Landesamt für Statistik - Zahl der Verkehrsunfälle in Berlin und Brandenburg steigt wieder

Ein SUV ist nach einem Unfall. (Quelle: dpa/Christoph Hardt)
Bild: dpa-Symbolbild/Christoph Hardt

Ende vergangenen Jahres und insbesondere Anfang dieses Jahres gab es deutlich weniger Unfälle auf den Straßen von Berlin und Brandenburg. Doch seit dem Frühjahr fällt der Effekt deutlich geringer aus. Von Oliver Noffke (Text) und Götz Gringmuth-Dallmer (Grafik)

Erneut deutlich weniger Verkehrsunfälle hat es in Berlin und Brandenburg in den ersten fünf Monaten Jahres gegeben als noch vor der Pandemie. Insbesondere im Januar und Februar lagen die Zahlen in beiden Ländern deutlich unter denen von 2020 und 2019. Spürbar angestiegen ist die Zahl ab März, April und Mai. In diesen Monaten gab es wieder leicht mehr Verkehrsunfälle als während des ersten Lockdowns, aber deutlich weniger als zwei Jahre zuvor.

Effekte mittlerweile weniger deutlich als im ersten Lockdown

In Berlin gab es im Januar 31,3 Prozent, im Februar 28,1 Prozent weniger Unfälle als im Vorjahr, als noch keine Corona-Maßnahmen bestanden. Im März gab es 9,2 Prozent mehr Unfälle als 2020, aber 16,5 Prozent weniger als 2019.

Ähnlich, wenn auch ausgeprägter, sind die Zahlen für April (+18,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat; -23,0 Prozent gegenüber 2019) sowie Mai (+13,3 gegenüber Mai 2020; -16,4 Prozent gegenüber 2019).

Weniger Tote und Verletzte als 2020 in Berlin

Insgesamt registrierte die Berliner Polizei zwischen Januar und Mai dieses Jahres 46.018 Verkehrsunfälle. Das sind 6,2 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Damals wurden 49.138 Unfälle im Straßenverkehr erfasst. Verglichen mit 2019 ist der Unterschied allerdings besonders deutlich. Damals gab es 59.648 Unfälle in den ersten fünf Monaten des Jahres. Verglichen damit gab es in diesem Jahr 22,9 Prozent weniger Unfälle.

In diesem Jahr gab es auch weniger Unfälle mit Toten oder Verletzten auf Berliner Straßen verglichen mit 2020. Bei 3.747 Unfällen mit Personenschäden (–15,2 Prozent) verunglückten insgesamt 4.448 Personen. Dabei wurden 579 Personen schwer (–20,5 Prozent) und 3.853 leicht verletzt (–14,1 Prozent). 16 Personen verloren ihr Leben, neun Personen weniger als in den ersten fünf Monaten des Vorjahres.

In Brandenburg sieht das Bild ähnlich aus. Allerdings kracht es hier deutlich seltener. Im Januar waren 25,5 Prozent, im Februar 13,7 Prozent weniger Unfall als im Vorjahr, als noch keine Corona-Maßnahmen bestanden.

Im März gab es 7 Prozent mehr Unfälle als 2020, aber 14,3 Prozent weniger als 2019. Ähnlich verhalten sich die Zahlen für April (+5,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat; -31,4 Prozent gegenüber 2019) sowie Mai (+1,7 gegenüber Mai 2020; -17,6 Prozent gegenüber 2019).

Zahl der Verkehrstoten und Schwerverletzten nach wie vor hoch

Insgesamt registrierte die Brandenburger Polizei zwischen Januar und Mai dieses Jahres 26.129 Verkehrsunfälle. Das sind 5,7 Prozent weniger Unfälle als im Vorjahreszeitraum (27.717) und 21,7 Prozent weniger Unfälle als noch in den ersten fünf Monaten von 2019 (33.383). Es kracht also deutlich seltener als in der benachbarten Metropole. Allerdings verlaufen Unfälle in Brandenburg oftmals schwerwiegender.

