Berlin-Lichtenberg - Mann bedroht nicht-binäre Person mit Pistole

Ein Einsatzfahrzeug der Polizei mit Blaulicht, Symbolbild (Quelle: Fotostand/K. Schmidt)
Bild: Fotostand/K. Schmidt

Ein Unbekannter soll am Mittwochabend in Berlin-Lichtenberg eine Person mit einer Waffe bedroht haben. Das teilte die Polizei am Donnerstag mit. Nach Angaben des mutmaßlichen Opfers handelte es sich dabei um einen transphoben Angriff. Der Tatverdächtige konnte laut Polizei im Anschluss an die Bedrohung fliehen.

Mutmaßlicher Täter droht mit Erschießen

Das 24-jährige mutmaßliche Opfer, das sich selbst als nicht-binär definiert, also weder weiblich noch männlich, hatte nach eigenen Angaben auf einer Bank im Ortsteil Fennpfuhl gesessen, als der mutmaßliche Täter mit einer Frau vorbeilief und ihm mit Erschießen gedroht haben soll. Dabei sei das Wort "trans" gefallen.

Im weiteren Verlauf soll der Tatverdächtige eine Schusswaffe gezogen, durchgeladen und auf das Opfer gezielt haben. Das ist auch auf Video-Aufnahmen zu sehen, die am Donnerstag bei Instagram veröffentlicht wurden - sie sollen die Tat zeigen. Anschließend habe der Verdächtige seinen Weg mit seiner ebenfalls unbekannten Begleiterin fortgesetzt.

Die Polizei bestätigte am Donnerstag, Videoaufnahmen zu prüfen, "die zum Sachverhalt passen". Auf den Aufnahmen sind die Gesichter des Mannes und seiner Begleiterin zu erkennen. Ob es sich um eine echte Pistole handelte, ist nicht bekannt.

Täter-Identität soll bekannt sein

Nach Angaben des mutmaßlichen Opfers haben zahlreiche Hinweise in den Sozialen Medien dazu geführt, dass die Identität des mutmaßlichen Täters der Polizei inzwischen bekannt ist. Die Polizei konnte das am Donnerstag gegenüber rbb|24 nicht bestätigen, da die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen seien.

Zuständig für den Fall sind der polizeiliche Staatsschutz und das Berliner Landeskriminalamt.

Aufruf zu Demo am Samstag

Nach der Tat riefen zahlreiche Menschen in Sozialen Medien zu einer Demonstration gegen Transphobie am Samstag auf. Sie soll zwischen 14 und 18 Uhr am Platz der Luftbrücke an der Grenze der Bezirke Kreuzberg und Tempelhof stattfinden.

Mit der Demo soll darauf aufmerksam gemacht werden, dass queere und transsexuelle Personen in Berlin immer wieder Ziel von Beleidigungen und auch körperlicher Gewalt werden.

7 Kommentare

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  1. 7.

    Die Demonstration war seit dem ~29. Juli wegen eines weiteren transphobischen Vorfalls geplant

  2. 6.

    Wolf s, da haben Sie wirklich Recht! Das ist ein Rad ohne Ende.

  3. 5.

    Was soll das ändern? Diese Menschen tun das im vollem Bewusstsein, dass es sich um eine Straftat handelt. Wir demonstrieren seit Jahrzehnten und ich kann immer noch nicht mit meinem Partner als schwules Paar erkennbar durch die Straßen dieser Stadt gehen, ohne eine Beleidigung, Bedrohung oder sogar einen tätlichen Angriff zu riskieren. Ich fürchte, das Ausgrenzen des Andersartigen, Fremden, kurz, das was abweicht ist eine zutiefst archaische Verhaltensweise. Die meisten von uns sind Opfer und Täter. Das wird sich aus meiner Sicht auch nie ändern. Da können wir uns um den Verstand demonstrieren.

  4. 4.

    Danke. In Marzahn wird nun auch alljährlich eine Demonstration abgehalten. Was ich für besonders wichtig erachte.
    Selbstredend werde ich am Samstag dabei sein. Diese Übergriffe nehmen deutlich zu und davor kann und darf man nicht die Augen verschließen.

  5. 3.

    Es ist sehr schlimm, dass so etwas passiert. Allerdings finde ich auch, dass solche Demos mal langsam endlich raus aus den beliebten Szenebezirken sollte, dahin, wo eben noch mehr Menschen leben, die Aufkläung brauchen, die erreicht werden sollen. In Kreuzberg haben doch alle schon zig mal so eine Demo gesehen. Traut Euch raus aus eurer Wohlfühlumgebung und helft Euren Schwestern* und Brüdern* auch anderswo.

  6. 1.

    Lebe am Fennfuhl und kann nur sagen, ja..solche Vorfälle gibts hier zu hauf. Man darf nicht „anders“ aussehen, sonst wird man schnell Opfer. Vor allem Nähe Hundeplatz und Grill. Da trau ich mich allein nicht mehr entlang. Die Demo sollte HIER stattfinden um zu zeigen, dass es auch anders geht und die Opfer nicht nur in der Ferne Unterstützung bekommen.

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