gehweg angefahren gibt es nur eine sehr geringe Geldstrafe.

  4. 5.

    Dieser Mensch schleppt – während er mit seinem Kind im Wagen spazieren geht(!)– mal eben so einen Hammer mit sich rum, schlägt damit quasi grundlos einem anderen den Schädel ein, wodurch er ihn beinah umbringt ... und bekommt dann nur ganze sieben Jahre? ... von denen er wahrscheinlich nur die Hälfte oder maximal zwei Drittel absitzt, bevor er dann auf Bewährung wieder auf freien Fuß kommt? Eigentlich unvorstellbar, dass so jemand überhaupt noch mal auf andere Menschen losgelassen wird ...

  5. 4.

    7 Jahre für versuchten Mord. Nur in Deutschland. Und nur wenn der Täter weiss ist.

  6. 3.

    Ich hoffe das dem Mann auch das Sorgerecht für das Kind im Kinderwagen entzogen wird wenn er es den hat.

  7. 2.

    Es ist schon erstaunlich, wie sich die Strafen unterscheiden. Hätte er ein Auto als Tatwaffe genutzt, wäre er wahrscheinlich freigesprochen worden oder hätte 30 € Bußgeld zahlen müssen.

  8. 1.

    Sieben Jahre Haft für Hammerattacke auf Paketboten - find ich zu wenig, viel zu wenig.
    Die Verteidigung hatte auf zwei Jahre Bewährung plädiert... - ohne Worte.

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