In diesem Jahr gab es weniger Unfälle mit Personenschaden auf Brandenburger Straßen verglichen mit 2020. Bei 2.431 entsprechenden Unfällen (–14,3 Prozent) verunglückten insgesamt 3.025 Menschen. Dabei wurden 649 Personen schwer (–21 Prozent) und 2.329 leicht verletzt (–12,4 Prozent). Allerdings sterben auf Straßen in Brandenburg deutlich mehr Menschen als im benachbarten Berlin. 47 Personen starben im Straßenverkehr zwischen Januar und Mai - sieben weniger als in den ersten fünf Monaten des Vorjahres.

Sendung: Abendschau, 22.07.2021, 19.30 Uhr

Beitrag von Götz Gringmuth-Dallmer und Oliver Noffke

7 Kommentare

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  1. 7.

    Der ÖPNV ist keine Alternative. Fährt nur aller Stunde, wenn er fährt. Sauber ist er selten. Dann hält er an jeder Hundehütte. Ich bin nicht bereit meine Zeit für diesen(!) ÖPNV zu opfern. Je Richtung sind es bei mir 80km. Und nein, ich hatte erst meinen Wohnort und dann einen neuen Arbeitsort.

  2. 6.

    Da war sie wieder, die Mär vom "angewiesen sein auf's Auto"... Mit Modalmix würden sich viele Auto-Kilometer als unnötig erweisen. Gefahrene Strecken die neben dem Unfallrisiko auch zur Verstopfung der Straßen, Umweltverschmutzung und Senkung der Lebensqualität beitragen. Aber das wäre ja ein wenig unbequem, bedurfte mehr Planung und manchmal müsste man sich "mit dem Pöbel" in die Öffis setzen....

  3. 5.

    > "...den Führerschein am PC gefälscht und die Fahrpraxis auf der playstation trainiert haben..."
    Oder wie wir hier sagen: Beim Loseziehen aufm Rummel gewonnen! ;-))

    Aber mal mal - aus Spaß wird Ernst: Wen man sich die hektischen Drängler und Ampel-Schnellstarter so anschaut, ist denen ein gewissen Macho-Gehabe fast schon in die Wiege gelegt. Der Mann als alles überragende starke Geschlecht! Naja...
    Das sind aber auch nur ein Teil der Unfallverursacher. Da gibts noch andere Gründe außer machomäßige überhöhte Geschwindigkeit.

    Blöd nur für alle Pendler: Wenn füh Morgens nur einer unter Tausenden mal kurz nicht aufpasst, gibts gleich nen Kollaps im Tagesplan samt Arbeit, Terminen und so... für Tausende andere. Leider ist Mann/Frau/Es ja doch noch mal aufs Auto angewiesen hier in unserem Flächenland Brandenburg.

  4. 4.

    In Berlin hat man teilweise den Druck, daß besonders die Bleifußfreunde den Führerschein am PC gefälscht und die Fahrpraxis auf der playstation trainiert haben und die Gafferei nach Unfällen auch.

  5. 3.

    > "Auf der A12 kracht es doch fast täglich. Diese Statistik sagt dazu nichts."
    Ach und bei uns hier auf unserer Nahkampfbahn A24 zwischen Kreuz Havelland und Kreuz Wittstock erstmal! Ist ja auch eine typischen Transitautobahn.
    Dass Unfallzahlen mit aufkommendem Freizeit- und Urlaubsverkehr ab Frühjahr wieder steigen, überrascht jetzt nicht wirklich.

    Zumindest positiv: "...aber deutlich weniger als zwei Jahre zuvor." So relativiert sich die Statistik dann wieder.
    Trotz alledem ist natürlich jeder Verletzte oder gar Tote einer zuviel.

  6. 2.

    Ich habe jeden Tag den Verkehr in Berlin und Brandenburg und frage mich such jeden Tag, wo und wie manche ihren Führerschein gemacht haben oder ob sie überhaupt einen haben.
    Am schlimmsten ist es wenn während der Fahrt telefoniert oder auf dem Handy gedaddelt wird. Ergebnis: Schlangenlinien, unaufmerksam und viel Fastunfälle.
    Es wundert mich nichts mehr.
    Ja, Berlin und Brandenburg, aber das erlebte verbindet sich mit berliner und brandenburger Kennzeichen.

  7. 1.

    Brandenburg ist ein Transitreiseland, wie hoch ist der Anteil der Transitreisenden an der Gesamtzahl? Auf der A12 kracht es doch fast täglich. Diese Statistik sagt dazu nichts.

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